Der Launch der Ivy-Bridge-E-CPUs vor ziemlich genau einem Jahr stellte sich aus mehreren Gründen als Enttäuschung heraus. Das lag nicht nur daran, dass der Core i7-4960X im Vergleich zum i7-3970X nur sehr wenig Mehrleistung bot, sondern auch daran, dass Intel damals die Frechheit besaß, den High-End-Prozessor erst drei Monate nach dem Verkaufsstart des Core i7-4770K auf Haswell-Basis auf den Markt zu bringen. Noch schlimmer wurde das Ganze angesichts der Tatsache, dass der zu diesem Zeitpunkt veraltete X79 Express-Chipsatz der Z87-Mainstream-Plattform in nahezu jeder Hinsicht unterlegen war.
Power User hatten es somit wirklich nicht leicht und mussten im Prinzip Hardware der letzten Generation als "neu" akzeptieren, während es für den Mainstream-Bereich eine modernere und somit attraktivere Plattform gab.
Mittlerweile spricht Intel bereits von Broadwell. Dennoch bringen die Kalifornier diesmal Haswell-E auf den Markt, so lange Haswell auch noch relevant ist. Einigen mag eine solche Unterscheidung als trivial erscheinen, aber wir garantieren dafür, dass sie vielen Enthusiasten auffallen wird. Obwohl der X99 Express keine bahnbrechenden Neuerungen im Hinblick auf die Funktionalität bietet, so werden doch wenigstens USB 3.0 und SATA 6 Gb/s unterstützt.
Das alles mag sich zwar bis jetzt nach einer nicht mehr als durchschnittlichen Bewertung für Haswell-E anhören, aber wir müssen zugeben, dass uns die Tatsache, endlich einmal wieder echte High-End-Hardware in Händen halten zu können, schon fast in Euphorie versetzte.
Man stelle sich die neue Plattform einmal anhand der Metapher eines Eintopfes vor: Die Basis bildet Intels erster Octa-Core-Prozessor für den Desktop-Bereich, der auf der neuesten CPU-Architektur basiert. Wir fügen eine neue Speichertechnologie hinzu, einen neuen Mainboard-Chipsatz sowie einen verlöteten Heatspreader, der für ein deutlich besseres Übertaktungsverhalten sorgt. Schließlich geben wir noch eine Prise Sockel LGA 2011-3 hinzu, der laut Informationen von Intel auch zur nächsten Desktop-CPU-Generation kompatibel sein soll. Das Ergebnis ist eine wohlschmeckende Mélange aus vielen guten Zutaten.
Die drei Haswell-E CPUs hinterlassen dabei keinen einheitlichen Eindruck. Allein der Gedanke an acht Haswell-Kerne mag bereits Neid erwecken, aber der Erwerb eines Prozessors für 1000 US-Dollar wird letztlich nur einem kleinen Kreis an glücklichen Besitzern vorbehalten sein. Die gute Seite daran ist allerdings, dass der ebenfalls acht Rechenkerne bietende Xeon E5-2687W v2 auf Ivy-Bride-Basis mit derzeit 1750 Euro noch einmal deutlich teurer ist. Mit dem Core i7-5960X gibt es nun vergleichbare Performance einschließlich freiem Multiplikator für etwa die Hälfte dieses Preises. Power-User, die eine derartige CPU auch wirklich ausreizen können, werden sich angesichts des möglichen Leistungszuwachses freuen.
Für ein Gaming-System ist der i7-5960X jedoch nicht die erste Wahl. Die höhere Anzahl an Rechenkernen geht in diesem Bereich üblicherweise nicht mit einer höheren Performance einher und aufgrund der niedrigeren Basis- und Turbo-Bost-Taktraten konnten wir im direkten Vergleich zu den anderen getesteten CPUs sogar zuweilen niedrigere FPS-Werte und höhere Frame-Zeit-Varianzen feststellen – und das alles trotz des beachtlichen Anschaffungspreises. Aus diesem Grund erscheint oftmals ein Blick auf die CPUs unterhalb des Spitzenmodells angebracht. Mit dem Core i7-3930K sowie i7-4930K bot Intel schon in der Vergangenheit Sechskerner für einen deutlich geringeren Preis als das jeweilige Hexa-Core-Flaggschiff.
Bei der aktuellsten CPU-Generation stellt sich Intel ein wenig anders auf. Entscheidet man sich für den Core i7-5930K, muss man im Vergleich zum Spitzenmodell auf zwei Rechenkerne verzichten. Ein günstigerer Octa-Core wird nicht als Alternative angeboten. Was spricht also dagegen, an Stelle des i7-5930K gleich zum i7-5820K zu greifen, wenn Intel unterhalb des Top-Modells ohnehin nur Sechskerner anbietet?
Einige Enthusiasten werden sich nun darüber beschweren, dass Intel bei der kleinsten Version 12 der eigentlich 40 vorhandenen PCIe-Lanes gestrichen hat. Letztlich ist dies aber kein wirklich signifikantes Unterscheidungsmerkmal. Selbst mit den vorhandenen 28 PCIe-Lanes ist es immer noch möglich, eine Grafikkarte mit voller PCIe 3.0 x16-Anbindung zu betreiben oder auch ein jeweils achtfach angebundenes Dual- oder Triple-GPU-Setup.
Der für den Core i7-5820K aufgerufene Preis liegt nur wenige Euro über dem des Core i7-4790K, aber dafür bietet die neue CPU ganze sechs Rechenkerne, 15 MByte L3-Cache, ein wenig mehr Zukunftssicherheit, Quad-Channel DDR4 und deutlich mehr seitens der CPU bereitgestellte PCI-Express-Lanes. Letztlich erweist sich somit der Erwerb des Core i7-5820K als die klügste Wahl.
- Drei neue CPUs für Enthusiasten
- X99, LGA 2011-3 und DDR4: Bereit für ein großes Update?
- So testen wir Intels Core i7-5960X, i7-5930K und i7-5820K
- Benchmark-Ergebnisse: Synthetische Benchmarks
- Benchmark-Ergebnisse: Real-World-Benchmarks
- Benchmark-Ergebnisse: Battlefield 4, Grid 2 und Metro: Last Light
- Benchmark-Ergebnisse: Star Swarm, Thief, Tomb Raider und WoW
- Leistungsaufnahme: Equipment und Standardtakt
- Leistungsaufnahme: Übertaktung auf 3,5 GHz - 8 vs. 6 Kerne
- Leistungsaufnahme: Übertaktung auf 4,0 GHz - 8 vs. 6 Kerne
- Leistungsaufnahme: Übertaktung auf 4,5 GHz - 8 vs. 6 Kerne
- Leistungsaufnahme: Übertaktung auf 4,8 GHz
- Leistungsaufnahme: Arbeitspeicher
- Energieaufnahme während des Benchmark-Parcours
- Fazit: Intels Haswell-E - Modernste CPU-Architektur für Enthusiasten

125 reicht aber.
Bevor ich es vergesse: Die geballt emsige Journalisten Power hat wieder mal eine gute Arbeit abgeliefert! Ebenfalls Danke!
Der "Graph", also diese drei gepfuschten in einem, lassen mir bittere Tränen über die Wangen laufen.
Das hätte EINE 3D-Fläche sein müssen, nicht drei 2D-Graphen in einer Zeichnung, wobei die Darstellung der Taktrate, die bereits die Achsenbeschriftung stellt, haarsträubend ist.
Gibt es denn bei euch KEINEN klassischen Naturwissenschaftler oder gar Mathematiker?
Der Test ist ganz nett - für mich jedoch zu OC-lastig.
Unterschiedliche Einheiten hätte ich bestimmt nicht vermischt.
EBEN! Das hätte man auch in einen Graphen stecken können, so, wie es die Überschrift zum Graphen auch erwarten lässt.
Drei Werte, drei Koordinaten pro Punkt
x,y,z -> Das hätte das Ergebnis gebracht. Ihr müsst ja immer einzelne Messpunkte mit sinnfreien Linien verbinden (damit es hübscher aussieht), aber so hätte es dann eine krakelige Linie im 3D-Koordinatensystem gegeben.
Das ist eine 3D-Fläche. Soviele Messpunkt hättet ihr gar nicht gehabt, bei euch wäre es noch einfacher gewesen.
Das stimmt! Also möchte ich hiermit offiziell den ganzen Test in Frage stellen! Aber: Derfnam ist Schuld!
http://www.computerbase.de/2014-08/intel-core-i7-5820k-5960x-haswell-e-test/5/