Cooler Master Hyper 103 im Test: Eyecandy im Budget-Bereich

Kühlleistung und Lautstärke

Der Cooler Master Hyper 103 wird sich im Direktvergleich gegen den etwas teureren Thermalright True Spirit 90M behaupten müssen, bei dem es sich ebenfalls um einen kleinen Tower-Kühler mit drei 6-mm-Heatpipes und einem 92-mm-Lüfter handelt. Mit Maßen von 138,5x96x61mm bietet der Kühlkörper des Hyper 103 auf dem Papier etwas mehr Fläche als der kleinste Thermalright True Spirit mit 125x102x56 mm, zudem dreht sein Lüfter im 12-V-Betrieb um knapp 400 U/min höher auf. Zusätzlich wollen wir in einem kurzen Exkurs zum Boxed-Kühler klären, inwiefern Kühler aus der Preisklasse von unter 20,-€ einen sinnvollen Ersatz darstellen können.

Im Folgenden bieten wir wie üblich zwei Tabellen zur besseren Einordnung der Temperaturmesswerte: Die erste Tabelle enthält umgebungstemperaturbereinigte Werte, die zweite zeigt die Kerntemperatur des verwendeten Prozessors bei einer theoretischen Raumtemperatur von 20°C.

Messreihe 1: AMD FX-8350 bei Standard-Einstellungen (125 W TDP)

Bei maximaler Drehzahl macht Cooler Masters Hyper 103 eine für einen günstigen Budget-Kühler gute Figur und liegt nur knapp hinter dem True Spirit 90M. Mit einem Delta von 27,2 K erhalten wir einen Temperaturwert, der den Kühler zu einer ausreichenden Wahl auf Prozessoren mit einer TDP von 125W macht. Dazu sind zwar mit 2364 U/min knapp 400 Umdrehungen mehr als beim Konkurrenten nötig, das sagt jedoch über die tatsächliche Lautstärke noch nichts aus (siehe unten).

Der gute Eindruck wird allerdings ein wenig durch die Tatsache getrübt, dass der kleine Tower-Kühler bei einer fixen Lüfterdrehzahl von 1000 U/min plötzlich nicht mehr in der Lage ist, den Prozessor unterhalb des von uns festgesetzten Höchstmesswerts zu halten: Bei einem Delta von mehr als 50 K brechen wir die Messung ab, wenngleich der Hyper 103 auch nicht gänzlich umkippt, sondern sich langsam an diesen Wert annähert und sich knapp darüber einpendelt. Somit sollte der Einsatz auf einem Prozessor der 95-W-TDP-Klasse oder darunter auch bei stark reduzierter Drehzahl problemlos möglich sein.

Messreihe 2: Lautstärkeentwicklung

Für einen Kühler im Preisbereich von unter 20,-€ bietet der Hyper 103 einen erfreulich laufruhigen Lüfter, der zudem bereits im Auslieferungszustand entkoppelt in einem stabilen Halterahmen am Kühlkörper angebracht ist. Trotz seiner im direkten Vergleich höheren Maximaldrehzahl bei vollen 12 V Arbeitsspannung überzeugt er im Vergleich zu Thermalrights True Spirit 90M mit dem leiseren Lüfter: Mit 45,4 gegen 46,2 dB(A) kann er diese Disziplin zu seinen Gunsten entscheiden. Gleiches gilt bei fixen 1000 U/min: Hier liegt er mit nahezu unhörbaren 35,6 dB(A) ebenfalls knapp vorn.

Exkurs: Der AMD Boxed-Kühler

Die Kühler, die AMD und Intel ihren Prozessoren beilegen, verfolgen vor allem das Ziel, den entsprechenden Prozessor so günstig wie möglich unterhalb einer jeweils spezifischen, kritischen Temperaturgrenze zu halten und bewegen sich dabei zum Teil gefährlich nahe an einer Kernschmelze. Das gilt auch für den Boxed-Kühler des AMD FX-8350, der ansonsten das Herzstück unserer Teststation für Prozessorkühler darstellt und dessen herstellerseitig vorgesehener Kühler immerhin mit vier Heatpipes antritt, um eine thermische Verlustleistung von 125 W bewältigen zu können. Lohnt es sich also, auf alternative Lösungen im Preisbereich von unter 20,-€ zurückzugreifen?

Messungen im Rahmen des üblichen Ablaufs sind auf die Schnelle nicht umsetzbar – bei einer Spannung von 12 V geht der Lüfter des Boxed-Kühlers zwar mit vergleichsweise gemächlichen 3500 U/min ans Werk, kann aber aufgrund einer separaten Steuerungselektronik deutlich höhere Werte erreichen. Da ein Öffnen der Gehäusewand unmittelbaren Einfluss auf die maximale Drehzahl nimmt, sind zudem direkt vergleichbare Laustärkemessungen nicht umsetzbar.

Dennoch haben wir einen Testdurchlauf in Angriff genommen, der sich zumindest in Relation zu den sonstigen Messwerten setzen lässt: Bei einer Raumtemperatur von konstant 24°C pendelt sich die Kerntemperatur des verwendeten AMD FX-8350 bei 64°C ein – das ist deutlich mehr, als wir bei den verwendeten Alternativkühlern feststellen konnten. Zudem war eine Lüfterdrehzahl von 4592 U/min nötig, um diesen Temperaturwert halten zu können. Angesichts des vergleichsweise kleinen Lüfters auf dem Boxed-Kühler bedeutet dies insgesamt eine vergleichsweise hochfrequente und unangenehme Geräuschentwicklung: Aus einer Entfernung von 30 cm konnten wir bei geschlossenem Gehäuse einen Schalldruckpegel von 46,8 dB(A) festhalten - ein Wert, den die überwiegende Anzahl unserer bislang getesteten Kühler selbst bei geöffnetem Seitenteil nicht erreicht und der zudem in einem gut belüfteten Cooler Master CM Storm Stryker festgehalten wurde.

Erstelle einen neuen Thread im Artikel-Forum über dieses Thema
Dieser Thread ist für Kommentare geschlossen
3 Kommentare
Im Forum kommentieren
    Dein Kommentar
  • drno
    Gutes Review, lieber Kai. Ich möchte hier noch aus der Praxis etwas beitragen. Coolermaster bietet m. Ea. bei gemäßigten Preisen ordentliche Mid-Class-Quality. Die Leistungen sind für einen Kühltum mit 92 mm Lüfter sehr anständig.
    Coolermaster hat sich, wie auch schon bei diesem Test der Kollegen von Computerbase
    http://www.computerbase.de/artikel/gehaeuse-und-kuehlung/2009/test-cooler-master-hyper-212-plus-cpu-kuehler/
    dafür entschieden, seine Cooler nunmehr mit Lüfterklammern auszustatten. Das war nicht immer so. Unlängst hatte ich das zweifelhafte "Vergnügen", bei einem Hyper 212 (Rev1. ohne "plus") anläßlich eines lediglichen Lüfterwechsels das gesamte Mobo aus dem Gehäuse auszubauen, den Turm von der CPU abzubauen, den sowohl von unten als auch von oben an einer Montageplatte angeschraubten Lüfter loszudrehen, Tauschlüfter dran, dann das Ganze wieder vorwärts einzubauen. Klammern hätten's damals bei dem 212 auch getan und es wäre eine Sache von Minuten gewesen. Zur Rettung von Coolermaster möchte ich erwähnen, daß der 120er Serienlüfter allerdings 15Tsd Betriebstunden gehalten hatte. Fazit: Wenn man keinen = sprich nur geringen Platz hat, ist ein kleiner Turm eine durchaus annehmbare Lösung, wobei CPU-Cooler mit größeren Lüftern ab 120 mm, gern auch 140 mm zu bevorzugen wären.
    1
  • Myrkvidr
    Definitiv! Wenn man übnerlegt, dass der Thermalright True Spirit 120M zwischenzeitlich für 23,50€ erhältlich war, wären das gerade mal 4,50€ mehr für deutlich mehr Leistung, als bei einem winzigen 92-mm-Tower. Es gibt aber immer reichlich Leute, die sich Preisgrenzen wie "mehr als 20,-€ gebe ich nicht aus" setzen, für die ist der Kleine dann sicher auch einen Gedanken wert.
    Aus der aktuellen Serie habe ich derzeit noch den Hyper 212 Evo und den 412S hier, um sie für die kommenden Charts aufzunehmen - die setzen auf eine sehr ähnliche Montagelösung für den Lüfter.
    Das Vorgehen beim alten 212 Rev. 1 ist natürlich Terror pur für jeden Anwender (ich wechsle meine Kühlerlüfter selbst ganz gern mal, um sie farblich dem Grundthema des PCs anzupassen, Spielkindtrieb...),
    0
  • drno
    Die Backplate - Montagelösung von Cooler Master ist mir vertraut und findet meine Zustimmung. Ist einfach gehalten - aber sitzt ordentlich fest.

    Ich hatte für Kunden eine Desktop-Lösung im POS als Kassen PC's mit einem A+ oder baugleichem Superflower Gehäuse zu realisieren. Hier guck mal, so eins.

    http://www.joachim-wilke.de/vdr-bilder3.htm

    Da ging von der Höhe her nur der Gemini II Downblower rein,
    und trotz der beiden bestückten Seitenlüfterplätze links und rechts kamen die Gehäusedeckel noch für 2x120 mm Löcher in die hiesige Blechstanze.
    Warum läßt sich denken. Die Kisten wurden die Abluft sonst einfach nicht los.
    Nach 3 Stunden Betrieb Stauhitze unterm Blechdeckel.
    Lösung war rechts ein Einlaßfilter zur Direktbeatmung vom Gemini Cooler drauf
    links permante Abluft nach oben raus mit einem Enermay Wharp..
    0