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Die Platform und Overclocking

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Die gute Nachricht ist, dass der Core i7-980X dasselbe LGA-1366-Interface nutzt wie die Bloomfield-Generation. Mehrere Hersteller haben uns bereits kontaktiert und uns versichert, dass ihre X58-Mainboards, die teilweise schon über ein Jahr alt sind, Gulftown per BIOS-Update unterstützen werden. Wer also bereits ein X58-Board sein Eigen nennt und aufrüsten will, muss nur noch auf ein neues BIOS-Release seines Boardherstellers warten.

Was die Preise anbelangt, gibt es heute keine klare Marktsegmentierung zwischen dem High-End-Chipsatz X58 und dem P55 im Mainstream. Die preiswertesten X58-Modelle findet man schon ab 130 Euro, während die P55-Plattform auch locker bis zu 300 Euro kosten kann. Wer mehrere Grafikkarten zu einem SLI- oder CrossFire-Verbund zusammenstecken möchte und dabei die bestmögliche Leistung erwartet, kommt um den X58-Chipsatz nicht herum. Sinnvollerweise sollte dann auch ein Core-i7-Prozessor der 900er-Reihe im Board stecken.

Intels neuer Kühler ''DBX-B''

Der Übertaktungsspielraum? Riesig!

Als die Clarkdales auf den Markt kamen, konnten wir es kaum abwarten, den 32-nm-Prozessor zu übertakten. Unsere Test-CPU war auch ein dankbares Opfer, denn wir erreichten mit dem Core i5-661 problemlos 4,5 GHz. Zu unserer Schande müssen wir aber auch gestehen, dass wir seitdem den einen oder anderen im Laden gekauften Clarkdale-Prozessor gehimmelt haben, weil wir es mit der Kernspannung ein wenig zu gut meinten. Inzwischen sind wir also ein wenig vorsichtiger, wenn es um luftgekühltes Übertakten geht.

Der Clarkdale-Prozessor ist aus Enthusiasten-Sicht eigentlich ein Widerspruch in sich. Einerseits sollte der winzige Die mit seinen beiden Kernen ziemlich hohe Taktraten erreichen können. Andererseits muss man auch den 45-nm-Chip berücksichtigen, der Grafik-, Speicher- und PCIe-Controller beinhaltet. Eigentlich ist er für Spieler, denen es nur um Performance geht, völlig überflüssig. Diese Gruppe würde lieber auf die integrierte Grafik verzichten, den Speichercontroller in der eigentlichen CPU integriert sehen und einen Chipsatz mit wenigstens 32 PCI-Express-Lanes der zweiten Generation bevorzugen.

Im Gegensatz dazu ist der Gulftown ein reiner 32-nm-Prozessor mit dem eleganteren Speichersubsystem und einem QPI-Interface, das die Verbindung zum X58-Chipsatz und seinen vielen PCIe-2.0-Lanes herstellt.

Da der Core i7-980X einen offenen Multiplikator besitzt, konnten wir ihn umso leichter auf diese Weise übertakten. Ausgehend von der Standardeinstellung 25x arbeiteten wir uns hoch, bis wir letztendlich bei einem Multiplikator von 31x ankamen, der mit aktiviertem Enhanced SpeedStep und TurboBoost den stabilen Betrieb erlaubte. Im Normalzustand erreichte der Prozessor so 4,13 GHz, während er per Turbo in den meisten Fällen auf 4,26 GHz hoch schaltete und mit nur einem aktiven Kern sogar 4,4 GHz erreichte. Bei 1,4 Volt Kernspannung lief der Prozessor ohne zu murren und machte keine Probleme. Die nächste Multiplikatorstufe schaffte er dann aber nicht mehr. Bemerkenswert ist nicht nur, wie gut sich unsere Test-CPU übertakten ließ, sondern dass sie dieses Ergebnis mit Intels neuem DBX-B-Kühler erreichte. Der blieb übrigens in Anbetracht der Last, die er bewältigen musste, erstaunlich leise.  

Wie man sehen kann, lässt sich dem Gulftown durch gezieltes Übertakten noch ein gutes Stück zusätzliche Performance entlocken, und zwar sowohl in Single-Threaded-Anwendungen als auch solchen, die mehrere Threads nutzen. Ein Prozessor, der 1.000 Dollar kostet, ist für den normalen Käufer nicht unbedingt die ideale Wahl fürs Übertakten. Andererseits ist dies Intels einziger Hexa-Core-Prozessor für den Desktop, und wenn selbst das Flaggschiff einer Produktlinie noch einen Übertaktungsspielraum von 1 GHz hat, gibt es wirklich keinen Grund, sich zu beschweren.

Als nächstes fingen wir an, am Basistakt und den Speichereinstellungen zu schrauben. Offiziell verfügt Bloomfield über drei Speicherkanäle à DDR3-1066. Dasselbe gilt auch für den Core i7-980X. Eine Reihe von Speicherherstellern hat aber auch Triple-Channel-Kits im Angebot, die bei 1,65 Volt mit DDR3-2000 laufen. Was man bei diesen Angeboten erst auf den zweiten Blick mitbekommt: Nutzt man das XMP-Profil für DDR3-2000, erhöht man zwangsläufig auch die Spannung des Uncore-Bereichs von 1,2 Volt auf bis zu 1,7 Volt. Für unser Empfinden ist das unnötig viel.

Gulftown rennt...

Beginnend mit dem Lynnfield hat Intel allerdings den Teiler, der das Verhältnis zwischen Uncore und Speicher bestimmte, von 2:1 auf 1,5:1 umgestellt. So zwingt DDR3-2000-Speicher den Uncore-Bereich nicht mehr, mit 4 GHz zu laufen, was auch nicht mehr die extrem hohen Spannungen erfordert. Stattdessen läuft der Uncore-Bereich mit den neueren CPUs bei 3 GHz. Wir fragten Ronak Singhal, den Chefarchitekten des Nehalem, warum Intel diese Änderung vornahm. Die Antwort war mehr als einleuchtend.

Intel verringerte den Teiler um höhere Speichergeschwindigkeiten zu ermöglichen, ohne die Uncore-Spannung extrem zu erhöhen. „Wie die Kern-Frequenz hängt die Uncore-Frequenz davon ab, welche Geschwindigkeiten die Dies, die wir von einem Wafer bekommen, erreichen. Würden wir nur das Verhältnis 2:1 einsetzen, würde das effektiv die Anzahl der Produkte einschränken, die eine bestimmte Speichergeschwindigkeit unterstützen. Das war gerade bei Lynnfield/Clarksfield besonders wichtig, um auch Prozessoren mit niedrigeren Frequenzen schnelleren Speicher zu Seite stellen zu können, vor allem im Mobilbereich.“

Das bringt uns zu unserem Testaufbau zurück: Dasselbe DDR3-2000 Speicherkit von Kingston, das zuvor eine Uncore-Spannung von 1,7 Volt benötigte, lief nach manueller Konfiguration völlig problemlos mit der automatischen 1,2-Volt-Einstellung des Gulftown. Das wird die Performance im Zusammenspiel mit schnellen Speicherkits nicht verbessern, zumal selbst die sechs Kerne des Gulftown nicht wirklich an Speichermangel leiden. Immerhin verringert es aber beim Übertakten die Auswirkung einer der beteiligten Variablen.

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Cris-Cros 11/03/2010 06:19
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-0+

Mir persönlich fehlt bei den Spiele Benchmarks eindeutig GTA IV. Das Spiel schreit ja nach Prozessorleistung.

Gudi 11/03/2010 09:20
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-5+

Für so ein "trockenes" Thema wie einen CPU-Test, ist der Artikel erfreulich unterhaltsam geschrieben. :-)

Intel macht konsequent da weiter wo sie aufgehört haben. Eine klasse CPU, die aber wohl nicht viele Abnehmer finden wird. An den Empfehlungen bei zusammen zu stellenden Rechnern wird sich aus meiner Sicht nichts ändern. Für Zocker sind die PhenomII X4 nach wie vor die wohl interessanteste Variante, auf Augenhöhe bewegt sich der i5-750.

Es ist halt eine Spezial-CPU mit kleiner Zielgruppe aber hohem "Habenwollen-Faktor". (Ferrari lässt grüßen) Wenn der Weihnachtsmann zweimal klingelt :-)

wiemi 11/03/2010 09:29
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-10+

Bald braucht man beim Taskmanager einen Horizontalen Scrollbalken.

SolidSnake001 11/03/2010 10:10
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--2+

Bestimmt sitzen da einige Redakteure auf glühenden Kohlen wenn ausgeknobelt wird wer das Prachtstück behalten darf xD

avatar_87 11/03/2010 10:17
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-3+

Ich denke kaum, dass sich ein Spieler so etwas leistet. Es ist auch vollkommen unnütz. Im professionellen Einsatzbereich werden die 6 Kerne (12 Threads) offensichtlich ganz gut genutzt. Und da bleibt abzuwarten wie er sich gegen AMD's noch im März erscheinenden 12-Kerner (2.2GHz) schlägt.
Ich wünsch AMD auf jeden Fall viel Glück, denn Konkurrenz belebt das Geschäft.

anonymous 11/03/2010 11:11
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-4+

Wow, schön dass ihr positive Worte für den AMD findet und es eine vernünftige Empfehlung gibt, dass das Geld für Spieler eigentlich besser in der Grafikkarte angelegt ist. Dickes Lob dafür und Lob hab ich nicht oft für THG.
Der Prozessor ist natürlich schon der Wahnsinn, was Intel da hingestellt hat, wenn auch für die meisten ohne praktischen Wert. Die Software kann ja der CPU Entwicklung fast nicht mehr folgen, nicht so wie früher wo ne CPU nach einem Jahr schon veraltet war. Ich komm auch in Spielen immernoch wunderbar mit meinem X2 auf 3,45GHz aus. Keine Frage es gibt Leute, die mit der Leistung was anzufangen wissen, aber für eben so viele wird es doch einfach darum gehen beim Schwanzvergleich der Benchmarks nen Zipfel vorne zu sein, deshalb wird sich so ein absolutes Spitzenprodukt wohl auch zu so einem Preis verkaufen, bis dann AMD seinen X6 in 45nm und gesenktem Takt raus hat. Hoffentlich klappt es wirklich bis 2011 mit dem Wechsel auf 32nm bei AMD. Im High-End-Bereich mach ich mir trotz Thuban ernste Sorgen. Im mittleren und unteren Bereich jedoch nicht.

klomax 11/03/2010 11:25
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-6+

Shaggys "Mr Bombastic" ist mir spontan als Werbemelodie für den Rechenknecht hier eingefallen...:)

avaka 11/03/2010 11:56
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-3+

Schon ein nettes Spielzeug. So als Basis für ne Heimworkstation mit 2 Fermi-Quadros, 24GB RAM und super schnelles Festplattensystem und ab geht die Post. Für ne Bewegungsanalyse mit 100 bewegten (und kollidierenden) Teilen zuckt das Ding dann mal müde mit den Schultern und rotzt das in ner halben Stunden durch^^

Ich finds übrigens auch sehr nett, dass in dem Test öfter mal auf die Frage "Braucht man das?" hingewiesen wird. Dieser Punkt inklusive der unterhaltsamen Präsentation macht den Test echt lesenswert.

fffcmad 11/03/2010 12:22
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-2+

wiemi :
Bald braucht man beim Taskmanager einen Horizontalen Scrollbalken.



Du kannst alle drölf Balken zu Einen zusammenfassen. Oder du machst mal Doppelklick auf die Skala.

klomax 11/03/2010 12:36
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-0+

Es macht bestimmt mehr Spaß, 12 tänzelnde Blockdiagramme zu beobachten.:D


Sameneulmann 11/03/2010 15:38
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-4+

Freue mich jetzt schon auf die ersten Angebote in der Bucht:
"Der erste Prozessor mit fast 20Ghz und noch 12 CPUs". ;-)

kaan 11/03/2010 16:39
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-1+

Leistung beeindruckend, Stromverbrauch immer noch Katastrophal, INTEL und AMD müssen lernen Stromsparender zu werden. IBM und SPARC können es ja auch.

pescA 11/03/2010 16:46
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-0+

zum thema konkurenz ist gut für entwicklungen:
999$!!!

fffcmad 11/03/2010 16:52
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-3+

IBM und SPARC fertigen eine Andere Art von Prozessor. Aepfel und Birnen. Auch wenn sie identische Techniken verwenden, die Strukturen und Konzepte sind weltverschieden. Und nein, sie lassen sich nicht uebertragen. AMD und Intel tun ihr Moeglichstes. Solange es wirtschaftlich ist. Was nuetzt die ein Energiesparverfahren, was der Endverbrauchen nicht bezahlen will/ kann?

benzi 11/03/2010 18:12
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-0+

GTA IV fehlt in dem Test wirklich. Mit dem (inofiziellen) Graka-Speicher-Patch konnte ich mit meinem GTX280 SLI-System mit I7-920 in 2560x1600 mit den höchsten Einstellungen 40fps erreichen. Solch eine Prozessorlast hab ich vorher und nacher nie mehr gesehen. Für den vorgestellten Prozessor wahrscheinlich das einzige Spiel, das ihn wenigstens ein bisschen beschäftigen könnte, lol.

Levi88 11/03/2010 18:18
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-2+

Nettes Teil, für mich aber uninteressant ;).
Mit Surfen, Emails abrufen und ab und zu mal spielen krieg ich ja nichtmal einen Quad voll. Werd mir dennoch erstmal nochmals einen Quad aufs Board schnallen und abwarten, was die nächsten 2 Jahre so bringen. Die Mehrleistung ist mir zu gering, um einen kompletten Plattformwechsel zu vollziehen.

Zum Thema 999$, es ist wie meistens. Das erste Modell ist nunmal die EE. Das war schon immmer so. Bei dem Takt und 2 Kernen zuwachs muss ich ehrlich zugeben, finde ich das auch einigermaßen gerechtfertigt. Eher noch als bei einer neuen Architektur oder gar Shrink.
Man wird ja nicht gezwungen, dass Teil zu kaufen, aber auch hier im Forum gibts offensichtlich einige, die mit der Rechenpower was anfangen können und sich daher dafür interessieren.

Zusammen mit einem GTX 480 TripleSLI könnte man das Ding sicher auch in Spielen ausreizen ;). Ein günstiger Stromanbieter sollte aber schon vorhanden sein ;).

@ Taskmanager: Wäre ehrlich gesagt für mich der einzige Grund für dieses Stück Silizium :D, dass ist einfach geil wenn man da so 12 Bälkchen hat hehe.

Desolator 11/03/2010 19:15
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-0+

@Cris-Chros: ab 4 Threads bekommt man in GTA IV keine Mehrleistung mehr. Bei Hardwareluxx, haben sie den i7-980X auch mit GTA IV getestet: gleiche Performance wie i5-750.

foxtrot 11/03/2010 19:45
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-0+

was mir fehlt ist der I7 860 als verlgeich 4/8 core/thread bei den Lynnfields.

derGhostrider 12/03/2010 02:44
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-2+

GTA läuft auf keinem System mit mehr als 4 Kernen schneller als auf einem mit vier Kernen. Der Grund ist einfach: Es ist und bleibt eine unglaublich schlechte Konsolen-Portierung, die hardcoded für 3 Rechenkerne geschrieben wurde. Warum läuft es dann auf vier Kernen besser als auf dreien? => Die Hintergrundtasks werden auf den vierten Kern verschoben. Aber ob das nun vier, sechs oder 112 Kerne sind ist herzlich egal für dieses Spiel.

----

@kaan:

Zitat :IBM und SPARC können es ja auch.
Schau Dir bitte mal den Stromverbrauch eines POWER 6 oder POWER 7 an und dann wiederhole das nochmal.

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