Cooler Master Mastercase Pro 5: Modularität neu definiert?

Mit der Mastercase-Serie möchte Cooler Master Modularität der nächsten Generation bieten: Sämtliche Anbauteile lassen sich entfernen und ein umfangreiches Angebot an zusätzlichen Bauteilen verspricht einen bislang unerreichten Grad an Personalisierung.

Das Konzept hinter Cooler Masters neuen Mastercase-Gehäusen scheint auf den ersten Blick genial zu sein: Der kompakte Midi-Tower möchte ein Höchstmaß an Modularität bieten und ist darauf ausgelegt, dass sich sämtliche Anbauteile wie Laufwerkskäfige, Lüfterhalterungen, Gehäuseblenden und viele weitere nicht nur entfernen, sondern auch durch alternative Bauteile ersetzen lassen, die nach und nach auf den Markt kommen werden.

Damit könnte das Mastercase sich als fantastische Offerte für all jene erweisen, die viel und gern an ihrem System basteln. Wer kennt das Problem schließlich nicht: Selbst die tollsten Gehäuse auf dem Markt schaffen es nur selten, in sämtlichen Punkten den persönlichen Vorlieben zu entsprechen. Die Hersteller versuchen, dem Massengeschmack zu entsprechen und zusätzlich einige besondere Bedürfnisse kleinerer Nutzerkreise zu befriedigen.

Aber letztendlich fehlt dann an irgendeiner Stelle doch wieder der eine oder andere Laufwerkseinschub oder eine Montagemöglichkeit für ein besonderes Bauteil oder aber es kommen neue Schnittstellenstandards hinzu, die einen Gehäusewechsel notwendig machen – zumindest für alle, die stets auf der Höhe der Zeit bleiben wollen. Der Hersteller selbst bezeichnet das Modularitätskonzept als FreeForm.

Derzeit werden zwei Modelle aus der Mastercase-Serie angeboten: Mit dem normalen Mastercase 5 hat Cooler Master schon vor einiger Zeit die grundlegende Variante vorgestellt, die sich als Basisgehäuse anbietet, um es durch das Hinzukaufen einzelner Bauteile von Grund auf an den eigenen Geschmack anzupassen.

Für unseren Test erreichte uns die nächstgrößere Version Mastercase Pro 5. Der Unterschied zum Basisgehäuse besteht vor allem darin, dass das Pro bereits ab Werk über einige Zusatzausstattungsmerkmale verfügt, die dem günstigeren Mastercase 5 erst durch Zukauf spendiert werden: Bei ansonsten identischem Innenaufbau gibt es einen Halterahmen für Wasserkühlungen samt Deckelblende an der Oberseite, ein Seitenteil mit Sichtfenster, mehr Möglichkeiten zur Laufwerksmontage und eine bessere Lüfterbestückung ab Werk.

Dass die Preise für ein derartiges Konzept etwas höher ausfallen, verwundert an dieser Stelle nicht wirklich. Innovative und neuartige Produkte können nunmal nicht auf bereits bestehende Presswerkzeuge und Anbauteile anderer Serien zurückgreifen, dadurch schnellen auch für die Hersteller selbst die Produktionskosten in die Höhe. Die Basisversion gibt es somit für derzeit rund 125 Euro, während für das bessere ausgestattete Mastercase Pro 5 mit aktuell 145 Euro ein gar nicht mal so viel höherer Preis aufgerufen wird.

Kommendes Spitzenmodell: Mastercase Maker 5Kommendes Spitzenmodell: Mastercase Maker 5In Kürze wird zudem das Spitzenmodell der Reihe erscheinen: Das Cooler Master Mastercase Maker 5 bietet eine etwas andere Optik, wobei die abweichenden Gehäuseblenden auch nachträglich erworben werden können, um ein vorhandenes Mastercase 5 oder Mastercase Pro 5 optisch aufzuwerten. Zusätzlich wird die am besten ausgestattete Variante einen dritten Festplattenkäfig, eine integrierte Lüftersteuerung sowie ein SD-Kartenlesegerät aufweisen. Etwas ärgerlich: Die Lüftersteuerung scheint in das Front-Panel integriert worden zu sein. Schade, dass das Feature nicht allen Ausstattungsvarianten zur Verfügung steht.

Erläuterung des FreeForm-Konzepts

Auf unsere Nachfrage hin wurde uns bereits ein erster Ausblick gegeben, was Cooler Master sonst noch mit der Gehäuseserie vorhat. Denn eins ist klar: So genial das Konzept auf den ersten Blick erscheint – es steht und fällt mit der Menge und Qualität der angebotenen Zusatzteile, mit denen sich die Gehäuse letztlich wirklich personalisieren lässt. Der Hersteller nannte uns gegenüber folgende Erweiterungsmöglichkeiten, die im Laufe der nächsten Wochen und Monate noch erscheinen werden und über die ohnehin schon angekündigten Zusatzbauteile des Mastercase Maker 5 hinausgehen werden:

  • eine zusätzliche Blende für den Bereich der Schnittstellen an der Vorderseite in Hochglanzoptik
  • ein alternatives Frontpanel, das auch USB 3.1 unterstützt
  • eine Montagemöglichkeit für den Ausgleichsbehälter einer Wasserkühlung, der sich anstatt interner Laufwerkskäfige anbringen lässt
  • ein alternatives Seitenteil aus Glas

Und was kommt danach? Cooler Master möchte sich hier durch die Wünsche der Community inspirieren lassen und will noch mehr optische und funktionelle anbieten. Neben der Möglichkeit zur Anpassung beim Systemzusammenbau bringt das Konzept aber einen weiteren ganz entscheidenden Vorteil mit sich: Wird eine neue Schnittstellengeneration vorgestellt, dann kann Cooler Master diese als Zusatzbauteil anbieten. Vermisst der Anwender also künftig beispielsweise einen erst noch zu veröffentlichenden USB-Standard, kann im Idealfall unkompliziert ein entsprechendes Bauteil nachgerüstet werden, ohne dass gleich in ein komplett neues Gehäuse investiert werden muss.

Zunächst einmal scheint hier prinzipiell alles möglich zu sein. Wo und wie sich überall herumschrauben und etwas ändern lässt, zeigt sich vielleicht am besten anhand einer Explosionszeichnung. Wir werden aber auch noch im Detail auf die Ausstattungsmerkmale des an dieser Stelle getesteten Mastercase Pro 5 eingehen.

Verpackung und Lieferumfang

Die Verpackung des Mastercase Pro 5 ist unverkennbar Cooler Master, wenngleich hier auf den ansonsten üblichen Brombeerfarbton verzichtet wurde. Die Rückseite des Kartons vermittelt bereits einen ersten Eindruck hinsichtlich der Flexibilität des Gehäuses. Obwohl das Gehäuse im Inneren von dunkel gefärbtem Styropor gehalten wird, handelt es sich in diesem Fall um eine sehr viel stabilere Variante als üblich: Ärgerliches Zerbröseln blieb beim Auspacken aus, der Staubsauger konnte somit im Schrank bleiben.

Der Lieferumfang umfasst eine Garantiekarte sowie eine sehr ordentlich bebilderte Montageanleitung. Letztere ist zwar nur einsprachig in Englisch vorhanden, aber dafür sind die Zeichnungen, die erklären sollen, wie welches Teil zu montieren oder zu demontieren ist, ausführlich, eindeutig und erfreut durch ein sauberes Druckbild.

Eine Komponentenbox im Inneren des Mastercase Pro 5 beinhaltet mit Ausnahme der Abstandshalter für das Mainboard komplett schwarze Montageschrauben, 10 Kabelbinder, zwei Halterungen zur Bündelung von Kabeln, die sich im Gehäuse verkleben lassen, drei Adapter, mit denen die Gehäuselüfter auch an einen 4-Pin-Molex- statt des 3-Pin-Lüfteranschlussses betrieben werden können, sowie eine Metallhalterung zur Montage eines weiteren Frontlüfters.

Aufbau und Außenansicht

Das Mastercase Pro 5 hat eine eigenständige, aber dennoch gefällige Optik. Viele glatte Flächen sowie der großflächige Mesh-Einsatz an Front und Oberseite sorgen für Schlichtheit. Gleichzeitig wurden viele der Flächen abgeschrägt, wodurch das Gehäuse mehr ist als nur ein funktionell anmutender Quader. Auffällig sind hier besonders die Schräge mit den von vorn zugänglichen Schnittstellen sowie einige Sicken an den Übergängen zwischen einzelnen Bauteilen. Das Erscheinungsbild soll sich künftig mittels Zubehör und alternativen Blenden optional auch modifizieren lassen.

Die Pro-Version liefert im Auslieferungszustand einen sehr ordentlichen Ersteindruck ab: Front- und Deckelblende bestehen aus schwarzem, leicht rauem Kunststoff, der eine erfreulich wertige Haptik und Optik aufweist, jedoch nicht allzu grob behandelt werden möchte. Mit dem teils speckig wirkenden Material, aus dem oft Bauteile für Budget-Gehäuse gefertigt werden, hat dieser Kunststoff zum Glück nichts gemein.

Außerdem ist kaum ein sichtbarer Unterschied zu den lackierten Seitenteilen des Gehäuses auszumachen, die aus unterschiedlichen Werkstoffen gefertigten Bauteilgruppen gehen sehr schön ineinander über: Beide zeigen sich in einem dunkelgrauen Metallicfarbton. Das Sichtfenster des linken Seitenteils fällt groß aus und gibt den Blick auf ein sehr ordentlich anrichtbares Innenleben frei.

Bedingt durch den abgeschrägten Bereich zwischen Front und Oberseite sind sämtliche externen Bedienelemente des Gehäuses problemlos erreichbar: Zwei USB-3.0-Anschlüsse, Anschlussbuchsen für Kopfhörer und Mikrofon sowie der gut mit dem Finger bedienbare Power- und Reset-Taster lassen sich sowohl bei der Platzierung des Gehäuses auf als auch unter dem Schreibtisch erreichen. Schönes Detail: Die Halteschienen der USB-Buchsen sind trotz Anbindung gemäß der aktuellen Version 3.0 schwarz, nicht wie üblich blau.

Das Mastercase Pro 5 ruht auf zwei nach unten ausgestellten Metallstandfüßen, die zusätzlich über große und weiche Gummierungen verfügen: Auch auf einer glatten Schreibtischplatte verrutscht der Midi-Tower somit nicht im Geringsten und ist zusätzlich von der Standfläche entkoppelt.

Cooler Master bietet hier ein vernünftig und durchdacht wirkendes Grundkonzept, das zudem sauber verarbeitet und ansprechend präsentiert wird. Ein minimales seitliches Überstehen der Deckelblende an der rechten Seite lässt sich beim bloßen Betrachten kaum feststellen und allenfalls von sehr kritischen Fingern erfühlen. Aber wer kauft schon ein PC-Gehäuse, um beim Befühlen der Oberflächentexturen und Spalte mit den Fingerspitzen taktilen Hochgenuss zu erlangen?

Von der Verarbeitungsqualität her ist das Mastercase Pro 5 dem nicht zu Unrecht beliebten Cooler Master CM690 III sehr ähnlich, nur dass beim neuesten Gehäuse die Seitenteile einen noch etwas besseren Eindruck hinterlassen.

Technische Spezifikationen

An dieser Stelle sei noch einmal kurz darauf hingewiesen, dass sich sämtliche folgenden Angaben nur auf die Auslieferungsvariante "Mastercase Pro 5" beziehen: Die Modularität erlaubt Aufrüstungen, mittels derer sich der Funktionsumfang und die Spezifikationen noch einmal deutlich erweitern lassen.

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7 Kommentare
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    Dein Kommentar
  • alterSack66
    Du musst den Lüfter vom Noctua mal lackieren. Schaut scheiße aus. :D 2 x Front-USB ist etwas dürftig.
  • Derfnam
    Kommt sicher ein 16 x USB3.1-Modul zum Preis des Basisgehäuses.
  • alterSack66
    Soviel brauch ich dann doch nicht :lol:
  • Ressorator
    Wäre mir für meine Hardwareanforderungen leider zu klein. Gäbe es da keinen vernünftigen Big Tower mit so einer Bauweise?
  • Derfnam
    Es kommt ja noch eines, das Cooler Master Mastercase Maker 5, steht auch im Text, Seite 1 mittig, sogar mit Bild, aber ohne Größenangabe.
  • Myrkvidr
    Ne, das Maker 5 hat den exakt gleichen Innenaufbau - aber siehe Update auf der letzten Seite: Das Maker 7 wird die größere Variante des Konezpts sein.

    @alterSack: Ich würd ja liebend gern dem Lüfter ein Bling-Bling-Update spendieren, aber die redaktionelle Gleichschaltung zwingt mich, den genau so zu nutzen ;)
  • Ressorator
    Anonymous sagte:
    Es kommt ja noch eines, das Cooler Master Mastercase Maker 5, steht auch im Text, Seite 1 mittig, sogar mit Bild, aber ohne Größenangabe.


    Dann warte ich mal ganz gespannt auf das Maker 7. Danke :)