Creative Sound Blaster Roar Pro: HiFi-Sound aus der Brotdose

Der Soundblaster Roar Pro ist kein einfaches Upgrade zum Roar 2, sondern eine komplett neue Erscheinung. Da auch unsere Messungen zudem Erstaunliches ergeben haben, hat die Neuauflage dieses kleinen Hi-Fi-Zwerges einfach einen eigenen Test verdient.

Das Bessere ist bekanntlich des Guten Feind, so auch hier. Wenn dann letztendlich auch noch der Preis stimmt und man den deutlich besseren Nachfolger des Creative Sound Blaster Roar 2 für den ehemaligen Preis bekommt, dann kann man durchaus noch einmal zwei Augen und Ohren riskieren, um das nun Gehörte neu einzuordnen

Allerdings haben wir diesmal das Gesamtkunstwerk noch etwas aufgepeppt, denn wenn der Spieltrieb einmal durchbricht, gibt es auch bei sonst eher nüchtern agierenden Redakteuren kein Halten mehr. Mit dem iRoar Mic erweitern wir den iRoar Pro nämlich im Handumdrehen zur Vortrags-Abhör-Karaoke-Maschine und setzen dann mit dem Stereokabel auch räumlich noch einen drauf.

Rein optisch und haptisch macht der Creative Sound Blaster Roar Pro deutlich mehr her als der bereits getestete Vorgänger Roar 2 - zumal die ganzen nervigen Fingerabdrücke der Vergangenheit angehören dürfte. Einmal mutig geworden haben wir nämlich alle Produktbilder der Komponenten erst nach dem Gebrauch gemacht, um die Verbesserungen auch visuell zu dokumentieren.

Lieferumfang

Der Lieferumfang des 199 Euro teuren Gerätes fällt zweckmäßig aus. Ein Steckernetzteil mit wahlweise zwei verschiedenen Steckernormaufsätzen, ein USB-Anschlusskabel und ein 3,5-mm-Klinkenkabel findet man als Dreingabe; ein Handbuch gibt es natürlich auch. Aber das Gerät ist fast schon selbsterklärend, wie wir gleich noch sehen werden.

Optik, Haptik und Aufbau

Doch kommen wir zurück zum Roar Pro als solchem. Kühles, schwarzes Lochmetall in Kombination mit einigen Chrom-Applikationen und ein gummiartiges Coating der Flächen um die Bedienelemente herum lassen ein deutlich wertigeres Gefühl aufkommen als die Gunmetallic-Interpretation des Roar 2 mit seiner integrierten Fingerabdruckskartei.

Der Subwoofer liegt wieder oben in der Mitte, was eine räumlich etwas unabhängigere Abstrahlung ergibt, die nicht so sehr vom Standort des Gerätes beeinflusst wird.

Das Lochmetall ist auf einem massiven Frame im Inneren auch komplett über die Front gezogen, die nunmehr wieder zur Aufnahme der beiden Stereo-Lautsprecher für Mitten und höhen dient.

Befanden sich diese Treiber-Chassis beim Roar 2 noch oben neben dem Subwoofer, sind sie wie beim Ur-Roar wieder in die Front gewandert, was dem Klang ungemein zuträglich ist. Allerdings kann man den Roar Pro nunmehr nur noch liegend betreiben, was aber eigentlich kein Manko ist.

Wenn etwas (leicht) zu kritisieren ist, dann ist es die Unterseite mit den etwas zu dünn ausgefallenen Gummistreifen als Aufstellfläche. Während der Schutz gegen das Verrutschen noch recht gut funktioniert, hat es rein akustisch leider Nachteile. Vergrößert man nämlich den Abstand zu einer möglichen Resonanzfläche (Tischplatte u.ä.), klingt der Creative Sound Blaster Roar Pro plötzlich deutlich neutraler und differenzierter!

Wir haben Creative als Zubehör einen Ständer empfohlen, der ähnlich wie ein Edelstahl-Freischwinger gestaltet sein könnte und den Roar Pro beispielsweise vom Tisch besser entkoppelt.

Die zwei passiven Bassmembranen an den Gehäuseseiten sind nunmehr wieder besser geschützt und verschwinden hinter derm gleichen schwarzen Lochmetall wie schon die aktiven Lautsprecher.

Dieses Prinzip gefällt uns deutlich besser als so manche mühsam implementierte Bassreflexrohr-Lösung anderer Geräte. Die gesamte Abstrahlcharakteristik ergänzt die des Subwoofers nahezu ideal, was wir später auch bei den Messungen noch sehen werden.

Funktionalität und Bedienung

Das mit der eierlegenden Wollmilchsau ist noch gar nicht einmal so weit hergeholt, denn irgendwie kann das Teil so ziemlich alles.

Die Einspeisung kann sowohl über Bluetooth als auch über die Stereo-Klinke am analogen Aux-Eingang erfolgen. Betrachtet man die Rückseite von links nach rechts dann findet man neben dem 5V-Netzteilanschluss die bereits erwähnte Aux-Klinkenbuchse sowie eine normale USB-2.0-Buchse. Letztere kann zur Speisung eines externen Verbrauches genutzt werden, so dass man beispielsweise auch sein Smartphone aufladen könnte. Das klappt sowohl bei Stromversorgung aus dem Netzteil als auch im reinen Akkubetrieb.

Als Nächstes folgt eine Mini-USB-Buchse, mit der man den Roar Pro an einen PC anschließen kann. Je nach gewählter Schalterstellung (ganz rechts) fungiert der Roar Pro dann als Massenspeicher oder sogar als extern steuerbare Soundkarte, wobei es mit der verfügbaren Treiber-Software möglich ist, die typischen Features wie Crystalizer & Co. vom PC aus zu steuern und dann im Sound Blaster Roar Pro zu nutzen. Über Sinn oder Unsinn mag man steiten können, schaden kann es jedenfalls erst einmal nicht.

So ganz nebenbei lassen sich über eine im folgenden SD-Karten-Slot versenkte Micro-SD-Speicherkarte Musikdateien abspielen und sich diese Karte im Umkehrschluss als Datenträger für eigene Audioaufzeichnungen von Telefongesprächen oder Mikrofoneinspeisungen über das iRoar Mic nutzen. Auf Letzteres werden wir später noch noch genauer eingehen; die Bedienelemente für die Aufnahme sowie die Stummschaltung des eigenen Mikrofons liegen jedenfalls gleich rechts daneben.

Das Bedienfeld mit den Funktionstasten für den Player liegt ebenfalls auf der Rückseite, was nicht sonderlich praktisch scheint. Der als nächstes folgende Wahlschalter für drei vordefinierte Audio-Profile ist neu, aber ein wenig fummelig.

Benutzt haben wir diese Option nicht, denn das, was als "warm" angeboten wird, lässt sich maximal als Höhenabsenkung für arg rauschende Inhalte nutzen und die Einstellung "energetic" lässt den Roar Pro etwas zur Badewanne verkommen. Die separate Tera-Bass-Taste aktiviert nunmehr nur die Anhebung der Bässe und ein wenig auch der Höhen, hebt sich im Charakter aber deutlich (positiv) von den etwas zu übertriebenen Klangprofilen ab.

Das Bedienfeld an der Oberseite ist beim Sound Blaster Roar Pro endlich wieder richtig herum beschriftet und die schönste Neuerung ist das NFC-Feld ganz links: Smartphone dranhalten und einfach pairen, fertig. Die Bluetooth-Taste ist wie üblich mit der Anrufannahme gekoppelt, den als Freisprecheinrichtung macht der Roar Pro auch keine schlechte Figur.

Die Lautstärketasten sind selbsterklärend, nur die Roar-Taste ist funktionell neu definiert worden. Hier gibt es eigentlich per Knopfdruck nur eine Pegelanhebung, die bei geringen Ausgangslautstärken auch die Loudness-Kurve etwas abschwächt. Man bekommt den Sound Blaster Roar Pro so allgemein etwas lauter, aber mehr Ausgangsleistung gibt es nicht.

Technische Daten des Creative Sound Blaster Roar Pro
Ausführung:
mobiler Lautsprecher
Abmessungen (HxBxT):
5,7 x 20,2 x 11,5 cm
Bluetooth:
- Version 3.0
- unterstützt A2DP (kabellose Stereosignalübertragung via Bluetooth)
- AVRCP (Fernsteuerung via Bluetooth, nur eingeschränkt)
- HFP (Freisprecheinrichtungsprofil)
- unterstützte Codecs: aptX, aptX-LL, SBC, AAC
Konnektivität:
- Bluetooth (Musik, Sprechverbindung)
- NFC zum Koppeln/Pairen via Bluetooth
- Micro-SD-Karte (ab Klasse 4, bis zu 32 GByte)
- eingebaute USB-Soundkarte
- analoger 3,5-mm-Klinkeneingang
Audioformate:
- MP3 und WMA mit bis zu 320 KBit/s
- WAV
- keine Lossless-Formate wie WMA Pro und FLAC
Massenspeicher:
Modus zuschaltbar für Speicherkarte
Kabellängen:
Netzkabel: 1,7 m
USB-Kabel: 0,7 m
Gewichte:
Lautsprecher: 1,1 kg
Netzgerät: 153 g
USB-Kabel: 26 g
UK-Netzstecker: 19 g
CE-Netzstecker: 17 g

Besonderheiten:
Tonaufnahme (Mikrofon, Freisprecheinrichtung)
Wiedergabesteuerung bei Nutzung der Mikro-SD-Karte
Lieferumfang:
Sound Blaster Roar Pro
Netzteil + austauschbare Netzstecker (CE/UK)
Mikro-USB-Kabel
Stereo-Klinkenkabel
Benutzerhandbuch
Software:
PC mit Microsoft Windows 7, 8/8.1, 10
Mac mit Mac OS 10.6 bis 10.10
Garantie:
zwei Jahre
Straßenpreis:
ab ca. 189 Euro
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6 Kommentare
    Dein Kommentar
  • diem_
    Interessant, interessant. Der Kaufpreis muss sich natürlich erstmal mit dem Anwendungszweck rechtfertigen.

    Was ich jetzt nicht erlesen konnte sich Informationen zum Akku des Hauptgerätes. Könnt ihr dazu ein Urteil abgeben?
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  • FormatC
    Können: ja. :)

    Im Prinzip hält das gute Stück fast 10 Stunden in der Summe bei Intervallen oder etwas mehr als 9 Stunden am Stück, solange es man mit der Lautstärke nicht übertreibt. Die genaue Akkukapazität konnte nicht verifiziert werden, da hätte ich es zerlegen müssen (was nicht ohne Schaden abgeht).
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  • TenDance
    Ich fände einen Vergleich zum ersten Roar interessant. Der Roar Pro kostet immerhin 70€ mehr (was 50% Aufpreis entspricht), was schon recht happig ist.
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  • FormatC
    Ich hatte ja den Roar 2 getestet, der im direkten Vergleich deutlich verliert, obwohl er per se nicht schlecht ist :)

    Noch einen Roar mag ich nicht testen :D
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  • TenDance
    Das ist natürlich verständlich :) Abseits von Messwerten ist Audioqualität auch immer schwer zu vermitteln, von daher muss wohl der Selbsttest ran. Zwischen dem Roar 1 und dem Pro dürfte aber kaum Platz für den Roar 2 sein - es sei denn der 1er ist richtig schlecht. Dann ist der Spaß aber einfach zu teuer.
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  • FormatC
    Mit dem Roar Pro ist der Roar 2 völlig obsolet geworden.
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