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DreamHack 2016: Gaming ist wieder in Leipzig zu Hause

DreamHack 2016: Gaming ist wieder in Leipzig zu Hause
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Vom 22. bis 24. Januar fand die erste deutsche Ausgabe der DreamHack statt und brachte die 2009 zwangsweise abgewanderte Gaming-Szene zurück in die sächsische Metropole Leipzig. Wir waren vor Ort und haben Impressionen eingefangen.

Die in ihren Ursprüngen bis ins Schweden des vorigen Jahrtausends zurückreichende DreamHack hat sich mittlerweile zu einem Event von kontinentalem Rang gemausert. Das weltweit größte eSports-Festival zieht in verschiedenen europäischen Metropolen, darunter Stockholm, London, Valencia oder Tours, jährlich insgesamt über 100.000 Besucher an.

Erstmals fand die Veranstaltung, die sich selbst als Gaming-Festival mit umfassendem Entertainment-Charakter versteht und über den Rahmen einer reinen eSports-Veranstaltung sowie einer LAN-Party hinausgeht, am vergangenen Wochenende in Leipzig statt, das bereits bis einschließlich 2008 die überaus erfolgreiche Games Convention in ihren Messehallen beherbergen durfte, bevor dieses Event auf Betreiben der Gaming-Industrie nach Köln umgesiedelt und in Gamescom umbenannt wurde.

Dass es überhaupt zur Leipziger Dreamhack kam, ist zum größten Teil Schenker Technologies zu verdanken, die mit der Gaming-Notebook- und Gaming-PC-Marke XMG nicht nur als einer der Hauptsponsoren auftraten, sondern gleichzeitig auch Anstoßgeber für die Idee waren, die DreamHack nach Leipzig zu bringen. Eindeutiger Standortvorteil für die Schenker-Mitarbeiter: Das Messegelände ist vom Bürogebäude aus fußläufig erreichbar.

Das erste, vom 22. bis zum 24. Januar 2016 angesetzte DreamHack-Event in Deutschland wurde auf Anhieb zum augenscheinlichen Erfolg. Es konnten insgesamt über 12.000 Besucher begrüßt werden. Dabei wirkte die Halle 5 auf dem Leipziger Messegelände mitunter vor allem im Hinblick auf die Tribünen, auf denen live während der Auseinandersetzung von eSports-Profis mitgefiebert werden konnte, während der Top-Matches schon fast ein wenig zu klein.

Auch der abgetrennte LAN-Party-Bereich war mit knapp über 1000 Teilnehmern schnell vollständig ausgebucht: Damit avancierte die DreamHack gleich beim ersten Mal zur größten deutschen Veranstaltung dieser Art. Wer wollte, konnte ganze 56 Stunden durchspielen und zumindest den Augenringen einiger Teilnehmer nach zu urteilen wurden von dieser Möglichkeit durchaus auch Gebrauch gemacht.

Anschauen: Profi-eSport live miterleben

Die DreamHack setzt sich aus mehreren ineinandergreifenden Bausteinen zusammen, wodurch die Veranstaltung das Potential hat, vielseitiger und unterhaltsamer zu sein als andere große Events im Gaming- und eSports-Bereich. Die Besucher erhielten gleichzeitig die Möglichkeit zu passiven und zur aktiven Teilnahme am Geschehen.

Zunächst einmal fanden im Rahmen der eSports-Turniere von den Qualifikationsrunden am Freitag bis hin zu den Finalen am Sonntag einschließlich der Siegerehrungen mehrere professionelle Turniere statt, bei denen internationale Gaming-Prominenz live gegeneinander antrat.

 Die Matches wurden auf großen Bühnen ausgetragen und konnten von interessierten Zuschauern über große Bildschirme auf den Tribünen im Detail mitverfolgt werden. Gerade bei den großen und mit hohen Preisgeldern versehenen Turnieren waren die Ränge einschließlich des Bereichs um die Bühne herum, der sich als Stehplatz nutzen ließ, regelrecht überfüllt.

Im Rahmen der Profi-Wettkämpfe, bei denen über die vorigen Qualifikationsrunden oder Wildcards auch weniger etablierte Spieler auf ein bisschen Ruhm hoffen konnten, gab es folgende Turniere zu sehen, Sieger zu vermelden und Preisgelder zu gewinnen

  1. DreamHack Zowie Open Counter-Strike: Gobal Offensive (100.000 US-Dollar):
    Natus Vincere (Ukraine) setzt sich gegen Luminosity Gaming (Brasilien) durch.
  2. DreamHack Zowie Open Star Craft 2: Legacy of the Void (50.000 US-Dollar):
    Théo "PtitDrogo" Freydière (Frankreich) besiegt Aleksandr "Bly" Svusuyk (Ukraine).
  3. Asus ROG 10th Anniversary Hearthstone: Heroes of Warcraft Tournament (9.500 US-Dollar):
    Jon "Orange" Westberg (Schweden) bezwingt Jan "SuperJJ" Janßen (Deutschland).
  4. AMD FIFA Ultimate Challenge (5.000 Euro):
    Erhan "Dr. Erhano" Kayman (Deutschland, hier unser Interview mit ihm zu FIFA 15) kann sich im Best-of-Three mit 2:1 gegen Matthias "STYLO" Hietsch (Deutschland) durchsetzen.

Mitmachen: LAN-Party mit über 1000 Teilnehmern

Einer der Gründe für den Erfolg der ersten (und sicherlich nicht letzten) deutschen DreamHack dürfte auch die Kombination aus bezahlbaren Preisen und dem guten Service-Angebot im LAN-Party-Bereich gewesen sein: Für ein normales LAN Seat-Ticket wurden 79 Euro aufgerufen wurden, für 99 Euro konnte ein LAN Seat+ erworben werden, der einen Parkplatz, freien Internet-Zugang und einen schnelleren Sonderzugang in den entsprechenden Bereich der Halle beinhaltete.

Während der gesamten, 56 Stunden andauernden LAN-Party wurde sowohl technischer Support als auch ein Bereich zum eigenhändigen Basteln bereitgestellt – durchaus sinnvoll, immerhin gehört es zum grundlegenden Konzept der DreamHack, dort direkt Hardware kaufen und nutzen (lies: auch verbauen) zu können.

Für alle, die keine Lust verspürten, ihr eigenes Equipment mitzubringen, gab es zudem die angesichts des Gebotenen richtig günstige Möglichkeit, ein Rundum-Sorglos-Paket inklusive High-End-Leihsystem von Schenker Technologies zu mieten: Für 149 Euro - also 50 Euro Aufpreis im Vergleich zu LAN Seat + - gab es auf 100 Stück limitierte Sitzplätze einschließlich eines von XMG leihweise bereitgestellten Gaming-Rechners inklusive Monitor, Peripherie und speziellem XMG Racing Seat.

Dieses Angebot war derart beliebt, dass es innerhalb von rund sechs Stunden nach Beginn der Offerte ausverkauft war.

Gespart werden konnte durch die Möglichkeit zur Mitnahme eigener Getränke (entsprechend hoch war die Anzahl sichtbar platzierter Bierkästen) und Speisen. Gerade im LAN-Bereich bestand jedoch auch die Möglichkeit, sich vergleichsweise günstig mit einfachen und obligatorischen Kombinationen aus Schnitzel, Frikadelle und Fleischkäse sowie Kartoffelsalat und Bratkartoffeln & Co. einzudecken: Keins der Gerichte kostete mehr als fünf Euro - für ein Gaming-Event ausgesprochen fair.

Der Zutritt zum LAN-Bereich war wie üblich erst ab 18 Jahren möglich. Auf den offiziellen Servern der DreamHack wurden Counter Strike: Global Offensive, Star Craft 2, Battlefield 4, Hearthstone, Heroes of the Storm, Team Fortress 2, League of Legends und DOTA 2 angeboten. Zusätzlich durfte auch eine Handvoll privat betriebener Server aufgestellt werden, über die dann auch etwas "exotischere" Titel bis hin zum Multiplayer des aktuellen Landwirtschaftssimulators bereitgestellt wurden.

Nicht nur für die Profis, auch für die Teilnehmer der regulären LAN-Party gab es etwas zu gewinnen: Man konnte Geldpreise über 250 Euro sowie diverse Sachpreise von Creative, Razer, Roccat, Asus, Zotac, Geekinvader und Gamelegends abgreifen.

Übernachtet wurde während des 56-Stunden-Events entweder im Hotel oder ganz klassisch auf dem Klappbett bzw. der mitgebrachten Matratze: Gerade angereiste Clans nutzten mitunter eine einzige, gemeinsame Schlafgelegenheit, die dann einfach umschichtig belegt wurde.

Positiv hervorzuheben war auch die sehr gute Anbindung des Messegeländes über den öffentlichen Personennahverkehr: Das Pendeln zwischen Hotel und Messegelände stellt für Luxusschläfer kein Problem dar.

Festival: DreamExpo mit Spielen, Live-Musik, Cosplay & mehr

Auch auf der normalen DreamExpo-Fläche gab es jede Menge Möglichkeiten zum Anschauen und Mitmachen. Fast alle Aussteller auf der DreamHack hatten an ihren Ständen gleich eine ganze Reihe unterschiedlicher Systeme aufgebaut, an denen auch die Besucher ihrem Spieltrieb nachgehen konnten.

Dazu zählten XMG bzw. Schenker Technologies als Mitveranstalter, Asus sowie Ballistix (Crucial bzw. Micron) als direkte Partner, Alienware, Roccat und Sound BlasterX (Creative) als Sponsoren und die Aussteller Gigabyte, Razer, Steelseries, MSI und Zotac. Bei zahlreichen Beat-the-Pro-Events und sonstigen Gewinnspielen gab es Sachpreise und Geldpreise zu gewinnen.

Teilweise boten sie auch Entertainment auf einer eigenen Standbühne. So bot Asus eine unterhaltsam präsentierte PC-Aufrüst-Show sowie ein Overclocking-Event mit Dancop, dem derzeit erfolgreichsten Overclocker und der Nummer 1 in der HWBot-Rangliste.

Wer nicht an der LAN-Party teilnehmen, aber trotzdem die DreamHack besuchen wollte, konnte sich im Vorfeld eine Tages- oder Dauerticket für 15 bzw. 40 Euro sichern und auch das war angesichts des üppigen Rahmenprogramms lohnenswert.

Was seitens der Hardware-Hersteller an Produkten gezeigt wurde, werden wir noch im Rahmen einer zusätzlichen Bilderstrecke präsentieren.

Insgesamt bot die DreamHack aber deutlich mehr als nur die Möglichkeit zu einem schnellen Zock am Herstellerstand oder ein paar ausgestellte Produkte: Das Veranstaltungskonzept unterhielt seine Besucher nicht nur durch mehrere Live-Bands zwischen Skyrim-Chor und Metal-Band, sondern unter anderem auch durch eine ganze Reihe von durch Pokerstars.de betriebene Pokertische. Hier konnte nicht nur gegeneinander gepokert werden, sondern auch gegen Szene-Stars wie eSportler, bekannte YouTuber oder Streamer: Am Haupttisch gab es immerhin 10.000 US-Dollar zu gewinnen, zusätzlich kleinere Preise an den Nebentischen.

Direkt zur ersten Leipziger Veranstaltung gab es eine exklusive Neuvorstellung im Gaming-Bereich samt der Möglichkeit zum Anspielen: Mit Battleborn zeigten 2K Games und Gearbox Software die spielbare Beta einer Mischung aus MOBA und First-Person-Shooter mit SciFi-Setting, Multiplayer und Koop-Mode. Von solchen Beta-Anspielmöglichkeiten würden wir uns für die nächste Ausgabe der DreamHack Leipzig noch mehr wünschen.

Streaming war ein großes Thema auf der Veranstaltung– das verwundert wenig, denn immerhin sorgt die Streamer-Szene seit jeher für die Übertragung von eSports-Events und die Zuschauerzahlen können zuweilen manch etabliertem TV-Sender Konkurrenz machen. In diesem Zusammenhang ist sicherlich vor allem das Studio von Rocket Beans TV zu nennen, die live vom Festivalgelände übertrugen.

Rechnet man sämtliche Live-Übertragungen vom Veranstaltungsgelände zusammen, dann konnte die Veranstaltung zusätzlich zu den direkten Besuchern auch ein Millionenpublikum vor den Monitoren daheim erreichen.

Was auf einem Nerd-Festival natürlich keinesfalls fehlen durfte: Ein Cosplay-Wettbewerb! Hier mussten sich am Samstag Abend rund 25 Teilnehmer in verschiedenen Kategorien einer Jury aus bekannten Cosplayern aus dem deutschsprachigen Raum stellen, wobei das Niveau und der Detailgrad der Kostümierungen teils sehr hoch ausfiel. Zu gewinnen gab es natürlich diverse PC-Hardware, von den Kategorie-Siegern angefertige 3D-Modelle und als Hauptpreis eine Reise zur Sommer-DreamHack 2016 im schwedischen Jönköpping.

Für normale Besucher und LAN-Party-Teilnehmer gleichsam interessant: Im in Kooperation mit Media Markt betriebenen DreamStore konnte alles vor Ort erworben werden, was der Spieler benötigt. Vom kompletten PC über das Notebook bis hin zu Komponenten, Monitoren, Headsets und Eingabegeräten oder anderen Peripheriegeräten waren hier sämtliche relevanten Produktgruppen in unterschiedlichen Preis- und Leistungsklassen vorhanden - und das Angebot wurde auch vor Ort wahrgenommen.

Einige Hersteller boten zusätzlich spezielle Rabatte oder Cashback-Aktionen an, entsprechende Infos und Flyer fanden sich zumeist an deren Ständen. Zusätzlich gab es natürlich auch verschiedene Stände, an denen das unverzichtbare Nerd-Merchandising bezogen werden konnte.

Auch für Nicht-Besucher interessant: Seitens Schenker Technologies wird es ein Folgeangebot zur DreamHack geben. XMGs High-End-Gaming-Rechner, die auf der Veranstaltung zum Einsatz kamen, sollen noch einmal durchgecheckt und gereinigt und im Anschluss als Sondermodelle zu günstigen Konditionen angeboten werden.

Es lohnt sich also, diesbezüglich die Homepage des Herstellers im Auge zu behalten und auf eine konkrete Ankündigung zu warten.

Ausblick: 2017 geht es weiter

Viel Lob gab es seitens der Besucher sowie Aussteller für die DreamHack Leipzig, die für das erste Event dieser Art erfreulich wenig Startschwierigkeiten hatte und insgesamt glatt ablief. So kündigten nicht nur die meisten anwesenden Hersteller an, auf der vom 13. bis zum 15. Januar 2017 stattfindenden Folgeveranstaltung wieder präsent sein zu wollen.

Auch eine von der Messeleitung veröffentlichte Statistik zur Besucherzufriedenheit macht Hoffnung, dass sich das Gaming-Event fest in Leipzig etabliert: Satte 96 Prozent der befragten Besucher gaben an, auch im nächsten Jahr wieder anreisen zu wollen.

Insgesamt konnte durchaus ein überregionales Publikum angezogen werden: Rund 20 Prozent der Besucher hatten einen Anreiseweg von mehr als 300 Kilometern hinter sich, jeder dritte Besucher verfügte über eine Dauerkarte für alle Tage und insgesamt konnten Gäste aus 15 Ländern begrüßt werden.

Angesichts der Vollauslastung der LAN-Party und teilweisen Überfüllung der Sitzplätze bei den Übertragungen der professionellen eSports-Matches gibt es zudem noch viel Luft nach oben. Eventuell wird im nächsten Jahr also eine weitere Halle hinzukommen, um Ausstellern, Besuchern und Spielern noch mehr Fläche und Abwechslung bieten  zu können.

Der Platz dazu ist ebenso wie die Nachfrage vorhanden - und auch die technische Infrastruktur erlaubt weiteres Wachstum: Die Messe kann derzeit zwei Netzwerkleitungen mit einer Anbindung von jeweils 10 Gigabit Datendurchsatz pro Sekunde anbieten - und von diesen 20 GBit/s wurden auf der diesjährigen Veranstaltung zu Peak-Zeiten gerade einmal zwei Gigabit genutzt. Insgesamt wurden 15 TByte an Daten hoch- sowie heruntergeladen, der Download-Rekord für einen Einzelnutzer liegt bei ganzen 300 Gigabyte.

Am Rande der DreamHack konnten auch geschäftliche Kontakte geknüpft werden: Asus lud am Freitag zum Business-Dinner. Besucher, die Interesse an einer Ausbildung im Bereich Spiele-Design hatten, konnten sich zudem am Stand der SAE über entsprechende Bildungsangebote informieren.

Bandbreite und Potenzial der deutschen DreamHack sind also beachtlich und gehen über das deutlich hinaus, was im Rahmen eines regulären Gaming-Events geboten wird. Es bleibt zu hoffen, dass dieser erste grüne Gaming-Spross wächst und gedeiht und sich in den kommenden Jahren (wieder) zu einer festen Größe in der Messestadt Leipzig etablierten kann.

Und dann ist da noch eine Sache neben den vergleichsweise günstigen Preisen für Teilnahme, Übernachtung und Lebensmittel, von der andere Veranstaltungen wie die Gamescom in Köln lernen können: Die Freundlichkeit des Personals - von der Dame am Info-Stand bis hin zum Ordner auf den Parkplätzen - kann quasi schon als Benchmark für vorbildliches Verhalten herangezogen werden - und das trägt nicht zuletzt dazu bei, den ohnehin schon vorhandenen Charme der Leipziger Veranstaltung noch weiter zu steigern.

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