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Ivy Bridge im Effizienzcheck: Core i5-3570K, -3550, -3550S und -3570T

Ivy Bridge im Effizienzcheck: Core i5-3570K, -3550, -3550S und -3570T
Von , Chris Angelini

Nachdem Sandy Bridge letztes Jahr unsere Empfehlung bekam, waren wir vom neuen Core i7-3770K mit Ivy-Bridge-Architektur als Upgrade weniger überzeugt. Sind Intels Core-i5-Modelle der dritten Generation attraktiver? Wir stellen vier Modelle vor.

Vor einigen Jahren machte Intel Stromspar-Prozessoren sehr attraktiv, indem man eine Reihe Core 2 Quads mit einer TDP von nur 65 Watt auf den Markt brachte, welche die gleiche Performance wie ihre 95-Watt-Geschwister ablieferten. Zugegeben, man musste dafür auch etwas tiefer in die Tasche greifen, aber der Gedanke, einen solchen besonders kühlen Chip in einen kleinen Desktop-Rechner oder einen HTPC zu stecken hatte schon was – und war manchem Käufer den Aufpreis wert.

Mit der Vorstellung der Nehalem-Architektur und dem damit eingeführten Turbo Boost wurde es für Intel deutlich leichter, den thermischen Spielraum seiner CPUs voll auszunutzen. Indem man die Taktrate an die Arbeitslast koppelte, konnte man die verfügbare Performance besser einsetzen. Eine CPU mit einem Nominaltakt von 3 GHz konnte beispielsweise mit 3,4 oder sogar 3,5 GHz laufen, wenn nur einer ihrer Kerne aktiv war. So rechnete die CPU dann schneller (und wurde dabei heißer), war aber auch schneller in der Lage, wieder in den Leerlauf zu wechseln und so Strom zu sparen.

Es folgten Stromspar-Versionen einiger Lynnfield-Chips. Doch anstatt hier wie einst beim Core 2 Quad die gleiche Performance bei geringerer TDP zu liefern, sah sich Intel gezwungen, den Basistakt geringer anzusetzen und auch bei den Turbo-Frequenzen konservativer zu agieren, um den Stromverbrauch zu senken. Das ärgerlichste: Die Firma taktete die S-Modelle nicht nur niedriger, man verlangte auch noch einen höheren Preis dafür, was für ein sehr ungünstiges Preis-Leistungs-Verhältnis sorgte. Was wir von diesem Vorgehen hielten, sagten wir Intel klar in unserem Artikel Core i5-750S: S wie »Slow«.

Darauf antwortete man uns, dass man die „Stromspar-Versionen“ als Ergänzung der Dual-Core-CPUs auf Clarkdale-Basis ansah. Der Core i5-750S sollte also der erste Quad-Core mit Nehalem-Architektur und einer TDP von 82 Watt sein. Unsere Antwort: Das rechtfertigt den höheren Preis trotzdem nicht.

Wie es scheint, hat man das nun auch bei Intel eingesehen. Die aktuelle Ivy-Bridge-Familie bestand zum Marktstart aus immerhin 14 Modellen, von denen gleich sieben als besonders stromsparend deklariert werden. Keines dieser Modelle kostet mehr als die Standardversion. Stattdessen muss man sich als Käufer zu einem bestimmten Preis nun zwischen mehr Takt und niedrigerer Leistungsaufnahme entscheiden.

Mit dieser Wahl können wir gut leben, denn bereits die 77-Watt-Standardmodelle sind ja deutlich sparsamer als die Flaggschiffe der Sandy-Bridge-Generation mit ihren 95 Watt. Damit fällt Aufrüstern die Wahl leicht, denn es spricht eigentlich alles für die schnelleren Core-CPUs der dritten Generation.

Doch was, wenn man ein System zusammenstellen will oder muss, bei dem die Ivy-Bridge-CPU nicht mehr als 65 oder sogar 45 Watt aufnimmt? Das ist eine legitime Frage, vor allem für Komplettsystemanbieter, die einen der zunehmend beliebten flachen All-in-One-Rechner anbieten möchte. In dem Fall muss man wohl ein wenig Geschwindigkeit opfern und sich für die Modelle mit –S oder –T am Ende entscheiden.

Die Frage ist am Ende natürlich auch, ob diese Stromsparchips auch wirklich effizienter sind – und genau das wollen wir nun klären. In unserem Launch-Artikel zur Ivy-Bridge-Architektur hatten wir uns bereits mit dem Core i7-3770K auseinander gesetzt. Heute beschäftigen wir uns mit vier Core-i5-Modellen, darunter zwei 77-Watt-Versionen sowie ein Core i5-3550S mit 65-Watt TDP und ein Core i5-3570T mit 45 Watt. Alle Kandidaten werden unseren üblichen Benchmarkparcours durchlaufen, und am Ende wird ein Blick auf den Stromverbrauch zeigen, ob die langsameren „optimierten“ Chips auch wirklich eine höhere Effizienz erreichen.

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  • Brat , 9. August 2012 07:32
    wenn haswell auch so ein halber reinfall wird wie ivy, werden alle die sandy vermissen :) 
  • n4pst3r , 9. August 2012 07:58
    Ivy ein reinfall? Das musst du mir jetzt aber erklären, und es nicht einfach nur behaupten.
    Ich hab von nem E6600 aufgerüstet auf einen 3570K. Erkläre mir, warum ein 2500K besser sein soll als der Ivy?
    Ein wechsel von Sandy auf Ivy ist nicht sinnvoll, außer man hat zu viel Geld. Aber das war auch schon bei den C2D-Reihen und noch früher so...
  • Binsenmeier , 9. August 2012 08:54
    Also, okay. Zusammengefasst:
    1 - Es gibt wieder Stromsparmodelle.
    2 - Sie kosten nicht mehr als die Standardmodelle.
    3 - Sie laufen aber mit geringerem Takt (außer manche im 1-Core Turbo-Modus).
    4 - Sie sparen eigentlich nur im Idle etwas, weil sie unter Last weniger effizient weil langsamer sind.

    Sehe ich das richtig, dass die Dinger nur für Büronutzer in Frage kommen, die sich gerne und lange den Windows-Desktop anschauen? Und die Sparte wäre dann doch wieder besser mit einem Pentium oder Celeron bedient...
    Von der HD Graphics 2500 will ich gar nicht erst anfangen. Für mehr als den Windows-Desktop und vielleicht Flash-Videos ist die wohl nicht zu gebrauchen.
  • drno , 9. August 2012 17:11
    Zunächst kann ich nur für meine Kunden im Pharmasektor sprechen, die außer der normalen Anwendersoftware wie Warenwirtschaft noch den normalen Microschrott auf den Workstations haben. Im Officebereich ideal einzusetzen sind Prozzis mit hohem Multi. Die CPU idlet "den ganzen Tag so rum", doch immer wieder kommen zwischendurch gelegentliche Leistungsanfragen der Marke "hurtig"! Was man ebenfalls - nach meinen Erfahrungen nicht oder allenfalls nur ungern - will, das sind Boxed Lüfter, viel zu nervig im Chef- oder Schreibbüro. Die meisten Anwendungen unterstützen den 2Kern Modus, und je nach Budget und Philosophie des Kunden sind es angefangen von Celerons, Pentiums, aber auch i5 - i7 - also sind der Intel 2120/30 oder sogar auch mal der 2500 gern gesehene Ausstattung. Die eingebaute Grafix ist ausreichend, außer man hat noch "Multimedia", oder will die GPU rechnen lassen, dann kommt da noch ne kleine Karte rein. Das isses dann. Viel Interessanter hingegen sind Backuplösungen im Diskimage-Bereich oder darin integrierte Filebackups.
    Dafür wird auch gern Geld ausgegeben, wenn man welches ausgeben möchte.
  • Anonymous , 9. August 2012 17:16
    Zitat :
    (Die Stromsparchips ) sind immer dann erste Wahl, wenn man mit einer möglichst niedrigen TDP möglichst hohe Performance erreichen will – beispielsweise weil man den Chip in ein besonders kleines oder schlecht zu kühlendes System stecken möchte.

    Die meisten (hier relevanten) BIOS-Versionen und auch Windows und Linux bieten die Moeglichkeit, den Takt der CPU zu begrenzen. Vermutlich verbraucht ein 3570K dann auch unter Last nicht mehr als ein 45W-Modell. Hier arbeitet eine 3570K-CPU im HTPC im idle mit 1,6GHz@0,65V, die hauptsaechlich zur Videokonvertierung zeigen darf, was in ihr steckt. Mit einem T-Modell ist man bis auf den Turbo auf maximal 2,3-2,5GHz festgelegt, die K's laufen dagegen problemlos auch mit 4GHz auf Standardspannung, man hat also noch gut Luft nach oben, falls die Leistung doch irgendwann mal nicht mehr ausreichen sollte. Insofern ist die immer wieder mal herumgeisternde Idee einer konfigurierbaren TDP eben gar nicht so schlecht. Nur wird bzw. wuerde es eine Weile dauern, bis das beim bisher immer nach GHz-Zahlen kaufenden Kunden ankommt und der sich von seiner eindimensionalen Sichtweise loest.
  • drno , 9. August 2012 17:37
    Zitat :
    (Die Stromsparchips ) sind immer dann erste Wahl, wenn man mit einer möglichst niedrigen TDP möglichst hohe Performance erreichen will – beispielsweise weil man den Chip in ein besonders kleines oder schlecht zu kühlendes System stecken möchte.


    Hallo und Grüsse erstmal an den Vorposter Stromsparchips - Ich habe bei Kunden ein paar Intel e5200 Dual Core in der Warenwirtschaft als Worstation - Registrierkassen laufen, die auf 1700 Mhz runtergedreht sind, damit sie im relativ kleinen Gehäuse kühler bleiben können und den 24/7 Betrieb besser durchhalten. Der hohe verfügbare Multi dieser Prozzis machts möglich, in Ruhe vor sich hinzuidlen, andererseits aber auch noch ausreichend Daten im Netz hin-und-herzuschicken.
  • bobby64@guest , 11. August 2012 19:16
    Die Interpretation der ermittelten Daten lässt leider zu wünschen übrig und verrät m.E. eine Voreingenommenheit gegenüber den Stromsparmodellen. Beispiel: Winrar-Test. Der i5-3550s ist 6 Sekunden langsamer als Spitzenreiter i7-3770k. Originalkommentar: "... dennoch schneiden fünf der sechs CPUs in diesem Feld auch hier sehr ähnlich ab." Merkwürdig: Schlusslicht i5-3570T liegt auch nur 6 Sekunden hinter der i5-3550s, hier ist aber von einem ähnlichen Abschneiden nicht die Rede. Und das, obwohl die zeitliche Differenz prozentual sogar geringer ausfällt!
  • av2001 , 13. August 2012 09:17
    Leider wurde vergessen zu erwähnen, oder ich habe es nur überlesen, das die auf "K" endenden Prozessoren (Sandy- und Ivy-Bridge) kein vPro und kein VT-d unterstützen. vPro mag im Privatbereich kein Thema sein, aber auf VT-d würde ich nicht verzichten, sofern man sich mit dem Thema Virtualisierung beschäftigen möchte.
  • Brat , 13. August 2012 19:06
    Zitat :
    Ivy ein reinfall? Das musst du mir jetzt aber erklären, und es nicht einfach nur behaupten.
    Ich hab von nem E6600 aufgerüstet auf einen 3570K. Erkläre mir, warum ein 2500K besser sein soll als der Ivy?
    Ein wechsel von Sandy auf Ivy ist nicht sinnvoll, außer man hat zu viel Geld. Aber das war auch schon bei den C2D-Reihen und noch früher so...


    ich meinte ja nur ein halber .... 10% mehreffizienz für thermische handschellen dank 3d transistoren und kleinerer strukturbreite in vergleich zu sandy, aber ansonsten geb ich dir recht
  • drno , 13. August 2012 19:22
    Ivy: Ich sag einfach mal "Schmierkram". Das hätte Intel technisch besser machen können.
    Aber - anderseits - wozu denn. Solange wie AMD = Am Ende nicht aus dem Quark kommt,
    reichts doch - kaufmännisch betrachtet - !
  • Thrank , 3. November 2012 09:46
    Ich habe mich gerade gewundert über den doch recht hohen Energieverbrauch von ~60W im Idle.
    Dann habe ich aber gesehen das hier ein 1000W Netzteil für den Test verbaut wurde. Da ist wohl wer dem Watt-Wahnsinn unterlegen.
    Das System verbraucht im Idle ohne GPU vlt 30-40W. Greift man dann aber zu nem 1000W Netzteil sind das gerade mal 3-4 % Auslastung und wie wir wissen sind Netzteile zwischen 20% und 80% Auslastung am effizentesten. D.h. durch die schlechte Effizenz des Netzteils könnten sich die Testdaten schon noch verändern. D.h. die Stromsparmodelle könnten vlt. noch etwas nach vorne rücken.
  • Gaensebluemchen , 3. November 2012 10:35
    Well, thrank you very much^^, aber solange die Testbedingungen für alle Prozessoren identisch sind, ist das NT irrelevant für das prinzipielle Ergebnis.
  • nbuser , 27. November 2012 04:32
    ich habe hier einen i5-3570T in einem lian li 354v gedämmt verbaut.
    Nach 24Std. auf min ~96% auf allen 4 Kernen habe ich eine Temp von 39-45°C je nach Kern.
    Die Kiste läuft komplett auf 5V und damit nicht Hörbar!
    Für mich ein Grund das Setup zu mögen :) 
    Zur Leistung kann ich nur ein C2DQuad extreme ausm Notebook vergleichen
    und dazu ist der Vorteil Faktor 7
    Also noch ein Grund die Kiste zu kaufen.
    just my 2 Cent
noticed