CPU-und APU-Charts 2018 (Update)

Viel hilft nicht immer viel - aber andererseits kann ein heute noch leicht überdimensioniert wirkendes System vielleicht morgen schon an seine Grenzen stoßen. Man kann deshalb wohl nie genug Leistung haben und es gibt auch ein gewisses Gefühl an Zukunfts- und Planungssicherheit, wenn man (berechtigterweise) glaubt, auch für künftige Anforderungen noch gut gerüstet zu sein.

Update vom 03.05.2018

Wir haben die neuen AMD Ryzen 7 2700X, 2700, Ryzen 5 2600X und 2600 zugefügt, sowie einige ältere Benchmarks mit neuem BIOS wiederholt und die Plausibilität getestet. Alle Benchmarks entsprechen nun dem aktuellen Stand, können aber von älteren Veröffentlichungen geringfügig abweichen.

Eine solche Annahme kann aufgehen, muss aber nicht. Zunächst wird man sich überlegen müssen, für was der PC in der Gegenwart und näheren Zukunft gerüstet sein muss und was später vielleicht noch hinzukommen könnte. Genau daran sollte man seine Überlegungen ausrichten - und ein klein wenig Reserve einplanen.

Doch mehr Leistung kostet ja leider auch stets - oft sogar unproportional - mehr Geld, weswegen man den Nutzen einer (massiven) Leistungsreserve äußerst kritisch hinterfragen muss.



Wir hatten das Thema ja gerade schon einmal kurz gestreift: Oft genug liegen Anspruch, Wunsch und finanzielle Möglichkeiten nicht sonderlich eng beisammen. Doch hier hilft die Wundermedizin "Vernunft", die den Anwender zu Kompromissbereitschaft und Einsicht in die unabänderlichen Tatsachen führen sollte. Aspekte wie Ökologie (Leistungsaufnahme und Langlebigkeit) und Ökonomie (Aufwand und Nutzen) sollten stets in einem gesunden Verhältnis zueinanderstehen. Wir schrieben es ja gerade: Man sollte sich am besten wirklich nur das anschaffen, was man wirklich braucht (bzw. in näherer Zukunft noch könnte).

Darüber hinaus bieten wir natürlich auch Anleitungen, wie man sie ein System dann nach dem Zusammenbau auf Stabilität und Leistungsgrenzen hin überprüfen kann:

Doch es gibt ja nicht nur das Gaming. Egal, ob nun 2D- oder 3D-Ausgabe - die Anforderungen im (semi-) professionellen Bereich oder dem Home-Office sind sehr vielfältig. Je nach verwendeter Standardsoftware oder den Programm-Suiten stößt man auf sehr langlebige Software-Produkte mit einem oft mehrjährigen Nutzungs-Zyklus. Das beinhaltet auch, dass viele (ältere) Programme eher (noch) auf eine hohe IPC setzen und kaum über viele Threads ordentlich skalieren, oder aber im Gegenzug parallel auch Berechnungen durchführt, deren Last so hoch ist, dass bei falsch eingesetzten CPUs die Performance der Grafikausgabe überproportional leidet.


Für viele Bereiche muss es heute nicht mehr zwingend ein Intel Xeon sein, denn oft reicht auch die Consumer-Variante, wenn man auf ECC-RAM verzichten kann. Mit dem so eingesparten Budget bleibt fast immer auch ein größerer Spielraum für die Grafikhardware.

Das Test-Setup

Die Test-Methodik haben wir im Grundlagenartikel "So testen wir Grafikkarten, Stand Februar 2017" ja bereits sehr ausführlich beschrieben und so verweisen wir deshalb der Einfachheit halber jetzt nur noch auf diese detaillierte Schilderung. Wer also alles noch einmal ganz genau nachlesen möchte, ist dazu gern eingeladen. 

Abweichend ist in diesem Falle nur die Hardwarekonfiguration mit CPU, RAM, Mainboard, sowie die neue Kühlung, so dass die Zusammenfassung in Tabellenform schnell noch einen kurzen Überblick über das hier und heute verwendete System gibt:

Testsysteme und Messräume
Hardware:
AMD Sockel AM4 (Ryzen Gen.2 CPUs)
MSI X470 Gaming M7 AC
2x 8GB G.Skill FlareX DDR4-3200

AMD 
Sockel AM4 (Ryzen Gen.1 CPUs)
MSI X370 Tomahawk
2x 8 GB G.Skill TridentZ DDR4-3200 RGB

AMD Sockel AM4 (APUs)
Gigabyte AB350N GAMING WIFI
2x 8GB G.Skill FlareX DDR4 3200

AMD Sockel SP3 (TR4)
Asis X399 ROG Zenith Extreme
4x 8 GB G.Skill TridentZ DDR4-3200 RGB

AMD Sockel AM3+
Asus Sabertooth 990FX
2x 8 GB Corsair Dominator Platinum DDR3 2133

Intel Sockel 1151 (Z370):

MSI Z370 Gaming Pro Carbon AC
4x 8 GB G.Skill TridentZ DDR4-3600 RGB

Intel Sockel 1151 (Z270):
MSI Z270 Gaming 7
2x 8GB Corsair Vengeance DDR4-3200@2666 MHz

Intel Sockel 2066
MSI X299 Gaming Pro Carbon AC
4x 8 GB G.Skill TridentZ DDR4-3200 RGB

Intel Sockel 2011v3:
Intel Core i7-6900K
MSI X99S XPower Gaming Titanium
4x 4 GB Crucial Ballistix DDR4-2400

Alle Systeme:
GeForce GTX 1080 Founders Edition (Gaming)
Nvidia Quadro P6000 (Workstation)

1x 1 TByte Toshiba OCZ RD400 (M.2, System SSD)
4x 1050 GByte Crucial MX 300 (Storage, Images)
Be Quiet Dark Power Pro 11, 850-Watt-Netzteil
Windows 10 Pro (alle Updates)
Kühlung:
Alphacool Eiszeit 2000 Chiller
Alphacool Eisblock XPX
Thermal Grizzly Kryonaut (für Kühlerwechsel)
Monitor:
Eizo EV3237-BK
Gehäuse:
Lian Li PC-T70 mit Erweiterungskit und Modifikationen
Modi: Open Benchtable, Closed Case
Leistungsaufnahme:
berührungslose Gleichstrommessung am PCIe-Slot (Riser-Card)
berührungslose Gleichstrommessung an der externen PCIe-Stromversorgung
direkte Spannungsmessung an den Shunts, den jeweiligen Zuführungen und am Netzteil
Auslesen der Mainboard-Sensoren
2x Rohde & Schwarz HMO 3054, 500 MHz Mehrkanal-Oszillograph mit Speicherfunktion
4x Rohde & Schwarz HZO50, Stromzangenadapter (1 mA bis 30 A, 100 KHz, DC)
4x Rohde & Schwarz HZ355, Tastteiler (10:1, 500 MHz)
1x Rohde & Schwarz HMC 8012, Digitalmultimeter mit Speicherfunktion
Thermografie:
Optris PI640, Infrarotkamera
PI Connect Auswertungssoftware mit Profilen
Akustik:
NTI Audio M2211 (mit Kalibrierungsdatei)
Steinberg UR12 (mit Phantomspeisung für die Mikrofone)
Creative X7, Smaart v.7
eigener reflexionsarmer Messraum, 3,5 x 1,8 x 2,2 m (LxTxH)
Axialmessungen, lotrecht zur Mitte der Schallquelle(n), Messabstand 50 cm
Geräuschentwicklung in dBA (Slow) als RTA-Messung
Frequenzspektrum als Grafik
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17 Kommentare
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    Dein Kommentar
  • Wurzel
    Ein wirklich interessanter Test.... wär es geworden, wenn man alles in höheren Auflösungen getestet hätte; wer bitte arbeitet mit Autocad und spielt in 1080p wenn er sich eine 1500€ CPU und eine 800€ Grafikkarte zulegt?
    Ein Blödsinn ist das, nur die Full-HD-Auflösung zu benchen.
  • FormatC
    Es gibt Seiten, da testet man CPUs sogar in 720p. Der Grund ist eigentlich logisch, weil sonst immer die Grafikkarte limitiert und man bei den stärksten CPUs schon keine Unterschiede mehr sieht. Bei Grafikkarten sieht das natürlich anders aus, aber das sind dann ja auch wieder andere Charts :)
  • Biedermeyer
    Die abgebildeten Klipsch sind nicht Bestandteil der Testumgebung?
  • FormatC
    Die Tischlandschaft geht ja rechts noch weiter... :D



    Als Audio-Referenz taugt Klipsch schon lange nicht mehr. Die Teile sind nur zum Fun und zum Zocken ganz gut geeignet. Dort sitze und schreibe ich, was links und hinter mir gemessen wurde. Hier im Raum stehen noch mehr Bench Tables und PC-Arbeitsplätze, sowie mein Gaming Table. :)
  • drno
    Gut erklärter und ausführlicher Testbericht.
    Sollte man zur Pflichtlektüre aller CPU Käufer machen.
  • FormatC
    Wenn die neue Seite steht, gibt es auch wieder richtige CPU-Charts - auf einem der Sub-Brands ;)
  • drno
    Ich finde das "Beiwerk" mindestens so gut wie den Test.
    Der Käufer, wie du schon im Text vermittelst, sollte bedenken, daß er als Spieler nicht nur ne überteuerte Grafenkarte mit unumgänglicher Infra kauft.

    Ab dann wirds nur noch billig. Bis hinein zur Kanickelkiste weil das billigste brauchbare Neubau Case dann doch iwie zu teuer war.

    Ich meine, gerade in Zeiten des nunmehr erwachten Wettbewerbs zwischen der fleissigen Lisa und dem knetegeilen Kranich sollte man inzwischen mehr als lediglich inkrementelle Verbesserungen erwarten können. Andererseits: Bei einem leistungsstärkeren - und kostenintrensiveren - Sys fällt der prozentuale Anteil der CPU weit weniger ins Gewicht als bei einem Einstiegshobel. Undn ausser daß der reine Wurmanteil auf dem Köder dem Fisch schmecken muss, soll der Prozzi ja nicht nur technisch auf das Brett passen.

    Hungrige Mehr- oder gar Vielkerner auf Einsteigerbrettern halten nicht lange. Meine Erfahrung. Wir hatten damals von Abit ne interne Liste, wo draufstand, wieviel - und wielange. Die reichte von 15.5 bis kurz vor 40 Tsd Stunden. und bezifferte das Zeugs vom Einsteiger bis zum High Ender..
  • Derfnam
    A bit old...
  • drno
    Golden Oldies - meinste, das ist heut andersch? *ROFL*
  • Derfnam
    Laß es mich so sagen: AsRock hatte bisher der Verbau minderwertiger Elkos nicht einzugestehen.
  • Bertl96
    Wie meinst du das Derfnam?
  • drno
    Ja, bequiet ist einfach überall.
    Immerhin hat abit das Zeugs ohne große Hackelhüh zurückgenommen.
    Von da an gabs dann die Listen...;-)
  • Derfnam
    Also 15 Jahre alt oder gab es eine jährlich bis 2008 (oder 2009)?
  • jmaier969
    Imo wäre die Zeit für den Rundenwechsel bei Civ6 (riesige Karte, Endgame) ein besserer
    Anhaltspunkt für die Beurteilung einer CPU als FPS.
    Nichts nervt mich (Rundenstrategen) mehr, als ewige Rundenwechsel.
  • Bertl96
    Normalerweise hat Igor das bei den Benchmarks dabei: http://www.tomshardware.de/ryzen-2000-performace-leistungsaufnahme-temperaturen,testberichte-242470-5.html

    Weiß nicht wieso er das hier nicht drinnen hat.
  • drno
    die waren eigentlich intern für den Service in China - um 2008 rum.
    Danach war bei ABit ohnehin Feierabend mit den Brettern