Deepcool GamerStorm Tristellar: Die Königin der ITX-Gehäuse?

Seit Monaten schon geistern Berichte und Bilder von Deepcools Aufsehen erregendem Tristellar-Gehäuse mit drei Hardware-Kammern und einzigartigem Raumschiffs-Design durch das Internet. Wir konnten einem der ersten Testsamples gründlich auf den Zahn fühlen.

Erste Live-Bilder vom Tristellar zeigten wir bereits zur diesjährigen CeBIT im Rahmen der Messeberichterstattung. Nun haben wir die Ehre, als erste und einzige deutsche Hardware-Seite eines der weltweit ersten vier Testexemplare erhalten zu haben.

Eins hat Deepcool bereits jetzt mit dem GamerStorm Tristellar geschafft, das mit dem Slogan "Be The Pioneer" beworben wird: Der Hersteller bietet ein aufregendes und noch nie dagewesenes Konzept an, das in ein ebensolches Gewand gekleidet wird. Mit der oftmals schlichten und mitunter auch langweiligen Hausmannskost im Format von Würfel- oder Quader-Gehäusen im Kleinstformat hat dieses Schmuckstück nichts gemein.

Die gute Nachricht: Das GamerStorm Tristellar ist nicht nur eine Studie, sondern wird ab Ende Juli für jeden Interessierten käuflich zu erwerben sein. Die weniger gute Nachricht: So viel Exklusivität hat ihren Preis. Für voraussichtlich knapp unter 400 Euro ist es sicherlich kein Gehäuse für Jedermann, lockt aber dennoch mit seinem übermächtigen Haben-Wollen-Faktor - und ein exklusiver Geschmack war bekanntlich noch nie günstig.

Das Besondere am Tristellar ist sein Drei-Kammer-Konzept. Das Design ruft direkt Assoziationen zu den Viper-Raumschiffen aus dem Science-Fiction-Klassiker Kampfstern Galactica wach - fehlen nur noch Cockpit und Bug. Mainboard, Netzteil und Grafikkarte werden jeweils in einer eigenen Gehäusekammer untergebracht. Die Verbindung der Komponenten untereinander erfolgt über einen Kabelkanal in der Gehäusemitte.

Neben einem Mainboard im ITX-Format fasst Deepcools neuestes Werk kleinere Netzteile im normalen ATX-Format, bis zu 32 cm lange Grafikkarten, kleinere Kompaktwasserkühlungen mit 12-cm-Radiator oder auch Prozessorkühler mit einer Bauhöhe von bis zu 8,5 cm. Festplatten im 3,5- sowie 2,5-Zoll-Format lassen sich ebenso unterbringen wie ein optisches Laufwerk zum Abspielen von DVDs und Blu-Ray-Discs.

Der geneigte Leser mag sich nun fragen, wie das funktionieren soll - und genau das werden wir im Folgenden genau aufzeigen.

Auch wenn das Tristellar auf der ersten Blick vielleicht auf den Fotos nicht so groß wirkt: Das Gehäuse misst insgesamt 38,8 x 43,5 x 39,5 cm und bringt dabei beeindruckende 16 kg auf die Waage. Das wiederum ist dem massiven Aufbau geschuldet. Verbiegen wird sich hier sicherlich nichts, denn die Außenwände der einzelnen Gehäusekammern bestehen aus kalt gewalztem Stahl mit einer beachtlichen Materialstärke von zwei Millimetern.

Neben der von uns getesteten Version, bei der alle drei Kammern vollständig von dicken Stahlwänden umhüllt werden, können optional auch vollständig durchsichtige Plexiglas-Elemente erworben werden. Als Showcase ist das Tristellar also in jedem Fall eine Wucht!

Verpackung und Lieferumfang

Die Umverpackung von Deepcools GamerStorm Tristellar fällt unerwartet schlicht aus. Lobend erwähnt werden muss, dass das schwere Gehäuse nicht von Styropor, sondern von geschäumten PET-Kunststoffelementen gehalten wird.

Das Zubehör umfasst schwarze Schrauben, 11 Kabelbinder, einen Piezo-Lautsprecher, Schienen und Schlitten zur Laufwerksmontage, zwei magnetische Staubschutzfilter und eine kleine, silberne Frontblende. Diese kommt zum Einsatz, wenn ein optisches Laufwerk verbaut werden soll. Speicherplatz-Junkies dürfen sich zudem einen weiteren Festplattenkäfig freuen.

Ein zweisprachiges Faltblatt (Englisch, Chinesisch) mit den nötigsten Informationen zum Zusammenbau und den Eigenschaften des Gehäuses inklusive schematischer Zeichnungen rundet das Gesamtbild ab. Hier hätte Deepcool für das Luxusgehäuse aber auf eine etwas ausführlichere Alternative mitsamt Maßangaben zwecks Kompatibilitäts-Check zurückgreifen dürfen.

Aufbau und Außenansicht

Deepcool gelingt mit dem Tristellar ein kleiner Kunstgriff zwischen Design, Funktionalität und Robustheit, auch wenn das Hauptaugenmerk natürlich auf dem Design-Aspekt liegt. Daher ist es umso erfreulicher, dass es mehr Möglichkeiten bietet als manches Standard-Gehäuse.

Bis auf die silberfarbenen Frontzierblenden an der Vorderseite der Gehäusekammern und dem zentralen Kabelkanal trägt das Tristellar ein vollständig schwarzes Gewand. Wie bereits erwähnt, besteht zusätzlich die Möglichkeit, die lackierten Stahlblechhüllen durch Plexiglaselemente zu ersetzen. Die raumschiffartige Form ist einzigartig und auch ansonsten bietet Deepcool kleine, aber feine Designakzente: An der Front gibt es Mesh und ein wenig Hochglanzoptik im Bereich um die Zierblenden.

Das Gehäuse ist nicht nur solide, sondern mutet trotz der grazilen Optik haptisch massiv an.

Einziger kleiner Wermutstropfen: An zwei Stellen ist das Finish nicht ganz sauber – das führen wir allerdings darauf zurück, dass es sich bei unserem Testexemplar um ein frühes, handgefertigtes und nicht der Massenfertigung entstammendes Sample handelt: Ein zum Glück ansonsten nicht weiter auffallendes Stückchen Kunststoff der Frontzierblende wurde nicht durchgängig perfekt auf Hochglanz geschliffen und eins der Stahlblechteile weist einen kleinen Lackmangel auf. Im zusammengebauten Zustand fällt das zum Glück nicht auf.

Im Zentrum befindet sich unmittelbar vor dem Kabelkanal der Einschaltknopf samt GamerStorm-Schriftzug, der im Betrieb rot beleuchtet wird.

Die Front-Panel-Anschlüsse wurden an der oberen Gehäusekammer platziert: Neben zwei USB-3.0-Steckplätzen gibt es die üblichen HD-Audio-Klinkebuchsen und einen kleinen Resetknopf.

Für eine gute Entkopplung der Stellfläche ist gesorgt: Deepcool hat an den Gehäusewänden der linken und rechten Kammer jeweils zwei sehr dicke und weiche Gummifüße angebracht, die ebenfalls der GamerStorm-Schriftzug ziert.

Das ist auch wichtig, denn eine derartige Schönheit wird wohl kaum im hintersten Winkel unter dem Schreibtisch, sondern viel eher als zentraler Blickfang auf selbigem positioniert werden.

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6 Kommentare
    Dein Kommentar
  • Derfnam
    Das Gehäuse - die Königin? Okay...
    Tristellar Galactica. Starbuck würde wohl gleich einsteigen wollen^^.
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  • Myrkvidr
    Es heisst ja auch "Der Wurstfachverkäuferin"!
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  • rroman
    Die Fotos sehn ja ganz nett aus, aber wenn ich mir das Ding auf dem Tisch vorstelle - das ist breiter als die ein Bigtower. Die Höhe spielt auf dem Tisch wenig rolle - aber die Breite wird weh tun. Und unter den Tisch packt man sowas eh nicht.
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  • alterSack66
    Wasn ein Boradwell? :D Und wie schauts mit den Temperaturen einer normalen Festplatte aus?
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  • Myrkvidr
    LOL! Boradwell hat der Chef ergänzt. Das ist ne neue CPU-Generation aus Kasachstan, fortschrittliche 16-Bit-Prozessoren, ne ganz heiße Sache ;)

    Die Anmerkung mit der mechanischen Festplatte nehme ich auf - wir sollten wirklich ein Standard-Modell für alle Gehäusetests dazunehmen, ich klär das mal ab. Dürfte aber im Tristellar ganz okay sein, da die 3,5" HDDs ja mit in die Netzteil-Kammer wandern und die heizt nicht groß auf.

    @Gheäusegröße: Also bei mir passt es prima. Ich überlege gerade hart, mir selbst eins für privat zu kaufen. Ich warte mal ab, was der Igor bei einem erweiterten Test so für Ergebnisse bekommt.
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  • gst
    Jajaaaa... Krabbelt mir mal aus den Haaren. Pfft. Bloß weil ihr keine Kontakte in Intels kasachisches Hochleistungslabor habt... :D

    (Danke! ;))
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