Need For Speed 2016: 34 Grafikkarten und iGPUs im Test

Und ewig grüßt das Murmeltier: Need For Speed ohne Frameraten-Limit für den PC trifft nun endlich als lang erwarteter Nachzügler auf jede Menge Grafikkarten und recht hoch gesteckte Erwartungen. Viel Licht und jede Menge Schatten gibt es inklusive.

Was die nun endlich veröffentlichte PC-Version wohltuend von der Konsole unterscheidet, ist eigentlich schnell aufgezählt: Neben verbesserter Grafik und höheren Bildschirmauflösungen (bis hin zu 21:9-Formaten) ist es in erster Linie der Wegfall des FPS-Locks, den EA den PC-Käufern seit langem versprochen und auch als Grund für die Verspätung benannt hat.

Die Gesamtansicht wirkt bei den besseren Qualitätseinstellungen deutlich detaillierter und wird dadurch vor allem auch in der Weitsicht wesentlich aufgewertet. Allerdings scheint die Zeit um zwei Uhr morgens festgetackert zu sein, denn es umgibt einen eine gähnende Leere, die an ältere Titel erninnert. Selbst in NFS: Underground 2 war auf den Straßen gefühlt mehr Verkehr unterwegs.

Neben der Auflösung ist es die einstellbare Qualität der Texturen, die den Speicherbedarf bei höheren Auflösungen schnell in ungeahnte Höhen treibt. Doch dazu in den Benchmarks gleich noch mehr. Weitere Auswahloptionen bieten die Schatten, die Bewegungsunschärfe und die Umgebungsverdeckung, die auf Ultra wie schon in Battlefront als HBAO umgesetzt wird.

Die Auswahl der Kantenglättung fällt zudem arg spartanisch aus, denn es bleibt nur die Auswahl zwischen dem generell etwas überfordert wirkenden FXAA oder dem etwas besseren TAA (temporale Kantenglättung), welches aber Technologie-bedingt gleich das gesamte Bild reichlich unscharf wirken lässt.

Benchmark-Szene und Einstellungen

Eins bleibt immer gleich: Ohne vorheriges Experimentieren und Planen läuft man als Tester schnell in die DRM- und Online-Falle. Wenn die ganzen Trolle stören, die einem die Jagd auf mögliche Bestzeiten immer wieder vermiesen und reproduzierbare Benchmark-Ergebnisse verhindern, der findet im Einstellungsmenü zu den Spieleoptionen den leider sehr versteckt platzierten Eintrag "Play Alone". Das bedeutet am Ende nichts anderes, als man nun nach erneutem Nachladen quasi ungestört gegen eine recht unaufdringliche KI fahren kann.

Diese versteckte Option hat nur zwei kleine Haken. Erstens muss man sich zunächst erst einmal in der Garage befinden und von dort aus die Einstellungen aufrufen. Direkt nach dem Spielstart sieht man sie nämlich noch gar nicht. Zweitens vergisst das Spiel diese Option beim Schließen. Beim nächsten Programmstart muss man den Spaß erneut aktivieren.

Da zudem extrem lange Ladevorgänge fällig werden, vermuten wir keinen Offline-Modus im herkömmlichen Sinne, sondern lediglich eine Art modifizierten Server, auf dem nur die KI sichtbar bleibt. Damit hätten wir dann einen simplen "MMO-Racer" im Einzelspieler-Modus, bei dem jedoch alle Spielstände und Modifikationen permanent online gespeichert werden. Savegames gibt es hingegen keine.

Die andere Stolperfalle ist Origins krankhafte Paranoia, was mögliche Hardware-Wechsel betrifft. Sogar zu häufiges Wechseln der Grafikkarte kann - wie schon bei Battlefront auch - relativ schnell zur temporären Account-Sperre führen.

Das nächste Bild zeigt, wie man zumindest dieses Problem elegant abwürgen kann: Man arbeitet mit zwei Karten, von denen die primäre beim Start immer die gleiche ist. Dann hilft Umstecken problemlos weiter. Nur für die Tests mit den APUs und der iGP haben wir dann doch noch notgedrungen einen zweiten, privaten Key verbraten müssen.

Als Szene nutzen wir bewusst keine freie Fahrt, sondern den Einzelspielermodus ohne störende Server-Trolle und ein normales Sprint-Rennen, bei dem wir möglichst nah hinter dem Feld herfahren, damit eine optimale Grafiklast entsteht. Um die Ergebnisse im Durchschnitt möglichst vergleichbar zu halten, fahren wir das komplette Rennen jedesmal auch brav zu Ende.

Das kostet allerdings Zeit und in der Summe auch Nerven, so dass wir die Anzahl der getesteten Karten pro Einstellungen diesmal etwas eingegrenzt haben. Dank zweier Schlüssel war es dann zumindest möglich, unterschiedliche Plattformen parallel zu testen.

Ähnlich wie Battlefront skaliert das Spiel sehr gut mit einfacheren Komponenten, was die Mindesanforderungen an die Hardware deutlich herunterzuschrauben hilft. Deshalb nutzen wir - auch aus den bereits genannten Gründen - für alle Auflösungen ab Full-HD aufwärts gleich die maximalen bzw. Ultra-Einstellungen (ohne Blur) und nur bei 720p die niedrigsten Grafikoptionen für die Einsteigerklasse.

Maximale EinstellungenMaximale EinstellungenMaximale EinstellungenMaximale Einstellungen

Der Unterschied zwischen den einzelnen Stufen fällt moderater aus, als man es vielleicht befürchten würde. Lediglich das dann extreme Flimmern nervt mit den niedrigen Einstellungen bereits ordentlich, da zum Beispiel Regentropfen eher wie der übermütige Funkenflug einer hyperventilierenden Flex aussehen und alle Kanten und Karosseriespalten der Fahrzeuge als flimmernde Sägezähnchen böse ins Auge stechen.

Niedrigste EinstellungenNiedrigste EinstellungenNiedrigste EinstellungenNiedrigste Einstellungen

Testsystem und -methoden

Nachfolgend wollen wir noch einmal einen kurzen Blick auf unsere Testsysteme werfen, denn wir haben für die Analyse der verschiedenen Leistungsgruppen der Grafikkarten keine synthetischen CPU-Skalierungen, sondern echte Systeme genutzt. Das in der Tabelle hervorgehobene System stellt dabei unser aktuelles Standard-Testsystem für Grafikkarten darf.

Gaming-Performance
Testsysteme:
Intel Core i7-5930K @4.2 GHz (MSI X99S XPower AC, 16 GB DDR4-2400)
Intel Core i7-5775C, Intel Core i7 4790K (MSI Z97A Gaming 6, 16GB DDR3 2133 Low Voltage)
AMD A10-7890K (Asus A88X-Pro , 16 GB DDR3-2400)
Treiber:
AMD: Radeon Software 16.3.1 Hotfix
Nvidia: 364.51 WHQL
Intel: Beta 15.40.20.4404

Beginnen wir nun mit den ersten Tests und werfen einen Blick auf die unterschiedlichen Auflösungen und ihre möglichen Folgen auf die Gestaltung der Ergebnisse.

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9 Kommentare
    Dein Kommentar
  • diem_
    Schöner Schlusssatz. :-)
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  • FormatC
    Ist doch so ;)

    Mittlerweile mehrmals beim "Einzelspieler" im Rennen rausgeflogen, weil die Server gespackt haben. Das darf einfach nicht passieren. Da aber Geld & Co. online gespeichert werden, ist alles futsch. :(
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  • samserious
    Schade nur, dass nun mit "Trackmania Turbo" auch andere Firmen ihre ehemals tollen Rennspiele zerstören. Bei NFS waren ja immerhin die Erwartungen eher gedämpft...

    Aber schön, dass der Broadwell in der Tabelle noch mit aufgeführt ist.
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  • Derfnam
    Was hasten gegen Trackmania Turbo?
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  • samserious
    Schande über mich, dass ich es kritisiere, ohne es selber gespielt zu haben, jaja.. Aber von sehr vielen, die es bisher getestet haben, hört man, dass es kaum noch Individualisierungsmöglichkeiten für das eigene Fahrzeug gibt, dass es nur noch "langweilige, normale" Server gibt und der Editor viel kleiner geworden ist. Aber ja, ich muss mir da selber mal ein Bild von machen, ich weiß^^
    Ich liebe es einfach an TM United, dass man auf einen x-beliebigen Server gehen kann, wo jeder Spieler seinen Namen farbig ausgestaltet hat, die absurdesten Maps gefahren werden und im Hintergrund zB. "Daddy Cool" in Dauerschleife läuft. So penetrant nervig das ist, ist es auch das, was TM ausmacht..

    Man hört mittlerweile viele Stimmen, die ein ähnliches Fazit ziehen wie dieses Review und die durchwachsenen Bewertugen auf Steam sprechen auch für sich. http://steamcommunity.com/id/worm1nator/recommended/375900/
    Dennoch gilt, was ich oben schon geschrieben habe, ich muss es noch anspielen.
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  • Derfnam
    Server? Isn dette?
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  • FormatC
    Da bekommst Du Gegenspieler serviert, die Du abservieren kannst, aber meinstens bist Du einfach nur bedient. :D
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  • Derfnam
    Aus der Serviceindustrie halte ich mich raus und so fern wie möglich von ihr, ich fand nur das hier interessant:
    http://www.tomshardware.de/trackmania-turbo-ubisoft-spiele-gaming,testberichte-242057.html
    Liest sich so ganz anders als das, was samserious da verlinkte.
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  • r_____
    Is that 250X dedicated or Dual graphics?
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