Deepcool Gamer Storm Genome: Midi-Tower mit Wasserkühlung

Deepcool beglückt uns derzeit mit einer wahren Schwemme an ungewöhnlichen PC-Gehäusen, die aus dem üblichen Einheitsbrei hervorstechen. Neuester Spross: Der Midi-Tower Gamer Storm Genome mit integrierter Wasserkühlung und spektakulärem AGB an der Fr...

Vor rund einem halben Jahr konnten wir bereits Deepcools Tristellar auf dem Teststand begrüßen, dass als ITX-Gehäuse mit drei separaten Kammern in Kampfraumschiff-Optik einen sehr hohen Must-Have-Faktor zu einen ebenso hohen Preis mitbrachte.

Nun legen die Chinesen mit einem in dieser Form ebenfalls einzigartigen Midi-Tower nach: Das Deepcool Gamer Storm Genome integriert die werksseitig vorinstallierte Kompaktwasserkühlung Captain 360 in Verbindung mit einem aufsehenerregenden Ausgleichsbehälter an der Gehäusefront, der optisch und zur Produktbezeichnung passend an eine DNS-Doppelstranghelix erinnert.

Dieser verleiht dem modern wirkenden Midi-Tower ein einzigartiges Äußeres und verleitet somit fast automatisch dazu, weitere Modding-Maßnahmen ergreifen zu wollen. Diesbezüglich hat das Gehäuse auch auf den zweiten Blick einiges im Inneren zu bieten: Festplatten werden versteckt verbaut und es besteht die Möglichkeit, eine Zwei-Slot-Grafikkarte vertikal statt wie üblich horizontal zu installieren.

Wer schlichtes Understatement sucht, ist hier fehl am Platz. Soll es jedoch ein Gaming- und Modding-Gehäuse sein, das die Blicke auf sich zieht und in dem sich selbstbewusst die verbauten High-End-Komponenten präsentieren lassen, dann könnte das Deepcool Genome genau die richtige Wahl sein.

Einen ersten Blick konnten wir bereits auf der CES auf das Gehäuse werfen und baten dort prompt um die Zusendung eines grün-schwarzen Testobjekts. Zusätzlich wird Deepcool aber auch noch weitere farbliche Geschmäcker bedienen: Die schwarz lackierte Version wird es nicht nur mit einem grünen, sondern auch mit einem roten AGB geben. Zudem wird auch ein weiß lackiertes Gehäuse mit blauer Doppelhelix angeboten.

Die offizielle Preisangabe lautet laut Deepcool auf 239,99 Euro. Das erscheint vielleicht auf den ersten Blick als viel, relativiert sich jedoch angesichts der Tatsache, dass es sich beim gebotenen Paket um ein Gehäuse samt Ausgleichsbehälter und Kompaktwasserkühlung mit 36-cm-Radiator und drei Lüftern handelt.

Die Captain 360 ist in Deutschland nur über wenige Bezugsquellen separat erhältlich, kostet dann jedoch rund 200 Euro. Die günstigsten vergleichbaren Lösungen mit 36-cm-Radiator liegen bei rund 140 Euro: Bleiben also rein maximal 110 Euro für das Gehäuse samt Ausgleichsbehälter, wenn man den Preis zu dem für Einzelkomponenten in Bezug setzen möchte. Das wiederum klingt gemessen am Preis für die Einzelkomponenten nach einem fairen Gesamtangebot.

Die Pumpe der aktuellen Version der Captain 360 arbeitet mit 2200 U/min (bei unserem Testexemplar knapp 2500 U/min). Im Gegensatz zur Verkaufsversion der Kompaktwasserkühlung kommen bei der im Genome verwendeten Version zudem Lüfter zum Einsatz, die nur mit 1800 U/min ans Werk gehen (Verkaufsversion: 2200 U/min) und bei unserem Modell über weiße Rotorblätter verfügen.

Verpackung und Lieferumfang

Die Verpackung des Genome ziert das Gaming-affine Gamer-Storm-Design; dabei wird vor allem der auffällige Ausgleichsbehälter des Wasserkühlungs-Towers in Szene gesetzt. Redaktionelle Sympathiepunkte gibt es für die Verwendung geschäumter PET-Kunststoffhalterungen an Stelle von Styropor im Inneren des Kartons. Keine Styroporkrümel und keine kleinen, elektrischen Schläge beim Auspacken des Gehäuses – herrlich!

An sonstigen Dreingaben gibt es relativ viel zu entdecken: Neben dem üblichen (komplett schwarzen) Montagematerial, einem Piezo-Lautsprecher, 10 Kabelbindern und zwei langen Klettstreifen zum Zusammenfassen dicker Netzteilkabelstränge sowie der obligatorischen Montageanleitung legt Deepcool nämlich auch den kompletten Satz an Befestigungsmaterial für die vorinstallierte Captain-Kompaktwasserkühlung bei.

Dazu gehört auch ein Lüfterhub, über den sich bis zu vier PWM-Lüfter mit vierpoligem Stecker über einen identischen Anschluss parallel betreiben und regeln lassen. Angesichts der Radiatorgröße von 36 cm und der damit einhergehenden Bestückung mit drei 12 cm großen Lüftern eine sehr sinnvolle Dreingabe.

Aufbau und Außenansicht

Deepcool schickt das Genome als klassischen Midi-Tower ins Rennen – das 50,6 x 21 x 50,5 cm große Gehäuse eignet sich für den Einsatz von ATX-Mainboards und bietet sieben PCI-Slots. E-ATX-Mainboards können mit einer kleinen Einschränkung ebenfalls genutzt werden (siehe den Abschnitt zur Montage).

Das Gewicht von knapp 9,4 kg kommt nicht zuletzt daher zustande, da werksseitig eine bereits mit Kühlmittel befüllte Kompaktwasserkühlung samt 36-cm-Radiator verbaut ist. Das Gehäuse selbst wäre deutlich leichter - und die Seitenteile fallen nach unserem Geschmack etwas zu dünn aus: An dieser Stelle hätte Deepcool ruhig zu Stahlblech mit einer etwas höheren Materialstärke greifen können.

Abgesehen davon hinterlässt das Genome aber einen guten Eindruck: Font- und Deckelblende sitzen ordentlich und hinterlassen mit ihrer matten, leicht rauen Oberfläche einen vergleichsweise unempfindlichen Eindruck.

Die Optik kann nur als spektakulär bezeichnet werden: Die kantige und wie im Falle der Deckelblende teils Stealth-artige Formgebung, die maßgeblich durch die vielen kleinen Öffnungen geprägt wird, ist einzigartig. Zudem gibt es mit dem in die Front integrierten Ausgleichsbehälter des Genome ein Alleinstellungsmerkmal: Das bietet aktuell kein zweites Gehäuse auf dem Markt.

An der linken Oberseite finden sich Power- und Reset-Taster. Wer genau hinschaut, kann zudem einen kleinen, seitlich angebrachten Taster zum Ab- oder Anschalten der schicken Beleuchtung der Wasserkühlung erkennen: Die Doppelhelix an der Front sowie die Pumpeneinheit selbst pulsieren bei aktiviertem Effekt mit weißen Licht, Bilder dazu gibt es weiter unten.

Die externen Steckplätze auf der gegenüberliegenden Seite umfassen zwei USB-3.0-Ports sowie zwei 3,5-mm-Klinkestecker für Headset und Mikrofon, die intern per HD-Audio-Stecker angebunden werden.

Relativ groß fällt das seitliche Sichtfenster aus: Da 3,5 Zoll große Festplatten in den nicht einsehbaren Bereich des Netzteiltunnels wandern und 2,5 Zoll große SSDs auf der Rückseite des Mainboard-Trays untergebracht werden, ergibt sich dadurch Einblick auf die sehr ordentlich präsentierbaren Kernkomponenten.

Schick wirkt an dieser Stelle auch die Schräge vor der vorderen Mainboard-Kante: Mit etwas Geschick ließen sich hier problemlos spektakuläre Beleuchtungseffekte unterbringen, um das Genome sowie die verbaute Hardware optisch noch weiter aufwerten zu können.

Beleuchtungseffekte gibt es aber bereits ab Werk: Eine beidseitige, weiße Beleuchtung der Doppelhelix sowie eine ebenfalls pulsende weiße Beleuchtung der Pumpe und schließlich auch dauerhaft von weißen LEDs angestrahlte Lüfter sorgen dafür, dass der Modding-Faktor des Genome bereits Out-Of-The-Box sehr hoch ist.

Technische Spezifikationen

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6 Kommentare
    Dein Kommentar
  • Derfnam
    (...) viel Luft nach oben (...) - lulz^^.
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  • samserious
    Und noch ein riesiges Gehäuse ohne ODD Slot mehr auf dem Markt - und ich bin raus..

    PS: Mal ganz nebenbei: Wo soll die Grafikkarte denn Luft herbekommen, wenn sie aufrecht montiert wird?
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  • diem_
    Musst du halt beim Zocken das Fenster zum Lüften auf machen.
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  • Myrkvidr
    Wie im Test erwähnt: Vernünftig ist die um 90 Grad gedrehte Grafikkartenmontage sicher nicht, aber für (nicht optimale, aber doch vorhandene) Luftzufuhr müsste auch ein Spalt reichen (siehe manche Karten und deren Position in ITX-Gehäusen - wird wärmer und lauter, ist knapp, aber funktioniert letztlich doch). Ich hätte das gern mit einer Messung untermauert, hatte aber gerade kein funktionierendes Flachbandkabel für die PCIe-Verbindung zur Hand.
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  • creeeech
    Wirklich schade, dass man die Wasserkühlung nicht erweitern kann. Ich würde eine wassergekühlte Graka, die man dann problemlos aufrecht stellen kann, mit einem cpu-luftkühler vorziehen.
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  • Myrkvidr
    Mit Steckverbindungen o.ä. wirst du sie schon erweitert gebastelt bekommmen, nur müsste für eine zusätzliche Grafikkarte eine stärkere Pumpe her.
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