Intel Core i7-4790K: Devil's Canyon spricht Enthusiasten an

Trotz eines klaren Performance-Vorteils vermittelt Intel nicht den Eindruck einer Firma, die Enthusiasten zugetan ist. Intel will diese Wahrnehmung jedoch umkrempeln: Devil's Canyon ist ein erster Schritt in Richtung der "verschmähten" Power-User.

Es ist beinahe ein Jahr her, seit wir zuletzt einen Testbericht geschrieben haben, der Intel als Desktop-Prozessor-Hersteller zum Inhalt hatte. Und selbst das war "nur" ein Artikel (Core i7-4960X im Vorabcheck: Erste Benchmarks von Ivy Bridge-E) über die überschaubare Evolution einer Plattform, die vor knapp drei Jahren offiziell vorgestellt wurde (Tipp: X79 Express). Das ist ein ziemlich klarer Hinweis darauf, wie wenig sich Intel um die Zielgruppe der Enthusiasten gekümmert hat.

Aber eigentlich sind wir damit nicht ganz fair – schließlich hat Intel kaum noch Konkurrenz. Letztlich ist es AMDs Prozessorsparte, die echte Probleme damit hat, für Performance-hungrige Power-User relevant zu bleiben. Das Ergebnis dieser enttäuschenden Stagnation sind dann Artikel wie Intels Core i7-4770K im Test: Haswell ist schneller, aber spannend geht anders. In diesem Testbericht gingen wir hart mit dem Intel Core i7-4770K ins Gericht. Das Gleiche galt für unsere Berichterstattung über den Core i7-3770K. keines dieser beiden Mainstream-Flaggschiffe liefert zum damaligen Zeitpunkt einen guten, überzeugenden Grund für ein dringendes Upgrade. Und schließlich half es auch nicht besonders, dass der Wechsel von Z77 zu Z87 und zu Z97 Express ebenfalls verdammt langweilig war.

Aber zum Glück scheint Intel zugehört zu haben.

Jetzt haben wir den Core i7-4790K von uns. Wie der Name der CPU schon vermuten lässt, handelt es sich dabei immer noch um Haswell mit einem LGA-1150-Interface. Er läuft sogar auf Z87-basierten Mainboards, wenn der Board-Hersteller eurer Wahl in Sachen Firmware-Upgrades auf Zack ist. Aber was hat Intel nun genau gemacht, um den 4790K für Enthusiasten interessant zu machen?

Sagt "Hallo!" zum Core i7-4790K

Beispielsweise wurde die eine große Beschwerde angegangen, wegen der viele Power-User und verschiedene PC-Hersteller den Deckel ihrer CPUs abgenommen haben: Der bescheidene Wärmetransfer zwischen Prozessor-Die und integriertem Heat-Spreader. Wir wissen nicht viel über das von Intel beim Devil's Canyon genutzte "Next-Generation Polymer Thermal Interface Material". Aber wir wissen, dass Intel untypisch schnell an seiner Implementierung gearbeitet hat. Diese Geschwindigkeit bei der Umsetzung wird übrigens als einer der Gründe zitiert, warum die Firma nicht zu dem Lot zurückwechseln konnte, das eine so wichtige Rolle bei den Übertaktungserfolgen von Sandy Bridge spielte.

Den Boden des Core i7-4790K zieren zudem zusätzliche Kondensatoren, die laut Intel die Stromversorgung des Prozessor-Dies glätten soll.

Diese Modifkationen ergeben zusammen einen Ersatz für den Core i7-4770K, der den gleichen LGA-1150-Sockel nutzt. Auch die Kernspezifikationen sind ziemlich ähnlich: Vier physische Kerne, die dank HyperThreading acht Threads abarbeiten können, acht MByte geteilter L3-Cache, DDR3-Unterstützung für maximal 1600 MT/s (offiziell), die gleiche alte HD Graphics 4600-Engine und eine PCI Express 3.0-Controller mit 16 Lanes.

Core i7-4790K arbeitet allerdings mit vier GHz Basis-Takt und beschleunigt dank Turbo Boost-Technik im Werkszustand auf 4,4 GHz (Cire i7-4770K: 3,5 und 3,9 GHz). Im Umkehrschluss wuchs die TDP des Prozessors von 84 auf 88 Watt an.

Die Prozessoren der Devil's Canyon-Generation werden in Mainboards der 9er Serie funktionieren. Laut Intel können die Mainboard-Hersteller aber auch die Firmware ihrer Boards der 8er Generation auf den neuesten Stand bringen; dann läuft der neue Prozessor auch da.

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23 Kommentare
    Dein Kommentar
  • jo-82
    "Enthusiasten, die einen gut getunten 3930K in ihrem System stecken haben, sollten immer noch hochzufrieden sein und haben nun wirklich kaum einen Grund für ein Upgrade. "
    Vor allem konnten die die Leistung bereits durchgehend seit Anfang 2011 nutzen... Mein Sixpack ist jetzt also schon satte 3 Jahre alt, wenns so weitergeht reicht mir der nicht nur 5 Jahre wie mein alter C2Quad, sondern deutlich länger.
    Also AMD: kommt endlich in die pötte!
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  • Derfnam
    Cheffe, Frage: warum wird auf der nordamerikanischen Seite die Existenz der Xeons komplett ignoriert?
    Nur, um den Jungs dort ein herzliches 'You are ignorant morons' oder ähnliches mitzuteilen lohnt die Anmeldung ja nicht, aber ich wüßt den Grund doch gern.
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  • gst
    @Derfnam: Ich hake gern mal nach, bezweifle aber, dass da eine großmaßstäbliche "Verschwörung" dahinter steckt. ;) Aber: Gute Frage!

    @jo-82: Dann schätze Dich glücklich mit Deinem Sixpack, hat ja niocht jeder eins ;) Auf jeden Fall ein guter Werterhalt, das.
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  • bluray
    In der Tat gehöre ich zu der Gruppe User, die einen 3930K übertaktet auf 4GHz in ihrem System stecken haben. Bisweilen liefert der Prozessor eine hervorragende Performance ab, weswegen ich keinen Grund sehe, auf haswell umzusteigen, oder gar 1000 € für den 4960X hinzublättern. Wie die Tests ja eindrücklich zeigen, sind die Leistungsgewinne nur marginal. Solange bei einem Prozessorupdate nicht mindestens 20% Mehrleistung herausschauen, kommt für mich ein Upgrade nicht in die Tüte.
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  • fragger
    Mit meinem 2600K sehe ich bisher immer noch keinen Grund, aufzurüsten. Selbst ein 4790K bietet mit ca 30% Mehrleistung gegenüber meiner 3 Jahre alten!!! CPU nicht genug...
    Zumindest für die Verlangte Summe von 300€ + X (Board)
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  • alterSack66
    So ist es. Ich behalt meine Sandy auch noch.
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  • Tesetilaro
    aber bleiben wir fair, 10-20 % mehr power für knapp 5 % mehr strom ist besser als das meiste was uns die GPU entwickler so vor die füße werfen...

    ich meine, wenn mir das teil einer an den kopf wirft werde ich es einbauen, aber kostenpflichtig meine recht neue 4570 raus werfen? Bei meinem eher spartanischen zockerzeit budget - sinnbefreit *g*
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  • jo-82
    291 said:
    @jo-82: Dann schätze Dich glücklich mit Deinem Sixpack, hat ja niocht jeder eins ;) Auf jeden Fall ein guter Werterhalt, das.


    Absolut. Hatte mir Oktober 2013 mal den Spaß gemacht und hab soweit es ging die Neupreise der von mir verbauten Teile herausgesucht (soweits ging, Netzteil war glaub ich nicht mehr verfügbar). Ergebnis: gerade mal 200 € hätte ich da weniger gezahlt als 2011 - 2,5 Jahre später! :ouch: Und das war vor allem die SSD. Die war damals noch kräftig teuer, die 16 Gig RAM hingegen sind sogar 60€ teurer geworden...
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  • Big-K
    Der Artikel ist genauso langweilig wie die am Anfang verlinkten, wo sich beschwert wird das sie so langweilig wären/waren, also der Release nicht der Artikel selber, natürlich ;-)

    Mein 2500K lief noch stramme 5 GHz, der aktuelle 3770K schafft nur noch 4,6 GHz und ein 4670K den ich neulich jemand verbaut hab ist einfach nicht zu mehr als 4,3 zu überreden.

    Mal schauen was die kommenden 8 Kerner leisten werden aber ich bin gar nicht mehr so enthusiastisch.

    Kein Wunder das Intel ständig in den Nachrichten ist weil sie von den Analysten ne Schlappe bekommen haben wenn sie SOCs zum Herstellungspreis verkauft und es im PC Markt (der das finanzieren soll) keine Kaufanreize gibt.
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  • derGhostrider
    Also der Prozessor klingt, abgesehen vom merkwürdig erhöhten stromverbrauch, doch wirklich gut im Vergleich zum Vorgänger:
    "Deutlich" schneller ohne OC, keine thermischen Probleme, günstiger Preis.
    Wäre der Stromverbrauch, also vor allem im idle, nun im normalen Rahmen, würde ich glatt sagen: "Alles richtig gemacht!"

    Aber beschwert ihr euch hier wirklich, dass eure CPUs nicht "total veraltet" sind? Da kann ich mir nur an den Kopf fassen. FREUT EUCH doch, dass ein Upgrade nicht nötig ist! Oder verdient von euch jeder soviel Geld, dass er sich z.B. jedes Jahr eine 1000-Euro-CPU + neues Board + neuen RAM leisten könnte?
    Und wenn dem so wäre, warum habt ihr dann kleine CPUs im Glücksspielverfahren übertaktet, anstatt gleich die großen / teuren zu kaufen?

    FREUT EUCH! Die CPUs reichen und das spart Geld. ;) Und die, die sich eine neue kaufen wollen, können hier bei der getesteten doch auch bedenkenlos zugreifen.
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  • Big-K
    Das Problem ist einfach das es vielerorts einfach nicht reicht. Klar bei nicht Echtzeit Berechnungen warte ich halt etwas bis das Video fertig ist oder was auch immer, aber viele Games sind einfach so schlecht optimiert das die CPU limitiert.
    Grad eben erst wieder neues game angezockt das mit tollen 40 fps läuft, wärend beide Grafikkarten auf 30-40 % load net ma warm werden.
    Eine (erheblich) schnellere CPU würde da Abhilfe schaffen auch wenn das nicht der elegante Weg ist, aber Fakt ist das viele Entwickler ihren Code einfach nicht optimieren.

    Wenn du das Problem nicht hast FREU DICH.
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  • alterSack66
    Ich freu mich doch. für mich ist meine Sandy immer doch die beste CPU der letzten Jahre. Ich muss ned die letzten FPS aus nen Spiel rausquetschen.
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  • besterino
    Das Problem sind wirklich mies optimierte Games, bei denen insb. bei Auflösungen jenseits der 1080p die CPU limitiert (und eben nicht die GraKa). Schlimmster mir bekannter Fall: Mechwarrior Online (gut, da kommt vieles zusammen - hohe CPU-Abhängigkeit UND keine Unterstützung für SLI bzw. Crossfire).
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  • drno
    Die Teufelsschlucht soll jetzt das Wunder in Tüten sein? Nix ist, Intel hat ne lediglich eine bessere Paste in die Prozzis geschmiert, damit läßt sich die Wärme besser ableiten und ergo auch höher takten. Das ist jetzt das Maß der Dinge und stellt die maximale Entwicklung solange AMD nichts gleichwertiges zu bieten hat. Begeisterung sieht anders aus.
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  • Tesetilaro
    mich würde mal ein technischer vergleich eben dieser wärmeleitmaßnahme unter der Haube im Vergleich alt / neu interessieren...
    wobei das vermutlich leider den rahmen sprengt :-(
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  • Derfnam
    Den Rahmen muß man ja entfernen. Ob das jetzt absprengen sein muß^^
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  • drno
    Mit "meiner" Klunker - Kleister - Paste von Innovatec Diamant Cooling laufen diverse PC schon seit mindestens 5 Jahren ohne Einbußen.
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  • derGhostrider
    @drno: Meine Xeons laufen einfach so, wie sie geliefert wurden. JAHRELANG! Wahnsinn, was? :-P Warum was ändern, wenn es auch so gut ist?
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  • tux-job
    Da ich mir wahrscheinlich in den nächsten 4-8 Wochen nach ca. 5 1/2 Jahren eine komplett neue Kiste primär zur Musikproduktion, sekundär zum gelegentlichen Zocken anschaffen möchte ein paar Fragen:

    @Gerald: Hast Du zufälligerweise noch den Verbrauch des übertackteten 4770K zur Hand? In wieweit schneidet der 4790K ohne OC diesbezüglich ab?

    @All: Hat jemand eine Idee, wie lange so ein 4790K ohne OC seinen Dienst verrichtet? Schließlich könnte der erhöhte Takt ja schon ein wenig an der Lebensdauer knabbern und ich will mir nicht nach 3 Jahren und einem Tag eine neue CPU erstehen müssen...

    TJ
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  • drno
    Die Frage solltest du anstatt auf den Prozz besser auf das Mobo richten.
    Zwischen 20 - 40Tsd Stunden kann ein Mobo schaffen. Da ist der Prozz mal gerade eben gut eingelaufen...
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