Crucial BX100 (1TB): Budget-SSD für preisbewusste Käufer

Während die MX200 womöglich Crucials beliebte MX100 ersetzen wird, ist die B100-Serie ein neues kostengünstiges Laufwerk, das die klassische Festplatte ablösen soll. Die Kernfrage ist: Kann sie beim Preis-Leistungs-Verhältnis mithalten?

Crucials SSD-Portfolio ähnelt in gewisser Weise dem Grafikkartenmarkt. Allerdings umfasst es nicht nur die typischen Billig-, Mittelklasse- und Premiumangebote. Denn mit etlichen verfügbaren Produkten und zwei verschiedenen Controllern verschwimmen die Grenzen oft.

Die neuen SSD-Modelle MX200 und BX100 machen die 1-TByte-Klasse Mainstream-tauglich. Die MX200 würde eigentlich die acht Monate alte MX100 ablösen, aber laut Crucial sollen die neuen SSDs das Angebot nur erweitern und keine bisherigen Produkte ersetzen.

Vor diesem Hintergrund testen wir mit der BX100 heute ein Produkt, das in der Kategorie "Festplattenersatz" antritt. Diese Einstufung ist eine höfliche Bezeichnung für SSDs im untersten Preissegment. Crucial möchte Käufer dazu verleiten, eine SSD anstelle einer Festplatte zu kaufen. 

Um den erwünschten Preis realisieren zu können setzt Crucial auf Silicon Motions SM 2246EN-Controller. Crucial und SanDisk waren die ersten Flash-Hersteller, die den SM2246EN nutzten. Aber mehrere Drittanbieter haben bereits kostengünstige SSD mit diesem Prozessor im Programm.

Crucial ist sich bewusst, dass die Konkurrenz beinahe identische Produkte im Angebot hat. So war der Launch der BX100 der bestmögliche Zeitpunkt für die Veröffentlichung ihrer ersten SSD-Toolbox, eine Browser-basierte Software namens "Storage Executive". Sie hat die üblichen Toolbox-Tricks im Gepäck: Secure Erase, Firmware-Updates, SMART-Monitoring und ein PSID-Reset-Tool (bei verfügbarer Hardware-Verschlüsselung).

Technische Daten

Um eine größere Käuferschicht anzusprechen, gibt es die BX100 in vier Größen. Die Serie beginnt bei unter 65 Euro für das 120-GByte-Modell, was ein attraktiver Preis für Notebook-Besitzer ist, die hauptsächlich im Web surfen wollen. Am anderen Ende der Skala können Gamer mit knapper Kasse all ihre Spiele auf ein Modell mit höherer Kapazität installieren.

Alle vier Produkte haben sequenzielle Leseraten von bis zu 535 MByte/s. Der vierkanalige SM2246EN glänzt schon seit einem Jahr in anderen Produkten mit außerordentlichen Leseleistungen. Aber heutzutage ist die Schreibgeschwindigkeit entscheidend: Die größeren Modelle schreiben sequenziell 450 MByte/s, was etwa 100 MByte/s unter den Werten der auf Leistung getrimmten SSDs liegt. Die zwei Laufwerke mit den kleinsten Kapazitäten erreichen ihre Leistungsgrenze bei 370 MByte/s (250 GByte) und 185 MByte/s (120 GByte).

Die kleinste BX100 schwächelt auch bei den zufälligen Zugriffen und erreicht nur 43.000 zufällige Schreiboperationen pro Sekunde, während die drei größeren Brüder 70.000 IOPS schaffen. Die zufälligen Lesezugriffe unterscheiden sich deutlich weniger: Die 120-GByte-SSD sol immerhin 87.000 IOPS schaffen, das 1-TByte-Modell 90.000 IOPS.

Die BX100 enthält nur wenige der Technologien, wie wir sie von den meisten aktuellen SSDs kennen. Hardware-Verschlüsselung fehlt ebenso sehr wie DevSlp-Unterstützung. Käufer in diesem Preissegment interessieren sich zwar eher selten für vollständige Laufwerksverschlüsselung, aber eine Methode, um die Akkulaufzeit zu verlängern, wäre schon ein tolle Sache. Glücklicherweise ist der 4-Kanal-Controller stromsparend, sodass man diese Funktion nur wenig vermisst.

Preis und Ausstattung

Crucials 120-GByte-Modell gibt es für knapp 65 Euro und das 250-GByte-Modell für knapp 90 Euro.  Bei diesem Preis ist es kein Wunder, dass die BX100 schon jetzt heiß begehrt ist. Und das Preisleistungsverhältnis verbessert sich bei größeren Laufwerken zunehmend: Die 500-GByte-Version der BX100 landet bei etwa 175 Euro und das 1-TByte-Modell geht für rund 350 Euro über den Ladentisch.

In der Standardversion liegt ein 7-auf-9,5-mm-Adapter bei. Allerdings ist das wahre Highlight Crucials "Storage Executive"-Software. Das Programm liegt zwar nicht physisch der Verpackung bei, allerdings funktioniert die komplette BX100-Familie mit der herunterladbaren Software, die einen echten Mehrwert darstellt.

Ein genauerer Blick auf die Crucial BX100

Um die Produktionskosten weiter zu senken verwendet Crucial ein dünnes Metallgehäuse. Viele Jahre setzte der Hersteller auf ein dichtes Aluminiumgehäuse, das gleichzeitig auch als Kühlkörper des Controllers diente. Da der SM2245EN aber nicht viel Abwärme produziert, wurde diese stärkere Hülle nicht benötigt.

Die BX100 passt in 7-mm-Schächte und bietet sich so auch für Ultrabooks an, die Laufwerke dieser Größe benötigen. Sie kann dank dem mitgelieferten Adapter aber auch in 9,5-mm-Slots verbaut werden.

Crucial verwendet eine Platine für den Controller, zwei DRAM-Chips und 16 NAND-Chips. Der SM2246EN-Controller sitzt neben dem Anschluss am Rand der Platine. In dieser Konfiguration nutzt der Controller alle Kanäle und CE-Pfade.

Das Laufwerk verwendet 16-nm-Flash-Speicher von Micron und zwei Micron DRAM-Chips, einen auf jeder Platinenseite.

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4 Kommentare
    Dein Kommentar
  • Tesetilaro
    hm, also erstens kann die BX-100 vielleicht kein DevSlp der SM2246EN aber schon...
    und zweitens heißt die Alternative zur BX 100 nicht Mushkin irgendwas, sondern Transcend SSD370... vergleichbares innenleben und etwas günstiger, eine SSD software gibts dort schon seit ewigkeiten... egal - war eine amitest übersetzung - und dafür gar nicht mal schlecht @Bodo ;)
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  • Scour
    Beim grünen Planeten steht das die SSD370 einen FW-Bug hat, die zählt die Betriebsstunden nicht richtig.

    Bin mal gespannt ob das Prob beseitigt wird.

    Mit dem SMI gibt es auch noch andere SSDs, aber der Controller scheint recht durchschnittlich zu sein und hat keine Hardware-Verschlüsselung
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  • Tesetilaro
    also erstens ist das kein bug, die SSD zählt betriebsstunden im sleepmodus sinnvollerweise nicht mit -.-

    und zweitens kann der SM2246EN mit der Firmware aus H2 2014 AES verschlüsselung - die frage ist halt nur wers implementiert und wers braucht...
    durchschnittlich stimmt außerdem vielleicht für die performance, nicht aber für die haltbarkeit, SMI hat einfach schon Flash controller gebaut, als Sandforce noch nicht mal wußte wie controller geschrieben wird ;) Ich habe Anfang 2005 im Studium mit meiner ersten transcend industriekarte mit SMI kontroller rumgespielt ;)
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  • Scour
    Es geht nicht um die Stunden im Sleep-Modus ^^

    Zweitens steht hier im Test das keine Hardware-Verschlüsselung vorhanden ist ;)

    Ich sag nicht das der Controller schlecht ist, aber er ragt nicht aus der Masse heraus
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