Intels im Januar vorgestellte Sandy-Bridge-Architektur beeindruckte zwar, war aber für den Desktop gedacht. Für die Enthusiast-Version namens Sandy Bridge-E ließ man sich viel Zeit. Heute sind die LGA-2011-Plattform und ihre CPUs endlich startklar.
Ist man ganz oben, kann es an der Spitze ganz schön einsam werden. So geht es zumindest aktuell Intels Flaggschiff-CPUs, denn seit fünf Jahren liegen die meist mit komfortablem Abstand vor ihren Gegenstücken von Konkurrent AMD – und dieser Vorsprung hat stetig zugenommen. Immer wieder hört man die Befürchtung, der Mangel an ernstzunehmender Konkurrenz könne die Preise bei High-End-Komponenten hochtreiben. Wer aber schon länger die Entwicklung bei Prozessoren verfolgt, der weiß, dass Intels Extreme Edition schon immer für 1000 Dollar in der Liste geführt wurde, und es gab auch mal eine Zeit, als AMD für seine Flaggschiffe 700 Dollar verlangen konnte – und die waren es sogar wert!
Das Intel auch heute noch, also gute acht Jahre nach dem ersten EE-Prozessor, Modelle zu solchen Preisen anbietet, zeigt auch nur, dass es zum einen dafür ein Publikum gibt und zum anderen dass man nicht vorhat, dieses Kronjuwel des eigenen Portfolios durch weitere Verteuerung komplett unverkäuflich zu machen.
Es überrascht also kaum, dass Intel nun einen weiteren Prozessor mit dem Namenszusatz „Extreme Edition“ zu einem Preis von um die 1000 Dollar ins Programm aufnimmt. Allerdings handelt es sich bei diesem Boliden um etwas anderes, als Intel bislang unter diesem Namen verkaufte.
Die letzte Generation der EE-Chips basierte auf der Gulftown-Architektur, besaß sechs CPU-Kerne und brachte bis zu 2 MB L3-Cache mit. Diese CPUs nutzten den bestehenden Sockel LGA 1366 und konnten so problemlos in bestehende Systeme mit teuren X58-Mainboards gesteckt werden. So wurde keine neue Platine fällig, was manchem half, den Preis für den neuen Prozessor besser zu verkraften. Dieses Mal stehen die Dinge aber anders, und auf ein preiswertes Upgrade darf man dieses Mal nicht hoffen.
Sandy Bridge-E, wie der Gulftown-Nachfolger heißt, setzt auf das neue LGA-2011-Interface und erwartet als Unterbau dementsprechend neue Mainboards, auf denen Intels neuer Chipsatz, oder besser gesagt „Platform Controller Hub“, X79 Express zum Einsatz kommt. Der neue Prozessor verfügt außerdem über einen Speichercontroller mit vier Kanälen, womit dann auch ein entsprechendes neues vierteiliges Speicher-Kit fällig wird. Damit hört die Rechnung aber noch nicht auf, denn Intel wird den neuen Flaggschiffen keine Kühler beilegen. Auch da wird man also nicht eine weitere Ausgabe herumkommen.
Gestatten: Sandy Bridge-E
Heute stellt Intel drei Modelle der neuen Sandy-Bridge-E-Reihe vor. Allerdings werden nur zwei von Ihnen auch dieses Jahr zu kaufen sein. Diese tragen die Bezeichnung Core i7-3960X bzw. Core i7-3930K. Das dritte Modell, der Core i7-3820, soll im ersten Quartal 2012 an den Start gehen.
Gulftown ist groß - Sandy Bridge noch viel Größer!
2011 Pins brauchen eine ganze Menge Platz
Alle drei nutzen exakt den gleichen Die, der aus 2,27 Milliarden Schaltkreisen besteht und 434 Quadratmillimeter misst. Klein ist der Chip damit absolut nicht. Zum Vergleich: Als Quad-Core bringt es der „normale“ Sandy Bridge auf 995 Millionen Transistoren und eine Die-Fläche von 216 mm², während Gulftown-CPUs auf 248 mm² über 1,1 Milliarden Schaltkreise unterbringen.
Natürlich war Sandy Bridge-E auch nie ausschließlich als Desktop-CPU gedacht. Tatsächlich wird dieser Prozessor in der ersten Jahreshälfte 2012 unter dem Namen Xeon E5 auch im Segment der Server- und Workstation-Prozessoren Intels Portfolio ergänzen und soll in Systemen mit einem oder zwei Sockeln Einsatz finden. In diesem Umfeld ist die weitaus höhere Komplexität des neuen Prozessors durchaus gerechtfertigt. Immerhin ist auch Westmere-EX, der das Herzstück von Intels aktueller Xeon-E7-Familie bildet, mit 2,6 Milliarden Schaltkreisen und einer Die-Fläche von 513 mm² nicht gerade zierlich ausgelegt.
Ein Die-Shot des Core i7-3960X: Zwei Kerne und 5 MB L3-Cache sind abgeschaltet.
Als Xeon-CPU wird Sandy Bridge-E bis zu acht CPU-Kerne und 20 MB L3-Cache mitbringen. Auf dem Desktop ist hingegen bei sechs Kernen und 15 MB L3-Cache Schluss. Um das zu erreichen, schaltet Intel zwei der acht Kerne sowie vier der 16 L3-Cache-Segmente ab.
Wobei, diese Beschreibung trifft so nur auf das Spitzenmodell Core i7-3960X zu. Der Core i7-3930K verfügt ebenfalls über sechs Kerne, muss sich aber mit 12 MB L3-Cache begnügen. Das zeigt übrigens, in welch feinen Abstufungen Intel Merkmale bei diesen CPUs zu- bzw. abschalten kann. Beim kommenden Core i7-3820 bleiben noch vier Kerne und 10 MB L3-Cache übrig, was letztlich einem halben Die des Sandy Bridge-E (im Vollausbau) entspricht. Jeder Kern verfügt übrigens über je 32 KB L1-Instruktions und -Daten-Cache sowie 256 KB eigenen, ungeteilten L2-Cache.
| Modellübersicht: Sandy Bridge-E | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Basistakt | Max. Turbo | Cores / Threads | L3-Cache | TDP | Arbeitsspeicher | Listenpreis (US-Dollar) | |
| Core i7-3960X | 3,3 GHz | 3,9 GHz | 6 /12 | 15 MB | 130 W | 4 Kanäle, bis DDR3-1600 | $990 |
| Core i7-3930K | 3,2 GHz | 3,8 GHz | 6 / 12 | 12 MB | 130 W | 4 Kanäle, bis DDR3-1600 | $555 |
| Core i7-3820 | 3,6 GHz | 3,9 GHz | 4 / 8 | 10 MB | 130 W | 4 Kanäle, bis DDR3-1600 | unbekannt |
Auch bei den Taktraten unterscheiden sich die drei Modelle. Der -3960X besitzt beispielsweise einen Nominaltakt von 3,3 GHz und kann sich per Turbo Boost der zweiten Generation, der mit Sandy Bridge eingeführt wurde, auf bis zu 3,9 GHz hochtakten (wenn nur ein Kern beansprucht wird). Der -3930K liegt bei 3,2 GHz Startfrequenz und erreicht in Aufgaben mit wenigen Threads maximal 3,8 GHz. Beim „Einsteigermodell“, dem -3820, liegt der Nominaltakt bei 3,6 GHz, und der Turbo beschleunigt ihn auf bis zu 3,9 GHz.
Natürlich bringen die Chips der X- und K-Familien offene CPU-Multiplikatoren mit, womit sich all‘ diese Frequenzangaben eigentlich relativieren. Welcher Enthusiast kauft sich schone eine solche CPU (zu einem solchen Preis) und lässt sie dann mit Werkseinstellungen laufen? Eben. Den -3820 nennt Intel hingegen „teiloffen“ (partially unlocked). Das bedeutet in der Praxis, dass die CPU bis zu sechs 100-MHz-Schritte über dem höchsten Turbo-Takt laufen kann. Der liegt bei diesem Modell bei 3,9 GHz, was einem Multi von 45x und 4,5 GHz entspricht.


Intel setzt in dieser CPU die gleichen Kerne ein, die auch die Sandy-Bridge-Modelle antreiben. Wir wollten wissen, ob sich bei der Pro-Takt-Performance gegenüber den kleinen Geschwistern etwas verändert hat. Dazu haben wir den Turbo Boost deaktiviert, alle CPUs manuell auf die gleiche Taktfrequenz eingestellt und sie dann einige Single-Thread-Aufgaben in passenden Anwendungen durchrechnen lassen. Wie man sieht, liegen die Sandy-Bridge-Derivate auf Augenhöhe, während AMDs Thuban und Zambezi bei gleichem Takt deutlich zurückfallen.


Als nächstes haben wir den Core i7-3960X sowohl auf ein Single-Thread-Programm als auch eine Anwendung mit mehreren Threads losgelassen, jeweils einmal mit und ohne Unterstützung durch Turbo Boost. So können wir uns ein Bild davon machen, welche Auswirkungen dieses Feature auf die Performance hat.
In einer Anwendung wie iTunes, die nur einen Kern nutzen kann, verbessert sich die Performance dank Turbo Boost um satte 12,8 Prozent. In 7-Zip, das sehr gut für mehrere Threads optimiert ist, steigt die Performance um ebenfalls nicht schlechte 10,8 Prozent. Das zweite Ergebnis ist überraschend hoch, denn wenn fünf oder sechs Kerne aktiv sind, erhöht sich der Takt nur um 300 MHz. Somit komprimiert die CPU unser Archiv also mit 3,6 statt 3,3 GHz.
- Das Status-Symbol unter den Desktop-CPUs
- Vier Speicherkanäle und PCI Express 3.0
- X79 Express: Mehr als ein Hauch von P67
- Kühlung und Übertakten beim Core i7-3960X
- Test-Hardware und Benchmarks
- Benchmarks: PCMark 7
- Benchmarks: 3DMark 11
- Benchmarks: Sandra 2011
- Benchmarks: Content Creation
- Benchmarks: Anwendungen
- Benchmarks: Media Encoding
- Benchmarks: Crysis 2
- Benchmarks: DiRT 3
- Benchmarks: World Of Warcraft
- Crysis 2 mit SLI
- DiRT 3 mit SLI
- World Of Warcraft mit SLI
- Battlefield 3 mit SLI
- Leistungsaufnahme
- Core i7-3960X vs. Core i7-990X
- Core i7-3960X vs. Core i7-2600K/Core i5-2500K
- Core i7-3960X vs. FX-8150
- Symbolischer Sieger in einem Feld guter Angebote

Der Preis ist im Geschwindigkeitswahn^^?
Ein Wort, 3 Silben: Bra-chi-al!
Das Fehlen von Quick Sync kann ich zwar nachvollziehen, ärgerlich isses trotzdem.
Früher habe ich immer die mittlere Preisklasse genommen und "musste" um aktuelle Sachen zu zocken fast jedes Jahr Prozessor und Grafikkarte wechseln was bei Wasserkühlung sehr nervig war wegen umbauen etc.
Da ist mir das so lieber, high end Zeug rein zu machen fertig und dann 4 Jahre Ruhe haben^^
http://www.tomshardware.de/sandy-bridge-core-i7-2600k-core-i5-2500k,testberichte-240702-4.html
Das beste Modell wäre für mich der I7-3930K, den müsste man auf 4,0-4,5ghz takten, und dann kann man schön rendern.
Beim Rendern zählt reine Performance, und wenn die CPU eine Brachiale Leistung hat, und dazu der Stromverbrauch schön hoch ist, ist dies auch wiederrum irrelevant, wenn man für den Verbrauch eine großaritge Leistung bekommt.
Abwarten was Ivy macht. Im moment rendert noch der Q9550 @ 3,4ghz. 3,91ghz kann ich mit der Ramvollbestückung vergessen.
Und bei dem Video brauchte der 3:15h, bzw. 2:50h mit 3,825ghz, ja hatte einen 1-Sekunden-Fehler im Video.
17:45min @ 16mbit
Auf jeden Fall ist der "No AA"-Balken des i7 2600K mit 68,8 FPS beschriftet, hinsichtlich des Diagramms liegt der Wert aber wahrscheinlich bei 48,8 FPS.
Sonnst alles Bestens .)
Ich muss dich enttäuschen, aber das war ein heftiger Fehlkauf. Ein i7 920/930 kostet ein Viertel davon und ist auf 3.6 GHz übertaktet, was in der Regel auch ohne große Probleme geht, mindestens genausoschnell. Sind ja im Grunde exakt die gleichen Chips ... Dass man früher vielleicht etwas häufiger neue Hardware brauchte, hat andere Gründe. Selbst mit einem 4 Jahre alten q9550 (damals ~230€) läuft heute noch jedes Spiel auf maximalen Details.
Mag sein allerdings haben die 920/930 auch nur einen QPI von
2,4 GHz bzw. 4,8 GT/s
und der 975XE
3,2 GHz bzw. 6,4 GT/s
Mal abgesehen davon das der freie Multi das Übertakten wesentlich angenhemer macht
das entsprechnde Board vorrausgesetzt.
außerdem ist die 3960x ihr geld überhaupt nicht wert...,also intel freut sich natürlich das es so viele dummies gibt und darauf reinfallen, echt zum lachen...MR.Silver