Vergleichstest: Starke & leise CPU Kühler im Single Tower Format

Single-Tower-Kühler sind in verschiedenen Größenklassen die verbreitetsten Vertreter ihrer Art: Ob schlank und mit starkem Lüfter für maximale Kompatibilität oder mit großer Kühlfläche für hervorragende Leistung bei möglichst geringer Lüfterdr...

UPDATE
1. Oktober 2014

Mit dem heutigen Update präsentieren wir den neuen Cooler Master Hyper 612 Ver. 2 mit einem extra großen Kühllamellenabstand von fast 3 mm.

Als weitere Neuheiten im Testfeld kommen Alpenföhns "Mini-Brocken" in Gestalt des Brocken 2 Eco sowie Thermaltakes mit zwei Lüftern versehener NiC C5 hinzu.

Artikel-Hinweise

Wer sich für das Thema CPU Kühlung und Cooling insgesamt interessiert, wird die folgenden Artikel vielleicht nützlich finden:

Tower-Kühler bieten sicherlich die größte Vielfalt und Flexibilität unter den Prozessorkühlern. In Bezug auf ihre Bauhöhe lassen sie sich meist in Modelle mit 9, 10, 12 oder 14 cm großen Lüftern einteilen, während wir vom Grundaufbau her Modelle mit einem (Single Tower) und mit zwei Kühltürmen (Dual Tower) unterscheiden.

Im Bereich der Single-Tower-Kühler lassen sich zwei unterschiedliche Konzepte ausmachen: Einige Modelle geben sich betont schlank, so dass sie vor allem in Kombination mit einem asymmetrischen Grundaufbau die Hoffnung wecken, selbst bei Verwendung besonders hoher Arbeitsspeicherriegel keine RAM Steckplätze zu blockieren.

Zum anderen gibt es Modelle, die durch ihre sehr große, quaderförmige Kühlfläche auffallen. Dies kann zwar dazu führen, dass sie nur den Einsatz von RAM-Modulen ohne hohe Heatspreader erlauben oder gar die Spannungswandler auf dem Mainboard überdecken und von jeglichem direkten Luftstrom abschneiden, aber dafür erlauben gerade solche Kühlkörper aufgrund ihrer großen Kühlfläche den Betrieb bei minimaler Lüfterdrehzahl.

Abhängig von spezifischem Modell und verwendetem Prozessor kann bei diesen großen CPU-Kühlern auch ein semipassiver Einsatz möglich und sinnvoll sein, während ihre schlanken Geschwister wegen ihrer geringeren Kühlleistung in derartigen Szenarien bereits viel früher die Segel streichen müssten.

Welcher Bauform und Größe nun letztlich "die Beste" ist, lässt sich somit nicht unbedingt pauschal beantworten. Vielmehr kommt es darauf an, welche Kühler überhaupt in das verwendete Gehäuse passen, wo letztlich die persönlichen Präferenzen bezüglich Leistung und Betriebsgeräusch liegen und wie viel Geld man für einen entsprechenden Kühler auszugeben bereit ist.

Bereits für etwa 20 Euro bekommt man Kühler, die selbst für aktuelle Hochleistungsprozessoren genügend Kühlleistung haben. Für ausgezeichnete Kühler für den Overclocking-Bereich sowie besonders leise oder optisch herausragende CPU-Kühler im Single Tower-Format können aber auch bis zu 70 und mehr Euro fällig werden.

Wie immer gilt: Was wirklich benötigt und vor allem was im Einzelfall gewollt wird, muss jeder Anwender für sich selbst entscheiden. Durch objektive Tests können wir allerdings eine Entscheidungshilfe bieten.

Das heutige Update

Heute nehmen wir drei weitere Kühler in unser Roundup auf: Zunächst einmal den brandaktuellen Cooler Master Hyper 612 Ver. 2, der erst gestern vom Hersteller offiziell auf den Markt gebracht wurde und mit einer UVP von 39,99 Euro im beliebten Preisbereich zwischen 30 und 40 Euro um die Gunst der Käufer buhlt. Erfahrungsgemäß wird dieser Preis allerdings bei Marktverfügbarkeit des Kühlers recht schnell unterschritten werden. Mit seinem großen, quaderförmigen Aufbau und sehr großen Abständen zwischen den Kühllamellen dürfte hier der Ansatz guter Kühlleistung bei reduzierter Lüfterdrehzahl verfolgt worden sein.

Hierzu gesellt sich die etwas verkleinerte Sparvariante des regulären Alpenföhn Brocken 2 von EKL, die den Zusatz "Eco" im Namen trägt und als kleiner, kompatibler Single-Tower-Kühler mit 12 cm großem Lüfter antritt. Bis auf die Schrumpfung des Kühlkörpers und den Einsatz von vier direkt aufliegenden Heatpipes teilt der Alpenföhn Brocken Eco aber ansonsten den Grundaufbau des großen Bruders.

Der dritte Kühler im Test ist der Thermaltake NiC C5. Dieser ist vielleicht nicht mehr taufrisch, bietet aber für knapp unter 40 Euro bereits eine doppelte Lüfterbestückung und die Möglichkeit zur Regulierung der ansonsten recht hoch ausfallenden Maximaldrehzahl über einen Drehpotentiometer. Die Entscheidung zwischen Leistungs- oder Lautstärkeoptimierung kann somit stufenlos per Drehregler vom Anwender selbst getroffen werden. Ansonsten setzt der vergleichsweise schmale Kühler auf fünf 6-mm-Heatpipes.

Testsystem im Überblick

Eine detaillierte Vorstellung der Hardware-Basis, auf der wir testen, gab es bereits im Rahmen eines gesonderten Artikels, so dass wir an dieser Stelle lediglich eine Kurzübersicht bieten wollen.

Wir haben uns zum Verzicht auf die Nutzung der den Kühlern beiliegenden Wärmeleitpaste entschieden und setzten durchweg auf die Arctic MX-4, die wir bereits im Rahmen des großen Wärmeleitpasten-Roundups untersucht hatten. Dieses Vorgehen erleichtert eventuelle Nachmessungen, die unter Verwendung der mikroskopischen Dosen aus den oft beiliegenden Beutelchen nicht möglich wären. Zudem ist die Paste ordentlich verteilbar, verfügt über gute Leistungswerte und ist in großen 20-Gramm-Einheiten zu erstehen.

Teststation ATX: AMD bei 125 und 180 Watt TDP 
Prozessoren:180 Watt: AMD FX-8350 @4,4 GHz @1,4325 V @LLC=Medium
125 Watt: AMD FX-8350 @stock
Mainboard:Gigabyte GA-990FXA-UD7 Rev. 1.1
Bios F10
RAM:1x 4 GByte
G.Skill DDR3-1333 CL9
Grafikkarte:XFX Radeon HD 5450 (passiv)
SSD:60 GByte
Kingston SSDNow V+ 200
Netzteil:1000 Watt
Xilence XQ Series Platinum R4 (semipassiv)
Gehäuse:Cooler Master Storm Stryker
Sonstiges:Aqua Computer
Aquaero 5 LT
Arctic MX-4 Wärmeleitpaste
Betriebssystem:Windows 8 Pro 64 Bit
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12 Kommentare
    Dein Kommentar
  • ui ein update, aber warum ein neues forentopic?
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  • Das wüsste ich auch gern, zumal der Artikel in seiner alten Form heute morgen kurzzeitig online war und dann wohl wieder verschwunden ist... CMS-Magie? :-(
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  • Ich sah den auch, da stand was von 33 oder so Kommentaren, als ich den las. Und dann nur noch einer.
    Zum Thema: stellt der Doppelwhopperfriosilentweißichwiedergenauheißt also weiterhin TTs Ausnahme von der Regel 'nur was laut ist, kühlt auch gut' dar^^? CM ne Enttäuschung und als ich das Bröckchen sah, da fielen mir die beiden Scythes (Kotetsu und Ashura) sowie der preislich sehr ähnliche True Spirit 120M ein und speziell der wäre ein guter Vergleichskühler, nur: wo isser? Wo sind se? Wo laufen sie denn?
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  • nirgends, die haben ja keine Beine -.-
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  • @Derfnam: Ah, danke! Dann weiss ich immerhin, dass ich heute morgen im Arbeitsdelirium keiner halbschlafenen Halluzination erlegen bin.

    Ich werde mal schauen, dass ich die Charts für das nächste Update noch etwas weiter anfette, genug Ergebnisse sind eigentlich da. Ich wollte nur nicht NOCH einen Thermalright reinnehmen - wenn die Hälfte aller Daten von einem Hersteller stammt, kommt das vielleicht ein klein wenig komisch rüber ;)
    Den Kotetsu werde ich zudem nochmal nachmessen müssen - den habe ich damals in einem Aufwasch mit dem Mugen 4 gemessen und zumindest der Mugen 4 hat etwas zu gut abgeschnitten (das Mainboard der Teststation belohnt Änderungen der Settings scheinbar schonmal durch falsches Übernehmen der Einstellungen, wenn ich nicht jedes mal von Hand das BIOS resette).

    Und jop, der Doppelturm mit den sehr langen Namen ist Thermaltakes einziger auf leise getrimmter Kühler. Grund: Die US-Käufer sind viel weniger Lärmempfindlich und wollen lieber eine höhere Grundleistung. Deshalb bieten z.B. Cooler Master einiger Kühler mit unterschiedlichen Lüftern für EU und US an. Beim Hyper 612 V2 bin ich wirklich nochmal auf lowest-rpm-Messungen gespannt, vielleicht reisst der da noch was.
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  • ich hab den kleinen hier auf ne x3 geschraubt, erheblich besser verarbeitet und leiser als ich erwartet hätte

    http://www.amazon.de/Raijintek-0P105255-CPU-K%C3%BChler-1800rpm-4-polig/dp/B00E5YTGIY/ref=pd_sim_sbs_computers_3?ie=UTF8&refRID=18Q18F08PNN8BNKQSGBM

    ist zwar nicht ganz die gleich liga, aber ich hab damals weniger als die aktuellen 27 € bezahlt - für 22 war der echt mehr als akzeptabel...
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  • Jo, der Themis ist echt ganz gut verarbeitet - speziell, da die direkt aufliegenden Heatpipes schön plan mit dem Rest der Bodeneinheit abschließen, ohne dicke Spalten als potentielle Hot-Spot-Quelle. Den sowie den größeren Evo hab ich auch noch für eins der nächsten Updates da :) Mal schauen, ob der den CM Hyper 212 deutlich besiegen kann
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  • jup, astreine verarbeitung, und recht einfach zu montieren.. ich hab ihn mit lüfter unten und nach oben pustend eingebaut, hat sich im billligprojekt angeboten...

    bodenlüfter, dann kommt eine gewisse GTX 260 die auf 1k rpm beim lüfter steht, dann der thermis, und dann wieder oben ein gehäuselüfter - kamineffekt in perfektion, ich hätte nicht gedacht daß ich diese komponenten so supersilent in einem billigcase gekühlt bekomme - und kalt ist in dem fall mit ~ 45 °C unter vollast wörtlich gemeint *g* Ich meine, da ist ne X3 und ne GTX260 drin, beides keine effizienzwunder ;)

    im Bild fehlt noch der untere lüfter...
    http://www11.pic-upload.de/thumb/02.10.14/lxpz7iksmwh2.jpg
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  • Btw: Man sagt (*räusper*), es gebe dafür bei Bedarf an einem geheimen Ort auch ein separates AMD-Einbaukit, um den 90° zu drehen.
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  • das war in dem fall aber so gewollt... -.-

    u.a. weil bitfenix einem die montage von frontlüfter mit gummipins nicht einfach macht, schon gar nicht in so einem biligcase... *g*
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  • Guter Artikel, mit viel Interesse gelesen. Aus der Praxis für die Praxis.

    http://www.pc-max.de/artikel/kuehlung/coolermaster-hyper-212

    Der frühe CM Hyper 212 und der spätere EVO sowie der Downblower Gemini
    sind bei uns seit 2008 die StandardCooler für POS (Point of Sale) Workstations,
    und die "Better Office" Kisten für den Freiberufler;
    der Gemini ist die Wahl für flache (Coolermaster Elite) Desktop Case Kassen.
    Aus meinem "Langzeittest" für den 212 ein paar Erahrungen, die sich teilweise auch auf den 612 anwenden lassen.

    Warum einen CPU-Cooler für Office?
    Der Einbau vom Boxed einerseits ist geräusch- und auch leistungstechnisch ein NoGo,
    andererseits gehen um die 30 Euro beim Kunden im Assembling eben so durch.
    Bei Geräten, die je nach Einsatzbereich bis zu 16 Stunden am Tag laufen,
    ist ein CPU-Cooler schon ob der besseren Useability = Gebrauchstauglichkeit der Kiste sinnvoll.

    Der Einbau:
    Die Verarbeitung des Coolers ist gut, die Lamellen sind ordentlich befestigt, Montagesatz
    mit Backplate komplett aus Metall gefertigt (kein Gebrösel von Billigplastik). Drehbar!
    Wichtig: Freie Ramslots!

    Der Lüfter:
    Dazu gesellt sich ein leistungsstarker, langlebiger Lüfter ohne Lagerschleifen
    oder nervigem Gebrummsel, der genügend Druck erzeugt und auch bei Vollast
    von 2000, bzw. 1600 Touren nicht auf die Nerven geht. Verwendbar, nix Tonne!
    UltraSilent ist er zwar nicht, aber gut für 20 TSD Stunden Betriebsdauer.

    Die Nutzungsdauer:
    Das sind dann 5 - 7 Jahre bis zum allfälligen Lüfter-Austausch, wobei dann für die meisten Geräte auch bei Leuten, die ihre Kisten bis zum quasi "geht nicht mehr" nutzen, ohnehin der "Rollout" angesagt ist.

    Der Kisten-Schraub-bär für die Lüfter-de-montage:

    Dieser mal eben ausgeliehene Bär verweist auf eine so hochkarätige durchdachte Ingenieursleistung, die nur durch den Assembler oder Kunden noch weiterzuführen und zuende zu bringen ist.
    Es klappert wirklich nix. Denn der Lüfter des alten 212 muss mit innenliegenden Schrauben an zwei Montagewinkel befestigt werden, die anschließend oben und unten an den Kühlerblock geschraubt kommen, so daß beim (seltenen) Lüftertausch das volle Programm mit Moboausbau und Kühler runter angesagt war...bzw. ist, weil man sonst den Pusterich nicht mehr von seiner Halterei runterkriegt. Beim Evo aber alles kein Thema mehr dank abnehmbarer seitlicher Halteklammern.

    Fazit: Gute solide Midclass ohne Ausreißer - weder nach unten noch nach oben mit insgesamt guter Gebrauchsdauer. Insgesamt stimmiges und bezahlbares Komplettpackage!
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  • Jup, die 212 Evo sind extrem "sinnvolle" Kühler hinsichtlich Preis-/Leistung. Und gut zu hören, dass die Lüfter so lange durchhalten - das ist eine Info, die ich nicht zu geben in der Lage bin.

    In den USA schneiden die Evos von der Kühlleistung her meist noch etwas besser ab als in Europa - der Grund: Der schneller drehende Lüfter ;) Wobei das EU-Paket imho die deutlich sinnvollere Variante ist.

    Die Teststation ist übrigens tot :-( Es wird erstmal nur Kühlertests auf einem Übergangssetup geben, bis wir ein richtig = komplett neues Setup haben. Ich hab für den Übergang mal schnell was aus dem Regal hinter mir zusammengeschraubt - da kann ich ich natürlich nciht ALLE Kühler drauf nachmessen (das gibts dann erst mit der finalen, neuen Teststation).
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