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Festplattenreparatur im Reinraum?

Stichwörter:
  • Desktop
Letzte Antwort: in Festplatten, optische Laufwerke und Controller
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30. Januar 2012 11:47:06

Hallo,
gestern hat sich meine 2TB Samsung-Platte versbschiedet. Sie läuft an und wenn dann die Köpfe reinfahren sollten, gibt es nur ein immer wiederkehrenden "Klacken". Ich vermute mal, dass das ein "head-crash" ist, oder??? Falls ja, muss das aber entweder beim Ausschalten oder beim Einschalten passiert sein.
Zumindest lief Sie bei der letzten Benutzung einwandfrei. Sie wurde nur im ausgeschalteten Zustand einmal quer durchs Zimmer getragen und weder fallen gelassen noch sonst irgendwie mechanisch beansprucht.

Da ich in einer größeren Optikfirma arbeite, haben wir auch einen ISO 4-Reinraum, den ich benutzen könnte, um die Festplatte mal aufzuschrauben. Würde das Sinn machen? Könnte man die Platter evtl. in ein Baugleiches Gehäuse einfach wieder einbauen, oder ist da zusätliche Justierung oder der Gleichen nötig, da die Köpfe ja in wenigen µm Abstand über den Plattern bewegen?
Oder sind die Aufnahme der Platter so eng toleriert, dass das paßt?
Arbeitsmittel zur Demontage und Montage sollten kein Problem darstellen und hier in der Firma vorhanden sein.

Ich weiß, dass dieses Thema wurde schon zu genüge diskutiert wurde, jedoch habe ich immer nur von Leuten gelesen, die keinen Reinraum zur Verfügung hatten.
Die Daten darauf sind jetzt nicht lebensnotwendig, aber Sie zu verlieren, macht ein Jahr Arbeit kaputt, daher würde ich es halt gerne mal auf einen Test ankommen lassen.

Die Platte hatte mich damals ca. 65,-€ gekostet. Das wäre halt mein finanzielles Risiko, da ich die Platte ansonsten noch bei Samsung über die Garantie tauschen könnte.

Wie würdet Ihr denn die Chancen einschätzen, dass man die wieder zum Laufen bekommt?
Gleich Null, so dass ich lieber die Garantie in Anspruch nehmen sollte, oder soll ich es mal auf einen Versuch ankommen lassen?

Ciao
pyro

Mehr über : festplattenreparatur reinraum

Anonymous
30. Januar 2012 13:17:18

Zitat :
Die Platte hatte mich damals ca. 65,-€ gekostet. Das wäre halt mein finanzielles Risiko, da ich die Platte ansonsten noch bei Samsung über die Garantie tauschen könnte.


Umtauschen wenn möglich, alles andere ist Schwachsinn!

Dieses Verhalten deutet auf defekte Schreib-/Leseköpfe respektive Oberflächenschäden hin.

Die Kosten der professionellen Datenrettung (beinhaltet nicht nur das physikalische Auslesen der Rohdaten, sondern auch die logische Rekonstruktion des Dateisystems) bei diesem Fehlerbild liegen durchschnittlich zwischen 200 und mehreren Tausend Euro, je nachdem wie weit der Schaden fortgeschritten ist.

Diese Annahme ist meist korrekt, die Ausrichtung der einzelnen Datenträgerscheiben zueinander darf bei vielen Modellen keinesfalls verändert werden. Deshalb werden in den meisten Fällen auch die Schreib-/Leseköpfe ausgetauscht und nicht die Platter.

Ein Auslesen einzelner Platter funktioniert nur bei Datenträgern, die nur aus einem Platter bestehen. Der Auslesevorgang erfolgt auch ausnahmslos in den normalen Gehäusen mit den dafür vorgesehenen Schreib-/Leseköpfen, ein Abtasten mittels Laser, oder ähnlichem, ist hier nicht möglich. Die einzige Alternative besteht im Auslesen mittels Rastersondenmikroskop, der Aufwand hier liegt aber im Bereich einiger Mannjahre.

Der Austausch der Elektronikplatine (PCB) ist gerade bei vielen Platten nicht zielführend. Denn in der Elektronik sind die sogenannten adaptiven Parameter (u.A. Korrekturparameter der Schreib-/Leseköpfe) gespeichert. Stimmen diese nicht mit den verwendeten Köpfen überein kann die Initialisierungsspur nicht mehr gefunden werden. Die Firmware geht nun davon aus, dass Sie im Produktionszykluses ist und schreibt eine neue Service Area auf den Magnetscheiben. Danach ist eine Rekonstruktion nur unter wesentlich größerem Aufwand möglich.

Für die Parkposition der Schreib-/Leseköpfe gibt es generell zwei unterschiedliche Varianten:
- Die Arme parken auf einer Parkrampe außerhalb der Magnetscheiben.
- Auf den Magnetscheiben gibt es eine aufgeraute Parking-Area-Spur, an der die Schreib-/Leseköpfe nicht festkleben können.

Der Arm ist natürlich immer starr und bewegt sich in einer Segment-Bahn über bzw. zwischen den Plattern. Die Schreib-/Leseköpfe sind kleine Elemente, die am Ende der Arme angebracht sind.

Kühlschranktrick:
Bei diesem Trick handelt es sich um einen überholten Mythos aus vergangenen Tagen. Es gab in grauer Vorzeit ein Modell, bei dem die Festplatte nach der Temperaturschwankung wieder in Schwung gekommen ist. Bei der heute verbauten Technik funktioniert dieser Trick nicht mehr, es besteht im Gegensatz sogar die Gefahr von Kondenswasser-Bildung.

In diesem Sinne bleibt der Ratschlag: Sollten die Daten wichtig sein, suche den Weg zu einem seriösen Datenretter!