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Intel: 4.8 GHz mit Luftkühlung? Kein Problem!

Intels Vitamin K: Mit Core i7-875K und Core i5-655K jenseits der 4 GHz
Von , Chris Angelini

Diese neuen CPUs mit Werkseinstellungen zu testen wäre unheimlich sinnlos. Zum einen wissen wir, wie sich die K-losen Varianten schlagen, zum anderen zahlt niemand einen Aufpreis für eine entsperrte CPU, um sie dann mit dem Standardtakt der billigeren Modelle vor sich hin dümpeln zu lassen. Uns interessierte, wie viel wir nur mit Luftkühlung aus ihnen herausholen konnten. Als Kühler der Wahl dient hier Noctuas NH-D14, der ausreichend dimensioniert sein dürfte. Ziel ist es auszuloten, wie viel Übertaktungsspielraum Intels 32- und 45-nm-CPUs besitzen.

Als Gegenspieler von AMD dienen zwei Black-Edition-CPUs, nämlich der Phenom II X4 965 und der Phenom II X6 1090T. Vergleicht man die offiziellen Preisangaben (in US-Dollar), ergibt sich ein Preisvorteil zugunsten der AMD-CPUs: Sie kosten 185 bzw. 310 Dollar, während für die Intel-Modelle 216 und 342 Dollar fällig werden. Preislich konkurriert der vierkernige Core i7-875K also mit dem Phenom II X6 1090T mit sechs Kernen, während der Zweikerner Core i5-655K gegen den Quad-Core Phenom II X4 965 antritt. In Punkto Kosten hat AMD also erst einmal die Nase vorn. Die Intel-CPUs werden sich daher an ihrer Performance jenseits der 4-GHz-Marke messen lassen müssen.

Core i7-875K

Die Grenzen des Lynnfield-Designs sind inzwischen recht gut bekannt. So überraschte es nicht, dass der Core i7-875K stabile 4,13 GHz erreichte, um erst danach nicht mehr hundertprozentig zuverlässig zu arbeiten.

Tatsächlich konnten wir die meisten Tests noch bei 4,26 GHz durchführen bevor wir feststellten, dass die Hitze der CPU auf Dauer nicht gut tat. Mit der Core-i5-Effizienzanalyse als Leitfaden gingen wir bis auf (zugegeben mutige) 1,5 Volt hinauf bevor uns klar wurde, dass diese CPU einfach nicht für 4,26 GHz gemacht ist. Wie gesagt war die Hitze unser größter Feind, und laut CoreTemp stießen wir immer wieder am Tj-Limit der CPU von 99 Grad an. Es half natürlich auch nicht, dass einer der Kerne besonders heiß wurde und das Limit sogar schon überstieg, während die anderen noch leicht darunter lagen.

Für den Test war Turbo Boost übrigens abgeschaltet. So konnten wir mit einem festen Maximaltakt arbeiten. Hyper-Threading und Enhanced SpeedStep blieben aktiviert.

Core i5-655K

Aus unserer Sicht spannender war da schon der Core i5 in der K-Variante, die 216 Dollar kosten soll, in 32 nm gefertigt ist und ab Werk mit 3,2 GHz läuft. Wie manche unserer Leser sicher wissen, haben wir schon mindestens einen Clarkdale auf dem Gewissen. Deshalb nahmen wir uns vor, bei diesem Kandidaten vorsichtig zu sein. Am Ende packte uns dann aber doch der Ehrgeiz, und wir setzten die Spannung auf 1,45 Volt hoch. Und ja, das ist so ziemlich die Spannung, bei der sich der Pentium G6950 verabschiedete.

Dennoch bootete der Rechner noch bei 4,93 GHz. Nur mit Luftkühlung. Und das Beste: Der Chip hat es überlebt! Bei 4,8 GHz konnten wir immerhin eine Reihe Benchmarks durchführen, bevor das System in 3ds Max 2010 abschmierte. Also senkten wir den Takt weiter ab, bis der Prozessor bei 4,66 GHz stabil lief. Ein Plus von 1,46 GHz ist durchaus respektabel. Die Spannung betrug dabei übrigens 1,4165V.

Auch hier war der Turbo Boost aus, während Hyper-Threading und SpeedStep aktiv bleiben durften. Wie beim Core i7-875K, war der Rechner mit 8 GB DDR3-RAM ausgerüstet, das bei 1.066 MT/s mit den Timings 7-7-7 lief. Das ist das Praktische an diesen entsperrten CPUs: Man braucht keinen Speicher, der auch noch einen riesigen Übertaktungsspielraum mitbringt, weil man den Speichertakt nicht erhöhen muss. Natürlich kann man auch schnelleren Speicher einsetzen, und die offenen Speicherteiler erlauben es, die Datenrate zu erhöhen oder abzusenken. Es gibt aber eigentlich keinen guten Grund Speicher zu verbauen, der schneller als die von diesen CPUs unterstützten 1.333 MT/s taktet.

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  • Derfnam , 28. Mai 2010 06:53
    Nette neue Chips. Aber der äußerst fade Beigeschmack, den AMDs BE schon seit einer ganzen Weile hat, bleibt (ja, den gestrichenen Dreikerner 720 BE mal außen vor). CPUs, die schon ziemlich am Limit laufen -speziell der 965er- tendieren in meinen Augen stark in Richtung Kundenverarsche. Von 3,4 auf 4 GHz. Wow. 600 MHz. Lächerlich.
    Was die zu Beginn gestellte Frage, ob die beiden K-CPUs mit AMDs BEs wohl werden mithalten können, ziemlich sarkastisch klingen läßt.
  • f1delity , 28. Mai 2010 07:36
    Du solltest aber nicht vergessen, dass 4GHz für so ziemlich alles im Privatbereich ausreichen, vor allem bei dem Hexacore ist das nicht schlecht.

    Sind auch immerhin noch etwas über 20%, also gar nicht mal so schlecht, wenn man es mit CPUs von vor einigen Jahren vergleicht. Habe aber irgendwie das Gefühl, das jeder seit der Core2Duo/Core2Quad-Reihe ein Plus von mindestens 800MHz für selbstverständlich hält.

    Schöner Test, hätte allerdings im Chart der Leistungsaufnahme gerne noch den Vergleich mit den Standard-Clocks.
  • kevchen , 28. Mai 2010 09:08
    Intel hat mit der aktuellen Prozessorarchitektur echt ein goldenes Händchen. Es spricht (leider) nichts gegen diese Intel CPUs.
    Bleibt AMD nur zu wünschen, dass sie die 28 oder 35nm-Produktion in den Griff bekommen.
    Gruß
  • Derfnam , 28. Mai 2010 09:31
    Naja, f1delity, es geht demjenigen, der sich eine CPU mit offenem Multi kauft, selten um das, was ausreicht, oder?
    Der Hexa ist einigermaßen akzeptabel, aber ist es nicht so, daß du de facto jede Intel-CPU seit C2D/Q um die von dir genannten 800 MHz hast übertakten können? Mindestens?
  • grimm , 28. Mai 2010 09:33
    Für mich zeigt der Test eher, dass AMD Preis-Leistungs-mäßig weiterhin vorne liegt. Der "billige" 965 zieht den 875K teilweise ab und liegt ansonsten maximal 8 % hinter der deutlich teureren CPU.
    Aus Sicht der Daddelköppe führt eigentlich kein Weg an AMD vorbei.
  • Diesel_im_Blut , 28. Mai 2010 09:47
    Also ich finde den test interessant. Aber mein Favorit wäre aktuell immer noch der Phenom II X6 1090T. Einfach weil ich davon ausgehe, dass künftig 6 Kerne mehr bringen als 4.
    Vor 2 Jahren wars doch noch so, flotte 2-Kerner für viel Geld waren in Spielen schneller als 4-Kerner. Aber heute ist es anders rum. Man hat von einem 4-Kerner mehr, auch wenn dei CPU schin 2 Jahre alt ist. Bei meinem Q6600 @ 3 GHz verspüre ich noch nicht das Bedürfnis, ihn auszumustern.
  • avatar_87 , 28. Mai 2010 10:09
    DerfnamNette neue Chips. Aber der äußerst fade Beigeschmack, den AMDs BE schon seit einer ganzen Weile hat, bleibt (ja, den gestrichenen Dreikerner 720 BE mal außen vor). CPUs, die schon ziemlich am Limit laufen -speziell der 965er- tendieren in meinen Augen stark in Richtung Kundenverarsche. Von 3,4 auf 4 GHz. Wow. 600 MHz. Lächerlich.Was die zu Beginn gestellte Frage, ob die beiden K-CPUs mit AMDs BEs wohl werden mithalten können, ziemlich sarkastisch klingen läßt.


    Als Kundenverarsche würde ich das nicht bezeichen. Letztlich erkundigt sich ohnehin jeder Overclocker nach dem OC Potenzial der BE CPU's. Der Rest lässt die Finger vom Übertakten. Auch ohne freien Multi bzw. OC bieten die AMD CPU's ein hervorragendes Preisleistungsverhältnis. BE ist nur ein Zusatz den man gerne mitnimmt. Irgendwie muss AMD ja versuchen sich gegen den Giganten Intel zu behaupten.
    Als verarsche empfinde ich, dass Intel gleich 2 Sockel bringt die beide noch Ende des Jahres auslaufen sollen, ohne dass bis jetzt irgendetwas neues, interessantes (den schweineteuren 6-Kerner mal außen vor) dafür erschienen ist. Wenn ich zu einem neuen Sockel, speziell dem LGA 1156 greife, erwarte ich doch, dass ich zumindest ein Mal in der Lage bin sinnvoll aufzurüsten.
  • Anonymous , 28. Mai 2010 10:28
    Zitat :
    CPUs, die schon ziemlich am Limit laufen -speziell der 965er- tendieren in meinen Augen stark in Richtung Kundenverarsche. Von 3,4 auf 4 GHz. Wow. 600 MHz. Lächerlich.

    ??? Kundenverarsche
    Der Kunde bekommt das was er wollte. Man kauft doch auch kein Auto, dass laut Hersteller 340km/h fahren kann und beschwert sich dann, dass es nur 400km/h schafft...
    Es ist schade, aber keine Kundenverarsche. 4GHz liegt eh oberhalb des Sinnvollen. Sinnvoll betrachte ich bei AMDs um die 3,5GHz danach explodiert langsam die Verlustleistung. Es ist immer noch erstaunlich, wie gut AMDs 45nm mit den Intels vor allem bei Spielen mithalten. Allein der Shrink auf 32nm wird AMD wieder nah an Intel ranbringen und dann noch die neue Architektur. Ich bin so gespannt.
  • drno , 28. Mai 2010 10:30
    Bewegen wir uns mal in Gedanken weg von der Computertechnik und dem TIC TAC TOE hinein in den Automobilbau der 80er. Wenn die Serie nach üblichen 4 - 7 Jahren Laufzeit abgeschrieben und die Entwicklungs-kotzen längst schon wieder drinne waren, aber der Verkauf dafür ein wenig lahmte, gabs den Opel Rekord "Olympia", den Käfer "Weltmeister" und andere mehr. Da hat man den schwachen Absatzzahlen dadurch Beine gemacht, indem man die Kiste mit guten Extras vollgepackt aber den Preis unten beim Basismodell gelassen hat. Das isses doch hier mit der Computerei genauso. Einen freien Multi = ohne Abregler einzubauen, kostet doch Intel keine Marie, holt aber sicherlich einige Leute, die schon einen Amende ins Kalkühl gezogen haben, zurück zum "BIGBLUE" Intel.

    Und: Der 1155 Sockel kimmt neu, vielleicht noch anderes mehr, jetzt werden die alten Bräute billig noch mal frischgemacht.
  • druffY , 28. Mai 2010 10:55
    Super, gefällt mir! Cool, dass Intel diesen Schritt gewagt hat.
    Ich hätte es toll gefunden, wenn man bei allen 4 Modellen wenigstens
    noch die Originaltaktungen mitgemessen hätte, um den Leistungsunterschied
    zwischen original und übertaktet vergleichen zu können.
  • klomax , 28. Mai 2010 11:39
    DerfnamCPUs, die schon ziemlich am Limit laufen -speziell der 965er- tendieren in meinen Augen stark in Richtung Kundenverarsche. Von 3,4 auf 4 GHz. Wow. 600 MHz. Lächerlich.


    Wenigstens wird man von AMD kostengünstig und im Hinblick des besseren Preisleistungsverhältnisses verarscht.

    So lässt man sich doch gerne verarschen, oder?


    Wer gehobene Anwendungen, nicht nur Spiele, nutzt, der kann und will auch deutlich mehr Geld für deutlich teuere CPUs ausgeben, und da kommt man an Intel sehr oft nicht vorbei.

    AMDs 1090T, das zeigte aber schon blurays schöner Praxisbericht, ist das für viele interessantere Produkt. - Und wegen ein paar Game-Frames weniger macht sich da keiner mehr ins Hemd und legt knapp 1000 Euronen auf'n Tisch. ;) 
  • Derfnam , 28. Mai 2010 12:43
    In meinen Augen wäre ein 945er mit offenem Multi die einzig Sinn ergebende Variante gewesen: geringe TDP (ja, kam auch erst später, ist bekannt) und hohe Ausbeute beim OC.
    Also so, wie Intel es jetzt macht.
    Eine CPU von Haus aus zu übertakten (und sowohl 955 als auch 965 sind nix anderes als hochgezüchtete 945er) UND noch als BE zu verkaufen, das ist in meinen Augen Kundenverarsche und das werde ich auch weiterhin so sehen. Zumal das Potential ja -wie schon angesprochen- schlecht bis erbärmlich ist.
    Wie schon Dieter Nuhr so richtig sagte (sinngemäß): 'Ich laß mich ja gern verarschen, aber n bißchen Mühe sollen die sich schon geben.'
    Die seh ich nicht. Die Kiddies sehen 3,4 GHz und machen dicke Backen, dabei wird das Dingen von einem i5-750 mit 2,67 GHz in die Schranken verwiesen, der auch noch ein sehr gutes Übertaktpotential bietet. D'oh.
  • avatar_87 , 28. Mai 2010 12:56
    So ist das halt. Wenn Intel hinter AMD stehen würde dann würden sie das selbe tun. Firmen sind nicht "nett". Ihnen gehts nur um Profit. Der 965 BE ist wirklich für Kiddies. Da stimm ich Manfred gerne zu. Aber wenn AMD damit ein bißchen mehr Geld verdient um Intel paroli bieten zu können, dann ist mir das recht. Letztlich sind allein die günstigen BE's daran "Schuld", dass Intel mit den K's nachzieht.
  • Pascha , 28. Mai 2010 16:32
    Schöner Test.
    Also ich finds mal wieder erstaunlich wie der kleine Dual Core mithält und den 965BE sowie teils den 1090t versägt.
    Auch wenn ich mir bei solchen Tests grundsätzlich Anno1404 und GTA4 dazu wünschen würde.
    Was mich aber immer noch wurmt, ist warum die Redaktion noch nicht auf den Gedanken gekommen ist den I3 530 gegen die dicken Jungs von AMD antreten zu lasssen. Wie oben im Test schon bemerkt ist es des Overclockers Seele, aus möglichst günstigen CPU´s viel raus zu holen.
    Der I5 655K ist schlichtweg zu teuer.


  • Derfnam , 28. Mai 2010 16:46
    Mangels i3-530K, schätz ich, Pascha. Es wurden bezahlbare Prozessoren mit offenem Multiplikator getestet.
    Wollt eh nur grimm fragen, welchen Test er gelesen hat. Der hier kann es nicht sein. 8 %? Und 'teilweise abziehen'? Außer in Dirt2 und einem Bench? Bring mal die Kirche ins Dorf zurück, bitte, es wundern sich schon 8% der Bewohner, wo die ist ;) .
  • grimm , 28. Mai 2010 17:57
    Deshalb schrob der grimm auch, dass aus Sicht der Daddelköppe kein weg an den AMDs vorbei führt. Von wegen Preis-Leistung. Ihr glaubt ja wohl selbst nicht, dass die hier getesteten Intels der Maßstab für dassind, was die im Markt erhältlichen leisten. 4,66 GHz mit Luftkühlung. Wozu dann überhaupt noch i5-750, i7-860 und Konsorten anbieten?
    Und beim Vergleich i5-750 und 965 BE ist nach meinem Infostand beinahe Gleichstand (mehr als 5-10% Abweichung findest du da nicht - bei Games). Siehe dazu die entsprechenden Benchs auf Computerbase, hier und in der vorvorvorletzten c't. Und deshalb kostet der i5-750 auch mehr. Wenn die gleich viel kosten würden, würd ich den Intel nehmen. Aber so...








  • Pascha , 28. Mai 2010 20:21
    Man braucht doch auch keinen i3 530 mit offenem Multi. Den kannste genauso gut übern QPI übertackten. Den bekommt man auf jeden Fall ähnlich hoch.
    Macht auf jeden Fall mehr Sinn wie die teureren i5 Duals. Den Turbo tut man eh deaktivieren wenn man über 4 GHz hinaus möchte.

    Das der nicht zur Überschrifft passt is mir auch klar, aber vielleicht liest das ja wer von der Redaktion der sich denkt: Hmnnnn, das könnte ein feiner Test werden mit dem I3 530 ;) 


  • Desolator , 29. Mai 2010 01:31
    Ich bin da auch mehr auf Derfnams Seite. Der 965 BE ist doch ein Witz für sich. Kommt genau so weit wie der 955 BE und der 945. Huch woran das wohl liegt.
    Wenn man einen i5-750 auf die Leistungsaufnahme des 965 BE taktet, sieht das Teil kein Land mehr. Deshalb ist der i5-750 teurer. Ganz zu schweigen vom besseren Fertigungsprozess.

    Sie hätten den i7-870 schon mit einem freien Multi machen sollen.
  • klomax , 29. Mai 2010 12:55
    lieb gemeinte Ironie AN

    Desolator und Derfnam sind schon regelrechte Teufelskerle: Stürmen immer an vorderster Front mit aufgepflanzten Intel-Bajonett in die Gräben der AMD-Stellung.

    Am Ende stellen sie irritiert fest, dass die AMD-Führung schon vor Jahren dieselbe Stellung aufgegeben hatte.

    lieb gemeinte Ironie AUS

    ;) 
  • Desolator , 29. Mai 2010 13:17
    Stürmt niemand vor ist die Stellung aber auch nicht eingenommen, selbst wenn sie leer steht. ;) 
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