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Energiesparender Web Server

Letzte Antwort: in PC im Eigenbau: Zusammenstellung und Konfiguration

Hi Leute,

ich habe eine Webseite (ASP.NET) mit Datenbank (SQL Server 2008). Hosten wuerde ich die Seite fuers erste Jahr gerne selbst. Im moment habe ich ein Test-System auf basis eines alten Athlon XP 2600+ und 1 GB RAM. Den PC moechte ich natuerlich nicht als Web Server verwenden da zu laut, zu alt, zu langsam, und vermutlich zu viel Energieverbrauch.

Habe mit dem Gedanken gespielt einen PC mit wenig Energieverbrauch zu bauen und als Web Server (Windows Server 2003 R2, oder Windows Server 2008 R2) zu verwenden. Ich hab leider keine Ahnung wie viel Leistung der PC haben sollte. Die Webseite ist fuer Studenten konzipiert und wird vorerst von einer Universitaet mit 3000 Studenten verwendet. Es ist eine Art Webshop/eBay auf der Studenten Buecher und andere Dinge kaufen oder verkaufen koennen. Ich nehme mal an dass nicht mehr als 20 Benutzer gleichzeitig auf die Webseite zugreifen werden. Die Webseite wird uebrigens als Gemeinschafts-Projekt weitergefuehrt und somit weiterhin modifiziert werden.

Mein Ziel ist einen Webserver mit moeglichst wenig Energieverbrauch zu bauen.

Anforderungen (was auf dem PC laufen wird):

- Windows Server 2003 R2 oder Windows Server 2008 R2 (nur 64 Bit Version verfuegbar)
- SQL Server 2008
- die Webseite
- diverse Webservices fuer mobile Applications (z.B. Windows Phone)

Vielleicht koennte mir auch jemand was ueber die Vor- und Nachteile eines solchen Web Servers erzaehlen (abgesehen von energiesparend und leistungsschwaecher)

Danke
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Beste Lösung

Experte in PC im Eigenbau

Der flexible Web-Server



:o 

Ob Du es glaubst oder nicht - so kann ein guter Webserver aussehen. Aber der Reihe nach.

Das ist nämlich ein Thema für eine Virtualisierung. Du baust Dir selber einen schönen PC (Office oder HTPC) - oder nimmst Deinen Vorhandenen und baust den dahingehend aus - und lässt das als Virtualisierung laufen. Dann lohnt sich die Investition richtig.

Unabhängig von der Doppelnutzung kann das besser portiert werden, wenn das von anderen weitergeführt werden soll. Du gibst einfach die Virtualisierung anstatt Deiner Hardware weiter. Auch unvorhergesehene Leistungsansprüche durch zu viel Erfolg lassen sich so schnell und detailliert erledigen. Für einen Systemausfall bist Du gleichsam optimal gewappnet.

Du kannst Ausfallzeiten weiter minimieren - wenn Du die Laufwerke extern reinhängst. Im Zusammenhang mit Updates, Ausfällen oder anderen Problemen einfach kurzfristig an einen anderen Computer dranhängen, da die Virtualisierung weiterlaufen lassen - und danach wieder zurück. Kein Stress, keine Hektik - minimale Ausfallzeiten.

Oder Du kaufst erst mal nur die beiden unten stehenden Datenträger (bzw. nimmst vorhandene) sowie die Dockingstation, setzt das schon mal virtuell auf Deinem PC um und lässt es laufen - und kaufst dann den eigentlich beabsichtigten PC. Dann hast Du bis Sandy Bridge (siehe unten) schon alles am laufen - und hängst nur noch die Laufwerke um.

Durch die Virtualisierung vereinfacht sich auch die Weiterentwicklung. Du kannst ja unterschiedliche Versionen des Systems parallel haben - auch andere Teilnehmer des Gemeinschaftsprojektes können an jeweils eigenen Versionen experimentieren. Auch hast Du immer Sicherheitskopien ... hey, Teilnehmer Y, bei mir ist gerade das Haus abgebrannt. Lass doch mal Deine Version laufen.

Im Zusammenhang mit den Laufwerken auf jeden Fall System und Datenbank sowie Webseiten auf einzelne virtuelle Laufwerke auftrennen. Diese können dann unabhängig voneinander wandern. Wenn zum Beispiel erst mal keine SSD angeschafft wird, weil zunächst mal zu teuer, kann das jederzeit nachgeholt und dann die betreffenden virtuellen Laufwerke entsprechend verschoben werden. Auch wenn es auf einmal auf einem physikalischem Laufwerk zu eng wird ... kein Problem. Ein physikalisches Laufwerk hinzunehmen - und die virtuellen Laufwerke neu anordnen.

Du kannst auch einen normal aufgesetzten PC z.B. mit Acronis True Image Server zur Portierung nachträglich in eine Virtualisierung umwandeln.

Ist auch ein schöner Kniff bei Systemwechseln - das alte System (oder komplette Netzwerk) zur Sicherheit als Virtualisierung jederzeit voll betriebsbereit vorrätig halten - ggf. übergangsweise auf den neuen Computern sogar weiterlaufen lassen und Daten sowie Software schrittweise portieren - losgelöst von der Hardwareumstellung und Betriebssystemumstellung.

Jegliche Art von Übergangsszenarien und Notfallszenarien lassen sich damit gut gestalten - und auch der Alltag vereinfachen. Portierbarkeit, Skalierbarkeit sowie Verfügbarkeit sind insgesamt die Stichworte.

CPU/GPU:

Core i3-2100T (35W)
Core i5-2390T (35W)
oder Core i7-2600S (65W)
http://www.computerbase.de/news/hardware/prozessoren/in...

Software skaliert mit HT. Viele Threads - sehr gut.

auch gut

Intel Core i3-530
http://geizhals.at/deutschland/a458771.html 87,-
oder
Intel Pentium G6950 (extrem sparsam)
http://geizhals.at/deutschland/a451557.html 75,-

Mainboard

MSI-Boards in der Regel am sparsamsten, sonst Intel (zuverlässiger)

http://www.computerbase.de/forum/showthread.php?t=68523...

Laufwerke

Sowohl Datenbank als auch Webserver profitieren immens von SSD - Idealeinsatzgebiet.

z.B.:
OCZ ONYX (32GB, 64GB oder 128GB)
http://geizhals.at/deutschland/a514547.html 55,-
http://geizhals.at/deutschland/a520430.html 90,-
http://geizhals.at/deutschland/a564986.html 180,-
oder
Intel X25-V
http://geizhals.at/deutschland/a572900.html 76,-

Für das System (Host, also der eigentliche Wirt-Computer) selber entweder eine WD Sorpio Blue oder Scorpio Black.

Die Datenbank und die Webseiten auf die SSD.

Das virtualisierte System ebenfalls auf eine WD Sorpio Blue oder Scorpio Black. Eine Installationsdatei der Virtualisierungssoftware ebenfalls darauf - dann kannst Du je nach Notfall einen völlig fremden PC nutzen, der noch nicht vorbereitet ist.

Energiekonsum, Laufruhe und Leistung könnten besser nicht zueinander finden.

externes Gehäuse/Dockingstation

SATA QuickPort Duo USB3.0
http://geizhals.at/deutschland/a507296.html 60,-

gibt es in den unterschiedlichsten Varianten
da USB3.0 Abwärtskompatibel ist, kannst Du das Ding im Notfall überall dranhängen. Im Zusammenhang mit 2,5"-Laufwerken brauchst Du so oder so keine zusätzliche Stromzuführung.
im Zusammenhang mit Virtualisierung wäre das im Grunde Dein kompletter Webserver - reduced to the max

http://www.sharkoon.com/?q=de/overview/15

Arbeitsspeicher

Viel Arbeitsspeicher, also auf jeden Fall mit 4-GB-Riegeln arbeiten. Datenbanken profitieren immens von Arbeitsspeicher. Auch die Virtualisierung wird es Dir danken.

Je nach Größe von Datenbank und/oder Webseite könnte man das auch statt SSD per RAM-Disk komplett in den Arbeitsspeicher legen. Bei SQL-Server geht das ohne RAM-Disk per Einstellungen für die temporäre (also aktiv angesprochene) Datenbank.

RipJaws DIMM (2x4GB, 1333MHz, CL9, 1,5V)
http://geizhals.at/deutschland/a466065.html 110,-

Netzteil

Xilence SPS-XP200.SFX
http://geizhals.at/deutschland/a555112.html 49,-
BeQuiet Pure Power 300W
http://geizhals.at/deutschland/a448393.html 33,-
Seasonic S12II-330
http://geizhals.at/deutschland/a431167.html 45,-

oder besser noch PicoPSU
http://www.ddcom24.de/shop/artikel_artikel_15801_katego...

Beispielkonfiguration
der coole Webserver - reduced to the max
oder
...why the fuck not?


Schritt 1: der Webserver

SATA QuickPort Duo USB3.0
http://geizhals.at/deutschland/a507296.html 60,-
Intel X25-V
http://geizhals.at/deutschland/a572900.html 76,-
WD Scorpio Black (2,5", 500GB)
http://geizhals.at/deutschland/a541757.html 55,-

Schritt 2: der Host als HTPC



Gehäuse:
Lian-Li PC-Q07 (in 8 unterschiedlichen Farben, nicht alle Farben leicht zu kriegen)
http://geizhals.at/deutschland/a429663.html 44,-
Lian Li EX-553
http://geizhals.at/deutschland/a526443.html 14,-
Sieht besser aus und schafft mehr Platz - hier könntest Du die beiden Laufwerke des Webservers auch reinpacken.
PSU:
Seasonic S12II-330
http://geizhals.at/deutschland/a431167.html 45,-
Mainboard:
Gigabyte GA-H55N-USB3
http://geizhals.at/deutschland/a537039.html 87,-
CPU
Intel Core i3-530
http://geizhals.at/deutschland/a458771.html 87,-
CPU-Kühler
Silverstone SST-NT07 - 1156
http://geizhals.at/deutschland/a550853.html 21,-
Arbeitsspeicher:
RipJaws DIMM (2x4GB, 1333MHz, CL9, 1,5V)
http://geizhals.at/deutschland/a466065.html 110,-
HDD System:
OCZ ONYX (32GB)
http://geizhals.at/deutschland/a514547.html 55,-
HDD Daten
WD Caviar Green (3,5", 2TB)
http://geizhals.at/deutschland/a486924.html 80,-
ODD
Sony Optiarc AD-7703S
http://geizhals.at/deutschland/a514638.html 24,-
oder
Sony Blu-Ray BC-5640H
http://geizhals.at/deutschland/a571020.html 95,-

Modding:



Lamptron FlexLight Professional - 15 LEDs - fire red
http://www.caseking.de/shop/catalog/Modding/Beleuchtung... 8,90
Lian Li SD-01A Gehäuse Standfüße 45 mm - silver
http://www.caseking.de/shop/catalog/Lian-Li-SD-01A-Geha... 7,90

Zubehör

MSI Air Keyboard
http://geizhals.at/deutschland/a490239.html 65,-
Hauppauge WinTV-HVR-4400
http://geizhals.at/deutschland/a523024.html 120,-
WinTV-Aero
http://geizhals.at/deutschland/a442502.html 30,-


Anleitung:

Der CPU-Kühler von Silverstone hat einen Schalter, mit dem 2 Leistungsstufen eingestellt werden. Wähle die langsamere. Weiterhin bei allen Boards im Bios die Lüftereinstellungen auf niedrigst möglichen Wert stellen. Bei dem Bios des Gigabyte-Boards darf das dabei nicht auf pwm eingestellt werden, sondern auf Voltage.

Das Netzteil mit Lüfter nach innen verbauen.

weiter unten auf folgendem Link ein Video mit Bauanleitung:
http://www.caseking.de/shop/catalog/Gehaeuse/Lian-Li/Li...

und ergänzend hier was zu Details:
http://extreme.pcgameshardware.de/tagebuecher/57050-bil...
(meinen aufrichtigen Respekt hierzu - zwei Doofe, ein Gedanke)

:sol: 

Hi,

der deutlich entscheidendere Punkt bei deinen Überlegungen wird der Datenbankserver sein,
Bei grade mal 20 Usern parallel wird sich der Webserver selbst stets langweilen (einigermaßen sinnvollen Code vorausgesetzt).
Die DB wird hier je nach Datenmenge viel eher zum Flaschenhals.
Dennoch gehe ich viel mehr davon aus, dass auch dieser sich langweilen wird, da die Datenmenge bei oben beschriebenem Szenario doch überschaubar bleibt. SQL-Server skaliert auch relativ gut und ist nicht ganz so stark vom RAM abhängig wie beispielsweise MySQL.

Welche Netzanbindung hast du eigentlich?

Ich würde mal sagen ein billiger stromsparender Dual-Core und 2-4 GB RAM reichen hier locker. Da ist schon vieeel Luft nach oben eingeplant.
Eigentlich sollte sogar ein Nettop mit Atom-Prozessor reichen, weil die DB die paar MB Daten ohnehin im RAM vorhält und dann nurnoch an den Webserver ausliefern muß.

@ 1Hz: Danke fuer deinen ausfuehrlichen Beitrag.

Ich habe es schon als Virtualisierung laufen lassen und es hat alles funktioniert. Web Server mit Windows 2003, und die Datenbank unter Windows 7. Dann schoen das Netzwerk konfiguriert und nen Port-Forwarder benutzt um HTTP-Anftagen an die VM zu senden. Ich habe zur Zeit einen E8400 @3GHz mit 8 GB RAM. Da der PC allerdings in meinem Zimmer steht, kann ich / moechte ich den PC nicht als Web Server verwenden.

Im moment wuerde ich meine eigene Internet-Verbindung benutzen. Ich habe eine 2Mbit Verbindung (ich weiss)... Aber ich lebe in Dubai und da war das noch nicht so weit als ich das angemeldet hab. Laut einem Speed Test (http://www.speedtest.net) habe ich folgende Geschwindigkeiten:
- Download: 5.66 Mb/s
- Upload: 5.74 Mb/s
Ich weiss, dass diese Zahlen verwirrend sind (mehr als doppelte Geschwindigkeit und der Up-Stream ist schneller als der Down-Stream). Ich hab diese Tests schon mehrmals ausgefuehrt ueber Monate verteilt - und immer vergleichbare Ergebnisse erreicht.

Also, Virtualisierung hoert sich gut an und wuerde auch das aufsetzen von Test-System erlauben (jedenfalls einfacher als alles direkt auf dem PC/Server). Und das weitergeben ist auch einfacher. Im Moment benutze ich VM Ware. Da gibts noch Virtual PC und Virtual PC (die mir gelaeufig sind). Sollte ich bei VM bleiben oder lieber sowas wie Virtual Box benutzen?

Im moment tendiere ich zu einem 35 Watt i3 Prozessor, das hoert sich gut an. Einen Atom moechte ich eigentlich nicht benutzen - habe ein Netbook mit Atom N270. Ich hab das Gefuehl, dass diese Atom Plattform einen Webserver nicht unbedingt mit genuegend Leistung versorgen kann - und wenn es dann noch virtualisiert werden soll, dann gehts gar nicht mehr (ausser dieser Server den ich irgendwo mal gesehen hab mit 20 Atoms, oder so).

Wie sieht es eigentlich mit der langlebigkeit von SSDs aus? Ich fuehle mich schon immer unwohl bei dem Gedanken wenn ich ein USB Drive kaufe und dort drauf steht: 1000 Schreibzyklen... Ich hatte schon viele Flash Speicher, und viele sind auch schon kaputt gegangen - nur die ganz, ganz alten (512 MB - 2 GB) gehen bei mir nicht kaputt :-)

Ich werde heute abend mal in Ruhe die Links verfolgen.

Nochmals vielen Dank fuer die Antworten
Experte in PC im Eigenbau

Das mit dem Atom würde ich auch niht machen - Die gesamte Plattform verbraucht da auch nicht weniger (IDLE) - aber da kommt nach hinten keine Leistung. Bei den von mir vorgeschlagenen Modellen sieht das da ganz anders aus - Leistung nach hinten satt.

Bei den SSDs hat sich das gut weiterentwickelt. Das sollte funktionieren. Ich trau den Dingern auch noch nicht wirklich ... aber in dem Moment, wo es um Webseiten und Datenbanken geht, sind die Vorteile bestechend. So eine kleine ist da sicher der richtige Ansatz.

Wenn Du einen guten Upload hast - na umso besser.

Und viel Spass beim Linkverfolgen.
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