Kaufberatung: Das E-Bike - Die Alternative zum E-Auto

Der alltägliche Weg zur Arbeit wird oft mit dem Auto bewältigt – selbst bei vergleichsweise kurzer Fahrstrecke. Denn wer will schon verschwitzt im Büro ankommen? Elektrofahrräder können für viele eine sinnvolle Alternative zum Auto sein.

Es muss nicht immer das Auto sein

Mittlerweile sieht man sie im Straßenverkehr immer häufiger – Elektro-Fahrräder. Genauer gesagt: Pedelecs. Zu den Begrifflichkeiten kommen wir gleich noch. Wenn selbst ältere Menschen einen Anstieg ohne erkennbare Anstrengung erklimmen oder Eltern ihre Kinder scheinbar mühelos im Fahrradanhänger durch die Gegend kutschieren, dann dürfte ein genauerer Blick schnell die Erklärung liefern: Hier hat ein Elektromotor seine „Finger im Spiel“.


Doch das urbane Umfeld ist längst nicht mehr das einzige Einsatzgebiet für Elektrofahrräder. Auch im sportlichen Bereich trifft man mehr und mehr auf Biker, die mithilfe der elektrischen Unterstützung Gegenden erkunden, in die sie ohne Motor vielleicht gar nicht erst vordringen könnten. Und selbst „echte Sportler“ vertrauen zunehmend auf die Extraportion Energie aus dem Akku.

Zwar gehen die Meinungen unter den ambitionierten Radlern über die Nutzung von Elektro-Fahrrädern etwa im alpinen Gelände weit auseinander. Dass Bewegung gesund ist und das E-Bike sicher die bessere Alternative im Vergleich zum Auto oder zur Couch darstellt, wird aber wohl niemand in Abrede stellen.

Dieser Grundlagenartikel soll eine Kategorisierung der verschiedenen Elektrofahrräder vornehmen, Vor- und Nachteile verschiedener Antriebskonzepte aufzeigen und die unterschiedlichen Einsatzbereiche der verschiedenen E-Bike-Klassen abstecken. Zudem möchten wir Hinweise zum richtigen Laden und Lagern der teuren Akkus geben und auch das Thema Versicherung der oft kostspieligen Räder ansprechen. Hierbei wird uns ein Versicherungsberater ein wenig unter die Arme greifen.

E-Bike – eine Begriffserklärung

Wenn vom Elektro-Fahrrad oder E-Bike gesprochen wird, ist meist nur eine bestimmte Gattung Fahrräder gemeint, die mit einem elektrischen Motor ausgestattet ist – das Pedelec. Dieser mittlerweile etablierte Phantasiebegriff setzt sich aus dem englischen Pedal Electric Cycle zusammen und wird etwa seit dem Jahr 1999 genutzt. Um sich Pedelec nennen zu dürfen, darf der Motor nur das Pedalieren unterstützen – zumindest oberhalb von 6 km/h, darunter gilt es als Anfahr- bzw. Schiebehilfe –, eine maximale Dauernennleistung von 250 Watt aufweisen und bis höchstens 25 km/h aktiv sein.

Sind diese Voraussetzungen erfüllt, ist ein Pedelec wie ein normales Fahrrad zu behandeln. Es gibt also weder eine Versicherungs- noch eine Helmpflicht. Die Begrenzung für die Motorunterstützung auf maximal 25 km/h ist aber mitnichten mit einer zulässigen Höchstgeschwindigkeit für Pedelecs gleichzusetzen. Jegliches durch Muskelkraft erreichbare Tempo ist erlaubt. Es dürfen bzw. müssen Fahrradwege damit befahren werden, und die Erziehungsberechtigten haben die alleinige Entscheidungsgewalt darüber, ob und ab welchem Alter ihre Kinder ein solches motorunterstütztes Fahrrad benutzen dürfen. Dabei sei einmal dahingestellt, ob ein Pedelec angesichts häufigen Bewegungsmangels überhaupt das richtige Fortbewegungsmittel für Kinder und Jugendliche ist. Der Gesetzgeber hält Pedelecs für Jugendliche unter 14 Jahren zumindest für ungeeignet.

Deutlich schneller, aber nicht ohne Versicherung und Führerschein, geht es bei den S-Pedelecs zu. Das „S“ in der Bezeichnung kann dabei sowohl für das englische „Speed“ als auch das deutsche „schnell“ stehen. Mancherorts werden diese Räder auch als Sport-Pedelecs bezeichnet. Wir beschränken uns im Weiteren auf S-Pedelec. Diese E-Bike-Gattung zeichnet sich in erster Linie durch gegenüber den normalen Pedelecs stärkere Motoren (max. 500 W Dauernennleistung) und höhere Geschwindigkeiten aus, bis zu denen der Motor unterstützend eingreifen darf.

Auch das Fahren ohne Pedalieren ist bei S-Pedelecs in bestimmten Geschwindigkeitsbereichen erlaubt. Typischerweise beträgt die bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit solcher S-Pedelecs 20 km/h. Bis zu diesem Tempo dürfen diese Räder also auch ohne Pedaleinsatz nur vom Motor beschleunigt werden. Vor dem Gesetz gelten diese E-Bikes als Leichtmofas. Die Nutzung von Radwegen ist innerorts allerdings grundsätzlich untersagt. Außerhalb geschlossener Ortschaften dürfen aber auch diese Räder auf Radwegen bewegt werden. Da ein S-Pedelec wie ein Leichtmofa oder auch Kleinkraftrad eingestuft wird, ist zwingend eine Fahrerlaubnis – mindestens die Mofa-Prüfbescheinigung – erforderlich, was wiederum ein Mindestalter von 15 Jahren voraussetzt.

Zudem muss ein S-Pedelec zwingend mit einem Versicherungskennzeichen versehen werden. Die Haftpflichtversicherung verursacht zwar jährliche Kosten ab etwa 50 Euro. Im Gegenzug lässt sich für einen geringen Aufpreis eine Teilkasko-/Diebstahlversicherung abschließen.

Elektro-Fahrräder, die im reinen Motorbetrieb bauartbedingt Geschwindigkeiten bis zu 25 oder 45 km/h erreichen, werden verkehrsrechtlich weitestgehend wie Mofas bzw. Mopeds behandelt. Daraus resultiert zunächst einmal eine Versicherungs- und Führerscheinpflicht. Mofas mit maximal 25 km/h dürfen ab einem Alter von 15, Mopeds mit bis zu 45 km/h ab 16 Jahren (Führerschein Klasse M) gefahren werden. Auch die Helmpflicht ist eigentlich klar geregelt.

Eigentlich deshalb, weil auf einem Mofa oder Moped ein entsprechend gekennzeichneter Motorradhelm getragen werden muss. In der Praxis ist das auf einem Fahrrad aber kaum vorstellbar, auch wenn es einen elektrischen (Zusatz-)Antrieb besitzt. Allein schon die fehlende Belüftung würde das ja immer noch mögliche Pedalieren zur Tortur werden lassen. Im Übrigen sieht das Bundesverkehrsministerium auch für S-Pedelecs eine Helmpflicht als gegeben an.

Wie ein geeigneter Helm aussehen soll, dazu äußert sich der Gesetzgeber aber bis dato nicht. Wir empfehlen, grundsätzlich einen Fahrradhelm zu tragen – egal, welche Art von Fahrrad benutzt wird. Übrigens: S-Pedelecs und schnellere E-Bikes müssen wie ein Mofa bzw. Moped mit einem Rückspiegel ausgerüstet sein.

Exkurs zum Thema Helmpflicht

Helmpflicht für Fahrradfahrer – dieses Thema kommt immer mal wieder auf und verschwindet meist ebenso schnell wieder in der Versenkung. Für Fahrräder ohne Motor ist die Gesetzeslage recht einfach: Es gibt keine Helmpflicht. Das hält Versicherungen aber nicht davon ab, Radfahrer ohne Helm nach Unfällen in Regress zu nehmen, erst recht, wenn es sich um eine sportliche Ausfahrt etwa mit dem Rennrad oder dem Mountainbike handelt.

Da normale Pedelecs mit Fahrrädern gleichzusetzen sind, gilt auch hier: Das Tragen eines Helms ist dringend zu empfehlen, aber keinesfalls Vorschrift. Wir sprechen hier wohlgemerkt von Helmen, die speziell fürs Radfahren entwickelt wurden. Klingt banal, der Hintergrund dieser Anmerkung wird aber bei der Betrachtung der aktuellen Sachlage für S-Pedelecs und E-Bikes deutlich. Denn da ist sich bis dato nicht einmal der Gesetzgeber darüber im Klaren, wie es mit einer Helmpflicht aussieht.

Einigkeit besteht offenbar darüber, dass das Tragen eines geeigneten Helms obligatorisch ist. Entsprechend der Straßenverkehrsordnung müsste es sich dabei um einen nach der ECE-Regelung Nummer 22 gebauten und mit den dazugehörigen Prüfzeichen versehenen Schutzhelm handeln. Mit einfachen Worten: ein Motorradhelm. Was für rein motorbetriebene Fahrzeuge sicherlich sinnvoll ist. Bei einem Bike, das neben der Motorunterstützung aber auch zusätzlich oder sogar ausschließlich per Muskelkraft bewegt werden kann, ist ein Motorradhelm keineswegs „ein geeigneter Schutzhelm“.

Dessen ist sich auch der Gesetzgeber bewusst – und legt die Verantwortung zur Entwicklung derartiger Helme in die Hände der Industrie. Ein Schelm, wer… Am Ende des Tages bleibt nur die Erkenntnis: Wer auf Nummer sicher gehen will, trägt Motorradhelm. Alle anderen kaufen sich einen geprüften Fahrradhelm und hoffen im Fall der Fälle auf ein Einsehen der Polizei, des Richters und der Versicherung.

Der Antrieb: vorne, hinten oder in der Mitte

Vor etwa zehn Jahren hat der Trend Elektro-Fahrrad angefangen, Fahrt aufzunehmen. In diesem Zeitraum hat sich die Technik rasant weiterentwickelt. Die Motoren sind leichter und effizienter geworden, die Akkus laden schneller und liefern mehr Energie, die realistischen Reichweiten mit elektrischer Unterstützung liegen heute zwischen 40 und 100 Kilometer. Die Antriebskonzepte sind über die Jahre aber grundlegend unverändert geblieben. So verbauen die Hersteller auch heute noch zwei Arten von Motoren: Naben- und Tretlagermotoren (auch Mittelmotor genannt).

Ein Nabenmotor arbeitet meist als so genannter Direktläufer. Er überträgt also die Kraft direkt und nahezu verlustfrei auf die Radnabe. Die Vorteile liegen in einem sehr ruhigen und leisen Lauf mit einem „kraftvollen“ Fahrgefühl. Bei sehr langsamer Fahrt oder an starken Steigungen leiden Nabenmotoren allerdings unter einem geringen Wirkungsgrad, was letztlich zu einem Temperaturanstieg führt. Um eine Überhitzung zu vermeiden, wird dann die Kraft gedrosselt oder der Motor gar abgeschaltet.


Der größte Vorteil eines Nabenmotors ist die Nachrüstbarkeit für normale Fahrräder. Je nach verbauter Schaltung ist dies am Vorderrad- oder auch am Hinterrad möglich. Vorne angebrachte Nabenmotoren sind mittlerweile nur noch die Ausnahme. Es überwiegen einfach die Nachteile wie schlechtere Manövrierbarkeit aufgrund des höheren Vorderradgewichts oder die Gefahr des Durchdrehens auf feuchter oder glatter Strecke. Letztlich weist der Hinterradnabenmotor ähnliche Nachteile auf, sie wirken sich im Betrieb aber nicht so stark aus. Der Heckantrieb vermittelt zudem ein sportlicheres Fahrgefühl.


Dennoch favorisieren derzeit fast alle Hersteller von Elektrofahrrädern den Mittel- bzw. Tretlagermotor. Der tiefe, mittig im Rad sitzende Schwerpunkt sorgt dafür, dass möglichst wenig negative Einflüsse auf die Steuerbarkeit und das Fahrgefühl auftreten. Dank eines Getriebes neigt der Mittelmotor auch nicht zum Überhitzen und arbeitet stets mit einem recht hohen Wirkungsgrad. Zudem lässt sich der Tretlagermotor mit Naben- und Kettenschaltungen montieren. Auf der Negativseite steht ein leichter Leistungsverlust über den Antriebsstrang, der zudem einem höheren Verschleiß unterliegt.

Hilf dir selbst, dann hilft dir…

Ein Pedelec, und auf diese Art der Elektrofahrräder beschränken wir uns im weiteren Artikelverlauf, arbeitet mit einem Motor, der abgesehen von der Schiebehilfe das Rad nicht autark bewegen darf. Spezielle Sensoren erkennen, wenn der Fahrer die Kurbeln bewegt, und schalten dann die Motorleistung zu. Wie stark der Motor unterstützt hängt dabei von mehreren Faktoren ab. Einerseits wird über eine Stufe vorgewählt, welche zusätzliche Kraft der Motor zur Verfügung stellen soll. Andererseits setzt sich die Gesamtleistung stets aus der vom Radler eingebrachten Kraft und der Unterstützung des Motors zusammen.

Ist etwa ein Unterstützung von 60 Prozent eingestellt und der Fahrer tritt mit 100 Watt in die Pedale, steht eine Gesamtleistung von 160 Watt zur Verfügung. Aktuelle Motoren schießen in der Regel bis zu 250 Prozent zu, was für unser Beispiel einer Leistung von 350 Watt entspricht. Mit dieser Leistung lassen sich mühelos auch steile Anstiege erklimmen. Außer Acht lassen darf man allerdings auch eine weitere Besonderheit von Pedelec-Motoren nicht: Mit zunehmender Geschwindigkeit nimmt deren Leistung progressiv ab, um dann ab 25 km/h die Arbeit ganz einzustellen. Wenn der Fahrer unterhalb von 25 km/h zu treten aufhört, geht der Motor ebenfalls aus. So sieht es der Gesetzgeber für Pedelecs vor.

Akku und Reichweite

Ein Pedelec vergrößert den Aktionsradius gegenüber einem normalen Fahrrad. Sei es, weil ältere und schwächere Personen auf diese Weise überhaupt wieder in den Genuss des Radelns kommen oder weil sich dank des geringeren Kraftaufwandes auch größere Strecken relativ mühelos überwinden lassen. Aber was bedeutet „größere Strecke“? Wie weit kommt man mit so einem Pedelec? Die unbefriedigende Antwort lautet wie so oft: Kommt drauf an.

SteuereinheitSteuereinheitNatürlich spielt die Kapazität des Akkus eine Rolle. Die wird meist in Wh (Wattstunden) angegeben. Moderne Elektro-Fahrräder besitzen für gewöhnlich Lithium-Ionen-Akkus mit einer Kapazität von mindestens 300 Wh. Zum Vergleich: Handelsübliche Akku-Rasenmäher kommen meist mit Akkukapazitäten zwischen 60 und 100 Wh daher. So gesehen, fallen die Akkus eines Pedelecs schon vergleichsweise groß aus, zumal es auch Varianten mit 500 Wh und mehr gibt. Doch ein großer Akku allein sorgt nicht automatisch für große Reichweiten.

Großen Einfluss auf den Aktionsradius nehmen die Stärke der Motorunterstützung, das Terrain und das Systemgewicht, also die Summe aus Pedelec, Fahrer und etwaigem Gepäck. Ein Beispiel aus der Praxis: Der Autor dieses Artikels besitzt ein Pedelec mit Mittelmotor und einem 288 Wh starken Akku. Während seine Frau (Systemgewicht 81 kg) im bayerischen Hügelland mit einer Akkuladung zwischen 60 und 80 Kilometer schafft, reicht es beim Autor selbst mit zwei Kindern im Radanhänger (Systemgewicht 140 kg) nur für gut 35 Kilometer bei mittlerer Unterstützung.

Bei maximaler Motorkraft ist schon nach weniger als 25 Kilometern Schluss. Gerade bergiges Gelänge zieht sehr stark am Akku. Wer in einer hügeligen Region wohnt, sollte daher darauf achten, dass das Pedelec der Wahl die Rekuperation beherrscht. In diesem Fall dient der Motor nicht nur als Antrieb, sondern fungiert auch als Generator, der beim Bremsen oder Rollen Strom erzeugt und in der Batterie speichert. Das vergrößert den Aktionsradius eines Pedelecs nochmals um etwa 10 bis 20 Prozent.

Besonders empfindlich sind moderne Pedelec-Akkus nicht. Die Li-Ionen-Batterien kennen keinen Memory-Effekt und können auch mehrmals pro Tag nur kurz geladen werden, ohne Schaden zu nehmen. Die Hersteller versprechen meist 500 bis 1000 Ladezyklen. Darunter ist aber jeweils ein vollständiger Ladehub von ganz leer bis ganz voll zu verstehen.

Wer demnach fünf mal 20 Prozent der Akkukapazität nachlädt, hat einen Ladezyklus verwirkt. Theoretisch ist so ein Akku also für mindestens 25.000 Kilometer gut, was die Lebensdauer der meisten Pedelecs überschreiten dürfte. Und: Dann ist der Akku normalerweise nicht gleich völlig im Eimer. Vielmehr fällt die nutzbare Kapazität unter einen bestimmten Wert, meist 80 Prozent. Fahren kann man mit dem Bike aber weiterhin.

Ein wenig Zuwendung und Pflege schadet einem Pedelec-Akku aber sicher nicht. Für jedweden Akku gilt: Eine vollständige Entladung verkürzt die Lebensdauer und führt zu vorzeitigem Kapazitätsverlust. Daher sollte das möglichst vermieden werden.

Das Laden des Akkus sollte bei moderaten Temperaturen erfolgen. In unseren Breitengraden kommen allerdings selten Temperaturen vor, die den Akkus gefährlich werden. Gelagert werden sollte der Akku über den Winter dennoch idealerweise im Haus oder der Wohnung bei einem mittleren Ladungsstand.

Das Thema Versicherung

Ein normales Pedelec muss von Rechts wegen nicht versichert sein – weder gegen Diebstahl noch im Bereich Haftpflicht. Etwaige Schäden anderer Personen oder an deren Eigentum sind wie bei einem Fahrrad ohne Zusatzantrieb von der Privathaftpflicht abgedeckt. Um bei eigenen Verletzungen auf der sicheren Seite zu sein, kann eine Unfallversicherung nicht schaden.

Die Heilbehandlung ist jedoch in jedem Fall von der Krankenversicherung abgedeckt. Die Unfallversicherung deckt obendrein bleibende Schäden ab. Was man in jedem Fall prüfen sollte, ist die Aktualität der vorhandenen Versicherungsbeiträge. Manch angejahrte Police deckt etwa Personenschäden nur bis zu einer Summe von einer Million Euro oder gar D-Mark ab. Das klingt nach viel, ist aber bei schwerwiegenden Verletzungen unter Umständen schnell ausgeschöpft.


Wir haben uns in Sachen Versicherung mit einem Experten unterhalten. Marcel Langner von der gleichnamigen Agentur der Rheinland Versicherungen in Viersen hat uns Rede und Antwort gestanden.

THDE:
Ist ein Pedelec über die Hausrat versichert? Wenn ja: Welcher Wert und gibt es Ausschlussklauseln?

Marcel Langner:
Pedelecs sind wie normale Fahrräder generell über die Hausrat mitversichert. Hierbei ist natürlich auf die Anpassung bzw. Höhe der Versicherungssumme zu achten. Versichert ist das Pedelec gegen Einbruchdiebstahl, wenn es sich in Wohnung/Haus, Keller oder Garage befindet.

THDE:
Wie sieht es außerhalb der eigenen vier Wände aus?

Marcel Langner:
Wir sprechen hier von einem Risikoort. Eine Hausratversicherung greift außerhalb des Risikoortes erst einmal nicht. Es sei denn, man schließt Fahrraddiebstahl in seinen Hausrat-Versicherungsschutz mit ein. Bei modernen Hausratversicherungen ist die Fahrraddiebstahlversicherung bereits integriert. Dann ist das Pedelec oder jedes normale Fahrrad auch draußen während des normalen Gebrauchs versichert.

THDE:
Gibt es etwas zu beachten, damit die Versicherung auch sicher greift?

Marcel Langner:
Versichert sind alle Räder, für die keine generelle Versicherungspflicht besteht. Das Rad muss in verkehrsüblicher Weise durch ein geeignetes Schloss gegen Diebstahl gesichert sein. Das gilt zu jeder Zeit, in der das Rad nicht zur Fortbewegung genutzt wird, also auch in abschließbaren Gemeinschaftsräumen in Mehrfamilienhäusern. Lose mit dem Fahrrad verbundenes und dem regelmäßigen Gebrauch dienendes Zubehör ist ebenfalls versichert, wenn es gemeinsam mit dem Fahrrad abhanden kommt. Bei Pedelec-Akkus greift der Versicherungsschutz nur, wenn sie entweder separat gegen Diebstahl gesichert sind oder zusammen mit dem Fahrrad entwendet werden.

THDE:
Welchen Wert ersetzt mir die Versicherung?

Marcel Langner:
Das hängt von der Art der Versicherung ab. Bei der Hausrat und der zugehörigen Diebstahl-Police für Fahrräder und Pedelecs ist grundsätzlich der Neuwert versichert – sofern die Versicherungssumme entsprechend hoch gewählt ist. S-Pedelecs und andere versicherungspflichtige Räder können indes nicht über die Hausrat versichert werden. Hier gibt es stattdessen die Möglichkeit, über das Versicherungskennzeichen auch den Bereich Diebstahl abzudecken. Der Nachteil: Im Schadensfall wird lediglich der Zeitwert erstattet.

THDE:
Ist eine Diebstahlversicherung für S-Pedelecs obligatorisch?

Marcel Langner:
Nein, der Gesetzgeber fordert lediglich eine Haftpflichtversicherung wie bei Mofas oder Rollern. Angesichts der hohen Preise von S-Pedelecs dürfte sich eine Teilkasko mit Diebstahlschutz aber durchaus rechnen.

THDE:
Apropos rechnen: Welche Kosten fallen für die einzelnen Versicherungen in etwa an?

Marcel Langner:
Hier kann ich natürlich nur für die Rheinland sprechen. Die Hausratversicherung hängt natürlich in erster Linie vom versicherten Wert des Hausrats ab. Der Mehrpreis für eine Diebstahl-Police – zusätzlich zum versicherten Einbruch-Diebstahl – beträgt rund 20 Euro im Jahr. Auch hier gibt es Abhängigkeiten, etwa vom Alter und der Ausgestaltung des jeweiligen Tarifes. Unser neuer Hausrat-Tarif beispielsweise deckt in „Premium“ Fahrraddiebstahl bis zu 5000 Euro beitragsfrei mit ab.

Das Haftpflichtkennzeichen für ein S-Pedelec liegt derzeit bei rund 70 Euro. Eine Teilkasko mit Diebstahlversicherung kostet mit 100 Euro Selbstbeteiligung 43 Euro, ohne Selbstbeteiligung 86 Euro im Jahr.

THDE:
Gibt es weitere Versicherungen, die für Radler empfehlenswert sind?

Marcel Langner:
Unabhängig von der Art des Rades halte ich eine Unfallversicherung für generell sinnvoll, zumal diese auch nahezu alle anderen Unfallarten abdeckt. Und das Ganze rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr, weltweit. Um auch die Risiken einer Vollinvalidität abzudecken, sollte die Versicherungssumme mindestens 500.000 Euro betragen. Wer am öffentlichen Verkehr teilnimmt, sollte zudem über eine Rechtsschutzversicherung nachdenken.

Marktübersicht (Ausschnitt)

Der Markt an motorbetriebenen Fahrrädern ist aktuell kaum mehr zu überschauen. Nahezu jeder Radhersteller hat mittlerweile ein oder mehrere Pedelecs, S-Pedelecs oder E-Motorbikes im Angebot. Selbst beim Discounter um die Ecke stehen – meist im Frühjahr – E-Bikes neben Milch und Co. Wir versuchen daher erst gar nicht, einen Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben. Vielmehr soll unsere Tabelle einen kleinen Querschnitt durch das mannigfaltige Angebot darstellen und eine erste Orientierungshilfe bei der Suche nach dem passenden Modell bieten. Wir unterteilen die Übersicht in folgende Katagorien:

  • „Pedelec“ mit den Unterkategorien: City-, Tour-, Mountainbike- und Cargo-Pedelec: Die bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit beträgt 25 km/h, der Motor unterstützt nur und leistet höchstens 250 Watt, es besteht weder Versicherungs- noch Helmpflicht.
  • „S-Pedelec/E-Motorbike“: Die bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit reicht von mehr als 25 bis hin zu 45 km/h, Treten ist für den Antrieb nicht unbedingt erforderlich, es bestehen Versicherungs- und Helmpflicht.

Aus jeder Kategorie möchten wir ein Rad besonders hervorheben und in aller Kürze auf dessen Besonderheiten eingehen.

City-Pedelec

Das Stevens E-Carpo ist City- bzw. Urbanbike mit einem wartungsarmen Riemenantrieb und einer stufenlosen Nabenschaltung. Dadurch existieren keine Übersetzungssprünge, was sehr gut zum Pedelec-Konzept passt. Zudem lässt es sich auch Stand „Schalten“.

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Tour-Pedelec

Das Roadster touring von Riese & Müller bietet im Prinzip Pedelec-Hausmannskost – wäre da nicht die mit 63 Zentimetern recht große verfügbare Rahmenhöhe. Groß gewachsene Personen werden das zu schätzen wissen – und die bekannt hohe Qualität von Riese & Müller.

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Mountainbike-Pedelec

Mit dem Pedelec über Stock und Stein im Hochgebirge? Mit dem Haibike SDURO AllMtn kein Problem. Die vollgefederten E-MTBs eignen sich auch für die härtere Gangart. Haibike ist in diesem Bereich Vorreiter, hat aber mittlerweile viele Nachahmer gefunden.

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Cargo-Pedelec

Eine sehr interessante Alternative zu Fahrradanhängern ist die Anschaffung eines Transport-Rades mit E-Motorunterstützung. Zu den Pionieren zählt die Firma Urban Arrow. Deren Modell Family transportiert Kinder und Krempel. Für das E-Lastenrad ist sogar spezielles Kinderzubehör wie etwa ein Maxi-Cosi-Adapter erhältlich.

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S-Pedelec/E-Motorbike

Mit dem Grace One erübrigt sich die Anschaffung eines Mofas oder Motorrollers. Dieses E-Motorbike schafft in der Spitze bis zu 45 km/h und hat mit 1300 Watt mehr als genug Leistung. Selbst steile Anstiege geht es mit Top-Speed nach oben. Die martialische Optik gibt es gratis dazu. In Kürze unterziehen wir das Grace One einem ausführlichen Praxistest.

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Fazit: Auf keinen Fall ohne Probefahrt

Elektrofahrräder sind auf dem Vormarsch, keine Frage. Ob für den Arbeitsweg, für ältere Personen oder einfach als Alltagsfahrrad für Jedermann: Ein Pedelec erleichtert das Fahren, bringt alten und gebrechlichen Menschen lieb gewonnene Mobilität zurück und verringert den CO2-Fußabdruck, wenn im Gegenzug das Auto weniger genutzt wird. Aber auch unter sportlichen Gesichtspunkten kann ein Fahrrad mit E-Unterstützung sinnvoll sein.

MTBs mit Motor ermöglichen es, in Regionen vorzudringen, wo man mit eigener Muskelkraft vielleicht sonst nicht hinkommen würde. Unter „echten“ MTB-Alpinisten werden E-MTBs allerdings kritisch beäugt. Denn oft fehlt es nicht nur an der physischen Power, um in hochalpinem Terrain zu fahren. Viel häufiger mangelt es an den technischen Fähigkeiten, was ernsthafte Verletzungen zur Folge haben kann. Das gilt auch für den leichtfertigen Umgang mit einem S-Pedelec bzw. einem E-Motorbike. Mit bis zu 45 Sachen rast man auf diesen Teilen dahin.

Wer sich hier über- und die Geschwindigkeit unterschätzt, landet schnell in der Notaufnahme. Doch genug der mahnenden Worte. Der Markt für Elektrofahrräder hält für jede Anforderung und jeden Geschmack das Passende bereit. Doch auch hier gilt: Drum prüfe, wer sich ewig bindet. Probefahrt muss ein – am besten mehrere.

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24 Kommentare
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  • fffcmad
    Dann doch lieber gleich einen Motoroller. Speziell bei den Preisen. Und wenn man im Gelaende mit dem Rad nicht weiter kommt gibts ein gutes Mittel dagegen: Trainieren.
    Dann wird man auch merken, das die erreichten Erfolge zu mehr anstacheln.

    Pedelecs sind was fuer halblahme Omis und Opis. Mit Sport hat das nichts zu tun. Schlimm genug das man die Motoren und Akkus schon so gut verstecken kann, das sie in Profiraedern nicht mehr zu entdecken sind ohne Demontage.
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  • quixx
    Der Motor meines Fahrrades wird in meiner Küche nachgeladen.
    Der lässt sich in weitem Rahmen auch ohne Doping tunen. Leistungsverdoppelung? Kein Problem.
    Gleichzeitig stärke ich die zentrale Pumpe auch gegen die Unbill des Alters.

    Der Akku des eBikes wird mit Kohlestrom geladen und wenn er hinüber ist, wartet er auf kommende Technologien, ihn vernünftig zu entsorgen.

    Anhand des Preises kann man den "Footprint" des eBikes erraten.

    Mit eBikes tauchen an manchen Plätzen Menschen auf, wo man vorher vor ihnen sicher war.
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  • fffcmad
    Aber natuerlich ein toller Artikel. Gerne mehr!
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  • Derfnam
    @ fffcmad: wer keinen Schein machen will (so wie zB ich), der kann mit deiner Rolleridee nix anfangen.
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  • fffcmad
    Da biste aber mit nem normalem Rad besser gestellt. Schneller, leichter, je nach Modell guenstiger.
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  • Derfnam
    Du kennst mein linkes Knie nicht :D
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  • quixx
    Anonymous sagte:
    @ fffcmad: wer keinen Schein machen will (so wie zB ich), der kann mit deiner Rolleridee nix anfangen.


    Kein Schein ist aber außergewöhnlich. Und dann auch noch linkes Knie? Mein linkes hat eine Patellaplastik und will bewegt werden.

    Mein Schein reicht für alles, das die Industrie auf zwei Räder gebacken kriegt. Mir reicht aber schon der Nervenkitzel, der von einer Fahrt mit Muskelkraft ausgeht.
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  • kleinstblauwal
    Würde rein Rechtlich ein E-Bike noch als E-Bike zählen, wenn man eine Art "Kabine" um den Fahrer drum rum bauen würde, die dazu noch nicht allzu breit ist, die verhindert dass man nass wird und gar so viel friert? Das E-Bike ist sonst nur bei erträglichem Wetter ein Ersatz für die Benzinkutsche und damit kein wirklicher ersatz für den wirklich täglichen Arbeitsweg.
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  • Myrkvidr
    Das ist schon irgendwie verrückt - so 'n Fahhrad mit nem Motor, der 25% von der Leistung meines PC-Netzteils hat, kostet mehr als jedes Auto, das ich bislang besessen habe ;)
    Abgesehen davon finde ich die E-Mobility-Lösungen aber an sich super praktisch. So ein Cargo-Bike wäre voll alltags- bzw. bierkastentauglich. Fehlt eigentlich nur noch ein Schlechtwetterschutz, damit es wirklich ein Ersatz fürs Auto in der Stadt sein kann.
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  • quixx
    Schlechtwetterschutz bremst wie 5% Steigung.
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  • fffcmad
    Der Kasten Bier auch xD
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  • Myrkvidr
    Mein persönliches Systemgewicht lässt mich eh nicht weiter als 20km kommen, da ist der Kasten Bier auch egal^^
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  • Darkling71
    Allen, die ein Fahrrad suchen, welches auch einen Wetterschutz bietet, denen rate ich einmal den Begriff "Velomobil" in eine Suchmaschine einzugeben.
    Die meisten Varianten sind auch mit elektrischer Unterstützung erhältlich, den Kasten Bier bekommt man normalerweise nur dann unter, wenn man die Flaschen ohne den Kasten im Fahrzeug verteilt. (Ausnahme Leiba Cargo und geplante 2-Sitzer)
    Nur billig wird der Spaß in der Anschaffung nicht, da diese meist in Kleinserien und in Handarbeit gefertigt werden.
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  • fffcmad
    Anonymous sagte:
    Mein persönliches Systemgewicht lässt mich eh nicht weiter als 20km kommen, da ist der Kasten Bier auch egal^^


    Das ist eine Ausrede. Kenne jemanden mit ordentlich Gewicht. Und der macht seit zwei Jahren Radsport. Der faehrt locker ueber 30 und auch weite Strecken :D Und er hat mich un ein paar Andere auf die Cyclassics gebracht. Alles Sache des Trainings.
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  • Joel__
    Ich habe ein Grace Pedelec und muss sagen dass Bionx die Motoren nur auf 35Km/h einstellt obwohl ich in der Schweiz 45Km/h Motoren fahren dürfte, die Reichweite ist mit meinem 300 Wh Akku etwa 30-50Km je nach Stufe. Ein Bosch 600 Wh Akku kommt auf locker 80-120KM im Sport modus. Aber mit einem Bionx tuning Gerät kann man die Leistung auf bis zu 75km/h bringen :)
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  • fffcmad
    Der Sport Modus ist ja bereits ein Oxymoron :D
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  • alterSack66
    Ich auch seit gut nen Jahr so ein Teil. Jetzt findet mich quixx an Orten wo er vorher sicher war :D
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  • zeibach
    Ein wirklich guter Artikel. Ich überlege auch schon länger mir ein E-bike oder ein S-Pedelec zuzulegen. Hätte aber nicht gedacht, dass man einen Rückspiegel und ein Versicherungskennzeichen benötigt. Aber gut zu wissen.
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  • JottHaa
    Als die ersten ebikes auf den markt kamen, fand ich diese unsexy. Eher was für rentner. Inzwischen fahre ich ein spedelec. Das hat rein praktische gründe und ist kein lifestyle-objekt. Zugelassen bis 45kmh komme ich wirklich entspannt, mit meinem werkzeug in gepäcktaschen, beim kunden an. Zum thema nummernschild: das habe ich in der gepäcktasche immer dabei um bei kontrollen auf der sicheren seite zu sein. Versicherung habe ich sowieso. Spedelcs sind auf radlerwegen leider verboten. Darum fahre ich lieber incognito mit angepasstem speed.
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