Continuum-Praxis: Billig-Adapter vs. MS Display Dock HD-500

Continuum ist cool - zumindest auf den ersten Blick. Doch muss es wirklich Microsofts Display Dock für bis zu 100 Euro sein oder reicht auch ein Billig-Adapter für 20 Euro? Wir testen beides und beenden die Legendenbildung.

Erst war Microsofts Display Dock teuer und nicht lieferbar. Jetzt ist es immer noch teuer, aber man bekommt es immerhin. In der Zwischenzeit haben Drittanbieter das Geschäft gewittert und bereits existierende Adapter von USB 3.1 (Typ C) auf HDMI einfach auch mit der Kompatibilität zu den Lumia 950 (X) beworben.

Der Preisunterschied ist immens: Werden für Microsofts Display Dock zwischen 85 und 109 Euro fällig, gibt es die einfachen Adapter ohne weitere USB-Eingänge bereits zu Preisen ab 10 Euro. Die Euphorie im Internet war groß, leider aber fehlen wirklich wichtige Informationen, die wir nun nach einem eigenen Langzeittest nachreichen wollen.

Eine kleine Anmerkung: Als wir die Geräte beschafften und Igor den Langzeittest initiierte, lag das Preisverhältnis noch rund bei 10:1 - Microsofts Original kostete knapp 100 Euro, der von uns eingekaufte Aukey-Billigadapter 10 Euro.

Mittlerweile sind die Preise für Microsofts Dock aber etwas gesunken und beginnen bei den günstigsten Anbietern schon bei 75 Euro, während Aukey anscheinend wie so viele andere Anbieter die Kundenresonanz in einen "kleinen" Preisansteig umgemünzt und den Preis mal eben verdoppelt hat.

Daher liegt das Preisverhältnis unserer beiden Testgeräte "nur noch" bei 4:1 und nicht mehr 10:1.

Das Original: Microsoft Display Dock

Fangen wir zunächst mit der teuren Variante an und betrachten das originale Display Dock von Microsoft. Ohne Kabel immerhin satte 228 Gramm schwer liegt es wuchtig und massig in der Hand. Die Optik ist okay, die Haptik wirklich gut.

Die Anschlüsse sind vielfältig: Es gibt drei USB-2.0-Anschlüsse für Maus, Tastatur und andere Peripherie sowie jeweils einen HDMI- und einen DisplayPort-Ausgang. Der Lieferumfang umfasst zudem noch ein benötigtes Steckernetzteil als USB-C-Ladekabel und ein UCB-C-Verbindungskabel zwischen Display Dock und Smartphone.

Nutzt man das Display-Dock wie vorgesehen, dann ergibt sich durch Maus, Tastatur und Monitor sowie den notwendigen Netzanschluss ein gewisser Kabelsalat, der auf Reisen durchaus lästig werden kann. Auf die Vor- und Nachteile gehen wir gleich noch näher ein.

Das "Dock für Arme": Display-Adapter für 10 Euro

Ja, man kann auch sparen und es klingt schon fast zu sensationell, um nicht doch einen kleinen, versteckten Pferdefuß zu besitzen: Für knapp 20 Euro (mittlerweile; zum Testzeitpunkt vor zwei, drei Wochen waren es noch 10 (!) Euro) bekommt man z.B. bei Amazon so einen auf "Aukey" gelabelten Adapter, der mit "CSL"-Audruck 18 Euro und mit "Cable-Matters"-Beschriftung 25 Euro kostet. Den Vogel schoss dann ein mit "Donzo"-gelabelter Clone ab, für den man bei der gleichen wackeligen Hardware sogar 38 Euro verlangt!

All diese Adapter werden dabei erst einmal pauschal mit 4K-Support beworben und stammen lustigerweise dann sogar noch vom selben OEM.

Sie besitzen auch die gleichen Kinderkrankheiten wie eine kippelige Buchse (Spaltmaße!) und unterscheiden sich am Ende nur durch Farbe und Preis. Womit auch feststeht, dass es die preiswerteste Variante dieser baugleichen Adapter exakt gleich gut bzw. schlecht tut wie die teuerste. Je nach Anbieter sind die technischen Angaben und die Verweise auf die nötige Kompatibilität mehr oder weniger vollständig, so dass wir im Praxistest gleich noch detaillierter darauf eingehen werden.

Federleichte 22 g wiegt der Adapter, der für den Einsatz lediglich ein HDMI-Kabel und keinerlei externe Stromversorgung benötigt. Auf den Anschluss weiterer USB-Geräte muss man zwar verzichten, aber dafür gibt es ja Bluetooth, wenn auch mit diversen Hürden, wie wir gleich sehen werden. Für unterwegs klingt diese extrem leichte und sehr platzsparende Variane jedenfalls schon einmal wirklich verlockend!

Bevor wir nun den Test wagen, schnell noch alle Daten in der tabellarischen Gegenüberstellung:


Microsoft
Display Dock HD-500
Aukey
USB3.1-HDMI-Adapter
Maximale Auflösung:
1080p @ 60 Hz
720p @ 60 Hz
Stromversorgung:
5V extern
USB-C-Ladekabel mit
Steckernetzteil (liegt bei)
nicht benötigt
Eingang:
USB 3.1 (USB Buchse Typ C)
USB 3.1 (USB Buchse Typ C)
Ausgänge:
3x USB 2.0
1x HDMI
1x DisplayPort
1x HDMI
Abmessungen:
6,4 x 6,4 x  2,6 cm (L x B x H)
18,6 cm (max. Länge samt Kabel)
3,7 x 1,4 cm (Stecker)
Gewicht:
228 g (netto)
22g (netto)
Zubehör:
- Steckernetzeil (Ladekabel)
- USB-C Verbindungskabel
- Handbuch
keines
Preis
ab ca. 73 Euro (Geizhals)
ab ca. 20 Euro (Amazon)
Erstelle einen neuen Thread im Artikel-Forum über dieses Thema
Dieser Thread ist für Kommentare geschlossen
6 Kommentare
    Dein Kommentar
  • danke für den Selbstversuch, gerne auch mit Update in einem Jahr und ner Bestandsaufnahme :D
    0
  • Das Dock brauchte auch erst ein Firmware-Update ;)
    0
  • Interessante Infos, Danke dafür! Eine wichtige Sache hast du aber nicht erwähnt: Mit dem Billigadapter ist das Schmattfon nach maximal 3-4 Stunden leer, beim Display Dock wird es noch geladen. Ist für mich ein sehr wichtiger Faktor - immerhin muss man unterwegs auch noch mal irgendwann weg und wenn dann das Telefon leer ist..
    1
  • Mit dem Adapter schaffe ich bis zu 5 Stunden bei vollem Akku. Außerdem kann man das Smartphone zwischendrin ja bequem per QI (nach)laden.
    Trotzdem sind 720p nix fur mich, das Dock macht mehr Spaß :)
    0
  • Verstehe ich das richtig, dass der günstige Adapter in etwa sowas wie ein MHL-Kabel ist? Nur dass eben beim Lumia 950 damit der Continuum-Modus aktiviert wird?
    0
  • So ungefähr :)
    0