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[User-Review] Synology DiskStation DS212

Letzte Antwort: in Rund ums Netzwerk: LAN, WLAN & Sicherheit

User-Review: Synology DiskStation DS212

Zu aller erst an dieser Stelle vielen Dank an das Team von Tom’s Hardware sowie das Unternehmen Synology für das Bereitstellen und Überlassen des DS212.


Generelle Informationen über das DS212 erhaltet Ihr reichhaltig direkt von Synology hier. Dort findet ihr auch weitere Bilder des Gerätes, sodass ich mir diese sparen kann.

Für alle, die auf der Suche nach einer Fertiglösung sind, die die eigene Foto-, Musik-, Video- sowie Dokumentensammlung bereitstellt, wenig Strom verbraucht, erweiterbar ist und das Ganze mit geringem Aufwand administrieren wollen, sollte das folgende Review interessant sein.
Natürlich lässt sich das auch mit einer Eigenbau Lösung bewerkstelligen. Ob man preislich allerdings deutlich darunter bleibt und der Konfigurationsaufwand weniger ist, bezweifle ich.

Ich bin also einer der drei Auserwählten der Redaktion, die das Synology DS212 NAS auf Herz und Nieren testen dürfen. Ich habe mir dazu vorab eine Liste der Themen erstellt, die im folgendem Review entsprechend abgearbeitet werden.
Auf der Webseite von synology.com habe ich mir im ersten Schritt alle aktuellen Downloads zum DS212 gezogen.


Unboxing
Gut verpackt kam das DS212 via GLS zu mir. Direkt von Synology England hat es nur 2 Tage gebraucht.



Nach dem Auspacken findet sich folgender Inhalt wieder:

DS212, Netzteil, Stromkabel, Netzwerkkabel, Bedienungsanleitung, CD

Größtenteils besteht das Gehäuse aus Plastik, lediglich das Innere aus Metall. Mir persönlich gefällt die angeraute Oberfläche nicht so, aber das ist Geschmackssache.

Das DS212 besitzt an der Vorderseite einen USB2.0 Anschluss sowie einen SD-Kartenslot, auf der Rückseite sind 2x USB3.0 Anschlüsse vorhanden.




An der Front ebenfalls vorhanden ist ein Knopf für die direkte Übertragung von extern angeschlossenen Datenträgern auf die DiskStation. Schön fände ich, wenn der umgekehrte Weg ebenfalls funktionieren würde oder zumindest auswählbar wäre.

Die Verwaltung des Gerätes erfolgt mit dem DiskStationManager (DSM) in aktueller Version 3.2 über den Webbrowser. Dieser kann auch hierlive getestet werden;
User: admin – Kennwort: synology
Passend dazu existiert eine Hand voll iOS und Android Apps für bestimmte DSM-Funktionen. Warum man diese nicht in eine einzige App packen konnte, ist mir bisher unverständlich.



Installation
Nachdem beide HDDs vom Typ Western Digital WD20EADS in die 2 Halterungen geschraubt und eingeschoben waren, noch schnell das Netzteil dran und angeschaltet.
Gut gefällt mir, dass hier an die Entkopplung gedacht wurde: jeder Einbaurahmen sowie die Frontklappe besitzen Gummipuffer.



Daraufhin bootet das Gerät genau 2 Minuten und piept abschließend.
Dann den Synology Assistant gestartet und folgendes vorgefunden:

Es war also noch kein DSM installiert. Den hatte ich ja bereits in aktueller Version heruntergeladen und konnte somit über den Wizard alles Weitere einstellen:






Fertig installiert sieht es dann so aus:


Ein Synology Hybrid RAID ist nichts anderes als ein RAID1, also eine Spiegelung der beiden Festplatten. Das ist natürlich kein Backup, sondern dient lediglich gegen Datenverlust, wenn eine aktive Festplatte plötzlich den Dienst im laufenden Betrieb verweigert.

So konnte ich dann nach erfolgter Installation über den Browser Zugang erhalten.
Ich wurde darauf hingewiesen, dass die HDDs noch das RAID im Hintergrund initialisieren, dass kann bei 2TB eine Weile dauern.


Alles wird zentral über die Systemsteuerung administriert:



Mobile Administration
Logge ich mich über ein iOS Device auf der Weboberfläche ein, so wird automatisch DSM mobile gestartet, ein angepasstes Interface. Darüber lassen sich die wichtigsten Dinge erledigen wie Systemüberwachung und Steuerung der aktiven Dienste:


Schön. Einfach.
Es lässt sich aber auch auf die normale Webansicht umschalten.


Serverdienste & Performance

SMB/CIFS
Synology hat Lese- und Schreibwerte für die am 30.11.2011 veröffentlichte DSM 3.2 1955 Firmware hier veröffentlicht. Synology Werte: Lesen: 107,16 MB/s | Schreiben: 63,88 MB/s
Oft liegt dahinter jedoch viel Marketing, weshalb ich das auch selbst nochmal getestet habe.

Die DiskStation ist bei mir mit ihrem Gigabit LAN Interface mit einer FritzBox 7390 verbunden, die ebenfalls GigaBit Ports besitzt.
Mein PC mit AMD 4850e CPU, 8 GB DDR2 RAM sowie 2TB Samsung HD203 HDD hängt ebenfalls an der FritzBox.

Schlicht und einfach habe ich Werte mit dem Atto Disk Benchmark erhalten.
Eine Freigabe der DiskStation als Netzlaufwerk verbunden, dieses als Ziel ausgewählt und los geht’s:


Im Schnitt über 60 MB/s Schreiben und zwischen 80 und 90 MB/s lesen. Ich bin begeistert, ein wirklich gutes Ergebnis.


iSCSI
iSCSI wird gerne in größeren Speicherumgebungen genutzt. Mehr Details findet man dazu bei Wikipedia.

Die DiskStation lässt sich als Target einrichten:


Natürlich können noch weitere Einstellungen bzgl. iSCSI an der DiskStation vorgenommen werden, für einen Test soll das an dieser Stelle aber reichen.

Windows 7 bringt einen iSCSI Initiator bereits mit und so kann er genutzt werden:


Ist dieser mit der DiskStation verbunden, findet sich in der Windows Datenträgerverwaltung ein neues Laufwerk, das noch initialisiert sowie formatiert werden will.
Auf diese Art und Weise kann man beliebig Speicherplatz bereitstellen und die angelegten Volumes anpassen.


NFS
Primär für Linux interessant dürfte NFS (Network File System) sein. Auch das lässt sich bei der DiskStation durch einen einfachen Klick aktivieren.


Eine Freigabe muss entsprechend angepasst werden:


Bzgl der genauen Einstellungen findet ihr hierund hier weitere Informationen.

In einer Linux VM kann ich somit die NFS Freigabe einbinden und die Freigabe nutzen:


Funktioniert ohne Probleme.


USB3
Neu in der 212er Reihe sind die USB3 Anschlüsse. 2 an der Zahl sind auf der Rückseite des DS212 zu finden. Nachdem man also eine externe Festplatte daran anschließt, erscheint diese in der File Station als usbshare1. Danach kann sie wie jeder andere Ordner benutzt werden und Daten rauf oder runter geschoben werden.
Über die wirkliche Schreibperformance über USB3 kann ich (noch) keine Aussage treffen, da ich nichts gefunden habe, wo die Schreibrate angezeigt wird.


Backup

Windows
Um Windows Clients zu sichern, bietet Synology den Data Replicator 3 an. Diesen startet man und begibt sich auf die Suche nach DiskStations im Netzwerk.



Nach erfolgreichem Fund loggt man sich mit Usernamen und Passwort ein und bekommt eine Auflistung der möglichen Ziele für die Sicherung.


Eins ausgewählt, geht es im folgenden Schritt um die Zeitplanung. Daraufhin kann es auch schon losgehen.


Ebenfalls lassen sich über den Data Replicator auch die gesicherten Daten wieder herstellen. Dabei können durchgeführte Sicherungen durchsucht oder generell nach Files gesucht werden. Dies erinnert mich an das gute alte NTBackup von Windows.

Ob man das Tool nutzt oder nicht bleibt jedem selbst überlassen. Geht mit Sicherheit auch ohne bzw. anders. Komplette Systembackups in Images, der Einsatz von robocopy oder rsync sind nur einige davon. Durch den gebotenen Wizard kann man aber nichts falsch machen.


Apple OS X
Apple sichert bekanntlich mit der Hauslösung Time Machine. Diese sichert regelmäßig ihre Daten, sodass beliebige Versionen einer Datei wiederhergestellt werden können. Die Diskstation lässt sich als Ziel für TM einrichten. Dazu ist folgendes zu tun:

Eine neue Freigabe anlegen mit bpsw. dem Namen TimeMachine und diese unter den Mac Dateidiensten für Time Machine eingestellt.


In Lion selbst kann daraufhin die Freigabe als Sicherungsmedium ausgewählt und die Sicherung vollzogen werden.


Schöne Lösung – gefällt mir.


Streaming
Da das Thema Streaming diverser Medien ein immer wichtigeres Thema wird, habe ich das natürlich auch in diesem Review getestet. Zum Abspielen von Filmen und Musik nutze ich XBMC (www.xbmc.org), dass für alle Plattformen existiert. Eine riesen Community bietet im entsprechendem Forum unzählige Erweiterungen dafür an.
Gestreamt wird über Powerline ins Wohnzimmer zum HTPC. Hochauflösendes Filmmaterial geriet in der Vergangenheit dabei manchmal ins Ruckeln, da der Puffer nicht aufrechterhalten werden konnte. Deshalb bin ich von SMB auf FTP gewechselt, da der Overhead nicht so groß ist. So kann ich das DS212 im XBMC über FTP einbinden und das Streaming funktioniert wie erwartet ohne Probleme.


iTunes Media Server
Da ich vorhandene Musik auf das DS212 verschieben werde, ist das Einbinden in iTunes natürlich ebenfalls wichtig.
Ich aktiviere den iTunes Media Server:


In iTunes selbst erscheint daraufhin das DS212 unter Freigaben:


Schade finde ich lediglich, dass die Alben Cover nicht angezeigt werden, aber das hat nicht direkt etwas mit der DS212 zu tun.


Synology - Eigene Apps des DSM

PhotoStation 5
Die PhotoStation lässt sich online wunderbar ausprobieren. Viel mehr möchte ich in diesem Review dazu nicht eingehen, da es bei mir nicht wirklich eingesetzt werden wird.
Funktioniert aber gut – im photo Ordner einfach Alben erstellen, Bilder rein – fertig.

File Station 3
Explorer Ersatz direkt im Browser. Lädt ein Java-Plugin nach und dann können nach Belieben von den lokalen Partitionen Daten auf die DiskStation geschaufelt werden und anders herum. Funktioniert gut, lässt sich aber auch über Netzlaufwerke u. ä. lösen.

Audio Station
Besonders interessant finde ich die Info, dass nun Airplay direkt ohne Umwege über iTunes genutzt werden kann. Da ich einen Apple Airport Express (APE) besitze, ist das ein super Feature. Über DSAudio kann ich somit alles steuern und AirPlay auf den APE aktivieren:


Praktisch & gut!
Sonst ist AudioStation eben ein Mediaplayer, über den nach Auswahl von Interpret, Genre, Album, Ordner etc. Musik gesucht und über den Browser oder mobiles Gerät abgespielt werden kann. Benötigt keinen installierten, externen Player. Gefällt mir ebenfalls.

Download Station
Darüber lassen sich Dateien von Filehostern sowie über das BitTorrent Netzwerk beziehen. Es werden von einigen auch Premiumkonten unterstützt, jedoch nicht von allen.


Der Download Station habe ich jedoch insgesamt noch keine große Aufmerksamkeit geschenkt.

Surveillance Station
Die Grundidee finde ich gut, gibt’s so auch bei der Konkurrenz QNAP. Damit lassen sich mehrere Webcams im Netzwerk übersichtlich überwachen. Da ich noch keine selbst besitze, kann ich diese Funktion nicht testen.


AD Integration
Persönlich finde ich den Punkt Windows Active Directory (AD) Integration spannend. Dazu habe ich eine virtuelle Maschine mit Domänen-Controller Rolle des Windows Servers installiert. Diese Funktion dürfte für Unternehmen interessant sein, die im Normalfall auf eine zentrale Benutzerverwaltung aufbauen. Somit sollen eben jene AD Benutzer Zugriff aufs DS212 erhalten.

Wem kommen die Namen meiner Test-User bekannt vor?


Einstellungen an der Diskstation


Der Domainjoin hat ohne Problem funktioniert


So konnte ich den Usern unter Domain-Rechte entsprechend Rechte zuweisen:


Ein Login mit einem AD-User über FTP war daraufhin erfolgreich.

Viel besser geht’s eigentlich nicht, komplizierte Sachen zu vereinfachen.


Stromverbrauch
Für viele ist sicherlich der Stromverbrauch solcher Geräte immens wichtig. Daher habe ich das mal gemessen:
Normaler Betrieb: 21 W
Standby (HDDs nicht aktiv): 7 W
Heruntergefahren: 1.5 W
Ich denke, mit den Werten kann man gut auskommen.

Ich habe mir zusätzlich einen Stromplan erstellt, der die Diskstation automatisch zu bestimmten Uhrzeiten hoch- und runterfährt. Begeistert mich und lief zuverlässig in meinen Tests.


Zum Herunterfahren werden 42 Sekunden benötigt.


WOL
Ist das DS212 heruntergefahren worden und kein geplanter Startzeitpunkt angegeben, kann es durch WOL (Wake-On-LAN) wieder hochgefahren werden. Das funktioniert über diverse Apps von Mobilgeräten sowie über kleine Programme. Eins davon für Windows findet sich hier. Es wird ein sogenanntes Magic Packet an die DiskStation gesendet, woraufhin sie sich einschaltet. Von mir getestet - funktioniert ohne Probleme! Das bietet nicht jedes NAS in dieser Preisklasse.


Lautstärke
Ein Thema, das primär nur subjektiv bewertet werden kann. Jeder empfindet Lautstärke eben anders. Synology beschreibt die Lautstärke mit „leiser als raschelnde Blätter“, dass 19,8 dB entspricht. Dem kann ich zustimmen, es ist nur das Geräusch der HDDs wahrnehmbar. Der Lüfter dreht unhörbar seine Runden.
Setzt man 2,5“ HDDs oder gar SSDs ein, dürfte das Betriebsgeräusch nochmal ein paar dB runter gehen.


Support
Auf folgenden Seiten findet man viele Informationen und Hilfestellungen, wenn man auf Probleme stößt oder den Funktionsumfang einer DiskStation erweitern möchte:
- http://www.synology-forum.de/
- http://forum.synology.com/enu/
- http://www.synology-wiki.de/index.php/Hauptseite


Fazit
Verglichen mit weiteren aktuellen 2-Bay Geräten von Synology (DS212+, DS212j) ist das DS212 mit der CPU von 1,6 GHz und 256 MB DDR3 RAM genau in der Mitte des Leistungsspektrums angesiedelt. Ob der Mehrwert von doppeltem RAM und 0,4 GHz mehr etwa 40 Euro wert sind, muss jeder für sich selbst entscheiden. Verglichen zum DS212j ist das DS212 dank DDR3 RAM eine Klasse besser, belegbare Zahlen kann ich dafür aber leider nicht liefern. Dafür aber auch ab etwa 180,- zu haben.

Nach diesem doch recht umfangreichem Test kann ich mit gutem Gewissen sagen, dass es sich beim DS212 wirklich um ein sehr wertiges NAS Gerät handelt, dass zu einem Preis von etwa 250,- erworben werden kann.
Der Funktionsumfang ist riesig. Die Verwaltung über DSM 3.2 einfach. Die Lese- und Schreibgeschwindigkeit auf hohem Niveau. USB3 vorteilhaft. Das Betriebsgeräusch angenehm leise.

Insgesamt betrachtet bleiben kaum Wünsche offen.

Solltet Ihr Fragen haben oder noch gewisse Dinge näher beleuchtet haben wollen, einfach rein damit in die Kommentare.
Flexstarr hat den Thread editiert
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