Vergleichstest: Starke & leise CPU Kühler im Single Tower Format

Prolimatech Armageddon Blue Series

Prolimatechs Armageddon ist zwar kein wirklicher Neuling mehr, aber einerseits haben wir den Kühler auf der aktuellen Testplattform bislang noch nicht getestet und andererseits handelt es sich beim vorliegenden Modell um einen Vertreter der aktuellen "Blue Series". Diese zeichnet sich durch schwarze und blaue Kühllamellen sowie blaue Farbtupfer auf der obersten Blende aus, so dass dem leistungsstarken Armageddon zumindest ein kleines Facelift gegönnt wurde.

Schaut man sich den Kühlblock unterhalb der oberen Blende an, so fällt auf, dass dieser zur Mitte hin komplett unterbrochen ist. Streng genommen handelt sich also um einen Kühler mit zwei nebeneinander liegenden Kühltürmen.

Mit einer Tiefe von gerade einmal fünf Zentimetern fällt der Armageddon schmal aus und sollte sich somit trotz seines symmetrischen Grundaufbaus nicht als Blockade für umliegende Bauteile erweisen. Durch die lackierten und deswegen ungewöhnlich dicken Lamellen wirkt er generell außergewöhnlich robust und unanfällig gegenüber etwaigem Verbiegen. Da beim Lack nicht gespart wurde, sollte das ansehnliche Äußere auch langfristig gewährleistet sein.

An seiner Oberseite erfreut der Armageddon durch eine zweifarbig lackierte und relativ dicke Blende sowie einzelne Käppchen zur Verblendung der Heatpipeenden. Deren Anordnung ist zudem optimal: Alle sechs 6-mm-Heatpipes liegen nebeneinander und somit direkt im Luftstrom.

Die Bodenplatte wie auch die Heatpipes selbst wurden vernickelt, was angesichts der dunklen Farbgestaltung des Kühlkörpers einen schönen Kontrast bietet.

Die Verarbeitung der Bodeneinheit ist einwandfrei – lediglich an einer einzigen Heatpipe zeigen sich leichte Lotrückstände, was aber insgesamt eher als Qualitätsmerkmal für eine ordentliche Verlötung in diesem Bereich spricht. Die Kontaktfläche zum Prozessor wurde angeschliffen bzw. angeraut. Auf der Oberseite der Bodenplatte verzichtet Prolimatech auf einen zusätzlichen Kühlkörper, bietet dafür aber eine vorbildliche Montagelösung für den Kühler.

Wie bei den meisten Modellen dieses Herstellers wird auch beim Armageddon kein Lüfter mitgeliefert. Während sich einige Anwender über die freie Lüfterwahl freuen werden, ohne den mutmaßlichen Aufpreis für ein mitgeliefertes Modell zahlen zu müssen, werden anderen die damit verbundenen Zusatzkosten aufstoßen.

Sehr komfortabel ist in jedem Fall die vorgesehene Lüftermontage mittels Clips, die am Lüfterrahmen eingehakt und dann an der Kühlerseite eingeclippt werden können. Aber Achtung: Diese Lösung ist nur kompatibel zu Modellen mit einem schmalen Innenrahmen. Auch beim Armageddon liegen genug entsprechende Halterungen bei, um eine beidseitige Lüfterbestückung zu realisieren.

Um dem Kühler gerecht zu werden und unterschiedliche Szenarien zu überprüfen, haben wir den Armageddon mit zwei verschiedenen Lüftern bestückt und getestet.

Zum einen ist das der hauseigene Prolimatech Vortex Aluminum Lüfter, der mit LED-Beleuchtung und einem ungewöhnlicherweise aus Aluminium bestehenden Rotor aufwarten kann. Die Vortex-Lüfterreihe gehört sicher nicht zu den ausgezeichneten Leisetretern ihres Faches, bietet dafür aber einen sehr hohen Luftdurchsatz.

Im Gegensatz dazu ist es mit dem zusätzlichen verwendeten Noctua NF-A15 möglich, gerade bei 1000 U/min einen deutlich leiseren Betrieb anzuvisieren. Wir setzen hier nicht auf die Retail-Variante des Lüfters, sondern auf die etwas schneller drehende Version, wie sie einigen aktuellen Kühlern von Noctua beiliegt.

Montage und Kompatibilität

Für die Montagelösung von Prolimatech gibt es die volle Punktzahl. Aus Sicht des Besitzers eines AMD-Mainboards muss jedoch ein deutlicher Abstrich gemacht werden: Die entsprechende Montagelösung ist nicht Teil des Lieferumfangs und muss kostenpflichtig hinzubestellt werden.

Für den Einsatz auf Intel-Systemen wird eine Universal-Backplate an eine je nach verwendetem Sockel unterschiedlichen Stelle positioniert und mit Montagehülsen mit Innengewinde und Gummiringen bestückt.

In diese können im Anschluss von vorne Gewindestifte eingedreht, zwei Halterahmen darüber gesetzt und diese schließlich mit Muttern arretiert werden.

Die eigentliche Kühlermontage erfolgt mittels einer massiven Querstrebe.

Auf AMD-Systemen erfolgt der Montagevorgang mit dem optional erhältlichen Montagesatz ähnlich. Allerdings wird hier auf die bereits vorhandene Backplate der Mainboards gesetzt und der Halterahmen für den Prozessorkühler ist durchgängig.

Besonders erwähnenswert ist die Tatsache, dass alle zur Montage nötigen Teile im Vergleich zu vielen Konkurrenzkühlern sehr groß und robust ausfallen, was die Montage deutlich vereinfacht und zu einer der bedienerfreundlichsten Lösungen überhaupt macht.

Ein um 90° versetztes Anbringen des Kühlkörpers ist lediglich auf Intel-Systemen möglich. Auf AMD-Mainboards sitzt der Armageddon aber immerhin auch so, wie es in der Regel gewünscht wird - nämlich mitten im Gehäuseluftstrom.

Was die RAM-Kompatibilität angeht, hält der schlanke Armageddon sein Versprechen: Auf dem zu Montagezwecken verwendeten Z87-Mainboard sind alle Einschübe frei bestückbar.

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12 Kommentare
    Dein Kommentar
  • ui ein update, aber warum ein neues forentopic?
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  • Das wüsste ich auch gern, zumal der Artikel in seiner alten Form heute morgen kurzzeitig online war und dann wohl wieder verschwunden ist... CMS-Magie? :-(
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  • Ich sah den auch, da stand was von 33 oder so Kommentaren, als ich den las. Und dann nur noch einer.
    Zum Thema: stellt der Doppelwhopperfriosilentweißichwiedergenauheißt also weiterhin TTs Ausnahme von der Regel 'nur was laut ist, kühlt auch gut' dar^^? CM ne Enttäuschung und als ich das Bröckchen sah, da fielen mir die beiden Scythes (Kotetsu und Ashura) sowie der preislich sehr ähnliche True Spirit 120M ein und speziell der wäre ein guter Vergleichskühler, nur: wo isser? Wo sind se? Wo laufen sie denn?
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  • nirgends, die haben ja keine Beine -.-
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  • @Derfnam: Ah, danke! Dann weiss ich immerhin, dass ich heute morgen im Arbeitsdelirium keiner halbschlafenen Halluzination erlegen bin.

    Ich werde mal schauen, dass ich die Charts für das nächste Update noch etwas weiter anfette, genug Ergebnisse sind eigentlich da. Ich wollte nur nicht NOCH einen Thermalright reinnehmen - wenn die Hälfte aller Daten von einem Hersteller stammt, kommt das vielleicht ein klein wenig komisch rüber ;)
    Den Kotetsu werde ich zudem nochmal nachmessen müssen - den habe ich damals in einem Aufwasch mit dem Mugen 4 gemessen und zumindest der Mugen 4 hat etwas zu gut abgeschnitten (das Mainboard der Teststation belohnt Änderungen der Settings scheinbar schonmal durch falsches Übernehmen der Einstellungen, wenn ich nicht jedes mal von Hand das BIOS resette).

    Und jop, der Doppelturm mit den sehr langen Namen ist Thermaltakes einziger auf leise getrimmter Kühler. Grund: Die US-Käufer sind viel weniger Lärmempfindlich und wollen lieber eine höhere Grundleistung. Deshalb bieten z.B. Cooler Master einiger Kühler mit unterschiedlichen Lüftern für EU und US an. Beim Hyper 612 V2 bin ich wirklich nochmal auf lowest-rpm-Messungen gespannt, vielleicht reisst der da noch was.
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  • ich hab den kleinen hier auf ne x3 geschraubt, erheblich besser verarbeitet und leiser als ich erwartet hätte

    http://www.amazon.de/Raijintek-0P105255-CPU-K%C3%BChler-1800rpm-4-polig/dp/B00E5YTGIY/ref=pd_sim_sbs_computers_3?ie=UTF8&refRID=18Q18F08PNN8BNKQSGBM

    ist zwar nicht ganz die gleich liga, aber ich hab damals weniger als die aktuellen 27 € bezahlt - für 22 war der echt mehr als akzeptabel...
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  • Jo, der Themis ist echt ganz gut verarbeitet - speziell, da die direkt aufliegenden Heatpipes schön plan mit dem Rest der Bodeneinheit abschließen, ohne dicke Spalten als potentielle Hot-Spot-Quelle. Den sowie den größeren Evo hab ich auch noch für eins der nächsten Updates da :) Mal schauen, ob der den CM Hyper 212 deutlich besiegen kann
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  • jup, astreine verarbeitung, und recht einfach zu montieren.. ich hab ihn mit lüfter unten und nach oben pustend eingebaut, hat sich im billligprojekt angeboten...

    bodenlüfter, dann kommt eine gewisse GTX 260 die auf 1k rpm beim lüfter steht, dann der thermis, und dann wieder oben ein gehäuselüfter - kamineffekt in perfektion, ich hätte nicht gedacht daß ich diese komponenten so supersilent in einem billigcase gekühlt bekomme - und kalt ist in dem fall mit ~ 45 °C unter vollast wörtlich gemeint *g* Ich meine, da ist ne X3 und ne GTX260 drin, beides keine effizienzwunder ;)

    im Bild fehlt noch der untere lüfter...
    http://www11.pic-upload.de/thumb/02.10.14/lxpz7iksmwh2.jpg
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  • Btw: Man sagt (*räusper*), es gebe dafür bei Bedarf an einem geheimen Ort auch ein separates AMD-Einbaukit, um den 90° zu drehen.
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  • das war in dem fall aber so gewollt... -.-

    u.a. weil bitfenix einem die montage von frontlüfter mit gummipins nicht einfach macht, schon gar nicht in so einem biligcase... *g*
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  • Guter Artikel, mit viel Interesse gelesen. Aus der Praxis für die Praxis.

    http://www.pc-max.de/artikel/kuehlung/coolermaster-hyper-212

    Der frühe CM Hyper 212 und der spätere EVO sowie der Downblower Gemini
    sind bei uns seit 2008 die StandardCooler für POS (Point of Sale) Workstations,
    und die "Better Office" Kisten für den Freiberufler;
    der Gemini ist die Wahl für flache (Coolermaster Elite) Desktop Case Kassen.
    Aus meinem "Langzeittest" für den 212 ein paar Erahrungen, die sich teilweise auch auf den 612 anwenden lassen.

    Warum einen CPU-Cooler für Office?
    Der Einbau vom Boxed einerseits ist geräusch- und auch leistungstechnisch ein NoGo,
    andererseits gehen um die 30 Euro beim Kunden im Assembling eben so durch.
    Bei Geräten, die je nach Einsatzbereich bis zu 16 Stunden am Tag laufen,
    ist ein CPU-Cooler schon ob der besseren Useability = Gebrauchstauglichkeit der Kiste sinnvoll.

    Der Einbau:
    Die Verarbeitung des Coolers ist gut, die Lamellen sind ordentlich befestigt, Montagesatz
    mit Backplate komplett aus Metall gefertigt (kein Gebrösel von Billigplastik). Drehbar!
    Wichtig: Freie Ramslots!

    Der Lüfter:
    Dazu gesellt sich ein leistungsstarker, langlebiger Lüfter ohne Lagerschleifen
    oder nervigem Gebrummsel, der genügend Druck erzeugt und auch bei Vollast
    von 2000, bzw. 1600 Touren nicht auf die Nerven geht. Verwendbar, nix Tonne!
    UltraSilent ist er zwar nicht, aber gut für 20 TSD Stunden Betriebsdauer.

    Die Nutzungsdauer:
    Das sind dann 5 - 7 Jahre bis zum allfälligen Lüfter-Austausch, wobei dann für die meisten Geräte auch bei Leuten, die ihre Kisten bis zum quasi "geht nicht mehr" nutzen, ohnehin der "Rollout" angesagt ist.

    Der Kisten-Schraub-bär für die Lüfter-de-montage:

    Dieser mal eben ausgeliehene Bär verweist auf eine so hochkarätige durchdachte Ingenieursleistung, die nur durch den Assembler oder Kunden noch weiterzuführen und zuende zu bringen ist.
    Es klappert wirklich nix. Denn der Lüfter des alten 212 muss mit innenliegenden Schrauben an zwei Montagewinkel befestigt werden, die anschließend oben und unten an den Kühlerblock geschraubt kommen, so daß beim (seltenen) Lüftertausch das volle Programm mit Moboausbau und Kühler runter angesagt war...bzw. ist, weil man sonst den Pusterich nicht mehr von seiner Halterei runterkriegt. Beim Evo aber alles kein Thema mehr dank abnehmbarer seitlicher Halteklammern.

    Fazit: Gute solide Midclass ohne Ausreißer - weder nach unten noch nach oben mit insgesamt guter Gebrauchsdauer. Insgesamt stimmiges und bezahlbares Komplettpackage!
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  • Jup, die 212 Evo sind extrem "sinnvolle" Kühler hinsichtlich Preis-/Leistung. Und gut zu hören, dass die Lüfter so lange durchhalten - das ist eine Info, die ich nicht zu geben in der Lage bin.

    In den USA schneiden die Evos von der Kühlleistung her meist noch etwas besser ab als in Europa - der Grund: Der schneller drehende Lüfter ;) Wobei das EU-Paket imho die deutlich sinnvollere Variante ist.

    Die Teststation ist übrigens tot :-( Es wird erstmal nur Kühlertests auf einem Übergangssetup geben, bis wir ein richtig = komplett neues Setup haben. Ich hab für den Übergang mal schnell was aus dem Regal hinter mir zusammengeschraubt - da kann ich ich natürlich nciht ALLE Kühler drauf nachmessen (das gibts dann erst mit der finalen, neuen Teststation).
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