Vergleichstest: Die stärksten CPU-Kühler im Dual Tower Format

Thermaltake Frio Extreme Silent 14 Dual

Thermaltake unterzieht den bereits als Frio Extreme bekannten CPU-Kühler einer kleinen Frischzellenkur und stattet den ansonsten auf den ersten Blick identischen Kühlerkörper mit neuen Lüftern aus, die nun in einem Drehzahlbereich zwischen 500 bis 1200 U/min arbeiten und somit einen deutlich leiseren Betrieb des Kühlers ermöglichen sollten, als die Lüfter des alten Frio Extreme (1200 bis 1800 U/min).

Bringt man die Lüfter so weit wie möglich nach unten hängend an, so gehört der Frio Extreme Silent Dual 14 mit einer Bauhöhe von 16 cm zu den niedrigsten Dual-Tower-Kühlern im Testfeld. Wird der Lüfter weiter oben versetzt, um darunter mehr Platz für höhere Arbeitsspeichermodule bieten zu können, wächst der Platzbedarf in der Höhe auf bis zu 17,3 cm.

Da das Design des Kühlkörpers noch aus dem Jahr 2012 stammt, bietet Thermaltake hier erwartungsgemäß noch einen symmetrischen Aufbau: Die Heatpipes ragen zu gleich langen Teilen aus der Bodenplatte heraus und werden nicht zu Gunsten höherer RAM-Kompatibilität versetzt.

Die beiden Kühltürme bieten einen identischen Aufbau mit jeweils 56 zueinander versetzt angebrachten Kühllamellen aus Aluminium mit einer Materialstärke von 0,4 mm. Diese ragen abwechselnd an der Luftein- sowie Luftauslassseite etwas über die jeweils darunterliegende Lamelle.

Für den Wärmeabtransport stehen insgesamt sechs vernickelte 6-mm-Heatpipes zur Verfügung, die direkt nebeneinander im Luftstrom liegen. Sämtliche Kühlfinnen weisen die auf der obersten Lamelle erkennbaren Einstanzungen zwischen den Heatpipes sowie das jeweils an den Außenseiten eingestanzte Herstellerlogo auf. Die Heatpipes selbst sind nicht einzeln mit den Kühllamellen verlötet worden.

Die Bodenplatte hingegen zeigt bei ganz genauem Hinsehen eine Verlötung der Heatpipes, auch wenn diese nicht bündig mit dem Austritt der Wärmeleitrohre endet und keine geringen Lotmengen an den Übergangsstellen hervorquellen: Entsprechende Rückstände als Beleg für die Verlötung zeigen sich nur bei sehr genauem Hinsehen in den winzigen Spalt zwischen den beiden Bauteilen.

Als Kontaktfläche zur CPU setzt Thermaltake auf eine auf Hochglanz polierte Bodenplatte.

Die eigentliche Neuheit beim Thermaltake Frio Extreme Silent 14 Dual sind die beiden neuen Lüfter vom Typen PLA14025S12M, die mit 500 bis 1200 U/min ans Werk gehen. Eingebaut im System einschließlich Gehäusebelüftung fällt der Default-Wert mit knapp über 1100 U/min etwas geringer als der maximel Drehzahlwert aus. Die Neuerung besteht im Vergleich zum Vorgängermodell also primär aus einem deutlich geringeren Drehzahlbereich und weißen statt transparent-blauen Rotorblättern.

Zusätzlich legt Thermaltake zwei Low-Noise-Adapter bei, die im Gegensatz zu den regulären Lüfterkabeln mit schwarzem Gummisleeve versehen wurden: Damit lässt sich die Maximaldrehzahl der Lüfter auf etwa 700 U/min reduzieren.

Die etwas höheren Messwerte der Lautstärke der Lüfter täuschen ein wenig darüber hinweg, dass es sich hier um Exemplare mit einem extrem laufruhigen Lager handelt: Einer der beiden Lüfter arbeitet selbst bei der minimalen Drehzahl von um 500 U/min vollkommen nebengeräuschfrei, der andere weist ein wirklich minimales Schleifen auf, das nur mit dem Ohr direkt am Lüfter wahrgenommen werden kann.

Auch wenn die Lüfter somit aufgrund ihres sehr ordentlichen Luftdurchsatzes bei 1000 U/min und maximaler Drehzahl immer noch etwas lauter sind als die direkte Konkurrenz, sorgt spätestens der Low Noise-Adapter dafür, dass der Thermaltake Frio Extreme Silent 14 Dual seinem Namen voll und ganz gerecht wird. Er eignet sich dann sogar für den Silent-Einsatz, ohne dabei auf die Steuerungsfunktion des Mainboards oder eine entsprechende Zusatzplatine angewiesen zu sein.

Die Lüfter werden von Halteklammern am Kühlkörper gehalten - und diese sollten unbedingt vor der Kühlermontage am Kühlkörper angebracht werden. Denn die zum Einstecken der Klammern vorgesehenen Löcher in den Kühllamellen lassen sich im eingebauten Zustand nur noch mit viel Geschick erreichen. Dies gilt aber andererseits generell für die Kühler aller Hersteller, die eine Anbringung der Drahtklammern in Haltelöchern vorsehen. 

Es empfiehlt sich zudem, die Lüfter wenigstens einmal im ausgebauten Zustand vorab anzubringen, denn die Klammern halten die Lüfter anschließend extrem straff am Kühlkörper. Zudem ist bei der Erstmontage besonders viel Kraftaufwand erforderlich, aber das bessert sich bereits beim zweiten Versuch deutlich. Auf eine Entkopplungsmöglichkeit zwischen Lüfterrahmen und Kühlturm wurde von Thermaltake verzichtet. Aufgrund der sehr festen Halteklammern und der ordentlichen Lager entsteht daraus allerdings auch kein großer Nachteil - zumindest bei diesem Kühler.

Montage und Kompatibilität

Als Montagegrundlage dient eine einseitig mit Moosgummi versehene Universal-Backplate. Das Moosgummi hält auch gleichzeitig die vier Schrauben, die für die nächsten Installationsschritte von hinten durch die Backplate gesteckt werden, so dass das Ganze nicht zu unnötiger Fummelei verkommt. 

Gut: Die zur Montage nötigen Teile sind gerodnet in kleinen Plastibeuteln verpackt, die mit einem Kennbuchstaben versehen wurden - so entfällt die Grübelei darüber, was denn wohl welche Schraube sei.

Von der Vorderseite aus können nun vier Abstandshülsen aus Metall verschraubt werden, auf denen wie üblich ein Halterahmen angebracht wird. Hierzu ist die Verwendung eines Schraubendrehers erforderlich. Der Rahmen sorgt in sehr wenigen Fällen - beispielsweise bei AMD-Mainboards mit unüblicher, eigener Kühlerbestückung wie das für die Temperaturmessungen verwendete Gigabyte GA-MA990FXA-UD7 oder das Asus Crosshair V Formula-Z - für Kompatibilitätsprobleme.

Hier kollidiert der Halterahmen mit der Chipsatzkühlung der Hauptplatine und muss an der linken unteren Ecke abgefeilt werden. Auf aktuellen Intel-Systemen treten derartige Probleme nicht auf. Dafür lässt sich der Kühler auf AMD- wie auch Intel-Systemen in 90-Grad-Schritten versetzt anbringen.

Der von einer verschraubbaren Querstrebe gehaltene Kühlkörper selbst wird anschließend auf der CPU befestigt.

Der vordere Lüfter kann und sollte bereits vor dem Verschrauben des Kühlers angebracht werden, der mittlere hingegen erst nach der Verankerung der Querstrebe am Halterahmen. Je nach der Nähe des Kühlkörpers zum Gehäusedeckel kann es zu einer kleinen Geduldsprobe werden, bis die leicht störrische Haltedrahtklammer an den Montagelöchern des Lüfters zum Einrasten überredet werden kann.

Bei unserem Testkühler sorgte die Kombination aus der konvexen Bodenplatte des Kühlers im Zusammenspiel mit dem ebenen Hestspreader der AMD-CPU übrigens dafür, dass wir durch den Einsatz von mehr Wärmeleitpaste als üblich ein um zwei bis drei Kelvin besseres Temperaturergebnis erzielen konnten. Beim Einsatz auf Intel-CPUs ist das aufgrund der konkaven Heatspreader nicht nötig.

Kühler und Lüfter überragen leider sämtliche RAM-Slots; selbst bei Einsatz normal hoher Arbeitsspeichermodule muss der vordere Lüfter am Kühlkörper nach oben versesetzt werden. Lässt man dem Frio Extreme Silent 14 Dual die maximalen 17,3 cm Höhe im Gehäuse einnehmen, passen maximal 3,45 cm hohe Speicherriegel unter ihn.

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22 Kommentare
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    Dein Kommentar
  • Derfnam
    Time für some phan, Tex^^. Good Rastaduck Vibration, Mahn.
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  • 7664stefan
    Schöner Test! :) Eine H110i als Referenz wäre jetzt auch noch nett gewesen, da in einigen aktuellen Threads wieder mal auf AIO an Stelle von Luft gesetzt wird.
    Auch gut zu sehen, dass der 'betagte' Silver Arrow immer noch so gut mithalten kann. Das zeigt mir, dass beim Thema Luftkühlung so langsam das Ende der Fahnenstange erreicht ist.
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  • Myrkvidr
    Ya, Phanteks liegt schon bereit, my bredda!

    Zu AIOs wird es natürlich auch nen entsprechenden Endlos-Test geben. Luft nach oben gibt es im Bereich Luftkühlung schon noch - dann würden die Kühler allerdings irgendwann die 100-Euro-Schallmauer durchbrechen ;) Ansonsten werden hier eben Punkte wie Kompatibilität, benutzerfreundliche Montage etc. zunehmend wichtiger.
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  • Derfnam
    Beide? Bzw alle 3, also auch das Alusandwich?
    Und stefan: ich sach nur Genesis. Der war beim VÖ die neue Fahnenstange. Und solang immer wer n büschen Vaseline nachschmiert, wird das - naja:
    https://www.youtube.com/watch?v=6sAtZ0gzF9Y
    ^^
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  • Myrkvidr
    Bis jetzt hab ich nur den dicken Doppelturm hier, für Single Tower habe ich erstmal noch andere abzuarbeiten und Top-Down kommt... irgendwann ;) Dürfte aber aufgrund zur Tendenz zu entweder kleineren oder unfassbar großen Systemen auch wieder beliebter werden.
    Der Genesis kommt auch noch in der schwarzen Version mit bei den Doppeltürmlern rein.
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  • Matthias von Mutti
    Habe den K2 in der Runde vermisst
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  • Myrkvidr
    Geduld, Geduld - auch der steht für das Update des Artikels direkt hinter mir. Kommt nach der IFA mit dazu :) Die vermissten Kühler sind u.a. der Grund, warum ich Awards auch erst mit frühestem den nächsten Update verteilen werde - erstmal genau anschauen, was die fehlenden Hersteller hier noch zu bieten haben.
    Ich muss die Roundups hier stückchenweise erweitern, sonst schlägt mich der Chef mit dem Rohrstock, weil ich nur am Messen bin und nicht genug Content liefere ;)
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  • Derfnam
    Das ist dieser Fußballfan, oder? Dieser Hooligan von der Ostsee, ne? Hans A. Rohrstock? Geboren in Norwegen, Haugesund, mein ich.
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  • Myrkvidr
    Genau der! Und wenn er selbst keine Zeit hat, die Strafe auszuteilen, schickt er Walter Frosch... ;)
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  • Derfnam
    Der kann Tote erwecken? Gruslig.
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  • Myrkvidr
    Viele angeblich Tote ziehen sich nur auf den Mars oder in den Erdkern unterhalb der Arktis zurück... muss man wissen ;)
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  • Plitz
    Wie schlagen sich diese Geräte im Vergleich zu fetten Single-Tower-Kühlern? Explizit den Macho?
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  • Derfnam
    Sadist! Jetzt merkt doch der Prügelchef, dass die Kühlercharts 2014 fehlen :D
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  • Myrkvidr
    Die Charts werden wohl demnächst überarbeitet - sagte, nein: brüllte der Prügelchef neulich ;)

    @Piltz: Schau mal zum Vergleich rüber in den Single-Tower-Test - der Macho liegt etwas hinter den Ergebnissen vom True Spirit 140 Power (zumindest bei max rpm und 1000 rpm - semipassiv ist der True Spirit natürlich chancenlos gegen den Macho). Ich versuche mal dran zu denken, den Macho bei den Single Towern mit reinzupacken, da der ja doch recht beliebt ist ;)
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  • Plitz
    Hoffentlich zeigen deine Ergebnisse dann, dass er zu Recht beliebt ist ;) Mich hat allein schon der mitgelieferte Schraubenzieher überzeugt, für den man im Baumarkt gut und gerne schon 15€ hätte hinblättern müssen.
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  • Derfnam
    Tests zum Macho findest du ja reichlich, auch Vergleiche zu Doppelwhoppern:
    http://www.hardwaremax.net/reviews/kuehler/313-test-phanteks-ph-tc14pe-high-end-twintower.html?showall=&start=6
    Zwar ist das Testsystem anders, aber ne Idee solltest du trotzdem kriegen.
    Aus meiner persönlichen Sicht kommen - sofern man überhaupt so einen Klotz braucht - neben dem Macho der schon erwähnte True Spirit sowie der Phanteks mit einem Lüfter und natürlich alle Prolimatechs in die Verlosung, wobei ein Scythe Kotetsu seinerseits in so ziemlich allen Kühllebenslagen locker reichen sollte. Oder ein nicht zu teurer Downblower wie der Scythe Grand Kama Cross 2.
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  • gst
    Zitat:
    Die Charts werden wohl demnächst überarbeitet - sagte, nein: brüllte der Prügelchef neulich ;)
    SNIP

    *hüstel* :no: ;)
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  • Myrkvidr
    Doppelpost! [:myrkvidr]

    "Demnächst" ist glücklicherweise ein vager Begriff ;)

    €: Leider wurde der Doppelpost schon wieder gelöscht, daher ist meine Lästerei nun obsolet xD
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  • Derfnam
    Was mir da grad so einfällt, wenn ich - ne?
    https://www.youtube.com/watch?v=hgT707uizYI
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  • 7664stefan
    Der Genesis kommt jetzt mal weg nachdem es so ein Angang war, dafür ein paar neue Schrauben zu bekommen. :pt1cable:
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