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Lesertest OCZ ARC 100: ARC 100 240GB vs Vertex+ 60GB

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Letzte Antwort: in Festplatten, optische Laufwerke und Controller
9. November 2014 16:44:42

Einleitung


SSDs sind heutzutage ein fester Bestandteil im Home-PC-Segment geworden. Bei einer Neuanschaffung darf eine SSD nicht mehr fehlen. Bei Aufrüstung eines alten Settings ist sie nicht selten die erste Maßnahme, die ergriffen wird und es gibt sogar schon einige Notebooks und Tablets die gänzlich auf eine HDD verzichten.
Der Preis pro Gigabyte fällt stetig, sodass eine SSD auch für Einsteiger ein Thema ist.

Der Grund für die Überlegenheit einer SSD liegt auf der Hand: Hohe Übertragungsraten, geringe Zugriffszeiten und vor allem die Anzahl der Zugriffe pro Sekunde (gemessen in iops) beschleunigen den Start des Betriebssystems und der Programme enorm und verhelfen selbst alten Systemen wieder zu neuem Glanz.

In diesem Test geht es in erster Linie nicht darum, wie sich eine SSD gegenüber einer HDD schlägt, sondern es soll hier vielmehr eine alte SSD gegen eine Neue getauscht werden. Hintergrund ist, dass meine alte SSD mit effektiven 55 GB einfach zu klein ist für eine Systempartition. Sie war damals zugegebenermaßen ein Kauf ins Blaue, da ich mich kaum über sie informiert habe. Der Kaufgedanke war hauptsächlich: „Irgendwie muss mein Budget noch für eine SSD ausreichen“. Und dennoch war die Performancesteigerung zu einer HDD deutlich.


Mein bisheriges System


CPU: Intel 2500K – 4x3,3 GHz
GPU: Nvidia 560Ti EVGA
Mainboard: Asus P8P67LE
SSD: OCZ Vertex Plus 60 GB
HDD: Seagate 1 TB
OS: Windows 8.1

CPU Fan: Alpenföhn Himalaya
Gehäuse: Thermaltake Armor



Doch nun zur ARC 100.

Sie soll mit ihren effektiven 223 GByte Platz auf meiner Systempartition schaffen und erstmals ermöglichen, auch Spiele auf der SSD zu installieren. Vor allem die Ladezeiten dieser Spiele sollten sich stark verbessern. (Achtung: die Abweichung zu den angegebenen 240 GByte kommt daher, dass Windows und (alle) Festplattenhersteller den Speicherplatz anders zählen.)

Die ARC 100 kommt mit einer dreijährigen Herstellergarantie, was Vertrauen schafft. Allerdings wird mittlerweile fast jede SSD mit mindestens 3 Jahren Garantie ausgeliefert. Eine garantierte Schreibleistung von 20 GByte pro Tag (über drei Jahre) überzeugt, da dieser Datendurchsatz von gewöhnlichen Usern nie erreicht werden wird. So kann man aber auch eine Lebensdauer von weit über drei Jahren für die OCZ prognostizieren, da die Lebensdauer der SSD direkt mit der Anzahl der Schreibvorgänge zusammenhängt.
Auch soll die Leistung der SSD beim Dauerschreiben weniger einbrechen als bei vergleichbaren SSDs. Hier geht es jedoch um über 20 Minuten ununterbrochene Schreiblast. Dies ist jedoch für die wenigsten Nutzer relevant.
Zu allererst steht das Unboxing an: Es kommt eine sehr kleine Pappschachtel daher, in der sich die SSD mit etwas Papierkram befindet. Da ich ein Fan von solchen Bulkausführungen bin, finde ich das auch gut. Wer jedoch einen 2,5‘‘ Einbaurahmen benötigt, muss daran denken, dass dieser extra bestellt werden muss.
Die ARC 100 wirkt mit ihrem Metallgehäuse sehr hochwertig. Daran ändern auch die kleinen Fehler im Aufdruck nichts. Diese scheinen jedoch Standard zu sein, da sie auch bei anderen Tests zu sehen sind.




Einbau


Einbau ging recht fix: ein paar Schrauben halten meine alte SSD von unten fest. Diese wurden gelöst, die neue OCZ eingesetzt, festgeschraubt und mit dem Sata- und Stromkabel der alten verbunden. Da ich Daten und Programme streng trenne, erübrigte sich auch eine Datensicherung.



Der erste Eindruck nach dem Installieren: Ich habe noch nie so schnell Windows installiert. Für gewöhnlich sucht man sich in der Zwischenzeit immer eine andere Beschäftigung aber das war hier einfach nicht nötig.
Auch die Installation aller weiteren Programme ging angenehm schnell.


Performance


Nun zu den Zahlen. Für den Benchmark wurde das Tool AS-SSD genutzt.
Zuerst meine alte OCZ Vertex+.



Und die neue OCZ ARC 100.



Die Tests zeigen, dass die neue SSD im Bereich sequentielles Lesen/Schreiben, Zugriffzeit und bei den 4K-Dateien mit Queue-Tiefe, um Längen voraus ist. Nur bei den zufälligen 4K-Dateien ist die Verbesserung nicht sehr gravierend. Wobei die alte OCZ Vertex+ in dem Punkt für ihre Zeit damals ungewohnt gut zu sein scheint. Da dieser Punkt für die Startzeit von Windows eine entscheidende Rolle spielt, wird erwartet, dass hier kein großer Sprung erzielt werden kann, vor allem, weil Windows 8 an sich schon schnell bootet.

Als Vergleich habe ich auf meiner HDD Windows installiert, um einfach noch mal einen Direktvergleich zu den SSDs zu haben.



Die Werte spiegeln genau den Eindruck wieder, den Windows ohne SSD hinterlässt: langsam, extrem langsam. Sowohl beim Booten als auch bei der Nutzung des Systems entsteht Frust. Das Installieren von Windows und Updates hat um ein Vielfaches länger gedauert. Durch diesen Test habe ich mir in Erinnerung gerufen, wie wichtig eine SSD ist.
Eindeutiges Zwischenfazit: Nie wieder ohne SSD, sie ist eine der wichtigsten Komponenten für einen PC.

Hier nun ein paar Startzeiten von verschiedenen Anwendungen. Es wurde manuell gestoppt, deswegen gibt es hier eine gewisse Toleranz bezüglich der Reaktionszeit.



Zum Start von Windows lässt sich sagen: eine Verbesserung von 6 auf 5 Sekunden ist durchaus gut allerdings fühlt sich der Systemstart nicht schneller an da mein Mainboard ohne Fastboot einfach sehr langsam ist. Der eigentliche Startvorgang hat sich somit nur von 27,4 auf 26 verringert.
Die Map von „Counterstrike“ war wohl kein guter Benchmark, da „CS:GO“ selbst im Offline-Modus Onlineinformationen abrufen will. Dadurch hängt die Ladezeit nicht primär von der Festplatte ab und ist damit nicht aussagekräftig.
Bemerkenswert war jedoch die Zeit, die der PC benötigt, um in den Ruhezustand zu gelangen. Dieser Vorgang ging so unerwartet schnell, dass ich die Messung wiederholen musste, weil ich gar nicht so schnell bereit war um Stopp zu drücken. Diese Verbesserung liegt aber eher daran, dass die Sitzung, die der Ruhemodus auf der Festplatte speichert, sicher immer auf der HDD gespeichert wurde, da auf der alten SSD dafür kein Platz war. Und dennoch kann die ARC 100 hier ihre Stärken voll ausspielen, mit ausreichend Speicherplatz kann die gesamte Sitzung schnell auf den Datenträger geschrieben werden. So macht der Ruhemodus für mich persönlich überhaupt erst richtig Sinn.
Nach einiger Zeit Nutzung der ARC bemerkte ich einen Nachteil. Wenn nun Spiele von der SSD aus geladen werden, geht der Ladevorgang leider so schnell, dass man die nützlichen Spieletipps im Ladescreen nicht mehr lesen kann. Aufgefallen ist mir das bei „Borderlands - The Pre-Sequal“, wo ich mich schon öfter geärgert habe, die Tipps nicht zu Ende lesen zu können. Hier sind jedoch die Spielehersteller gefragt diese Informationen so zu gestalten, dass man sie auch mit sehr schnellen Ladezeiten noch zu Ende lesen kann. Nichts desto trotz: die schnelleren Ladezeiten rocken!


Fazit


Allgemein weiß die ARC 100 zu überzeugen. Eine Leistung die in Ordnung geht und ausreichend Speicherplatz bietet, um das Betriebssystem, alle Programme und weitere wichtige Daten unterzubringen. Alle Programme wirken einen Tick schneller und der ausreichende Speicherplatz bringt wesentlich mehr Freiheiten mit sich, sodass auch auf dem Desktop wieder große Datenmengen zwischengespeichert werden können. Wie in den guten alten Zeiten eben.
Ich komme jedoch zu dem Schluss, dass es hinsichtlich der Performance weniger Sinn macht eine alte SSD durch eine Neue zu ersetzen, sondern die 100€ lieber in ein neues Mainboard investiert werden sollten, welches mit einem Fastbootsystem ausgestattet ist. Denn erst dann bootet der Rechner auch wirklich schnell. Vor allem, wenn die Initialisierung wie bei mir über 20 Sekunden dauert.
Wer jedoch keine SSD hat, dem empfehle ich wärmstens eine Neue. Ich denke jedoch, dass es sich hier lohnt 10€ mehr auszugeben, um ein Produkt aus einem anderem Haus zu kaufen. Vor allem, weil die ARC in Benchmarks oft genug weit unten zu finden ist.
Andererseits kann man auch argumentieren, dass die Bootzeit bei Windows 8.1 jetzt 5 Sekunden beträgt und es dann auch keine Rolle spiel, ob man es mit einer besseren SSD auf 4 Sekunden schaffen würde.

Man muss abschließend auch bedenken, dass die ARC 100 kein Spitzenreiter sein will. Sie bedient den Markt der preisorientierten Nutzer. Wer also auf jeden Cent achtet muss oder über keinen Sata3-Anschluss verfügt, kann sich durchaus mit dieser Festplatte auseinandersetzen.

Mehr über : lesertest ocz arc 100 arc 100 240gb vertex 60gb

9. November 2014 16:57:25

Sorry: Bei mir hat das mit dem einfügen der Bilder ebenfalls nicht funktioniert, keine Ahnung warum.