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Lesertest OCZ ARC 100: Vergleich mit MX100, Agility3 und WD-Red

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Letzte Antwort: in Festplatten, optische Laufwerke und Controller
8. November 2014 17:22:42

Wichtig: Irgendwas klappt mit den verlinkten Bildern nicht. Wenn jemand das fixen kann, dann bitte ;) 
Deswegen hier nur als Link eingefügt, ich bitte um Entschuldigung.

An diesem sonnigen Freitag komme ich nun in das Vergnügen, die OCZ-ARC 100 SSD im Lesertest für tom´sHardware genauer unter die Lupe zu nehmen.



Ich selber gehöre schon zu den Nutzern, die ihre SATA-Steckplätze sehr stark ausgereizt haben, soll heißen: ich habe überdurchschnittlich viel Festplatten verbaut und damit natürlich auch mit SSDs zu tun.
Aber kommen wir doch jetzt zur ARC100:
Zur Verpackung und Beilagen:
Wie man auf dem Bild gut sehen kann, ist die Verpackung recht einfach und zweckmäßig, auch die Beilagen sind auf das Nötigste beschränkt.
Bei einer SSD mit lediglich 240GB für einen Preis von rund 100€ (Amazon.de) kann man aber eigentlich etwas mehr erwarten. Zum Vergleich: Die Crucial MX100 kostet rund 10€ weniger und da ist wenigstens noch ein Key für Software dabei. Natürlich teste ich hier nicht die Beilagen, sondern die Hardware an sich, aber zB ein kleiner 2,5“ SSD Adapter auf 3,5“ wäre schon ganz nett gewesen.
Nach außen macht die SSD nicht sonderlich viel her. Waren frühere OCZ SSDs wie die AgilityIII noch im edlen Schwarz/Grün gehalten, so kommt dieses Modell im eher schlichten blau und silber. Aber da eine SSD in der Regel unter der Haube verschwindet, kümmert uns die Vereinfachung der Optik jetzt nicht. Auf der Rückseite der Packung wird als Feature noch genannt, dass die SSD 20GB/Tag problemlos verkraftet und als Garantie gibt es durchschnittliche 3Jahre.
Dazu muss man aber wissen, ob es langfristig überhaupt Sinn macht, SSDs mit lediglich 240GB zu betreiben. 512GB sind mittlerweile gut erschwinglich und bei den rasanten Preisstürzen werden innerhalb der nächsten Jahre sicherlich 1TB und mehr zu Butter&Brot-Preisen verramscht. So macht eine kleine SSD mit 240GB allerhöchstens als Systemplatte Sinn, Windows und Programme sind damit nämlich mehr als zufrieden.
Große Steam-Bibliotheken werden in Zeiten von 20-50GB/Spiel jedenfalls nicht draufpassen.
Ich habe vor, in diesem Test die SSD in unterschiedlichen Bereichen zu testen.
- Intern per SATA3 als Spielelaufwerk
- Intern per SATA3 als Windowslaufwerk mit Windows8.1
- USB3 (Manche SSDs mögen das nicht…)

Zum Einsatz kommt die SSD in einem Intel Core i7 System mit folgenden Spezifikationen:
- Core i7 4770 (nein, kein K)
- Gigabyte GA-Z87X-UD3H Mainboard
- 16GB Crucial DDR3-1600
- KFA² Geforce GTX780 HOF OC
- 1x SSD Crucial MX100 512
- 1x SSD OCZ AgilityIII 240
- 1x HDD Western Digital Blue 1TB
- 1x HDD Western Digital Red 4TB

Die ARC100 wird sich also mit einem mittlerweile mehr als 1 Jahr altem Vorgängermodell messen und mit der 512GB Variante der überall gehypten Crucial MX100.

Fantec externes USB3 Gehäuse =>



Beginnen wir also mit dem Test als USB3 Laufwerk:
Warum ich so etwas tue, obwohl USB3 doch ein Stück langsamer ist als sATA3? Ganz einfach: sATA3 Steckplätze sind oft etwas knapp und wie man auch an meinem Rechner sehen kann: Viel Luft nach oben ist da nicht, weil der sATA3 Standard ja fast von einer SSD schon vollkommen ausgereizt wird. USB3 läuft aber mWn nicht über den sATA3-BUS, daher kann sich da eine SSD im Rahmen der Kapazität richtig austoben. Das ist nicht uninteressant, denn selbst eine gute 2,5“ HDD kommt im Schnitt auf 80-100MB/s wenn man sie extern über USB3 anschließt. Aber nicht alle HDDs / SSDs mögen das auch. Mir ist es schon passiert, dass eine SSD über sATA3 prima lief, über USB3 allerdings gar nicht, während eine andere SSD mit demselben Adapter wiederrum keine Probleme machte.
Warum man nun eine SSD per USB3 anschließen sollte? Darum:
Grandios schnell als USB Speicher. Wer braucht da heutzutage noch USB-Sticks?
Ich habe mittlerweile auch etwas rumkopiert Tests via QuickPar gemacht. Diese SSD hat keinerlei Probleme damit, per USB3 angesteuert zu werden. Ein klarer Mehrwert, denn durch den raschen Preisverfall bei SSDs sind große SSDs schon sehr bald großartige externe Speichermedien, die den USB3-Standard auch richtig ausreizen. Aus sicherer Quelle weiß ich auch, dass über USB3 mit einem UASP Gehäuse noch mehr drin wäre.
CristalDiskMark: ARC100 über USB3:



Kommen wir nun zum internen Test.


Einbaut habe ich die ARC100 übrigens in einen
2,5“ Adapterrahmen für ca 7€. Kostet also nicht die Welt. Von unten 4 Schrauben durch, an den Seiten dann die Schrauben für das Gehäuse.




Dennoch bin ich der Meinung, dass OCZ solch einen Adapter ruhig hätte beilegen können, denn vergleichsweise ist die ARC100 doch etwas teurer als zB die MX100 von Crucial.


So sieht es übrigens momentan bei mir in der Datenträgerverwaltung aus. Die etwas seltsame Verteilung der Partitionen bitte ich zu entschuldigen, die dynamische Datenträgerverwaltung von Windows8 machte teilweise mit mir, was sie wollte, ebenso bei den Wiederherstellungspartitionen hatte ich wenig Mitspracherecht:




Und nun komme ich zum AS SSD Benchmark der ARC100, welche heute im Duell mit einem hauseigenen Vorgängermodell der OCZ Agility3, der Crucial MX100 und einer normalen HDD, der Western Digital Red mit 4TB steht. Beginnen wir mit der OCZ Agility:



Die Werte sehen auf den ersten Moment für eine SSD unterirdisch aus, allerdings muss man auch beachten, dass die Agility3 mit erheblichen technischen Nachteilen ins Feld geht. Der verbaute Sandforce Controller ist mit nicht komprimierbaren Daten schon bedeutend langsamer und das asynchrone Flash wird mit zunehmender Nutzungsdauer langsamer. Diese SSD hat rund 1,5 Jahre auf den Buckel, wo sie schon in verschiedenen Geräten im Einsatz war, unter anderem in einem Notebook oder als externe Festplatte. Auch waren da schon mehrmals Windows Versionen drauf installiert und momentan muss sie als Spieleplatte herhalten.
Zugegeben: nicht ganz fair die Agility3 gegen die mordernen Kameraden antreten zu lassen.
Als nächstes schicke ich mal die Western Digital Red mit 4TB ins Rennen. Sie dient mir als Datensarg, wobei ich auf die höhere Lebenszeit hohen Wert lege. Weil AS SSD mit der Platte Probleme bereitete, entschied ich mich diese Tests wegzulassen und CrystalDisk rüberzujagen, was die Ergebnisse vermutlich aber nur minimal verzerren wird:




Erstaunlich schnell für eine normale HDD, will man meinen.
Über Zugriffszeiten und die Geschwindigkeit bei vielen kleinen Dateien muss man nicht sprechen. Dennoch ein halbwegs guter Wert, der wie vermutet nichtmal an die Agility3 heranreicht. Muss sie aber auch nicht.


Nun zum Test der MX100 mit AS SSD.

Zustand der MX100: Rund 2 Monate alt, hat schon Windows und Spiele gesehen, ebenso eine Programme-Partition.



Es bewegt sich schon in Richtung der 500MB/s Marke

Die MX100 ist übrigens mit nagelneuem SATA3 Kabel angeschlossen, auch die SATA3 Treiber sind frisch und neuinstalliert auf dem aktuellsten Stand.

Der Test der ARC100 mit AS SSD:

Die Crucial ARC100 ist nun allerdings weniger als eine Woche da, hat gerade ein jungfräuliches Windows8.1 von mir erhalten, musste allerdings noch nicht zum Spielen antreten, aber das holen wir später nach. Hier die Ergebnisse des AS-SSD Benchmarks:



Ich hatte ehrlich gesagt auch nicht erwartet, dass die ARC100 der MX100 gefährlich würde. Diesen relativ großen Abstand hab ich jedoch nicht unbedingt erwartet. Auch wenn die Zugriffszeiten noch etwas besser sind, so kann die ARC100 quasi Fabrikneu nicht einmal ansatzweise mit einer zumindest schon etwas gequälten MX100 mithalten.

Immerhin wirbt OCZ damit, dass die Lebensdauer deutlich höher sein soll und die SSD mit rund 20GB/Tag klarkommt, was nebenbei bemerkt eine ganze Menge ist. Ich habe mir zwar nie die Mühe gemacht, meine täglichen Daten zu zählen, aber die meisten Nutzer werden nur wenig Verkehr auf den SSDs haben. Dann kann ich auch gut mit etwas schlechteren Raten leben, denn langsam ist was anderes. Wenn die ARC100 als Longlife-SSD entwickelt wurde, kann ich mir vielleicht auch vorstellen, größere Modelle davon zu kaufen und die herkömmlichen HDDs so langsam verschwinden zu lassen.

Als nächstes kommen wir zum Boottest.

Mangels Screenshots möchte ich es hier auch eigentlich nur angesprochen haben, weil es zu den geforderten Tests gehört. Ich vergleiche hier die Windows8.1 Startzeit zwischen MX100 und ARC100 und zwar vom Ende des Bios-Screens bis zum Erscheinen des Windows-Logins.

Crucial MX100 ,Windows 8.1 7,2s
OCZ ARC100, Windows 8.1 7,5s


Den BIOS-Screen zähle ich absichtlich nicht mit, weil er sich nicht durch den Einbau einer SSD beeinflussen lässt.
Gemessen habe ich das ganze mit der Stoppuhr-APP meines Lumia925

Als letztes kommen wir zum Spieletest

Wie uns bekannt ist, sind SSDs für reine Spieleleistung eher uninteresssant. Das gilt aber nicht für die Ladezeiten, welche ich zum Zweck dieses Tests ebenfalls mit der Stoppuhr-APP meines Smartphones messen werde.
Testen werde ich das Spiel „FarCry3“ und zwar jeweils mit der WD-Red, der Agility3, der MX100 und der ARC100.
Gespielt wird mit maximalen Details und allem, was die Grafikkarte hergibt.

Western Digital Red 4TB, FarCry3 34,8s / 6.1s
OCZ Agility 3 240GB, FarCry3 30,7s / 5,5s
OCZ ARC100 240GB, FarCry3 30,4s / 4,9s
Crucial MX100 512GB, FarCry3 30,1s / 4,8


Bei der herkömmlichen HDD vergehen also rund 35 Sekunden bevor ich vom ersten Laden bis zum Startscreen bin, wo ich dann meinen Speicherstand laden kann. Dies dauert dann rund 6 Sekunden
Die Agility3 ist nur unwesentlich schneller, aber auch die ARC100 scheint nicht mehr viel Einfluss zu haben, während die MX100 sogar völlig unmerkbaren Unterschied hat.
Offenbar ist FarCry3 relativ unbeeindruckt von der Geschwindigkeit des Laufwerks.
Ganz anders sieht das zB bei Spielen wie DragonAge: Origins aus.

Western Digital Red 4TB, Dragon Age: Origins 11,2s / 27,1s
OCZ Agility 3 240GB, Dragon Age: Origins 5,8s / 4,6s
OCZ ARC100 240GB, Dragon Age: Origins 4,1s / 3s
Crucial MX100 512GB, Dragon Age: Origins 3,7s / 1,3s


Hier bei DragonAge: Origins sieht das mal komplett anders aus. Die Crucial MX100 lässt mir kaum Atem und auch keine merkbaren Ladezeiten. Die Ladebildschirme werden gerade lange genug angezeigt um zu zeigen „ja, uns gibt’s auch noch“. Also rund 1-2 sekunden.
Bei der OCZ Agility sieht das schon ein gutes Stück anders aus, aber wirklich lange ist auch das nicht. Die normale HDD, die Western Digital Red, hat jedoch mal ein völlig anderes Verhalten. Das Spiel braucht vom ersten Laden bis zum Drachenintro gut 11 Sekunden und wenn ich dann einen Spielstand lade, dauert auch das nochmal gut 27 Sekunden, was ein krasser Unterschied ist. Kommen wir nun zum Star des Tages, der ARC100.
Auch hier ist die ARC100 ein Stückchen langsamer als MX100, aber immer noch schneller als die Agility3 und natürlich massiv schneller als die WD-Red. Das Spiel wird in knapp 4 Sekunden geladen, der Spielstand in durchschnittlich 3 Sekunden, wobei es zwischen 1,5 und 4 Sekunden schwankt.
Dasselbe gilt übrigens auch für andere Programme wie Office.
Microsoft Office braucht auf einer herkömmlichen Festplatte gut und gerne mal bis zu 10sekunden, bis die Datei geladen und das Programm ansprechbar ist. Im Test mit der ARC100 lag die Zeit bei unter 2 Sekunden. Man kann also sagen, dass sich Arbeiten unter Windows ingesamt stark beschleunigt, das langsamste Glied in der Kette nunmehr nicht mehr unter massiven Zugriffszeiten und Trägheit leidet.







Kommen wir nun zum Fazit meines Tests:

Würde ich die ARC100 kaufen?
Wenn es nach der reinen Performance geht, dann liefert zB die Crucial MX100 deutlich mehr für weniger Geld. Interessant wird es erst, wenn die ARC100 vielleicht ausdauernder ist. Wenn OCZ verspricht, dass die SSD täglich 20GB verkraftet ohne dadurch Nachteile zu bekommen, wenn auch noch versprochen wird, dass man einen sagenhaft kulanten Umtauschservice hat, dann bin ich definitiv neugierig.
Die ARC100 mag zwar kein Performance-Wunder sein, aber sie tut was sie gut sehr zufriedenstellend und soll dies auch langfristig tun. Wäre jetzt der Preis noch etwa auf MX100 Niveau, würde ich darüber nachdenken mir irgendwann ein 1TB Modell zu holen.






Mehr über : lesertest ocz arc 100 vergleich mx100 agility3 red

8. November 2014 18:14:28

Versprechen kann der Hersteller ja viel wenn der Tag lang ist. Und der Ruf von OCZ-Produkten ist sagen wir mal nicht der Beste. Die SSD wird sich gegen die Crucial nicht leicht tun.
8. November 2014 20:36:50

Hat sie auch nicht. Zumindest was die reine Leistung angeht, kann sie nicht mithalten. zumindest momentan nicht.
Langfristig gesehen werden wir sehen...
vor weniger als eine Minute

Hat sie auch nicht. Zumindest was die reine Leistung angeht, kann sie nicht mithalten. zumindest momentan nicht.
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