Im Prozessormarkt herrschen gerade klare Verhältnisse: Derzeit stellt Intel die schnellsten Desktop-CPUs her, die es zu kaufen gibt. Die beiden Quad-Core-Familien Core i5 und Core i7 müssen im Desktop-Bereich keine Konkurrenz fürchten. Genau deshalb kosten sie auch mehr als die Clarkdale-basierten CPUs der Core-i3- und Core-i5-Reihen mit zwei Kernen sowie AMDs gesamte Phenom-II-Familie, inklusive dem Flaggschiff-Modell Phenom II X4 965 BE.
Welche CPU sich die „schnellste“ nennen darf, hängt aber auch maßgeblich von den Benchmarks ab, die zum Einsatz kommen. Ihren größten Vorsprung genießen Intels CPUs beim Transkodieren von Videos, Archivierungs-Programmen mit Multi-Threading und Content-Creation-Anwendungen wie 3ds Max. Geht es jedoch um Spiele, gelingt es den AMD CPUs, sich gegen Intels Angebote zu behaupten.
Natürlich findet man immer wieder Benchmarks, die bei 640 x 480 durchgeführt werden, um so die Unterschiede zwischen Prozessoren aufzuzeigen. Tatsächlich zeigen sich auch bei 1920 x 1200 noch messbare Performance-Unterschiede, wenn man verschiedene CPUs vergleicht. Letzten Endes bestimmt aber immer noch die Grafikkarte, wir gut ein Spiel laufen wird.
Wieso der Exkurs zum Thema Gaming? Weil Intel seinen brandneuen Prozessor mit der langen Bezeichnung Core i7-980X Extreme Edition, bislang auch als Gulftown bekannt, als eine wirklich geniale Spiele-CPU sieht. Kein Wunder, denn er ist der schnellste Prozessor, den man kaufen kann. Andererseits soll er auch um die 1000 US-Dollar kosten und damit runde 800 Dollar mehr, als man für einen ohnehin schon schnellen Gaming-Prozessor ausgeben muss. Aus Spielersicht wäre es sinnvoller, den Differenzbetrag stattdessen in zwei Radeon HD 5870 zu investieren. Bevor wir also zu den Benchmarks kommen wollen wir anmerken, dass dies ohne Frage nicht der Prozessor ist, den man zum Spielen braucht. Dazu reichen auch ein Phenom II X4 oder ein Core i7-920 locker aus. Wenn man über das nötige Kleingeld verfügt und sich eine Hexa-Core-CPU und die beiden High-End-Grafikkarten leisten kann, spricht natürlich nichts dagegen.
Die Kraft der sechs Kerne
Der eigentliche Grund, warum man sich den Core i7-980X überhaupt genauer anschauen sollte, ist vielmehr, dass er in Anwendungen, die seine verbreiterte Architektur nutzen können, geballte Leistung an den Tag legt. Dabei setzt er Techniken wie TurboBoost und Hyper-Threading ein, die schon im Bloomfield-Kern der Core i7-900-Reihe einen Auftritt hatten. Die kürzlich erfolgte Umstellung auf einen 32-nm-Herstellungsprozess ermöglicht nun kleinere Transistoren mit dünnerer Oxidschicht, verringerter Gate-Länge und, schließlich, niedrigeren Leckströmen.
Das erlaubte es Intel, einen komplexeren Prozessor zu entwickeln und herzustellen, ohne die von den Bloomfield-CPUs bekannte Verlustleistungsgrenze von 130 Watt zu überschreiten. Dabei herausgekommen ist eine CPU, deren sechs Kerne sich 12 MB L3-Cache teilen und die in den bekannten Sockel LGA 1366 passt. Die eigentliche Frage ist aber, ob die Performance des Core i7-980X Extreme Edition genauso extrem ist wie der Preis.
- Einleitung
- Vorhang auf für Gulftown
- Die Platform und Overclocking
- Test-Hardware und Benchmarks
- Benchmarks: Synthetische Benchmarks
- Benchmarks: Audio-/Video-Konvertierung
- Benchmarks: Anwendungen
- Benchmarks: Crysis
- Benchmarks: Left 4 Dead 2
- Benchmarks: Call Of Duty: Modern Warfare 2
- Benchmarks: DiRT 2
- Leistungsaufnahme
- Fazit



Intel macht konsequent da weiter wo sie aufgehört haben. Eine klasse CPU, die aber wohl nicht viele Abnehmer finden wird. An den Empfehlungen bei zusammen zu stellenden Rechnern wird sich aus meiner Sicht nichts ändern. Für Zocker sind die PhenomII X4 nach wie vor die wohl interessanteste Variante, auf Augenhöhe bewegt sich der i5-750.
Es ist halt eine Spezial-CPU mit kleiner Zielgruppe aber hohem "Habenwollen-Faktor". (Ferrari lässt grüßen) Wenn der Weihnachtsmann zweimal klingelt :-)
Ich wünsch AMD auf jeden Fall viel Glück, denn Konkurrenz belebt das Geschäft.
Der Prozessor ist natürlich schon der Wahnsinn, was Intel da hingestellt hat, wenn auch für die meisten ohne praktischen Wert. Die Software kann ja der CPU Entwicklung fast nicht mehr folgen, nicht so wie früher wo ne CPU nach einem Jahr schon veraltet war. Ich komm auch in Spielen immernoch wunderbar mit meinem X2 auf 3,45GHz aus. Keine Frage es gibt Leute, die mit der Leistung was anzufangen wissen, aber für eben so viele wird es doch einfach darum gehen beim Schwanzvergleich der Benchmarks nen Zipfel vorne zu sein, deshalb wird sich so ein absolutes Spitzenprodukt wohl auch zu so einem Preis verkaufen, bis dann AMD seinen X6 in 45nm und gesenktem Takt raus hat. Hoffentlich klappt es wirklich bis 2011 mit dem Wechsel auf 32nm bei AMD. Im High-End-Bereich mach ich mir trotz Thuban ernste Sorgen. Im mittleren und unteren Bereich jedoch nicht.
Ich finds übrigens auch sehr nett, dass in dem Test öfter mal auf die Frage "Braucht man das?" hingewiesen wird. Dieser Punkt inklusive der unterhaltsamen Präsentation macht den Test echt lesenswert.
Du kannst alle drölf Balken zu Einen zusammenfassen. Oder du machst mal Doppelklick auf die Skala.
"Der erste Prozessor mit fast 20Ghz und noch 12 CPUs". ;-)
999$!!!
Mit Surfen, Emails abrufen und ab und zu mal spielen krieg ich ja nichtmal einen Quad voll. Werd mir dennoch erstmal nochmals einen Quad aufs Board schnallen und abwarten, was die nächsten 2 Jahre so bringen. Die Mehrleistung ist mir zu gering, um einen kompletten Plattformwechsel zu vollziehen.
Zum Thema 999$, es ist wie meistens. Das erste Modell ist nunmal die EE. Das war schon immmer so. Bei dem Takt und 2 Kernen zuwachs muss ich ehrlich zugeben, finde ich das auch einigermaßen gerechtfertigt. Eher noch als bei einer neuen Architektur oder gar Shrink.
Man wird ja nicht gezwungen, dass Teil zu kaufen, aber auch hier im Forum gibts offensichtlich einige, die mit der Rechenpower was anfangen können und sich daher dafür interessieren.
Zusammen mit einem GTX 480 TripleSLI könnte man das Ding sicher auch in Spielen ausreizen
@ Taskmanager: Wäre ehrlich gesagt für mich der einzige Grund für dieses Stück Silizium
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@kaan: