Warum Athlon 64?
von
Patrick Schmid
Wer gut informierten Anwendern diese Frage stellt, wird vermutlich ein Lachen ernten. Wir empfehlen an dieser Stelle gleich die Lektüre eines der letzten Prozessor-Artikels, z.B. den Test des Pentium 4 570 mit 3,8 GHz . Dieser enthält ausführliche Benchmark-Ergebnisse sowie Verlustleistungs-Messungen, die eine recht deutliche Sprache sprechen. Hier die Fakten in Kürze:
Seit Anfang des Jahres hat Intel mit hohen Verlustleistungen des aktuellen Pentium 4 Prescott zu kämpfen. Auch wenn dieser bereits in moderner 90-Nm-Technik gefertigt wird, so sind hohe Leckströme nach wie vor ein Problem. Wie gut oder wie schlecht dies in den Griff zu bekommen ist, zeigt Intels Klassifizierung des P4 in zwei Verlustleistungsklassen (PRB0 und PRB1). Erstere begnügt sich mit max. 84 W, die andere soll bis zu 115 W verbraten. Erst kürzlich erschienen P4-Modelle mit 3,4 GHz, die mit PRB0 klassifiziert sind. AMDs 130-Nm-Prozessoren sind zwar ebenfalls keine Sparwunder, beherrschen jedoch das Feature Cool & Quiet. Dieses ermöglicht es, einen Windows-Treiber und BIOS-Unterstützung vorausgesetzt, den Takt und die CPU-Kernpannung bei niedriger Arbeitslast bis auf 800 MHz schrittweise abzusenken, so dass die Verlustleistung deutlich abfällt. Hinsichtlich der Leistungsfähigkeit sind die AMD-Prozessoren den Intel-Modellen einen Schritt voraus - auch wenn AMD bislang bei maximal 2,6 GHz angelangt ist und Intel bei bis zu 3,8 GHz vor sich hin grillt. Takt allein ist eben nicht alles. Dies ist der Hauptgrund für die mit einem Plus versehenen Bezeichnungen der AMD-Prozessoren. Seit Jahren sollen diese einen leichten Vergleich mit den Intel-Modellen ermöglichen, auch wenn AMD das Zahlenspiel auch hin und wieder schon übertrieben hat. Der im Prozessor integrierte Speichercontroller arbeitet effizienter als die konventionelle Architektur bei Intel. Aus diesem Grund ist auch der Einsatz von DDR400-Speicher (Dual-Channnel - im Zweikanal-Modus zur Verdoppelung der Bandbreite) leistungstechnisch absolut kein Nachteil. Ein praktischer Vorteil ist dagegen der Anschaffungspreis für Arbeitsspeicher, der bei DDR400 noch unter dem für DDR2-533 liegt.Sicherlich spielen auch persönliche Vorlieben beim Prozessorkauf eine entscheidende Rolle. Wer von Mercedes überzeugt ist, wird wohl kaum über Nacht zu BMW überlaufen. Technisch gesehen bietet AMD dem Kunden seit einingen Monaten jedoch mehr für's Geld.
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