Erster Eindruck: Operation gelungen
Mit der FirePro W8100 versucht AMD, die Lücke zwischen der leistungsstarken FirePro W9100, die ja eher für rechenintensive Anwendungen gedacht ist, und der eher auf reine Grafikleistung getrimmten FirePro W7000 zu schließen. Damit präsentiert sich die FirePro W8100 als eigentlich fast schon perfekter Allrounder, solange die Aufgabenstellung und das eigene Budget diese Karte für den Anwender interessant machen.
Universeller Einsatz und Verbindung von Grafik- und Rechenleistung
Die FirePro W8100 bietet mit ihrer Konzeption und Ausrichtung die wohl derzeit günstigste Allround-Lösung für die Verbindung von performanter Grafikausgabe und aufwändigen Berechnungen (wie z.B. CAD und CAE oder Multimedia und Entertainment) und schiebt die größere FirePro W9100 ein wenig vor sich her.
Wer sich bisher noch aus rein ökonomischen Gründen vor dem Kauf der FirePro W9100 scheute, könnte bei dieser Offerte schon eher schwach werden. Ruft man sich nämlich die auf der ersten Seite beschriebene Zielrichtung ins Gedächtnis zurück, dann passt das Ergebnis wirklich perfekt in dieses Schema. Das Ganze ist dann letztlich ein Angebot, dass man wohl kaum ablehnen kann.
Wenn es AMD auch weiterhin gelingt, Standardapplikationen in Richtung OpenCL weiterzuentwickeln und für (noch) mehr Akzeptanz zu werben, dann sieht das alles für AMD durchaus hoffnungsvoll aus. Zwar bietet der Mac als hinzugekommene Plattform noch keine extrem großen Kundenzahlen, aber er taugt im Gegenzug zumindest schon einmal als sehr willkommener Image-Träger.
4K-Auflösungen und Konnektivität
Eines muss man der FirePro W8100 lassen: Sie schafft es, bis zu vier Monitore in voller 4K-Auflösung anzusteuern, auch wenn es beim vierten Monitor nur noch mit bis 30 Hz funktioniert. Bei drei Monitoren sind noch volle 60 Hz möglich. Für multimediale und Echtzeit-Inhalte reicht dies allerdings völlig aus. Der Speicherausbau von acht GByte erwies sich als ausreichend groß, so dass wir mit unseren Anwendungen an keinerlei Grenzen gestoßen sind - ganz egal, was wir auch versucht haben. In dieser Preisklasse hat AMD somit aktuell keinerlei Konkurrenz zu befürchten.
Kühlung und Leistungsaufnahme
Wenn wir ein wenig Kritik üben wollen, dann ist es erneut der Referenzkühler. Was Hawaii noch an Effizienz (und damit auch an Performance) zulegen könnte, wenn man diese Karten deutlich unterhalb der Temperaturgrenze von 77°C - bei der Power Tune langsam und stetig anfängt, den Takt der GPU zu drosseln - betreibt, haben wir in diversen Kühlerumbauten bei den Consumer-Karten mit Hawaii-Chip ja schon eindrucksvoll bewiesen.
Am Ende steht also wiederum die Abwägung, ob es für AMD ökonomisch sinnvoller ist, auf bis zu 10 Prozent an zusätzlich möglicher Performance unter Volllast zu verzichten oder vielleicht doch einige Euro mehr in eine bessere Kühllösung zu investieren. Natürlich ist man im Pro-Bereich auf saubere DHE-Lösungen angewiesen, welche die Abluft direkt nach außen befördern. Dass es jedoch trotz Radiallüfter auch leiser und kühler geht, das beweisen die aktuellen Quadro-Karten immer noch recht eindeutig. Wir sehen hier unnötig verschenktes Potential, denn der Hawaii-Chip ist ja immer dann richtig gut, wenn er mit besonders kühlem Kopf agieren kann. Ansichts- und Auslegungssache also und vielleicht hat sich AMD bei dieser Abwägung ja auch etwas gedacht.
Fazit
Die AMD FirePro W8100 ist im Hinblick auf die für den Preis angebotene Leistung eine wirklich ernst zu nehmende Offerte, zumal sich die Karte am Ende ja auch durch ihre Vielseitigkeit in den Anwendungsgebieten und die vielen Anschlussmöglichkeiten für hochauflösende Displays sehr eindrucksvoll empfiehlt. Der ausgewogene Mix von guter Grafik-Performance und sehr guter OpenCL-Leistung macht diese Karte vor allem immer dann interessant, wenn ein Arbeitsplatz beides benötigt - sei es durch eine spezielle Anwendung oder das parallele Nutzen verschiedenster Programme.
Gut auch, dass AMD die Lücke zwischen der FirePro W7000 und dem aktuellen Spitzenmodell FirePro W9100 ohne größere Einschnitte bei der Rechenleistung gefüllt hat. Die FirePro W8100 kann in fast allen Bereichen das ehemalige Flaggschiff FirePro W9000 ersetzen und bietet zudem viele weitere Features. Es wird interessant sein zu beobachten, ob AMD später mit der Einführung des Tonga-Chips noch eine weitere Karte unterhalb der FirePro W8100 - vielleicht bei ca. 1500 Euro UVP - platzieren wird. Aber man ist bei AMD bereits heute mit der großen Auswahl an Offerten nicht schlecht aufgestellt.
- Einführung und Übersicht
- Abmessungen, Gewicht, Features und Bilder
- Testsystem und Treiber
- OpenCL: Shader, Kryptografie und Bandbreite
- OpenCL: Finanzmathematik und wissenschaftliche Berechnungen
- 2D-Performance: GDI und GDI+
- SPECviewperf12: CATIA, Creo und Maya 2013
- SPECviewperf 12: Showcase, Siemens NX und Solidworks
- SPECviewperf12: Synthetische Simulationen
- OpenCL: 4K-Videobearbeitung
- OpenCL: Render-Performance
- DirectX11- / Gaming-Perfomance: 1920 x 1080 Pixels
- DirectX11- / Gaming Perfomance 3840 x 2160 Pixels
- Leistungsaufnahme: Messmethoden und Messsystem
- Leistungsaufnahme: Ergebnisse im Detail
- Temperatur und Lautstärke
- Zusammenfassung und Fazit


Kurze Frage zu eurem 2D-Test: Ist das ein anderer als http://www.tomshardware.de/download/Tom2D,0301-26150.html? (Im Test steht v2).
Und ist der Download down oder mache ich was falsch?
Gruß
Sweepi