CM Mastergel Maker Nano: Die neue Referenz der Wärmeleitpasten?

Cooler Master Mastergel Maker Nano - ein Name wie eine stolz geschwellte Brust. Wir testen, wie gut die Wärmeleitpaste in der Realität ist und was beim Auftragen zu berücksichtigen ist - verschiedene Anpressdrücke und Temperaturbereiche inklusive.

Das Testen von Wärmeleitpasten ist immer so eine Sache, denn die theoretische Angabe der Wärmeleitfähigkeit in W/(m*K) ist zwar gut fürs Marketing, aber im täglichen Einsatz noch lange nicht alles. Außerdem sollte man nie den Fehler machen, den Anteil einer Wärmeleitpaste am Gesamtkühlkonzept sowohl zu unter- als auch zu überschätzen.

Cooler Master, das sich neuerdings gern auch schon mal als "The Maker Company" bezeichnet, lässt es genau in diesem Sinne schon bei der Namensgebung richtig krachen: 'Mastergel Maker Nano' ist schon ein Brocken.

Auch der Preis von unter 10 Euro für eine 4g-Tube ist natürlich eine Ansage - zumal die nichtleitende Paste eigentlich alle Eigenschaften mitbringt, um sich am Markt gut zu etablieren. Eigentlich löst sie ja die wirklich gute Extreme Fusion X1 ab, die nicht mehr am Markt erhältlich ist.

Als Zugabe erhält man neben der Tube mit der Paste noch einen Spatel aus Kunststoff und ein in Folie verpacktes Reinigungstuch mit aufgedruckten Sicherheitshinweisen auf der Verpackung. Da der Hauptbestandteil Isopropylakohol sein dürfte, würden wir ein Verschlucken auch nicht empfehlen.

Die Paste besitzt eine mittlere Viskosität, was sie zumindest bei Raumtemperaturen unter 25°C recht zäh macht. Das Aufstreichen mit dem Spatel ist aus unserer Sicht hierfür eine kaum geeignete Methode, um wirklich optimale und vor allem auch reproduzierbare Resultate zu erzielen, da die aufgetragene Schicht IMMER viel zu dick wird oder aufreißt, was ärgerliche Lufteinschlüsse zur Folge haben kann.

Das Testszenario und die verwendeten Komponenten nutzen wir einheitlich seit 2013, wie man es in unserer Kaufberatung (siehe oben unter "Wichtige Links") immer wieder nachlesen kann. Durch diese konstante genutzte und unverändert belassene Testanordnung konnten wir einer der größten, zusammengefassten Übersichten in Sachen Wärmeleitpaste erstellen, die auch heute noch ihre Gültigkeit besitzt.

Insgesamt vier sehr unterschiedliche Testanordnungen sorgen dabei für einen detaiilierteren Überblick und die bessere Vergleichbarkeit für den konkreten Anwendungsfall eines jeden Nutzers.

Neben den stärker in Mode kommenden (Kompakt-)Wasserkühlungen, den Luftkühlern mit einer soliden Befestigung und den daraus resultierenden hohen Anpressdrücken des Kühlerbodens auf den Heatspreader sowie den "billigen" Budget-Kühlern mit einfachen Klemmbefestigungen und etwas weniger Anpressdruck (z.B. Push-Pins) testen wir auch die Eignung im Hochtemperaturbereich der Grafikkarten, bei denen der Chip ohne Heatspreader auskommen muss und somit eine komplett andere Oberflächenstruktur besitzt.

Wir geben alle Werte in ΔT an, also dem Abstand zur konstant gehaltenen Raumtemperatur von 22 °C. Wenn wir also beispielsweise bei der GPU-Temperatur von einem ΔT von 38°C sprechen, sind es am GPU-Sensor als Absolutwert logischerweise 60 °C.

Um wirklich einheitliche und optimale Ergebnisse zu erreichen, die allen Pasten in gleichem Maße gerecht werden, wärmen wir die Pasten mit mittlerer und höherer Viskosität vor dem Einsatz je nach Konsistenz auf 40 bis 60°C auf. Die heiße Paste wird dann als linsenförmiger Klecks in die Mitte der CPU bzw. GPU aufgebracht und der Kühler diagonal alternierend festgezogen. Nach dem Aufwärmen der jeweiligen Plattform werden die Befestigungen nochmals überprüft und der Anpressdruck nach dem finalen Verteilen nochmals korrigiert.

Wir weisen darauf hin, dass alle Messungen nach einem 4- bis 8-stündigen Burn-In-Prozess und einem zwischenzeitlichen Abkühlen erfolgten, weil sich die Performance der Pasten erfahrungsgemäß noch einmal während des längeren Betriebes ändern kann.

Technische Daten und Überlick

Werfen wir nun noch einen Blick auf die Eckdaten, bevor wir uns an die Einzeltests und Vergleiche machen:

Cooler Master Mastergel Maker Nano
Wärmeleitfähigkeit:11 W/(m*K)
CPU Water Cooling, High Pressure:
31,7 ΔT (22 °C ambient)
CPU Air Cooling, High Pressure:
35,5 ΔT (22 °C ambient)
CPU Air Cooling, Low Pressure:
36,3 ΔT (22 °C ambient)
GPU Cooling:65,0 ΔT (22 °C ambient)
Elektrisch leitend:
Nein
Viskosität:
4 (1-10, weniger ist besser zu handhaben)
Anwendungssicherheit:6 (1-10, höher ist besser zu handhaben)
Anwendungshinweise:
Diese Paste kann einfacher verarbeitet werden, wenn man sie zuvor vorsichtig auf ca. 50-60 °C erhitzt (z.B. Heizung, IR-Licht, dichter Beutel im Warmwasserbad)
Preis (Geizhals):
ab ca. 10 Euro
Erstelle einen neuen Thread im Artikel-Forum über dieses Thema
Dieser Thread ist für Kommentare geschlossen
46 Kommentare
    Dein Kommentar
  • Ich würde ja gerne die JunPus D9000 in dieser Tabelle sehen :) Darf man solche Wünsche äußern oder no Chance?

    Ansonsten sehen die Ergebnisse ja wirklich klasse aus. Auch die GC-Extreme. Und teuer sind die alle ja nicht wirklich ... die Diamond 24 schlägt da schon in eine ganz andere Kerbe!
    0
  • jup daumen hoch, auch wenn Cooler Master nach der letzten Story mit den GPU Kühlern einen faden Beigeschmack hinterlässt...

    Und Wünsche darst Du immer äußern @Plitz - ob Sie erhöhrt werden, steht dann auf einem ganz anderen Blatt ;)
    0
  • Es bleibt immer die Frage, ob die Hersteller/Distris an objektiven Tests überhaupt interessiert sind, oder doch lieber User-Reviews platzieren lassen, deren Ausgang sehr gut vorhersehbar ist ;)

    Als Nächstes ist erst mal die ganze xxxxnaut-Serie dran. :)
    0
  • So ne Art Copy & Paste^^?
    0
  • Ich finde unter dem Namen gar nichts ;) Ist die noch gar nicht draußen?

    Denkst du, dass das bei der JunPus der Fall sein könnte? Einige Tests die ich zu der gesehen habe sahen schon ziemlich professionell aus :D
    0
  • Stichwort 'warmer Bär' @ Plitz.
    0
  • @FormatC: Würdet ihr nicht selbst die Anschaffungskosten stemmen, wenn ein Hersteller Euch kein Sample schickt? Die paar Euro fuffzig für die Wärmeleitpaste?

    Ich sach' mal so, wenn der Hersteller das in der Vergangenheit nicht getan hat, verliert ihr im Falle eines objektiven schlechten Fazits nix und vielleicht macht er das dann zukünftig, wenn ihr zu einem guten Ergebnis kommt... ;)

    Könnte man Euch sonst das Zeug kaufen (und zur Not so tun, als wäre man der Hersteller...)? ;)
    0
  • Anders herum wird ein Schuh draus:
    Warum sollten wir auf eigene Kosten einem Hersteller, der keinen Bock hat, noch eine kostenlose Werbeplatzform mit großer Reichweite bieten? Wer nicht will, der hat schon. So einfach. Kosten sind mir egal, es geht ums Prinzip. Jeder Pups-Unboxer wird zugeschüttet, nur wenn man methodisch testet, werden die Leute schmallippig? Nö. :)
    0
  • Quote:
    Die Paste von Cooler Master profitiert hierbei auch von der etwas höheren Wärmeleitfähigkeit, da die Schicht über dem Hotspot aufgrund des eher konkaven AMD-Heatspreaders etwas dicker ausfällt.


    Quote:
    Der Unterschied liegt in der Form des CPU-Heatpreaders begründet, der bei Intel-CPUs eher konkav ausfällt, während der Kühler der AMD-CPU eher konvex ist.


    Was denn jetzt konvex oder konkav? Und wieso wird in einem Satz aus einem Heatspreader plötzlich ein "Kühler"?
    0
  • Sorry, Wochenende und trotzdem 14 Stunden. Danke fürs Korrigieren, ist gefixt :)
    0
  • Danke für die Korrektur! :)

    BTW: In welcher Zeitzone bist Du gerade? Bei mir ist Mittwoch. ;)
    0
  • Der Test wurde am WE gemacht, ich arbeite ohne Zeitzone. Ich schreibe ja nicht direkt ins Internet :P
    0
  • Habe den Test mit Interesse gelesen!
    Vielen Dank Igor - für den direkten Vergleich mit der Diamanten-Knete von Innovation Cooling!
    0
  • Die ist wirklich perfekt, aber zu teuer :(
    0
  • Aber wenn man mal ehrlich ist ... für den Privatenthusiast eigentlich auch noch lohnend. Da wird teilweise 80€ statt 50€ für einen Kühler ausgegeben um 2°C zu bekommen, dann kann man auch mal 20€ statt 10€ ausgeben um mit der Paste 1°C zu bekommen. Ist vielleicht in manchen Fällen sogar Kostengünstiger ;) Im professionellen Bereich, wo man am Tag vielleicht 20-50 CPUs einkleistern muss sieht das ganze dann schon wieder ganz anders aus.
    0
  • Du mit deiner Mädelspaste, Drno.
    0
  • Das ist MÄNNER-Paste. Zäh wie Leder.... :P
    0
  • ... erster Beitrag hier und gleich mal Kritik...
    Der Link im Fließtext [Praxis: Das große Wärmeleitpasten-Tutorial und Test-Charts 2013 (Teil 1 von 2)] hat nen Kurzschluss.

    :D

    Ansonsten fettes Lob von mir für die vielzahl an Themen die Ihr unabhängig bringt, immer wieder schön hier zu stöbern...

    munic
    0
  • Kurzschluss ist raus, der Link war eh überflüssig, da oben noch einmal verlinkt wurde. Danke! :)
    0