WD Black² im Test: 120-GByte-SSD und 1-TByte-Festplatte in einem Laufwerk

Inbetriebnahme und Partitionierung

Bei erstmaliger Inbetriebnahme der WD Black² erscheint im Windows-Gerätemanager keine Festplate, sondern zunächst nur die unformatierte SSD. Diese kann man wie jedes andere Flash-Laufwerk formatieren und anschließend mit Daten betanken. Gleiches gilt bei einer kompletten Neuinstallation von Windows, denn beim Setup erscheint zunächst ebenfalls nur die SSD in der Datenträger-Liste. Um auf den HDD-Teil der WD Black² zugreifen zu können, muss man erst eine Software herunterladen, für deren Installation ein USB-Stick mitgeliefert wird.

Der Speicherstift beherbergt jedoch nicht die Software, sondern stößt einen etwas eigenwilligen Weg an, um sie auf den Rechner zu holen: Sobald der USB-Stick an den Rechner angeschlossen wird, erkennt Windows ihn nicht als Datenträger, sondern als USB-Eingabegerät. Dieses startet im Anschluss Skript-gesteuert den Standardbrowser und öffnet darin eine WD-Webseite, von der man sich schließlich die Partitions-Software WD Black² Installerherunterladen kann.

Nach deren Installation zeigt der Gerätemanager dann endlich die nominell ein TByte große Festplatte an, die knapp 932 GByte effektiven Speicherplatz bereitstellt. Gut: Auf der WD-Webseite steht mit dem Kloning-Tool Acronis True Image WD Edition eine weitere Software zum Download bereit, mit der sich eine bestehende Windows-Installation auf die SSD umziehen lässt. In der Verpackung ist neben dem USB-Stick auch ein SATA-auf-USB-3.0-Adapter enthalten.

Warum WD den komplizierten Weg über den USB-Stick gewählt hat, der obendrein zwingend eine Internetverbindung vorausetzt, erschließt sich uns nicht so recht. Womöglich wäre es komfortabler gewesen, die Software direkt auf den Stick zu packen. Der so genannte USB-Stick besteht im übrigen aus einer Papphülle im Schlüssel-Look und dem USB-Port, was in seiner Gesamtheit einen recht anfälligen Eindruck macht. Im Test zerfiel das USB-Device nach der ersten Nutzung prompt in seine Bestandteile. Da man sich die Software allerdings auch direkt von der WD-Webseite herunterlanden kann, ist das nicht weiter schlimm.

Die Partitions-Software wird im Prinzip nur ein einziges Mal benötigt, um die HDD freizuschalten, da kein Treiber installiert wird. Danach steht die HDD nicht nur auf dem PC zur Verfügung, an den man die WD Black² angeschlossen hat, sondern auch auf jedem anderen Rechner. Dort muss die Software weder installiert sein noch im Hintergrund laufen.

Sollte einer der beiden Speicher ausfallen, kann der noch funktionierende Teil weiterhin genutzt werden. Mit der Partitionierungs-Software lässt sich die WD Black² außerdem wieder auf den Werkszustand zurücksetzen, wenn versehentlich eine Partition gelöscht wurde. Darauf gespeicherte Daten lassen sich mit dem Tool allerdings nicht rekonstruieren.

Es gibt noch ein paar Einschränkungen, die Käufer der WD Black² kennen sollten: Partitionen sind auf einen der beiden Teile beschränkt und lassen sich nicht übergreifend zwischen HDD und SDD anlegen. Auch von Herstellern angelegte versteckte Partitionen  zur Systemwiederherstellung (OEM Recovery) lassen sich nicht übertragen. Außerdem kann die Black² nicht im RAID-Verbund genutzt werden und die Treiberunterstützung beschränkt sich auf Microsoft-Betriebssysteme (Windows XP, Vista, 7 und 8); Mac OS X und Linux bleiben außen vor. Schließlich weist WD auch noch darauf hin, dass die WD Black² keine Speichercontroller von ASMedia und NVidia unterstützt.

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11 Kommentare
    Dein Kommentar
  • muetze2k
    Zitat:
    Die WD Black² gibt es dagegen schon zu Marktpreisen ab 245 Euro. Zum gleichen Preise (und weniger) bekommt man andererseits auch schon vollwertige 500-TByte-SSDs.

    Also für <=245€ eine 500TByte SSD, da würde ich auch zuschlagen und hätte wohl bis an mein Lebensende genug Speicher.
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  • 7664stefan
    Muetze, den habe ich gerade auch gesehen und mit endlos gefreut. :D

    Die Kombination aus HDD und SSD finde ich gelungen. Solange aber der Preis zweier einzelner Platten mit höherer Leistung geringer ist, wird sich wohl nur schwer ein Markt hierfür finden.
    Naja, interessant vielleicht für Wohnzimmergeräte.
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  • Tesetilaro
    macht aus meiner sicht eigentlich nur für ein desktop replacement sinn, falls dieses nur einen Slot für Platte hat... und man die Kapazität braucht, aber trotzdem eine halbwegs große SSD haben will, sprich nen seagate hybrid aus der wunschlise raus fällt...
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  • Cyrus10000
    Lautstärke? Wer will wieder so einen Krachmacher im PC haben? Wieso wird das immer vergesssen...
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  • Tesetilaro
    2,5" mit 5400 rpm sollte sich in grenzen halten wenn WD nicht grundlegend versagt hat...
    aber gewicht und grundsätzliche Lautstärke sind tatsächlich ein argument für ein schlankes ultrabook o.ä.
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  • avatar_87
    Für den Preis fast schon eine Frechheit.
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  • Erdferkel
    wenn ich den artikel richtig verstanden habe, braucht man windows nur zum freischalten der hdd-patition. danach könnte man die platte doch auch in ein linux-system setzten???
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  • muvimaker
    @Erdferkel: Nach dieser Passage zu urteilen, kann die Platte nur unter Windows genutzt werden .... und die Treiberunterstützung beschränkt sich auf Microsoft-Betriebssysteme (Windows XP, Vista, 7 und 8); Mac OS X und Linux bleiben außen vor...Ich würde es testweise einmal unter Linux versuchen und dann hier mit Forum posten...
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  • drno
    Tinnef ist das. Entweder SSD oder sonst ne Raptor. Gut ists.
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  • Latino
    Warum nicht einfach ein ab Werk freigeschaltete - und somit voll funktionsfähige - 1 TB Platte? Wenn schon Freischaltsoftware, wieso nicht auf CD mitgeliefert? Oder von mir aus auch auf dem mitgelieferten USB-Teil?Muss man Datensammelwut eines Konzerns befürchten?LG
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  • wertzu64
    Also ich habe diese ssd gekauft und in mein notebock eingebaut,Hp 460 G 1
    CORE I7 4702 MQ 8GB Ram und habe einen benchmark gemacht dabei kam folgender wert heraus Lesen 399,29 MB/S Schreiben 136,77 MB/S Ich glaube das ist kein schlechter wert
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