CPU-Charts 2017 / 2018 - Gaming-Performance (Teil 1)

Wie am Ende jedes Jahres fassen wir die Benchmarkergebnisse der meisten aktuellen CPUs noch einmal zusammen, berücksichtigen alle bisherigen BIOS-Updates und Performance-Steigerungen und teilen unsere Übersicht in einzelne Kategorien auf.

Wir beginnen in diesem ersten Teil mit den Gaming-Benchmarks und werden uns in weiteren Teilen dann noch mit der Workstation-Performance beim CAD (Echtzeit-Darstellung), sowie dem Rendering und reinen Rechenaufgaben (Compute) beschäftigen.

Vorbetrachtung

Viel hilft nicht immer viel - aber andererseits kann ein heute noch leicht überdimensioniert wirkendes System vielleicht morgen schon an seine Grenzen stoßen. Man kann deshalb wohl nie genug Leistung haben und es gibt auch ein gewisses Gefühl an Zukunfts- und Planungssicherheit, wenn man (berechtigterweise) glaubt, auch für künftige Anforderungen noch gut gerüstet zu sein.

Eine solche Annahme kann aufgehen, muss aber nicht. Zunächst wird man sich überlegen müssen, für was der PC in der Gegenwart und näheren Zukunft gerüstet sein muss und was später vielleicht noch hinzukommen könnte. Genau daran sollte man seine Überlegungen ausrichten - und ein klein wenig Reserve einplanen.

Doch mehr Leistung kostet ja leider auch stets - oft sogar unproportional - mehr Geld, weswegen man den Nutzen einer (massiven) Leistungsreserve äußerst kritisch hinterfragen muss.



Wir hatten das Thema ja gerade schon einmal kurz gestreift: Oft genug liegen Anspruch, Wunsch und finanzielle Möglichkeiten nicht sonderlich eng beisammen. Doch hier hilft die Wundermedizin "Vernunft", die den Anwender zu Kompromissbereitschaft und Einsicht in die unabänderlichen Tatsachen führen sollte. Aspekte wie Ökologie (Leistungsaufnahme und Langlebigkeit) und Ökonomie (Aufwand und Nutzen) sollten stets in einem gesunden Verhältnis zueinanderstehen. Wir schrieben es ja gerade: Man sollte sich am besten wirklich nur das anschaffen, was man wirklich braucht (bzw. in näherer Zukunft noch könnte).

Das Test-Setup

Die Test-Methodik haben wir im Grundlagenartikel "So testen wir Grafikkarten, Stand Februar 2017" ja bereits sehr ausführlich beschrieben und so verweisen wir deshalb der Einfachheit halber jetzt nur noch auf diese detaillierte Schilderung. Wer also alles noch einmal ganz genau nachlesen möchte, ist dazu gern eingeladen. 

Abweichend ist in diesem Falle nur die Hardwarekonfiguration mit CPU, RAM, Mainboard, sowie die neue Kühlung, so dass die Zusammenfassung in Tabellenform schnell noch einen kurzen Überblick über das hier und heute verwendete System gibt:

Testsysteme und Messräume
Hardware:
AMD Sockel AM4
MSI X370 Tomahawk
2x 8 GB G.Skill TridentZ DDR4-3200 RGB

AMD Sockel SP3 (TR4)
Asis X399 ROG Zenith Extreme
4x 8 GB G.Skill TridentZ DDR4-3200 RGB

AMD Sockel AM3+
Asus Sabertooth 990FX
2x 8 GB Corsair Dominator Platinum DDR3 2133

Intel Sockel 1151 (Z370):

MSI Z370 Gaming Pro Carbon AC
4x 8 GB G.Skill TridentZ DDR4-3600 RGB

Intel Sockel 1151 (Z270):
MSI Z270 Gaming 7
2x 8GB Corsair Vengeance DDR4-3200@2666 MHz

Intel Sockel 2066
MSI X299 Gaming Pro Carbon AC
4x 8 GB G.Skill TridentZ DDR4-3200 RGB

Intel Sockel 2011v3:
Intel Core i7-6900K
MSI X99S XPower Gaming Titanium
4x 4 GB Crucial Ballistix DDR4-2400

Alle Systeme:
GeForce GTX 1080 Founders Edition (Gaming)
Nvidia Quadro P6000 (Workstation)

1x 1 TByte Toshiba OCZ RD400 (M.2, System SSD)
4x 1050 GByte Crucial MX 300 (Storage, Images)
Be Quiet Dark Power Pro 11, 850-Watt-Netzteil
Windows 10 Pro (alle Updates)
Kühlung:
Alphacool Eiszeit 2000 Chiller
Alphacool Eisblock XPX
Thermal Grizzly Kryonaut (für Kühlerwechsel)
Monitor:
Eizo EV3237-BK
Gehäuse:
Lian Li PC-T70 mit Erweiterungskit und Modifikationen
Modi: Open Benchtable, Closed Case
Leistungsaufnahme:
berührungslose Gleichstrommessung am PCIe-Slot (Riser-Card)
berührungslose Gleichstrommessung an der externen PCIe-Stromversorgung
direkte Spannungsmessung an den Shunts, den jeweiligen Zuführungen und am Netzteil
Auslesen der Mainboard-Sensoren
2x Rohde & Schwarz HMO 3054, 500 MHz Mehrkanal-Oszillograph mit Speicherfunktion
4x Rohde & Schwarz HZO50, Stromzangenadapter (1 mA bis 30 A, 100 KHz, DC)
4x Rohde & Schwarz HZ355, Tastteiler (10:1, 500 MHz)
1x Rohde & Schwarz HMC 8012, Digitalmultimeter mit Speicherfunktion
Thermografie:
Optris PI640, Infrarotkamera
PI Connect Auswertungssoftware mit Profilen
Akustik:
NTI Audio M2211 (mit Kalibrierungsdatei)
Steinberg UR12 (mit Phantomspeisung für die Mikrofone)
Creative X7, Smaart v.7
eigener reflexionsarmer Messraum, 3,5 x 1,8 x 2,2 m (LxTxH)
Axialmessungen, lotrecht zur Mitte der Schallquelle(n), Messabstand 50 cm
Geräuschentwicklung in dBA (Slow) als RTA-Messung
Frequenzspektrum als Grafik

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23 Kommentare
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    Dein Kommentar
  • Pootch
    ind diese Werte korrekt beim AVX Torture-loop, dass der Pentium 4Gxxx einen höhere Leistungsaufnahme hat wie die Ryzen CPUs?
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  • FormatC
    Ja. Das kann aber durchaus auch am jeweiligen BIOS liegen. Die Ryzens sind auf dem Asus-Board schon ein wenig limitiert (AVX auf "auto"). Lustig ist ja, dass Intels Pentium kein AVX können, die Leistungsaufnahme aber trotzden recht hoch liegt. Inwieweit die integrierte Grafik noch mit nuckelt, obwohl unbenutzt, sei mal außen vor.
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  • fffcmad
    Schoener Test Formatc :)

    Schade das ich aktuell nicht die finanziellen Ressourcen habe, mir ein neues System zuzulegen. Mir sind aktuell schon die Mittelklassegrafikkarten zu teuer. Und gefuehlt auch ueberteuert.
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  • alterSack66
    Meint ihr es lohnt sich noch ein Broadwell-E? AMD möchte ich nicht und Coffee gibts ja nicht. So viel langsamer ist der bei Spielen ja auch nicht :??:
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  • drno
    Da kannst du noch die gute alte OS Zeit drauf laufen lassen - solange er noch lebt.
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  • ShieTar
    Dein Sandy Bridge hat doch 6 Jahre überlebt, der wird die 2-3 Monate bis zur Coffee Lake Verfügbarkeit doch auch noch schaffen, oder? Preislich sind ein 6900K im 200€-Board und ein 8700K im 100€-Board ja so ziemlich identisch, und in der Spieleperformance liegt Coffee Lake dann doch um 15% vorne. Und das obwohl Igor den Sockel-1151 CPUs nur 2666 MT/s an Speicherbandbreite gegönnt hat, mit 3200MT/s holst du aus Coffee Lake dann noch mal ein paar % mehr raus.
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  • alterSack66
    Ich warte noch paar Tage,aber ich denk es wird Broadwell-E. Soll einfach nur problemlos laufen. Rekorde will ich keine brechen und Lisas beste will ich nicht. :D
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  • FormatC
    Ich habe hier noch privat ein Asus RAMPAGE EXtreme samt 5960X @4.5 GHz rumliegen. Der räumt auch heute noch alles brav mit ab, aber naja. Nun verstaubt er hier, weil das Zeug keiner mehr kaufen will. Unverständlich, bei meinem Angebot. Aber Spaßbieter bei eBay mit 200 Euro haben nur einen an der Klatsche, so bekoppt bin ich nun auch wieder nicht :D
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  • alterSack66
    Was willst haben? Mit was kühlst?
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  • FormatC
    Das Ding war unter Wasser, aber kaum benutzt. Nie Zeit zum Zocken. Falls Du Interesse hast, bitte PN
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  • olze
    Gerade eine Nachricht hier geschrieben, dann kam die Login-Bitte - Nachricht weg. Tadaaaa... das sollte mal wirklich jemand fixen!

    Meine Frage:
    Wie kann es sein, dass der AMD so abloost? Das Ding hat schliesslich 16(!) Kerne. In einem Spiel oderso hätte ich das noch verstanden (optimiert auf Intel...), aber in den synthetischen Benchmarks? Wie kommt das?
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  • Kobichief
    das muss die Verschwörung und die Unfairen Benchmarks sein, von denen der Typ im Forum immer erzählt. Wo loost denn AMD krass ab? Sehe das jetzt nicht so schlimm, ist ja alles auf recht hohem Niveau. Btw. sehr schöner Artikel, und toller Graf zur Systemfindung, danke dafür.
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  • FormatC
    Es kommen ja noch zwei Teile. Da steht AMD besser da :)
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  • fffcmad
    Anonymous sagte:
    Gerade eine Nachricht hier geschrieben, dann kam die Login-Bitte - Nachricht weg. Tadaaaa... das sollte mal wirklich jemand fixen!

    Meine Frage:
    Wie kann es sein, dass der AMD so abloost? Das Ding hat schliesslich 16(!) Kerne. In einem Spiel oderso hätte ich das noch verstanden (optimiert auf Intel...), aber in den synthetischen Benchmarks? Wie kommt das?


    Es liegt daran, dass die Single-Core Leistung eben nicht so hoch liegt bei AMD. Der Ryzen hat nachgelegt. Was gut ist.

    Aktuelle Spiele nutzen teilweise nur 2 CPU-Kerne. Nur wenige mehr. Und das wird sich in den naechsten Jahren kaum aendern. Die Benchmarks spiegeln das wieder. Evil Within 2 ist ein aktuelles Beispiel, wo trotz neuestem Titel nur 2 Kerne benutzt werden.
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  • olze
    @FFFCMAD
    Ja schon klar. Das war auch der Grund, warum ich schrieb, dass ich es bei Spielen verstanden hätte. Aber synthetische Benchmarks nutzen doch normalerweise alle Cores, oder nicht? Futuremark, VRMark etc. - da würde ich jetzt denken dass die alles ausnutzen was nur geht. Oder irre ich da?

    @Kobi
    "das muss die Verschwörung und die Unfairen Benchmarks sein, von denen der Typ im Forum immer erzählt." - kein Plan was du damit meinst
    "Wo loost denn AMD krass ab?" - entweder hast du andere Charts vor mir als ich, oder einer von uns beiden misinterpretiert die gewaltig. Grob über den Daumen würde ich sagen, dass das Flagschiff von Intel 20% mehr schafft als das Flagschiff von AMD. Das nenne ich schon "abloosen". Klar, das ist auf hohem Niveau. Aber wenn das eine Auto 200 fährt und das andere 240, und mir Geschwindigkeit wichtig ist, überlege ich schon welches ich kaufe.
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  • Kobichief
    @olze im Berufsverkehrstau, kann der Porsche auch nicht schneller fahren als der Lupo ;-)
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  • olze
    Wenn ich dauernd im Berufsverkehrstau stehe und mir Geschwindigkeit wichtig ist, würde ich mir wohl keinen Lamborghini kaufen.
    Für deinen (hinkenden) Vergleich, ein (hinkender) Gegenvergleich:
    Du hast die Wahl zwischen Mofa und Motorrad um performant im Berufsverkehr vorwaerts zu kommen.
    Was jetzt das Mofa und was das Motorrad ist, muss ich glaubs nicht weiter erläutern ;)
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  • fffcmad
    Fuer den Berufsverkehr waere eher der Ariel Atom Oder Caterham 260 csr ueberlegen :)

    Und auch Benchmarks nutzen nicht alle Cores. Und das du mehr Cores hast bedeutet nicht, das du auch mehr FPS bekommst oder mehr Punkte. Oftmals ist die Framerate an einen einzelnden Kern gebunden. Je mehr er durch andere Cores entlastet wird, umso mehr naeherst du dich der durch den einen Kern erreichbaren, maximalen Framerate an.

    Spiele sind zwar parallelisierbar. Aber du kannst nur Teile des Spiels asynchron berechnen. Die grundlegende Engine muss diese Prozesse jedoch aufteilen. und auch sind diese Prozesse voneinander abhaengig. Im Prinzip ist der Vorgang also trotzdem sequentiell.

    Physik und Audio ueber CPU oder Beschleuniger/ Verktorberechnungen durch die GPU koennen ausgelagert werden. Auch die KI selbst ist auslagerbar. Aber im Endeffekt muss das eben nach und nach zusammengefuegt werden. Was es eben schwer macht, mehr als 2 oder 4 kerne vernuenftig auszunutzen.

    Manche Spiele koennen viele Einheiten oder komplexe Verkehrs-Simulationen verwenden (GTA/ Civilisations) aber da hoert es dann leider schon auf.
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  • FormatC
    Das Problem jeglicher Parallelisierung: möglicher Overhead beim Aufteilen und Verwalten. Das Rendern ist ein schönes Beispiel, wie man alle Kerne auslasten kann. Beim Packen hat man wieder das Problem: wie groß ist die Datei und lohnt sich eine Parallelisierung überhaupt bzw. wie viele kleine Dateien kann man separat und gleichzeitig abarbeiten. Das geht bei einer 4GB ISO dann wieder nicht. Spiele sind, je nach Aufgabenstellung und Genre, sehr ähnlich. Hat man viel KI oder nicht? Wieviel davon ist gescripted und wie viel ist unabhängig?
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  • geist4711
    einen 2600er und den 4790k hätte man zum vergleich mit reinnehmen können.
    wahrscheinlich wäre das aber wohl zu peinlich gewesen wenn man sehen kann, wie gut selbst alte hardware noch abschneidet.
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