HDD-Vergleichstest: Fünf Enterprise-Festplatten mit fünf und sechs Terabyte

Mehr Speicherplatz geht derzeit nicht im Business-Umfeld: Fünf Enterprise-Festplatten mit fünf und sechs Terabyte Speicherkapazität mussten sich im Testlabor beweisen. Mit dabei ist auch die HGST Ultrastar He6, die erste Helium-Festplatte überhaupt.

PMR, SMR, HAMR oder doch gleich Helium? Wenn es um die Vergrößerung der Speicherkapazität von Festplatten geht, müssen sich die Hersteller inzwischen einiges einfallen lassen. Das Rennen um die “dickste” Festplatte wird vom rasant steigenden Bedarf an Speicherplatz bei Industrie und Endkunden befeuert.

So verzeichnet zum Beispiel das Datenaufkommen, das von sozialen Netzwerken und Mobilgeräten generiert und auf Servern gespeichert werden muss, bereits seit längerer Zeit ein immenses Wachstum. Auch die Zunahme von Cloud-Anwendungen dürfte den Speicherhunger gerade im Enterprise-Sektor weiterhin stark vorantreiben.

Da aktuelle Technologien wie das Perpendicular Magnetic Recording (PMR) zunehmend an ihre Grenzen stoßen, werden auch die erzielten Speicherplatz-Fortschritte stetig kleiner. Vielversprechende neue Speicherverfahren wie Shingled Magnetic Recording (SMR) oder Heat Assisted Magnetic Recording (HAMR) sollen den Kapazitätswettlauf wieder in die Gänge bringen.- und inzwischen ist auch wieder ordentlich Bewegung in den Festplatten-Markt gekommen.

HGST Ultrastar He6: erste Helium-Festplatte im Test

Mit dem Testkandidaten HGST Ultrastar He6 ist inzwischen die erste Festplatte mit Helium-Füllung erhältlich. Aufgrund dieser Helium-Füllung soll das 6-TByte-Laufwerk trotz seiner sieben Platter energiesparender, leiser und kühler laufen als traditionell gefertigte (PMR-)Festplatten und sich damit im Serverschrank besonders gut machen. Die Helium-Füllung macht es außerdem künftig leichter, die Kapazität weiter in die Höhe zu schrauben.

8-TByte-Festplatten für Cloud-Anbieter

Ein erstes Ergebnis hat HGST unlängst präsentiert: Denn das Unternehmen liefert bereits 8 Terabyte große Helium-Festplatten an Großkunden aus, die aus dem Umfeld der Cloud-Anbieter kommen. Das Laufwerk setzt neben der Edelgas-Technologie auch auf das Shingled Magnetic Recording, um seine imposante Kapazität von acht Terabyte auf die Beine zu stellen. Mit dem kombinierten Verfahren will HGST ab 2017 auch ein 10-TByte-Laufwerk anbieten.

Seagate war übrigens noch ein wenig schneller als HGST. Bereits ein paar Wochen vorher kündigte der Hersteller die Verfügbarkeit seiner 8-TB-Laufwerke (wir berichteten) an, die sich ebenfalls an Cloud-Anbieter richten. Welches Speicherverfahren dabei zum Einsatz kommt, verrät Seagate allerdings nicht.

Im Vergleichstest: Fünf Enterprise-HDDs mit fünf und sechs Terabyte

Neben der Ultrastar He6 haben wir uns noch vier weitere SATA-Speicherriesen ins Testlabor geholt; alle Laufwerke verfügen über mindestens fünf Terabyte Speicherkapazität.

Die folgenden 3,5-zölligen Enterprise-Festplatten haben wir getestet:

Enterprise-Standard: 24/7-Betrieb, fünf Jahre Garantie

Alle Testkandidaten lassen sich dem professionellen Umfeld zuordnen, in dem vor allen hinsichtlich Sicherheit, Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit höhere Ansprüche als im Consumer-Bereich gelten.

Die für Dauerbetrieb ausgelegten Enterprise-Laufwerke werfen daher unter anderem höhere MTBF-Zeiten in die Waagschale, kommen mit Sensoren daher, die Vibrationen in RAID-Umgebungen ausgleichen sollen, oder bieten eine Hardware-basierte Verschlüsselung von Daten.

Die generell höhe Zuverlässigkeit schlägt sich in einer gegenüber Desktop-Laufwerken längeren Garantiezeit nieder: Alle fünf von uns getesteten Enterprise-Festplatten kommen mit einer 5-jährigen Gewährleistung.

Technische Daten

Testkonfiguration

Hardware
CPU:Intel Core i5-2500K (32 nm, Sandy Bridge, D2), 4C/4T, 3.3 GHz, 4x 256 KByte L2 Cache, 6 MByte L3 Cache, w/ HD Graphics 3000, 95 Watt TDP, 3.7 GHz max. Turbo
Mainboard:Gigabyte Z68X-UD3H-B3, Sockel: 1155, Revision: 0.2, Chipset: Intel Z68, BIOS: F3
RAM:Corsair TR3X6G1600C8D, 2x 2 GByte,  DDR3-1333
Festspeicher:Intel X25-M G1, SSD, 80 GByte, Firmware 0701, SATA 3 GBit/s
Controller:Intel PCH Z68 SATA/600 
Netzteil:Seasonic X-760, 760 Watt, SS-760KM Active PFC F3
Benchmarks
Performance-Messungen:h2benchw 3.16
PCMark 7 1.0.4
I/O-Leistung:IOMeter 2006.07.27
Fileserver-Benchmark
Webserver-Benchmark
Database-Benchmark
Workstation-Benchmark
Streaming Reads
Streaming Writes
4K Random Reads
4K Random Writes
System-Software & Treiber
Betriebssystem:Windows 7 x64 Ultimate SP1
Intel Inf:9.2.0.1030
Intel Rapid Storage:10.​5.​0.​1026
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13 Kommentare
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    Dein Kommentar
  • Plitz
    Wenn ihr von Seagate Barracuda (3TB, 7200 rpm) redet, welches Modell ist da gemeint?
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  • besterino
    Ich finde diese reinen Performance-Aussagen bei Festplatten irgendwie nur wenig hilfreich. In der Tat sind die harten Leistungsunterschiede relativ gering. Viel interessanter ist da die Langlebigkeit - die natürlich viel schwieriger zu testen ist. TechReport macht(e) das ja sensationell mit einer Auswahl an SSDs - sowas müsste man auch mal mit Festplatten machen.

    Mich interessieren nicht die 0.x ms Unterschied beim Lesen oder Schreiben. Wenn ein Gerät sich aber schon z.B. nach 3 Monaten Dauereinsatz mit permanten Lese- und Schreibzugriffen verabschiedet während ein anderes nach 6, 12, 18, 24 Monaten noch läuft, dann weiß ich, was ich kaufe... und wofür ich auch den ein- oder anderen Euro mehr ausgeben würde.
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  • Tesetilaro
    kann ich verstehen, aber such doch mal die preise für eine klimakammer im netz - die wäre nötig um den verfall zumindest beschleunigen zu können und eben nicht 24 monate lang zu messen... Dann hast Du auch eine gute idee, warum toms sich sowas nicht hinstellen kann - leider :-(

    Schön wäre, wenn die großen hoster Ihre RMA quoten auswerten würden und dann veröffentlichen *g*
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  • besterino
    Muss doch nicht gleich eine Klimakammer sein. Ich denke da eher an ein 08/15-System, was eben 24/7 die Platten deutlich überdurchschnittlich belastet. Ich bin ja kein Experte (das seid ja ihr ;-), aber es muss doch möglich sein, den Platten mit ganz banalen Mitteln ordentlich zuzusetzen. Ich denke da z.B. an permanente Schreib- und Lesezugriffe je Platte, nach bestimmten geschriebenen Zeiten (1 Woche? 1 Monat?) Datenmengen (50TB? 100TB? was weiss ich?) unterbrechen, MD5-check o.ä. über die Daten, SMART-Daten auslesen usw. Das kann man dann ja vielleicht noch verschärfen, in dem man z.B. die Platten physikalisch fordert, also z.B. nicht fest/entkoppelt einbaut und/oder ab und an kontrolliert "anstubst" - was weiß ich. Ich entwickel leider nicht täglich Testszenarios/-umgebungen. ;-)

    Klar ist das ein wenig Aufwand, aber wenn man da mal einen nachhaltigen, auf Dauer angelegten Aufbau entwickelt, den man z.B. immer mal wieder um Platten ergänzen kann, wären das nach einiger Zeit mal wirklich interessante Infos.
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  • LarryKing
    Warum ist keine WD Platte bei?
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  • Tesetilaro
    Anonymous sagte:
    Warum ist keine WD Platte bei?


    ich vermute WD hat keine Samples locker gemacht, frage aber mal Achim ;)
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  • LarryKing
    Würde mich "brennend" interessieren, da ich von einem der getesteten Hersteller keine Produkte mehr erwerben werde und derzeit ausschließlich WD einsetze. Daher die gezielte Frage nach WD.

    Bei der Gelegenheit: Wer steckt eigentlich hinter HGST? Scheinen grundsätzlich interessant zu sein, aber sind nicht über alle Distributoren zu erhalten - ich weiß, wir sind hier nicht bei B2B....
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  • Derfnam
    Google kaputt? Hitachi aka WD.
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  • Tesetilaro
    jup, aber scheint als würde hgst sich auf enterprise und industrial spezialisieren und wd auf consumer und normal b2b...

    wie dem auch sei, HGST bekommst bei arrow, avnet, rutronik und Hammer, um jetzt mal die großen drei und einen underdog zu nennen, die mir auf die schnelle einfallen ;)
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  • Achim Roos
    Wir haben leider keine WD Red erhalten, werden den Test aber noch nachreichen sobald sie eintrifft.
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  • Achim Roos
    Anonymous sagte:
    Wenn ihr von Seagate Barracuda (3TB, 7200 rpm) redet, welches Modell ist da gemeint?

    Das ist die ST3000DM001.
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