Synthetische DNA speichert Unmengen von Daten

Daten in künstlicher DNA speichern, das könnte die Zukunft einer dauerhaften und sicheren Speicherung der exponentiell wachsenden Datenmengen sein, die im Laufe der Zeit anfallen. Jetzt haben Forscher an der University of Washington einen großen Schritt gemacht, mit dem Daten auf synthetischen DNA-Ketten gespeichert, gesucht und zuverlässig reproduziert werden können.DNA als SpeichermediumDNA als Speichermedium

Das Team um James Bornholt, Luis Ceze, Randolph Lopez und Georg Seeling von der UW sowie Douglas M. Carmean und Karin Strauss von Microsoft Research stellte jetzt eine Arbeit vor, die zeigt, wie vier Digitalbilder in DNA programmiert, gesucht und wieder vollständig ausgelesen werden konnten.

Schon 2012 zeigten Forscher aus Harvard, dass in einem Kubikmillimeter DNA bis zu 5.500 Terabit untergebracht werden könnten. 2013 wurde vom Europäischen Institut für Bioinformatik untersucht, wie man solche Daten auslesen könnte.

Mit diesen Methoden soll es möglich sein, Datenmengen im Volumen eines Zuckerwürfels unterzubringen, die mit aktueller Technik ein Walmart-Supercenter füllen würden. Zudem könnte man laut Harvard-Forschern den Speicher auf heißen Asphalt in Arizona legen und 10000 Jahre liegen lassen, ohne dass er seine Zuverlässigkeit verlieren würde.

Technicolor brachte 1 Mio. Filmkopien in einer Phiole unter.Technicolor brachte 1 Mio. Filmkopien in einer Phiole unter.

Technicolor hat es geschafft, in einer kleinen Phiole mit dieser Speicherart eine Million Filmkopien unterzubringen.

Die größte Hürde ist derzeit noch die Kosteneffizienz beim Vorgang, Daten in großem Stil in DNA zu übertragen – und dann zuverlässig wieder auszulesen. Die Forscher erwarten allerdings, dass diese Hürden genommen werden können – wenn der „Leidensdruck durch die anfallenden Datenmengen groß genug würde.

Für 2020 erwartet EMC², dass 44 Billionen Gigabytes Daten anfallen. Das entspricht der zehnfachen Menge des Jahres 2013. Wenn das nicht Leidensdruck genug ist ...

Die Forschung wurde von Microsoft Research, der National Science Foundation und der David Notkon Endowed Graduate Fellowship unterstützt.

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