Die DreamHack kommt 2016 nach Leipzig: Alle Infos im Überblick

Lange Zeit brodelte die Gerüchteküche darum, dass Leipzig wieder ein neues Gaming-Event erhalten könnte. Nun ist die Katze aus dem Sack: Es handelt sich dabei um die DreamHack! Wir fassen alle Infos der gestrigen Pressekonferenz zusammen.

Unter dem Motto "Gaming is coming home" wurde gestern um 13:00 auf der Messe Leipzig die Rückkehr eines großen Spiele-Events in die ehemalige deutsche Gaming-Hauptstadt verkündet. Nachdem die Games Convention letztmalig 2008 in der sächsischen Metropole stattfand und in den Folgejahren von der Gamescom im nordrhein-westfälischen Köln beerbt wurde, soll in Leipzig nun jährlich die DreamHack stattfinden - und zwar erstmal vom 22. bis 24. Januar 2016.

Christian Gute (Projektverantwortlicher der Lepiziger Messe), Robert Schenker (Geschäftsführer von Schenker Technologies), Felix Wisotzki  (Pressesprecher der Messe Leipzig), Frederik Nyström (Pressesprecher der DreamHack AB), Markus Geisenberger (Geschäftsführer der Messe Leipzig) und Chris Hesse (Marketing Manager eSports bei Schenker Technologies) führten durch die Präsentation und standen für Fragen zur Verfügung.

Ausgehend von der Ursprungsveranstaltung im schwedischen Jönköping im Jahr 1994 hat sich das DreamHack-Format zum mittlerweile größten eSports- und LAN-Party-Event der Welt emporgeschwungen. Nun wird es nicht mehr nur in Schweden, Frankreich, Spanien, Russland und Rumänien, sondern endlich auch in Deutschland als dem größten Gaming-Markt Europas stattfinden.

© Alle Rechte vorbehalten von DreamHack © Alle Rechte vorbehalten von DreamHack

Veranstalter und Beteiligte sind neben der Leipziger Messe, die die Räumlichkeiten sowie die notwendige professionelle Infrastruktur bereitstellt, Schenker Technologies (bekannt durch die Gaming-Marke XMG) als ebenfalls in Leipzig ansässiger Hersteller der bekannten Gaming-Notebooks und Desktop-Systeme sowie selbstverständlich das Unternehmen DreamHack AB.

Aktuellste Informationen können künftig über die seit gestern freigeschaltete Homepage abgerufen werden.

Was bietet die DreamHack?

Im Gegensatz zur Kölner Gamescom, die ja vornehmlich eine Werbeveranstaltung ist, soll die Leipziger DreamHack einen sehr viel stärkeren Event- und digitalen Festival-Charakter haben und auf drei Säulen basieren:

  1. LAN-Party: Im ersten Jahr wird die Anzahl der Plätze für die Teilnahme an einer riesigen LAN-Party auf 1000 Teilnehmer begrenzt sein, um das bestehende Interesse besser abschätzen zu können. Daneben werden selbstverständlich auch weitere Tickets ohne LAN-Teilnahme verfügbar sein.
    Gaming-Systeme zur Teilnahme können entweder selbst mitgebracht oder für die Dauer der Veranstaltung von Schenker Technologies gebucht werden. Die limitierten High-End-XMG-Packages beinhalten eine hochwertige Sitzgelegenheit, Frühstückspakete können optional zugebucht werden.
  2. Professionelle eSports-Turniere: Im offiziellen Turnierbereich wird ein Profi-Turnier stattfinden, bei dem es um eine sechsstellige Summe an Preisgeldern geht. Zum Vergleich: Bei der DreamHack Winter 2014 konnte man allein in Counter Strike: Global Offensive ein Gesamtpreisgeld von 250.000 US-Dollar erspielen.
    Aus der Erfahrung mit den bereits bestehenden europäischen DreamHack-Veranstaltungen ist davon auszugehen, dass sich in Leipzig allermindestens die europäische eSports-Elite versammeln wird. Über die konkrete Spieleauswahl wurde leider noch keine Information herausgegeben. Konsolenspiele wurden als "ebenfalls eine Option" bezeichnet, hierzu gab es aber ebenfalls noch keine aussagekräftige Stellungnahme.
  3. DreamExpo mit Ausstellungs- und Verkaufsbereich: Im Rahmen der DreamHack wird es natürlich auch einen klassischen Ausstellungsbereich für PC- und Gaming-Hardware, Zubehör, Spiele, Software und themenbezogene Merchandising-Artikel geben. Ausstellen können hier erfreulicherweise nicht nur einige wenige Exklusivpartner, sondern prinzipiell jeder Hersteller, der Interesse daran hat. Damit hat die DreamHack das Zeug, gleichzeitig zu einer kleineren Version dessen zu werden, was in längst vergangenen Zeiten einmal die heute doch sehr sterile CeBIT aus Gamer-Sicht ausgemacht hat.
    An den Ausstellungsbereich angeschlossen ist mit dem DreamStore auch ein Shop, über den alles von Hardware bis hin zu Merchandise erworben werden kann. Im Bedarfsfall soll es so möglich sein, ohne eigenen PC anzureisen und die Messe mit einem selbst zusammengebauten System wieder zu verlassen. Geht man von anderen europäischen DreamHacks aus, sollten sollte der Vor-Ort-Kauf sogar besonders attraktive Preise ermöglichen: Die Hersteller sehen das Event natürlich für sich selbst auch als Werbung an und winken daher teilweise mit saftigen Rabatten.

Das ist aber längst noch nicht alles, was die DreamHack in Leipzig ausmachen soll. Als digitales Festival gibt es zusätzlich Live-Musik und Entertainment im Bühnenbereich, Old-School-Gaming (nicht unwahrscheinlich, dass man diesbezüglich mit der langen Nacht der Computerspiele kooperierten wird), kreative Wettbewerbe, Vorträge von Spieleentwicklern sowie Cosplay - in welchem Umfang genau wurde zwar noch nicht verkündet, aber die Grundbotschaft war angesichts der auf der Pressekonferenz vertretenen Cosplayer ziemlich eindeutig.

Darüber hinaus wird eine Relax Zone für das Nickerchen zwischendurch bereitgestellt werden - und wer während des 56-stündigen Events meint, dem eigenen Körpergeruch zu Leibe rücken zu müssen, wird auch entsprechende Duschmöglichkeiten vorfinden.

Eine kleines Exklusiv-Info unsererseits am Rande: Für die Event-Berichterstattung über YouTube und Live-Streams über Twitch sorgt Rocket Beans TV, die zu den Großen in diesem Bereich gehören.

Ein kurzer Überblick über die bekannt gewordenen Zusatzfakten:

  • Der Kartenverkauf für den normalen Besucher über den Online-Shop startet zwischen Ende August und Anfang September.
  • Hersteller können sich bereits jetzt als Aussteller über die Homepage der DreamHack anmelden.
  • Die Veranstaltung kann ab einem Alter von 16 Jahren besucht werden, der Besuch des LAN-Party-Bereichs steht allerdings dank des mittlerweile völlig überholten Jungendschutzgesetzes wie üblich leider nur volljährigen Personen frei.
  • Die erste Veranstaltung findet in Halle 5 auf dem Messegelände statt.

Die Beteiligten in der Übersicht

Für einen insgesamt soliden Ablauf bereits der ersten Veranstaltung im Januar 2016 sollten die Kompetenzen sorgen, die die drei beteiligten Parteien einbringen:

Die DreamHack AB verfügt mit ihren zahlreichen Veranstaltungen an verschiedenen Orten auf der Welt bereits über viel Erfahrung auf europäischer Ebene, ist somit auch gut mit der professionellen Gaming-Community verknüpft und dürfte in jedem Fall für das theoretische Konzept eines gelungenes Event sorgen können.

Die Leipziger Messe hatte bereits bis 2008 die Games Convention in Leipzig zu Gast und verfügt nicht nur über generelles Know-How im Bereich Event-Abwicklung, sondern vor allem auch über die nötige technische Infrastruktur und die Möglichkeiten zu ihrer Pflege: Zwei 10-Gigabit-Leistungen sorgen vor allem für die Teilnehmer der LAN-Party für eine optimale Anbindung (die 2012er DreamHack in Schweden führt hier dennoch klar mit wahnwitzigen, wenngleich völlig überzogenen 120 GBit/s).

Zudem verfügt die Messe über ein eigenes, redundant ausgelegtes Backbone, um maximale Konnektivität zu gewähren. Laut Aussage von Christian Gute bietet derzeit keine andere Messe in Deutschland eine derart gute Anbindung. Zudem werden während des gesamten Events hauseigene IT-Techniker zur Verfügung stehen, um bei möglichen Problemen direkt eingreifen und eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung für alle Beteiligten gewährleisten zu können.

Schenker Technologies schließlich ist mehr als ein nur unter dem Namen XMG im Gaming-Bereich bekannter Hersteller von Gaming-Notebooks und -PCs. Schenker wird nicht nur einen Teil der Infrastruktur der 2016er DreamHack - die vor Ort von den Teilnehmern mietbaren Spiele-PCs - stellen, sondern hat in den vergangenen fünf bis sechs Jahren auch eine starke Verbindung zur Gaming-Szene aufgebaut.

Die Leipziger waren und sind unter anderem als Sponsor und Exklusivpartner verschiedener professioneller eSports-Teams und -Events aktiv und traten zuletzt als Hauptsponsor der DotaCinema Captains Draft 2.0 auf, wo immerhin ein Preisgeld von über 270.000 US-Dollar ausgelobt wurde.

Entstehung und Ausblick

Die Idee einer deutschen DreamHack haben wir Robert Schenker von Schenker Technologies zu verdanken. Die Firma stellte erstmalig während der 2008er (und letzten) Games Convention in Leipzig aus und war nach der europaweiten Neuausrichtung des Unternehmens auch schon auf der DreamHack präsent.

Damit war der Kontakt zwischen allen drei Beteiligten hergestellt. Der ersten, von Schenker vor etwa einem Jahr angestoßenen Idee, wieder ein großes Gaming-Event nach Leipzig zu holen, folgten bereits wenige Tage später immer konkreter werdende Absprachen und schließlich die offizielle Bekanntgabe der Veranstaltung.

© Alle Rechte vorbehalten von DreamHack© Alle Rechte vorbehalten von DreamHack

Man fragt sich schon fast, warum ein derartiger Plan nicht schon früher ins Auge gefasst wurde: Deutschland gilt immerhin als Europas größter Gaming-Markt, verfügt aber kaum über entsprechende Events. Zum Vergleich: Die extrem erfolgreiche DreamHack Schweden findet in einem Land statt, das gerade einmal über 9,5 Millionen Einwohner hat (auch wenn man fairerweise anmerken muss, dass hier mittlerweile ganze Busladungen an europäischen Gaming-Begeisterten einfallen). 

Während die ESL in Köln sich eher an einem Profi-und-Zuschauer-Konzept orientiert und die Gamescom eher eine reine Präsentationsmesse ist (wenn auch mit einem gewissen Rahmenprogramm), könnte die DreamHack Leipzig trotz Überschneidungen in eine bislang teils unbesetzte Nische vorstoßen, wenn das Ganze wirklich dem vorgestellten Konzept eines ganzeheitlichen digitalen Festivals folgt.

In jedem Fall freuen wir uns bereits jetzt schon und warten gespannt auf den Januar 2016, wenn sich zeigt, was die DreamHack in Leipzig wirklich zu bieten hat.

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    Dein Kommentar
  • Hellsfoul
    "Zwei 10-Gigabit-Leistungen sorgen vor allem für die Teilnehmer der LAN-Party für eine optimale Anbindung"

    Bei 1000 Lan Party Teilnehmern hört sich das jetzt nicht soviel an. Problem sind aber natürlich die Spielehersteller mit ihrem bescheuerten Online Zwang. Ich kann mich noch an die ersten Starcraft 2 Tuniere erinnern, wo nichts lief und es dauernd Verbindungsabbrüche gab. Das war echt ein Witz.
    Ansonsten gut für die deutschen Gaming Fans, dass eine so große Veranstaltung in Leipzig stattfindet!
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