Klein, günstig, gut? Drei CPU-Kühler im Test

Müssen gute Kühler teuer sein? Wir sind dieser Frage auf den Grund gegangen und haben drei CPU-Kühler von verschiedenen Herstellern im Preisbereich zwischen 13 und 40 Euro getestet.

Die meisten Anwender entscheiden sich für einen Aftermarket-Kühler entweder deswegen, weil der mit der CPU gelieferte Boxed-Lüfter nicht leise genug ist, der Kühler defekt ist, oder weil man seine CPU etwas übertakten möchte und dabei an die Grenzen des Standardlüfters gelangt. Für den letzten Fall bietet der Markt eine ganze Palette an leistungsfähigen Kühlern, die in der Lage sind die beträchtliche Wärmeentwicklung einer übertakteten CPU zuverlässig abzuleiten. Beispielhaft seien hierfür der Prolimatech Megahalems oder der Noctua NH-D14 genannt.


Diese exemplarisch genannten Kühler sind sehr Leistungsfähig, aber auch recht schwer und relativ teuer. So wechseln beim Erwerb des Prolimatech Megahalems etwa 50 Euro den Besitzer und der Käufer muss nochmals in die Tasche greifen um dem Kühlkörper auch einen oder zwei standesgemäße Lüfter zu verpassen. Denn die sind im Lieferumfang nicht mit inbegriffen. Auf diese Weise kommt man schnell auf einen Gesamtpreis, der, je nach Wahl des oder der Lüfter, bei etwa 70 Euro und mehr liegt. Beim Noctua NH-D14 ergibt sich ein ähnliches Bild. Hier sind zwar bereits zwei Lüfter im Lieferumfang enthalten, allerdings wollen die etwa 1,2 kg Kupfer und Aluminium, aus denen das Kühlmonster besteht, ebenfalls gewinnbringend verkauft werden. Anwender müssen hier ebenfalls etwa 70 bis 80 Euro auf die (virtuelle) Ladentheke legen.

Günstig aber gut

Wenn der Boxed-Kühler seinen Dienst versagt und ein Ersatz beschafft werden muss, sind viele Anwender sind jedoch nicht bereit einen derart hohen Betrag auszugeben, zumal die oben genannten Kühler in vielen Umgebungen auch einfach überdimensioniert wären. Die Suche nach einem Ersatzkühler erfolgt dann meist unter dem Motto "Günstig aber gut". Wie günstig definiert wird, ist sicherlich von Anwender zu Anwender unterschiedlich. Daher haben wir uns drei Kühler angeschaut, die im Preisbereich zwischen 13 und 40 Euro liegen.

Gut genug für 130 Watt TDP?

Welche Kühlleistung man von den jeweiligen Kühlern erwarten kann haben wir auch diesmal mit  unserem bewährten Testsystem überprüft. Das Herz bildet eine Intel Pentium D840 Extreme Edition CPU mit SmithField Kern, die in 90 nm Technologie gefertigt wurde und werksseitig eine Taktrate von 3,2 GHz aufweist. Der TDP-Wert (Thermal Design Power) liegt bei 130 Watt und entspricht damit einem aktuellen Core i7 950 Prozessor. 

Der Intel Pentium D840 Extreme Edition Prozessor ist allerdings weitaus ineffizienter als eine aktuelle Core i7 CPU und um die Bedingungen noch etwas zu verschärfen haben wir unsere CPU  auf 3,6 GHz übertaktet. Weitere Angaben und Details zu unserem Testsystem finden sie hier: Testkonfiguration.

Folgt man den Intel Spezifikationen, dann sollte die D840 Extreme Edition CPU unterhalb einer Temperatur von 69,9° C betrieben werden. Ob dies unseren Testkandidaten der Hersteller Gelid, Coolermaster und Nexus gelang, erfahren Sie auf den folgenden Seiten.

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18 Kommentare
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    Dein Kommentar
  • Sic
    Mist ich lese solche Berichte immer erst, wenn ich mir schon ein neuen Lüfter gekauft hab:(
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  • Launebaer
    da sind aber auch keine guten Kühler bei - eher randgruppen, die auch keine überzeugende Preis/Leistung/Lautstärke bieten

    Ich empfehle einfach immer Scythe oder Noctua/Thermalright, je nachdem ob man totales High End (Noctua/Thermalright) oder ne sehr gute Budget-Lösung (Scythe) haben möchte.
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  • FormatC
    Den Gelid bekommt man ab ca. 20€ - dafür ist das Teil quasi auf jeden Sockel verpflanzbar. Ich finde das Teil zudem besser als den fast genauso teuren Freezer 7. Netter Test, denn zumindest der Tranquillo von Gelid ist den Preis wert. Der Rest ist irgendwie Müll.
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  • Rimtech
    Gelid hab ich noch nie gehört.
    Aber der Tranquillo schneidet ja sehr gut ab.
    Sollte ich mir mal merken.
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  • ichebem
    http://geizhals.at/deutschland/a486335.html

    Bitte den nennen? Ihr nennt einen Prolimatech und den Noctua und zeigt daran dass gute,teure ab 70Euro+ losgehen?

    Was ist bitte mit dem Scythe Mugen? Der kostet nur 35, liegt also genau in eurem Budget, und bietet die Leistung eines Noctua oder Prolimatech. Zumindest eine sehr ähnliche...
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  • tkoerbs
    Der Cooler Master Hyper 212 Plus ist preiswerter als der Gelid Tranquillo und m.E. auch leiser und leistungsstärker.
    siehe http://www.tomshardware.de/lga-1156-Kuhler,testberichte-240492-16.html
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  • FormatC
    Der Hyper 212 Plus kostet momentan gleich viel und ist unterm Strich von den Temperaturen her nicht besser, zumal der Hyper 212 ärgerlicherweise diese dämliche DirectTouch-Mode mitmacht. Es kommt am Ende wohl aufs Gleiche raus, nur dass der Gelid wesentlich leiser sein dürfte ;)

    Das Teil versägt sogar den EKL Großkotzner (und liegt nur 0,8K hinter dem Mugen):
    http://www.frostytech.com/articleview.cfm?articleid=2512&page=4

    @ichebem:
    Es gibt dich nun mittlerweile genügend Tests, wo auch so hässliche Alu-Klopse wie der Mugen gemessen wurden. Hier gings ausnahmweise mal um unbekanntere Alternativen zum allgemeinen 0815-Mainstream. Das Budget lag bei 10-30€, bleibt nicht viel Auswahl abseits der bekannten Kandidaten :)
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  • Anonymous
    Leider mal wieder ein Test, der nicht zu gebrauchen ist, da niemand für eine CPU wie die verwendete Wattschleuder einen dieser Kühler kaufen würde.
    Messungen mit 45W oder 65W-CPUs wären da sinnvoller gewesen. So aber zeigen die Ergebnisse eigentlich nur, dass sich ein Austausch des Boxed-Kühlers nicht lohnt, weder was die Lautstärke noch die Temps angeht (hier evtl. mit Ausnahme des Gelid).
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  • Pascha
    Mich freut es mal wieder ein paar andere Kandidaten in nem Test zu sehen. Zu den üblichen verdächtigen kennen wir schon genug Tests.
    Schließlich will sich auch nicht jeder ein Kilo Alu und Kupfer aufs Mainboard klatschen. Gerade für Lan Gänger die ihre Kisten oft transportieren oder das Gehäuse nicht den Platz bietet für Mugen und Co, ist sowas recht nice zu lesen.

    Schade nur, dass es nur 3 Testmuster waren.
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  • Anonymous
    Zitat:
    @ichebem:
    Es gibt dich nun mittlerweile genügend Tests, wo auch so hässliche Alu-Klopse wie der Mugen gemessen wurden. Hier gings ausnahmweise mal um unbekanntere Alternativen zum allgemeinen 0815-Mainstream. Das Budget lag bei 10-30€, bleibt nicht viel Auswahl abseits der bekannten Kandidaten :)


    Naja von Scythe sind diverse Kühler unter 30Euro zu finden und bei 30 Euro tummelts sichs geradezu. Da es im Inneren des PCs im Normalfall scheiß egal ist wie die Optik ist, würd ich auch eher einen Scythe Mugen oder Ninja verbauen, auch wenn es Monster sind, passen sie zumindest auf fast jedes Mainboard bis micro-ATX. Scythe hat aber ja auch Produkte für kleinere Boards/Tower.
    Xigmatek hätte auch noch einiges Gute im Angebot gehabt.
    und viele viele weitere Firmen.
    Also Auswahl findet man meeeeeehr als Genug.
    Fände es gut, wenn ihr wie andere Seiten auch, Tests standardisieren würdet und damit Vergleichbarkeit zwischen aktuellen und vergangenen Tests schaffen würdet.
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  • FormatC
    Ich finde, man sollte schon mal unbekanntere Firmen und Produkte vorstellen, denn nicht jeder will 1 Kg Alu mit sich rumschleppen. Mugen hin oder her, sowas mag für OC-Freaks ja ganz nett sein, praxistauglich ist sowas im Office- oder Portable-Betrieb (LANs) eher nicht. Ich finde es bemerkenswert, dass ein Kühler mit 300 Gramm weniger Gewicht nur 0,8K hinter den Mugen zurückfällt, dazu fast 15 Euro billiger ist und zudem noch besser aussieht und nicht so am Mainboard zerrt.
    Scythe und Xigmatek hat man doch nun wirklich bis zum Erbrechen getestet, ich war echt froh, mal was anderes vor die Augen zu bekommen :)

    Standardisieren wäre sehr wohl eine praktische Angelegenheit, denn dann fällt auch der Vergleich zwischen den Generationen und Preisgruppen wesentlich leichter.
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  • Pascha
    sign Formatc
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  • drno
    Ich habe den Coolermaster Hyper 212 schon oft als Austausch gegen den Boxed Dreck im Office Bereich eingesetzt, weil Kunden ja gern auch mal ein schnelleres und leises Sys als die Serienbestückung hergibt haben wollen. Im Vergleich liegen die Leistungen des 212 im Mittelfeld, es gibt eine stabile Backplatebestückung, einen passablen Lüfter und die Kosten sind günstig. Im Vergleich zum Rappelzappel und anderem Zeug ist das ein echtes Highlight. Die Montage mit den Fußabtreter Rippchen auf der Sockelplatte ist auch nicht das Wahre, aber hält bestimmt die Produktionskosten niedrig.
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  • Anonymous
    Zitat:
    Ich finde es bemerkenswert, dass ein Kühler mit 300 Gramm weniger Gewicht nur 0,8K hinter den Mugen zurückfällt, dazu fast 15 Euro billiger ist und zudem noch besser aussieht und nicht so am Mainboard zerrt.

    Naja aber das Ganze hat halt auch einen Preis und zwar die Drehzahl und damit Lautstärke. Ist halt immer die Frage was einem wichtig ist. Wem Optik, Baugröße oder Gewicht wichtig ist, der ist mit den kleinen gut beraten. Wers gern besonders schnell oder leise haben will, der kauft nen Dicken.
    Ich persönlich hab meinen passiven und lautlosen PC schon verdammt lieb gewonnen und da bin ich froh, dass es Dickschiffe wie den Ninja2 gibt, die für passive Basteleien einfach super sind. Die Kleinen hier sind aber sicher ihr Geld wert. Keine Frage. Den meisten Desktop-Nutzer wird aber halt Größe, Gewicht und Optik ziemlich egal sein.
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  • FormatC
    Der Gelid läuft angeblich mit 800-12xx U/min. Also nicht wirklich laut. Vergleicht man das mit einem Xigmatek Achilles, ist das bei fast gleicher Leistung sogar leiser. Die eigentliche Zielgruppe sind wohl dann doch die 65 Watt CPUs. Das wiederum sollte locker für (nahezu) einen lautlosen Betrieb reichen.

    Ich habe meinen Kupferkloben 2006 gekauft, zweimal selbst umgebaut und er läuft immer noch mit im oberen Leistungssegment. Nur leiser als im Original :)
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  • drno
    http://www.tweaknews.net/reviews/gelid_tranquillo_review/index4.php

    Der Tranquilo hat nur! eine Höhe von 153 mm, das ist
    1. Super für 185 mm Lost Cost Gehäuse, denn da bekommt man dann diesen
    preiswerten und recht leistungsstarken Kühlturm mit 120 er Lüfter rein!

    2. K.Ke für Rams mit Heatspreadern, an denen sich die Burgenbauer und Zackenbarsche richtig austascht haben.

    Mein Fazit: Interessant für schmalere Gehäuse und Leute mit knapperer Knete, sollte zum neuen Standardcooler in der Lost Cost Abteilung werden!
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  • _Stephan_
    Die Kühler sehen mir nicht sonderlich leistungsfähig aus. Des Weiteren wären mir, wenn ich bsp. 1000+ für einen Computer ausgäbe, die 15-20 EUR Unterschied zu einem richtig guten Kühler, wie dem Mugen II oder dem Brocken relativ egal.
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  • FormatC
    Zitat:
    Klein, günstig, gut?
    Diese Überschrift richtet sich inhaltlich sicher nicht an Overclocker oder 1000€+ Freaks, sondern an die untere PC-Mittelschicht!

    Der Mugen II passt nun mal nicht in jedes Gehäuse (und sonderlich ästhetisch ist er auch nicht). Im Übrigen ist die Leistung des Gelid kaum schlechter als des Brocken. Muss den jeder Arikel, auch wenn er explizit eine andere Zielgruppe anspricht, auf Biegen und Brechen unter OC-Aspekten enden? Langweilig, es gibt wichtigere Dinge.
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