Testaufbau und Messgeräte
In unserem deutschen Labor haben wir keinen Aufwand gescheut, alle Kabel für die direkte Messung am Mainboard entsleevt und das Mainboard etwas modifiziert. Nun haben wir die exakt gleichen Messmöglichkeiten wie bei den Grafikkarten, die auf dem schnellen Mehrkanal-Speicheroszillografen HAMEG HMO 3054 und geeigneten Stromzangenadaptern vom selben Hersteller basieren.
Kommen wir zunächst zur Leistungsaufnahme, die wir zweigleisig messen. Zum einen natürlich der tatsächliche Input, der am Mainboard für die CPU anfällt, und zusätzlich über die Auswertung der VR-Daten noch die Leistungsaufnahme der CPU direkt. Das gestattet es uns auch, erstmalig die Verluste zu ermitteln, die an den Spannungswandlern anfallen - diese sind nämlich nicht von schlechten Eltern. Daher wollen wir dieser Problematik sogar mit Hilfe der Infrarot-Aufzeichnung ein wenig Nachdruck verleihen. Doch zu dieser neuen Möglichkeit gleich mehr.
| Test system | |
|---|---|
| Test system: | Intel Core i7 5960X MSI X99 Gaming 7 16GB G.Skill Ripjaws DDR4 2666 (4 x 4GB) Samsung 850 EVO 512 GB Raijintek Water Cooling Be Quiet Dark Power Pro 1200W Microcool Banchetto 101 |
| Test method: | No contact current measurement at all rails Voltage measurement IR real-time monitoring |
| Equipment: | 1 x HAMEG HMO 3054, 500 MHz four-channel oscilloscope 4 x HAMEG HZO50 current probe 4 x HAMEG HZ355 (10:1 probe, 500 MHz) 1 x HAMEG HMC 8012 DSO 1 x Optris PI450 80Hz Infrared Camera + PI Connect |
Infrarot-Messungen mit der Optris PI450
Jetzt wird es hochinteressant, denn wir verwenden zum Gegentest dessen, was uns die Sensoren liefern, mit der PI450 eine von Optris speziell für die Prozessüberwachung entwickelte Infrarotkamera.
Mit einer Rate von 80 Hz liefert sie uns Echtzeit Wärmebilder in Höchstgeschwindigkeit, die via USB auf ein separates System übertragen werden, so dass wir diese Vorschau auch als Video aufzeichnen können. Mit einer thermischen Empfindlichkeit von 40 mK eignet sie sich speziell zur Erkennung minimaler Temperaturunterschiede, was uns natürlich sehr entgegenkommt.
Da wir das Testsystem für die höhere Übertaktbarkeit mit der neuen Triton, einer leistungsstarken und nachfüllbaren Kompaktwasserkühlung von Raijintek mit 240mm-Radiator betreiben, interessiert uns natürlich auch die Wassertemperatur, die nach dem Aufheizungsprozess einen fast konstanten Wert besitzt:
Nach dem Anbringen zweier Winkel an der Banchetto 101 können wir das System auch hochkant aufstellen, so dass wir interessante Videos von der Rückseite des Mainboards machen können. Dazu lassen wir für jede verwendete Taktstufe jeweils 20 Minuten HD-Videomaterial per Zeitraffer in nur zwei Minuten ablaufen. Wir erfassen hierbei die Rückseite des CPU-Sockels und der Spannungswandler, um die Wärmeentwicklung und -weiterleitung zu dokumentieren.
Da derartige Bilder und Videos bisher nur sehr selten zu sehen waren, haben wir diesem Part mit Absicht etwas mehr Raum gegeben.
Intel Core i7-5960X bei 3,0 GHz mit Turbo
1. Kernspannung (Vcore)
Zunächst betrachten wir die Werte für die anliegende Kernspannung, die von den VRM (Voltage Regulator Module, Spannungsregler) bereitgestellt wird, denn exakt diese Spannung entscheidet am Ende ja auch über Leistungsaufnahme und anfallende Abwärme. Mit durchschnittlich 1,0 Volt liegt diese Spannung etwas über dem, was im Mainboard voreingestellt wurde. Allerdings laufen die Kerne im Durchschnitt ja auch mit 3,2 GHz, so dass wir hier eine leichte Anhebung locker verschmerzen können:

2. Leistungsaufnahme
Vergleichen wir nun die am Sensor der VR (Voltage Regulator, Spannungsregler) ausgelesenen Werte mit denen, die wir parallel an der Zuführung zum Mainboard gemessen haben, und kalkulieren daraus auch die entstehenden Verluste, die nicht der CPU anzulasten sind. Wichtig ist nämlich, dass man später all diese Wandlerverluste bei der optimalen Dimensionierung eines Systems mit einbeziehen muss:

Mit 15 Watt im Idle (mit Spannungswandlerverlusten 19 Watt) und 93 Watt unter Last (mit Spannungswandlerverlusten 106 Watt) sieht der 8-Kerner noch ganz gut aus.
| Power Consumption | Idle Average | 100% Load Max | 100% Load Average |
|---|---|---|---|
| CPU 12V-In: | 19 Watts | 122 Watts | 106 Watts |
| CPU Package: | 15 Watts | 96 Watts | 93 Watts |
| VR Loss: | 4 Watts | 26 Watts | 13 Watts |
3. Temperaturen
Die Temperaturen sind im Idle-Betrieb - auch dank der Wasserkühlung - erfreulich niedrig: 32°C für Tpackage (Sockel) und durchschnittlich 27°C Kerntemperatur (also nur fünf Kelvin über Raumtemperatur) sind nicht verkehrt. Unter Last sieht die Lage ähnlich gut aus:

Werfen wir nun noch einen Bick auf das eingangs erwähnte Zeitraffer-Video:
| Temperature T | Idle | 100% Load Out Max. | 100% Load Average (heated-up) |
|---|---|---|---|
| Core: | 27°C | 44°C | 41°C |
| Package: | 27°C | 45°C | n/a |
| Water (In/Out): | 24°C/27°C | 31°C | n/a |
| VR: | 34°C | 44°C | n/a |
Was aber passiert, wenn man die CPU übertaktet und wie viel kann man mit zwei Kernen weniger vielleicht sogar einsparen? Dies werden wir nun in den einzelnen Übertaktungsschritten ausloten.
Für einen 8-Kern-Prozessor, der es schafft, selbst bei allen ausgelasteten Kernen noch stabil mit 3,2 GHz zu takten, sind die ermittelten 93 Watt (mit Spannungswandlerverlusten 106 Watt) sicher kein schlechter Wert.
Setzt man Leistungsaufnahme und Performance ins Verhältnis, dann erhalt man ein interessantes Angebot für den semi-professionellen Bereich, wo Rechenaufgaben nicht von Grafikkarten übernommen werden können.
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- Benchmark-Ergebnisse: Real-World-Benchmarks
- Benchmark-Ergebnisse: Battlefield 4, Grid 2 und Metro: Last Light
- Benchmark-Ergebnisse: Star Swarm, Thief, Tomb Raider und WoW
- Leistungsaufnahme: Equipment und Standardtakt
- Leistungsaufnahme: Übertaktung auf 3,5 GHz - 8 vs. 6 Kerne
- Leistungsaufnahme: Übertaktung auf 4,0 GHz - 8 vs. 6 Kerne
- Leistungsaufnahme: Übertaktung auf 4,5 GHz - 8 vs. 6 Kerne
- Leistungsaufnahme: Übertaktung auf 4,8 GHz
- Leistungsaufnahme: Arbeitspeicher
- Energieaufnahme während des Benchmark-Parcours
- Fazit: Intels Haswell-E - Modernste CPU-Architektur für Enthusiasten





125 reicht aber.
Bevor ich es vergesse: Die geballt emsige Journalisten Power hat wieder mal eine gute Arbeit abgeliefert! Ebenfalls Danke!
Der "Graph", also diese drei gepfuschten in einem, lassen mir bittere Tränen über die Wangen laufen.
Das hätte EINE 3D-Fläche sein müssen, nicht drei 2D-Graphen in einer Zeichnung, wobei die Darstellung der Taktrate, die bereits die Achsenbeschriftung stellt, haarsträubend ist.
Gibt es denn bei euch KEINEN klassischen Naturwissenschaftler oder gar Mathematiker?
Der Test ist ganz nett - für mich jedoch zu OC-lastig.
Unterschiedliche Einheiten hätte ich bestimmt nicht vermischt.
EBEN! Das hätte man auch in einen Graphen stecken können, so, wie es die Überschrift zum Graphen auch erwarten lässt.
Drei Werte, drei Koordinaten pro Punkt
x,y,z -> Das hätte das Ergebnis gebracht. Ihr müsst ja immer einzelne Messpunkte mit sinnfreien Linien verbinden (damit es hübscher aussieht), aber so hätte es dann eine krakelige Linie im 3D-Koordinatensystem gegeben.
Das ist eine 3D-Fläche. Soviele Messpunkt hättet ihr gar nicht gehabt, bei euch wäre es noch einfacher gewesen.
Das stimmt! Also möchte ich hiermit offiziell den ganzen Test in Frage stellen! Aber: Derfnam ist Schuld!
http://www.computerbase.de/2014-08/intel-core-i7-5820k-5960x-haswell-e-test/5/