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D 805 Probleme - Vcore+Vdroop

Letzte Antwort: in Prozessoren

Hi,

Ich habe sehr seltsame Probleme, beim Übertakten meines Intel Pentium D 805.

Erstmal mein PC:

Intel Pentium D 805 ( ;)  )
ASUS P5B (BIOS: 1902)
2x 1GB Kingston DDR2 ValueRAM 533 (leider nur 533er :(  )
XFX Geforce 8600 GTS

Wasserkühlung:
CPU: NexXxoS XP Bold Socket 775
Radiatoren: 3x 120mm radiatoren
(details: http://www.aquatuning.de/product_info.php/info/p2097_36... )



Mein Problem:

Mein Vdroop (Intel selbst schreibts mit 2 o, kA obs richtig ist) ist leider derart hoch, dass ich nicht über die 3,6GHz komme. Das hat mich ziemlich gewurmt.
Deshalb habe ich einen Vdroop-mod vorgenommen.
Der hat auch wunderbar funktioniert und ich konnte meine CPU auf die 4 GHz bringen.
Leider wird nun unter last die Temperatur natürlich deutlich höher.

Temperaturüberblick (ca.) :
2,6 GHz & 1,26 Vcore & Vdroop unter fulllast auf 1,158 = 35°C idle / 45°C fulllast -> stable
3,6 GHz & 1,4 Vcore (ca) & Vdroop unter fulllast auf 1,265 = 50°C idle / 61,5°C fulllast -> stable
Vdroop-mod stark ->
2,6 GHz & 1,3 Vcore & Vdroop unter fulllast auf 1,32 (steigt!) = 39°C idle / 55°C fulllast -> stable ABER TM2 throttling
Vdroop-mod schwach ->
3,6 GHz & 1,24 Vcore & Vdroop unter fulllast auf 1,21= 45,5°C idle / 54,5°C fulllast -> stable ABER TM2 throttling

Mein Problem ist nun, wie man daraus vielleicht schon sieht, dass TM2 meine CPU mit einem Vdroop mod bei Temperaturen runtersetzt, die eigentlich noch völlig ok sein müssten.
Ich habe die CPU auf einem anderen MB (ASROCK scheissboard) schon mit 75°C betrieben und TM2 hat überhaupt nichts getan. (leider nichtmehr testbar, da das MB am AGP-SLOT verraucht ist)

Ist dieses Verhalten normal und nicht verhinderbar oder gibt es Wege, wie ich dem entgegenwirken könnte?
Mache ich möglicherweise irgend etwas komplett falsch?

Ich hoffe ihr könnt mir helfen. Falls noch was gebraucht wird, an infos, bringe ich die natürlich so schnell es geht. :) 

Mit freundlichen Grüßen
mAritz


P.S.:
Wenn ich meine CPU/Memory Einstellungen im BIOS änder, macht mein PC manchmal komische sachen, beim booten.
Er schaltet sich ganz kurz an, sodass alles angeht (Lüfter und so) und schaltet sich direkt wieder aus. Dann wartet er 4-5 Sekunden und schaltet sich nochmal an.
Das ganze geht manchmal 3 Mal, bis er dann angeht... (das Verhalten ändert sich nur, wenn ich auch was im BIOS änder.)
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Experte in Prozessoren

Nein, ist schon ok so. Intels Loadline ist allerdings so ein Thema für sich, wir haben hier (allerdings mit einem anderen Bezug) schon einige interessante Beiträge.

Aber mal zum Problem (und für den Rest):

Fließt ein großer Strom durch die CPU, dann erwärmt sich diese. Wird die CPU wärmer, leitet sie noch mehr. Womit dann bei konstant anliegender Spannung ja noch mehr Strom fließen würde. Dafür gibts die Vorgabe, bei welcher Spannung die CPU noch stabil lauffähig ist. Das Ganze ist mehr oder weniger ein Toleranz-Fenster für die Kernspannung.

So, nun gucken wir mal nach der Versorgung:

Die Kernspannung kommt aus einer konstantstromquellenähnlichen Versorgung mit einem sehr niedrigen Innenwiderstand, d.h. die Ausgangsspannung würde also im obigen Fall nicht absinken, wie es im Normalfall sonst passieren würde. Das heißt im Umkehrschluss, dass nachgeholfen werden muss, damit die Spannung dann in einem gewissen Rahmen unter Last absinkt um eine Selbstzerstörung durch das Aufschaukeln zu verhindern. Und genau diese Technik nennt man Drooping.

So. Und nun schließt sich der Kreis zu Deinem Problem:

Bei steigendem Ausgangsstrom wird durch das Board die Ausgangsimpedanz des Mehrphasenwandlers erhöht und somit die Ausgangsspannung verringert. Damit wirkt man Regelüberschwingungen der Spannungswandler bei schnellen Lastwechseln entgegen (erinnert sich noch jemand an die Posts zum "Pfeifen" der Spannungswandler?) und stabilisiert somit den Betrieb der CPU bei schnellen Lastwechseln. Ich will jetzt nicht auf die Details eingehen, aber die Bords nutzen schnelle keramische Kondesatoren für die kurzen Impulse und Elkos für die Gesamtstabilisierung. Je besser das sogenannte Drooping auf einem Board funktioniert, umso mehr kann man bei den Spannungswandlern sparen (Ausgangselkos) und Platz gewinnen.

Da aber jedes Board anders reagiert und auch die Spannungswandler nicht identisch sind, kann man schlecht eine generelle Lösung für eine CPU anbieten, die auf jedem Board in gleichem Maße funktioniert. Das schwankt u.U. sogar zwischen den einzelnen Revisionen und BIOS-Versionen!

Schäden? Nicht ausgeschlossen!

Mit den Mods kann man sich leicht ein defektes Board einhandeln. Zieht es die Elkos hoch, funktioniert das Drooping überhaupt nicht mehr, die CPU bekommt Vollsaft und raucht ab. Folge sind ein defektes Board und eine gegrillte CPU. Ich würds lassen und lieber den ollen Smithfield austauschen.

Wenn wirklich TM2 anspringt, dann kannst das mit RMClock einfach deaktiveren:



Kennst Du die Unterschiede zwischen TM1, TM2 throtteling und anderen Throttelings? Schick' am besten mal von RMClock 2.35.0 Monitoring Tab einen Screenshot während er throtteled. Und auch die Info ob per "default" bei Dir throttle überhaupt an war TM1 und/oder TM2.

Ich glaube nämlich kaum, dass es das TM2 Throttle ist. Der dürfte erst bei ca. 70°C Coretemp anspringen:
http://processorfinder.Intel.com/details.aspx?sSpec=SL8...

Den VDROOP ganz deaktivieren würde ich nicht. Ich würde ihn möglicherweise reduzieren oder lieber noch die Corespannung anheben:
http://www.anandtech.com/cpuchipsets/Intel/showdoc.aspx...

@FormatC

ÄÄHM, das mehr Strom durch die CPU fließt kann doch iwie nicht stimmen, außer die CPU ist ein Warmleiter, nur würde diese dann bei Kühlungen unter 0°C immer schlechter laufen. Wenn die Spannung gleich bleibt, dann müsste doch immer weniger Strom durch die CPU fließen, und die Abwärme steigt, durch den erhöhten Widerstand.

Damit der Strom gleichbleibt, muss auch die Spannung erhöht werden!

Lieg ich da ganz falsch, oder hab ich im Elektronikunterricht aufgepasst? ;) 

@7oby:

Es ist ganz sicher TM2, da ich TM2 in RMClock schonmal testweise deaktiviert habe (sonst war alles schon im vornherein deaktiviert) und danach wurde nichtmehr gethrotteld.
Ich bin mir nur unsicher, ob das deaktivieren von TM2 dann nicht meine CPU killt, da ja wirklich anscheinend irgendwas nicht stimmt.
Experte in Prozessoren

@skylang:
Nicht ganz richtig, denn die CPU ist kein ein normaler (ohmscher) Widerstand (bei dem dies durchaus zutrifft) sondern ein Halbleiter. Das sieht das Ganze schon ein klein wenig anders aus, die CPU reagiert wie ein stinknormaler NTC-Widerstand :) 

mAritz sagte:

Ich bin mir nur unsicher, ob das deaktivieren von TM2 dann nicht meine CPU killt, da ja wirklich anscheinend irgendwas nicht stimmt.


okay, wenn man davon ausgeht, dass es wirklich TM2 ist: Der Schwellenwert ab dem gethrottelt wird ist NICHT vom Benutzer einstellbar. So steht's in den Datenblättern von Intel.

Die niedrigen Temperaturen - so sie denn stimmen und nicht einfach nur der falsche T-Junction zu Grunde gelegt wird (*) - würden eigentlich gegen ein Durchgrillen der CPU sprechen. Auf der anderen Seite hatte Intel bei den Core2Duo, CoreQuad etc. diesen Schellenwert immer so um die 85-105°C gelegt. Und das war dann immer schon sehr nahe am Grillen. Außerdem hast Du auch 90nm CPU. Ich hab' da keine Erfahrungswerte ab wann's dort gefährlich wird (die aktuellen haben ja 65nm und 45nm).

. Hau' Eiswürfel in die Wasserkühlung
. Die Geschwindigkeit vom Radiatorlüfter erhöhen.
. Möglicherweise auch die Durchflussgeschwindigkeit des Wassers erhöhen

(*) Boards liefern die CPU Temperatur auch oft noch über ACPI Thermal Zone oder sonstige SMBIOS Fühler. Die kann man vergleichen und dann so'n bißchen Rückschlüsse ziehen.

Ich seh' gerade da funktioniert das CPU Tempauslesen ja auch gar nicht über die DTS Sensoren beim Smithfield. Stattdessen nimmt der die Heatspreader Diode, die über CPU Pins ausgelesen wird. Und dessen Temperatur ist niedriger als die DTS Sensor Temperatur.

Demnach hast Du wirklich sehr hohe Temperaturen. Kannst die nicht weiter runterbringen?

Was man auf dem RMClock Monitoring sieht ist tatsächlich astreines TM2 Throtteling.

Ich hab jetzt mal das System ein wenig auseinandergenommen, Wärmeleitpaste neu aufgetragen, Luftströme optimiert (kühler umgebastelt) , Wasserkühlung entlüftet...

Nach 13 min Vollast geht die CPU auf 53°C und er fängt nun schon bei dieser Temperatur an, zu throtteln.
Wie groß wird denn der Unterschied zwischen angezeigten 53°C und realer Kerntemperatur ungefähr sein?

Ich hab vorher aus Spass mal eine Stunde ohne TM2 laufen lassen (mit strenger Überwachung und mehreren Warnstufen für die Temperatur). Da ist die Temperatur nach einer Stunde 2°C über der TM2-throttling Schwelle gewesen. Ich schätze nach weitern 2 Stunden wären es weitere 2°C gewesen.

Jetzt sind die Temperaturen aber alle ca 7-8°C tiefer. (Nach der Systemreinigung)
Könnte ich daraus schliessen, dass ich einfach ohne TM2 fahren kann?
Experte in Prozessoren

Ich will ja nicht unken, aber ein Bekannter hatte mal einen D820, der begann sich exakt mit diesen Symptomen aufzulösen. Der hatte das Dingens knapp 2 Jahre auf 3,6 - dann war die CPU Müll. Auch ein Smithfield.

Unterm Strich ist es Deine Entscheidung, was Du mit dem Teil machst. Der mögliche Leistungszuwachs ist doch nun wirklich nicht so gewaltig, als dass es sich lohnen würde, den Rechenknecht mit Gewalt über den Jordan zu wuppen. Auf der anderen Seite ist es ein Verlust von wenigen Euro - der D805 ist schnell und preiswert durch eine bessere CPU ersetzt.

So - nun musst Du Dich entscheiden. Von uns wird Dir garantiert keiner den Exekutionsbefehl unterschreiben ;) 
Experte in Prozessoren

Wenn die Diode bereits einen Schlag weg hat (was durchaus zu vermuten ist), dann kann es keiner mehr wirklich einschätzen. Ich benutze selbst einen im Kühlerboden eingelassenen Temperaturmessfüher, der mir mit +/-1° so ziemlich übers gesamt Spektrum die TCase angibt. Das ist ein realer Anhaltspunkt. Ich glaube nicht, dass die CPU eher throttelt, sondern dass die ausgelesenen Werte einfach nicht mehr stimmen. Ohne externe (und verlässliche) Messung würde ich auf eine Deaktivierung der Schutzmechanismen verzichten.
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