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Das Gigahertz-Rennen

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Letzte Woche war der historische Augenblick gekommen: Ein Chiphersteller startete den Verkauf des ersten Prozessors mit 1 GHz bzw. 1000 MHz Taktfrequenz. Nur zwei Tage später reagierte dessen Erzfeind mit einer vergleichbaren Ankündigung, so dass gleich zwei Gigahertz-Prozessoren geboren waren. Wenn man diese beiden Ereignisse jedoch genauer betrachtet, wird man feststellen, dass dieser an sich historische Moment eher einem Comedy-Programm oder einer Seifenoper gleicht, anstatt ein großes technologisches Ereignis zu sein.

Der Sieger des Gigahertz-Rennens

Wir werden uns an dieser Stelle weder mit der Frage beschäftigen, wer denn zur Zeit überhaupt einen 1 GHz-Prozessor braucht, noch auf Aussagen wie "mein Lieblings-Hersteller war der erste" eingehen. Die Tatsache, dass einer der GHz-Prozessoren nur in homöopathischen Mengen verfügbar ist, ist für uns erst einmal von ebenso geringer Bedeutung wie die Frage nach geeigneten Anwendungsmöglichkeiten für solche Rechenmonster. Das Verhalten von AMD und Intel sieht eher danach aus, als ob unser guter alter Kumpel Kyle mit seinem Mega-Minderwertigkeitskomplex seinem Psychiater entkommen konnte und für einen Tag lang Giga-CEO von AMD und Intel war.

Es ist kaum zu glauben, aber Multimilliarden-Dollar-Firmen wie AMD und Intel verhalten sich wie kleine Schuljungen, die sich im Gigahertz-Rennen ständig zeigen müssen, wer den längsten und größten hat. Man muss ganz klar sagen: Eine wirkliche Notwendigkeit für einen Gigahertz-Prozessor gab es bisher noch nicht. Es ist nur wenige Monate her, als beide ihre 800-MHz-Modelle vorstellten. Schon mit diesen bringen Sie praktisch jeder Software das Fliegen bei. Die logische Fortsetzung wäre eine stufenweise Steigerung der Taktraten, z.B. auf 850 oder 866 MHz, danach 900, 933 und 950 MHz, um den Anwender später den G-Punkt zu zeigen.

Natürlich wollen wir AMDs Vorsprung nicht unter den Tisch fallen lassen. Der Athlon 850 erschien letzten Monat auf den Preislisten, während die Modelle mit 900, 950 und 1000 MHz seit 6. März angeboten werden. Intel ließ die Zwischenschritte einfach aus und sprang vom Pentium III 800 (Ende Dezember 1999) zum 1 GHz-Modell (8. März). Es fehlen jetzt leider die Modelle mit 850, 866, 900, 933 und 950 MHz. Ganz egal, von welcher Seite Sie die Ereignisse betrachten, die meisten Leute werden mehr über die Ähnlichkeiten zu den bekannten Daily-Soaps grinsen, als vor Ehrfurcht zu erstarren.

Ein Aspekt dieses Wettrennens ist für uns Anwender jedoch von wirklichem Vorteil: Beide Chiphersteller senkten erheblich die Preise ihrer bisherigen Produkte. So gesehen können wir nur hoffen, dass der 2-Gigahertz-Tag bald kommt, damit die Prozessoren noch billiger werden.

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