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Wärmeleitpaste

Letzte Antwort: in Kühlung

Tach zusammen,
ich bin neu hier und habe zwei dringende Fragen:
1. Neulich laß ich Wärmeleitpaste mit Silberanteil sei besser als normale. Stimmt das oder welche Paste ist die Beste ?
2. Beim Auftragen der Paste bei der Kühlkörpermontage heißt es immer eine dünne Schicht. Wieviel ist dünn, gibt es da einen Trick oder ein Werkzeug?
MfG
Polaris

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Tupfer WLP drauf - Kühler drauf, ein wenig wackeln und das Zeug ist breitgeschmiert. So schnell geht das. Und dass die mit Silber besser ist, ist klar, weil da Metallanteil und so und bla das erhöht natürlich die Leitfähigkeit. Das normale Wärmeleitfett ist dazu auch noch ziemlich eklig :p 

3 systematische Fehler machen die Übertragbarkeit der Ergebnisse vieler der im Netz und auch in PC-Zeitschriften veröffentlichten Kühlertests mehr oder weniger unmöglich:
Niemand macht sich die Mühe, die Rauigkeit und die Planheit sowohl von Prozessoren als auch von Kühlern anhand statistisch aussagekräftig großer Stichproben zu untersuchen. Das ist meßtechnisch zwar nicht billig, aber seit Jahrzehnten besser als auf den Mikrometer genau hinzubekommen und ist eigentlich unabdingbar, um reproduzierbare Kühlertests und keine Hausnummern zu erhalten. Entsprechende Messungen z.B. an den Dichtflächen von Motorblock und Zylinderkopf gehören zu den Standardaufgaben im Maschinenbau.
Wenn die Kontaktflächen zwischen Kühlerboden und Prozessor ausgesprochen glatt und eben sind, verschlechtern zu große Metallteilchen in der WLP den Wärmeübergang eher. Wenn Kühler und/oder Prozessor etliche Riefen haben, kann dieselbe WLP zum Füllen der größeren Zwischenräume plötzlich hervorragend geeignet sein.
Sehr nahe aneinander liegende Meßergebnisse unabhängig von der verwendeten WLP lassen auf eine gute Qualität der Oberflächen von Prozessor und Kühlerboden schließen.
Viele Kühlertests kümmern sich auch nicht sonderlich um die Genauigkeit der Temperaturmessung. Traue niemals den Werten, die z.B. von einer nicht überprüften Mainboard-Hardware kommen. Das Messen der Temperatur der Luft beim Eintritt in den Kühler ist ebenfalls häufig Luxus und kann durch die Angabe der Systemtemperatur nur unzureichend ersetzt werden. Da merkt man dann schnell, dass schon ein lediglich auf 0,5°C genau geeichtes Digitalthermometer mehr kosten kann als ein Mainboard. -:( 
Und manchmal werden in Kühlertests "Prozessor-Simulatoren" verwendet, deren Ergebnisse aber nur bedingt auf einen realen Prozessor zu übertragen sind: Wenn beim Test die Fläche, über die die Wärme zum Kühler geht, nicht ziemlich exakt der Fläche des ins Auge gefassten Prozessors entspricht, sind die Testdaten nur sehr schlecht auf diesen Prozessor übertragbar. Manche Kühler arbeiten recht brauchbar, aber nur, wenn die Wärme vom Prozessor über eine möglichst große Fläche auf den Kühlerboden übertragen wird. So war es nicht ganz unproblematisch, Kühlertests vom AMD Athlon Model 4 (Thunderbird) auf den AMD Athlon Model 10 (Barton) zu übertragen. Ein Barton 3200+ produziert nicht etwa mehr Wärme als ein Thunderbird 1400, hat aber aufgrund der kleineren Prozessorstrukturen eine erheblich kleinere Kontaktfläche zum Kühler. Nicht umsonst wurde bei den meisten Kühlerproduzenten allerspätestens für den Barton ein Kupferboden bzw. ein Kupferkern spendiert.

Mensch 6522, du machst ja den ganzen Wärmeleitpastemarkt kaputt.
Ich selber benutze ganz billige Paste, dich ich vor Jahren zum Spottpreis bei Conrad gekauft habe. Diese Dose reicht wohl länger als ich lebe. Mein 3,2er Northwood wird damit bei Vollgas max. 50 Grad (Mainboard-Anzeige) warm. (Boxed-Lüfter)
10 € für eine Paste auszugeben.die nix bringt, nein.
6522 hat voll recht. Die Paste ist ein zusätzlicher Wärmeübergang und sollte eigentlich gar nicht nötig sein. Warum poliert ihr nicht die Flächen man spiegelblank? Wahrscheinlich ist dadurch die Kühlung ohne Paste besser.
Über die Genaugikeit der Temperaturmessung zu reden ist unnötig. Ich habe ich hier schon mehrfach versucht klarzumachen, dass diese Mainboard-Messungen eigentlich nur Hausnummern einzeigen. Sinnlos.

So schlimm wird es für den WLP-Markt nicht kommen: 3 .. 6 EUR für eine mit 3,5g Arctic Silver Zehnhalbe befüllte Spritze (Conrad nimmt fast 14 EUR, aber "arctic silver" ist auf Geizhals gelistet) können keinen Schaden einrichten. Speziell bei hitzköpfigen und teuren Prozessoren wird man das gerne investieren. Conrad-WLP wird aber immer wieder gerne genommen. Leider hat Conrad bei solchen Kleinteilen gelegentlich ausgesprochen happige Preise.
www.computerbase.de/artikel/hardware/gehaeuse_kuehlung/2004/neun_waermeleitpasten/1/#einleitung
Bei mir werkelt ein Döschen Industrie-WLP, irgendwann mal preiswert von Bürklin bezogen. Ich weiß inzwischen aber auch, dass mir die Paste nach 5 Jahren keine überraschenden Veränderungen beschert hat.
Das Läppen eines Kühlerbodens auf einer Glasplatte mit feinem Naßschleifpapier kann in ungeübter Hand übrigens einen wunderschön nach außen gewölbten Kühlerboden erzeugen. Den Lüfter muss man während der Schleifprozedur entfernen oder dicht abdecken, denn Feuchtigkeit und Metallspäne machen sich dort weniger gut.
Zur Temperaturmessung:
In erster Näherung kann man sich zunächst www.silentpcreview.com/article191-page1.html und die dort verlinkte Diskussion zu Gemüte führen. Aber das ist eher experimentell und ohne Kochrezept.
Für professionelle Ansprüche geben die Prozessor-Hersteller hinreichende Tips wie z.B. www.amd.com.hk/us-en/assets/content_type/white_papers_and_tech_docs/24228.pdf (Methodologies for Measuring Temperature on AMD Athlon™ and AMD Duron™ Processors). Lötarbeit ist angesagt .
Ein ähnliches Dokument für A64 habe ich auf die Schnelle nicht gefunden, aber vermutlich ist die Lage dort ähnlich. Die Beurteilung der Meßergebnisse ist nicht ganz einfach, da z.B. die Kühler-Lüfter in der Serie garantiert nicht auf 1% stabile Drehzahlen liefern.

Hey 6522!
Zitat :

Das Läppen eines Kühlerbodens auf einer Glasplatte mit feinem Naßschleifpapier kann in ungeübter Hand übrigens einen wunderschön nach außen gewölbten Kühlerboden erzeugen..

Das hab ich schon geschafft! - da hat auch keine WLP (mehr) geholfen!
;-))
solong maldini

Aus dem zitierten Artikel:
Zitat :

The CPU temperature reporting mechanisms incorporated into current processors and motherboards are incredibly inaccurate, with results that can vary by 10°C or more.

.10° or more. Da spielt doch die WLP mit 2° keine Rolle mehr.
Zitat :

Most PC users do not need to worry about precise CPU temps

Warum auch?

Meßtoleranzen von 10°C für die absolute (!) Prozessor-Temperatur mit handelsüblicher Board-Meßhardware ändern nichts an der prinzipiellen Tatsache, dass sich mit WLP für den Prozessor (eher wörtlich) ein paar Grad herausschinden lassen.

Gerade habe ich meine XP3000+ CPU eingebaut. Da ich noch keine ArcticSilver bekommen habe, verwendete ich die dem Cooler (Artic Cooling Copper Silent2) beiliegende Standardpaste. Nach 2 Benchmarks und einer Stunde Call of Duty hat die CPU 45°c. Scheint wohl auch mit dem normalen Zeug zu gehen.
Aber die Sache mit den Spiegeln beschäftigt mich schon.
MfG
Polaris
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