Durchblick im Dschungel: 140 Chipsätze im Vergleich

Rüdiger H. aus Paderborn öffnet zum ersten Mal das Gehäuse seines kürzlich erworbenen PC-Systems. Den preisgünstigen Rechner der Sonderklasse hat er mit viel Einsatz bei einem großen Discounter erstanden. Zum Kauf animiert wurde Rüdiger durch Angaben wie "XP 2000+" und "30 GB", die sowohl auf der Verpackung als auch in der Werbebeilage für Aufregung sorgten. Nun ist er ziemlich enttäuscht, denn trotz kräftigerer CPU ist der PC seines Freundes Volker S. deutlich schneller. Der Sonderklasse-Rechner lahmt speziell bei 3D-Spielen, die Framerate unterscheidet sich immens von Volkers selbstgebauten PC. Am stärksten bricht Rüdigers System zusammen, wenn er Sicherheitskopien von DVD-Filmen erstellen will, die er aus der Videothek entliehen hat. Volker dagegen schafft es, an einem einzigen Nachmittag zwei komplette Filme auf CD-ROM zu kopieren. Rüdiger ist verzweifelt - obwohl er einen modernen PC besitzt, ärgert er sich über die investierten 1200 Euro. Er ist der Werbung des Discounters auf den Leim gegangen, wo ein schnelles System proklamiert wurde. Volker klärt ihn auf: In Rüdigers PC kommen neben veralteten Komponenten auch ein Motherboard zum Einsatz, welches die Funktionalität und Erweiterbarkeit stark einschränken. Somit wird aus dem Sonderposten für Schnäppchenjäger schnell ein Fall für den Sondermüll.


Nichts für Enthusiasten: PC-Systeme vom Discounter bauen meist auf einem Motherboard auf, welches mit einem veralteten Chipsatz und preisgünstigen Komponenten bestückt ist.

Mit der Frage, wie sich ein PC-System optimal konfigurieren und aufrüsten lässt, beschäftigen sich viele Anwender. Bei der Analyse der Leistungsfähigkeit eines PCs werden in der Regel nur die Komponenten wie Prozessor, Speicher, Grafikchip und Festplatte in Betracht gezogen. Dennoch entscheidet der auf dem Motherboard installierte Chipsatz im Wesentlichen darüber, inwieweit die Platine erweiterbar ist und welche Leistungsreserven sich frei schalten lassen. Hinzu kommen Features wie Ultra-DMA-Modi, USB-Schnittstellen und die Kompatibilität von Komponenten.

Pentium-4-Systeme vom Discounter sind immer langsamem PC266-Speicher oder gar mit veraltetem PC133-Speicher bestückt.

Wir zeigen über 150 verschiedene Kombinationen von North- und Southbridges bei Chipsätzen für AMD und Intel auf und nennen die einzelnen Features. Dieser Artikel basiert auf der Idee von Bert Töpelt, der bisher eine Übersicht aller Chipsätze vermisst hat.

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