Vorhang auf für Gulftown
Der Gulftown nutzt denselben 32-nm-Fertigungsprozess, der im Januar mit der Vorstellung der Clarkdale- und Arrandale-CPUs sein Debüt feierte. Dieses Mal ist aber kein zweiter 45-nm-Die mit auf dem Prozessorträger, der Grafik-, Speicher- und PCI-Express-Controller in sich vereint. Stattdessen bringt er all das mit, was die Herzen der Performance-Freaks schon bei den ersten Core-i7-CPUs höher schlagen ließ: Der Speichercontroller sitzt direkt in der CPU, während der X58-Chipsatz sich um PCI-Express kümmert. Dass hier nur dedizierte Grafiklösungen zum Einsatz kommen, ist ohnehin selbstverständlich.
Beim Gulftown nutzt Intel die 32-nm-Fertigung aber nicht, um mehr Funktionalität in die CPU zu integrieren, sondern um mehr Kerne und zusätzlichen Cache unterzubringen. Das Ergebnis ist, wie gesagt, ein Sechskern-Prozessor mit 12 MB L3-Cache. Ansonsten ist Gulftown mit Bloomfield von der Architektur her identisch. Jeder Prozessorkern verfügt über 32 KB L1-Datencache, 32 KB L1-Instruktionscache und einen eigenen 256 KB großen L2-Cache.
Der L3-Cache fällt mit 12 MB nicht nur riesig aus, er hat auch das Potential, die Performance gehörig zu verbessern: Weil der Cache dynamisch zugwiesen werden kann, kann eine Anwendung, die nur einen Kern nutzt, theoretisch den gesamten L3-Cache für sich beanspruchen. Laut Intel profitieren beispielsweise Spiele von dieser Möglichkeit. Leider ist es schwer, das zu überprüfen, denn es ist nicht immer klar, ob die bessere Performance auf die zusätzlichen Kerne oder den größeren Cache zurückzuführen ist. Dazu kommt, dass unser Benchmark-Parcours inzwischen nur noch wenige Programme beinhaltet, die nur einen Thread nutzen.
Obwohl er zwei CPU-Kerne und 4 MB L3-Cache dazugewonnen hat, ist der Gulftown von den Abmessungen her kleiner als sein direkter Vorgänger. So brachte es der Bloomfield-Die auf 263 mm², wo es beim Gulftown nur noch 248 mm² sind. Die Anzahl der Transistoren ist natürlich gestiegen, und zwar von 731 Millionen auf 1,17 Milliarden. Bedenkt man, dass der Core i7-980X mit 130 Watt dieselbe TDP besitzt, wie die Modelle der Core-i7-900-Familie, ist das schon eine erstaunliche Leistung.
Gulftown erbt auch den Speichercontroller von der Bloomfield-Familie und kann drei Speicherkanäle mit einer Geschwindigkeit von bis zu DDR3-1066 ansteuern. Das ist interessant, da die Westmere-EP-CPUs, die Parallel zum Gulftown starten, auch eine TDP von 130 Watt besitzen und trotzdem mit DDR3-1333 zurechtkommen – mit zwei Modulen pro Kanal, versteht sich. Wie dem auch sei, die Speicherperformance sollte ähnlich wie beim Vorgänger ausfallen, denn schon den vier Kernen des Bloomfield mangelte es nicht gerade an Speicherbandbreite.
Mit dem Gulftown lernt der erste Prozessor der Corei-i7-Familie die neuen AES-NI-Befehle, die Verschlüsselung mit AES beschleunigen sollen. Dieses Feature wurde mit den Core-i5-Modellen auf Clarkdale-Basis eingeführt, wenngleich die kleineren Clarkdales darauf verzichten müssen. Noch hat AES-NI keine wirklich große Auswirkung auf die Performance, doch wie die Benchmarks zeigen werden, gibt es in dieser Hinsicht jede Menge Potential.
| Intels Core i7 Prozessoren für LGA 1366 | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Taktrate (normal) | Taktrate (max. Turbo) | Kerne / Threads | L3-Cache | Memory | TDP | Preis* | |
| Core i7-980X | 3,33 GHz | 3,6 GHz | 6/12 | 12MB | 3 x DDR3-1066 | 130W | $999 |
| Core i7-975 | 3,33 GHz | 3,6 GHz | 4/8 | 8MB | 3 x DDR3-1066 | 130W | $999 |
| Core i7-960 | 3,2 GHz | 3,46 GHz | 4/8 | 8MB | 3 x DDR3-1066 | 130W | $562 |
| Core i7-920 | 2,66 GHz | 2,93 GHz | 4/8 | 8MB | 3 x DDR3-1066 | 130W | $284 |
| Core i7-870 | 2,93 GHz | 3,6 GHz | 4/8 | 8MB | 2 x DDR3-1333 | 95W | $562 |
| Core i7-860 | 2,8 GHz | 3,46 GHz | 4/8 | 8MB | 2 x DDR3-1333 | 95W | $284 |
*Preise in US-Dollar
Wieder dabei: Hyper-Threading und Turbo Boost
Hyper-Threading und Turbo Boost waren zwei sehr interessante Neuerungen beim Bloomfield-Kern. Beide Techniken sind auch im Gulftown vorhanden.
Hyper-Threading hatte vor dem Erscheinen der Bloomfield-CPUs einige Jahre Zwangspause. Da die Software-Entwickler inzwischen viel stärker darauf achten, ihre Programme mit mehreren Threads auszustatten, hatte dieses Feature bei den Nehalem-Prozessoren größere Auswirkungen als beim Pentium 4. Dieselbe Technologie, die also bislang durch vier Kerne achte Threads gleichzeitig abarbeiten konnte, erlaubt es im Gulftown nun, dass sich sechs Kerne um 12 Threads kümmern. Das ist schon einen Screenshot wert. Und seien wir doch mal ehrlich und outen den Geek in uns: Für ein System mit nur einer CPU sieht das schon verdammt cool aus!
Turbo Boost ist ebenfalls Bestandteil des Gulftown-Designs. So richtig spannend wurde die Turbo-Funktion eigentlich erst mit den Quad-Core-Chips der Lynnfield-Serie, die vier bis fünf Speed Bins (Geschwindigkeitsstufen à 133 MHz) heraufschalten und damit ohne Zutun des Nutzers um bis zu 533 MHz schneller laufen können, wenn nur ein Kern aktiv ist. Mit dem Gulftown kehrt Intel leider wieder zur konservativeren Turbo-Implementierung der Bloomfield-Chips zurück. Ist ein Kern aktiv, läuft die CPU maximal zwei Speed Bins (also 266 MHz) schneller, und der Takt steigt auf 3,6 GHz. Mit zwei Kernen ist nur noch eine Speed Bin und damit ein Takt von 3,46 GHz drin.




Mir persönlich fehlt bei den Spiele Benchmarks eindeutig GTA IV. Das Spiel schreit ja nach Prozessorleistung.
Für so ein "trockenes" Thema wie einen CPU-Test, ist der Artikel erfreulich unterhaltsam geschrieben. :-)
Intel macht konsequent da weiter wo sie aufgehört haben. Eine klasse CPU, die aber wohl nicht viele Abnehmer finden wird. An den Empfehlungen bei zusammen zu stellenden Rechnern wird sich aus meiner Sicht nichts ändern. Für Zocker sind die PhenomII X4 nach wie vor die wohl interessanteste Variante, auf Augenhöhe bewegt sich der i5-750.
Es ist halt eine Spezial-CPU mit kleiner Zielgruppe aber hohem "Habenwollen-Faktor". (Ferrari lässt grüßen) Wenn der Weihnachtsmann zweimal klingelt :-)
Bald braucht man beim Taskmanager einen Horizontalen Scrollbalken.
Bestimmt sitzen da einige Redakteure auf glühenden Kohlen wenn ausgeknobelt wird wer das Prachtstück behalten darf xD
Ich denke kaum, dass sich ein Spieler so etwas leistet. Es ist auch vollkommen unnütz. Im professionellen Einsatzbereich werden die 6 Kerne (12 Threads) offensichtlich ganz gut genutzt. Und da bleibt abzuwarten wie er sich gegen AMD's noch im März erscheinenden 12-Kerner (2.2GHz) schlägt.
Ich wünsch AMD auf jeden Fall viel Glück, denn Konkurrenz belebt das Geschäft.
Wow, schön dass ihr positive Worte für den AMD findet und es eine vernünftige Empfehlung gibt, dass das Geld für Spieler eigentlich besser in der Grafikkarte angelegt ist. Dickes Lob dafür und Lob hab ich nicht oft für THG.
Der Prozessor ist natürlich schon der Wahnsinn, was Intel da hingestellt hat, wenn auch für die meisten ohne praktischen Wert. Die Software kann ja der CPU Entwicklung fast nicht mehr folgen, nicht so wie früher wo ne CPU nach einem Jahr schon veraltet war. Ich komm auch in Spielen immernoch wunderbar mit meinem X2 auf 3,45GHz aus. Keine Frage es gibt Leute, die mit der Leistung was anzufangen wissen, aber für eben so viele wird es doch einfach darum gehen beim Schwanzvergleich der Benchmarks nen Zipfel vorne zu sein, deshalb wird sich so ein absolutes Spitzenprodukt wohl auch zu so einem Preis verkaufen, bis dann AMD seinen X6 in 45nm und gesenktem Takt raus hat. Hoffentlich klappt es wirklich bis 2011 mit dem Wechsel auf 32nm bei AMD. Im High-End-Bereich mach ich mir trotz Thuban ernste Sorgen. Im mittleren und unteren Bereich jedoch nicht.
Shaggys "Mr Bombastic" ist mir spontan als Werbemelodie für den Rechenknecht hier eingefallen...
Schon ein nettes Spielzeug. So als Basis für ne Heimworkstation mit 2 Fermi-Quadros, 24GB RAM und super schnelles Festplattensystem und ab geht die Post. Für ne Bewegungsanalyse mit 100 bewegten (und kollidierenden) Teilen zuckt das Ding dann mal müde mit den Schultern und rotzt das in ner halben Stunden durch^^
Ich finds übrigens auch sehr nett, dass in dem Test öfter mal auf die Frage "Braucht man das?" hingewiesen wird. Dieser Punkt inklusive der unterhaltsamen Präsentation macht den Test echt lesenswert.
Bald braucht man beim Taskmanager einen Horizontalen Scrollbalken.
Du kannst alle drölf Balken zu Einen zusammenfassen. Oder du machst mal Doppelklick auf die Skala.
Es macht bestimmt mehr Spaß, 12 tänzelnde Blockdiagramme zu beobachten.
Freue mich jetzt schon auf die ersten Angebote in der Bucht:
"Der erste Prozessor mit fast 20Ghz und noch 12 CPUs". ;-)
Leistung beeindruckend, Stromverbrauch immer noch Katastrophal, INTEL und AMD müssen lernen Stromsparender zu werden. IBM und SPARC können es ja auch.
zum thema konkurenz ist gut für entwicklungen:
999$!!!
IBM und SPARC fertigen eine Andere Art von Prozessor. Aepfel und Birnen. Auch wenn sie identische Techniken verwenden, die Strukturen und Konzepte sind weltverschieden. Und nein, sie lassen sich nicht uebertragen. AMD und Intel tun ihr Moeglichstes. Solange es wirtschaftlich ist. Was nuetzt die ein Energiesparverfahren, was der Endverbrauchen nicht bezahlen will/ kann?
GTA IV fehlt in dem Test wirklich. Mit dem (inofiziellen) Graka-Speicher-Patch konnte ich mit meinem GTX280 SLI-System mit I7-920 in 2560x1600 mit den höchsten Einstellungen 40fps erreichen. Solch eine Prozessorlast hab ich vorher und nacher nie mehr gesehen. Für den vorgestellten Prozessor wahrscheinlich das einzige Spiel, das ihn wenigstens ein bisschen beschäftigen könnte, lol.
Nettes Teil, für mich aber uninteressant
.
. Ein günstiger Stromanbieter sollte aber schon vorhanden sein
.
, dass ist einfach geil wenn man da so 12 Bälkchen hat hehe.
Mit Surfen, Emails abrufen und ab und zu mal spielen krieg ich ja nichtmal einen Quad voll. Werd mir dennoch erstmal nochmals einen Quad aufs Board schnallen und abwarten, was die nächsten 2 Jahre so bringen. Die Mehrleistung ist mir zu gering, um einen kompletten Plattformwechsel zu vollziehen.
Zum Thema 999$, es ist wie meistens. Das erste Modell ist nunmal die EE. Das war schon immmer so. Bei dem Takt und 2 Kernen zuwachs muss ich ehrlich zugeben, finde ich das auch einigermaßen gerechtfertigt. Eher noch als bei einer neuen Architektur oder gar Shrink.
Man wird ja nicht gezwungen, dass Teil zu kaufen, aber auch hier im Forum gibts offensichtlich einige, die mit der Rechenpower was anfangen können und sich daher dafür interessieren.
Zusammen mit einem GTX 480 TripleSLI könnte man das Ding sicher auch in Spielen ausreizen
@ Taskmanager: Wäre ehrlich gesagt für mich der einzige Grund für dieses Stück Silizium
@Cris-Chros: ab 4 Threads bekommt man in GTA IV keine Mehrleistung mehr. Bei Hardwareluxx, haben sie den i7-980X auch mit GTA IV getestet: gleiche Performance wie i5-750.
was mir fehlt ist der I7 860 als verlgeich 4/8 core/thread bei den Lynnfields.
GTA läuft auf keinem System mit mehr als 4 Kernen schneller als auf einem mit vier Kernen. Der Grund ist einfach: Es ist und bleibt eine unglaublich schlechte Konsolen-Portierung, die hardcoded für 3 Rechenkerne geschrieben wurde. Warum läuft es dann auf vier Kernen besser als auf dreien? => Die Hintergrundtasks werden auf den vierten Kern verschoben. Aber ob das nun vier, sechs oder 112 Kerne sind ist herzlich egal für dieses Spiel.
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@kaan: