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Fujitsu fi-7160: Scanner für Arbeitsgruppen im Langzeittest

Fujitsu fi-7160: Scanner für Arbeitsgruppen im Langzeittest
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Oft genug unterliegt das Scannen dem gleichen Gruppenzwang, der auch die Arbeit effizienter machen soll. Schließlich kann nicht jeder einen Scanner auf dem Tisch stehen haben - und außerdem ist all dies ohnehin eine Frage der Organisation und der Kosten.

Der äußerlich recht kleine Fujitsi fi-7160 ist so etwas wie der universelle Fruchtzwerg fürs Büro, der stets dafür sorgt, dass man sich beim Erfassen diverser Papierdokumente nicht zum Obst macht, dabei ordentlich Platz spart und trotzdem ein ordentliches Tempo vorlegt.

Außerdem ist er ein echter Teamplayer, denn er lässt sich auch im Netzwerk nutzen und zudem mit eventuellen Geschwistern zusammen perfekt verwalten.

Wer es noch nicht gemerkt hat: Wir schreiben hier über eine professionelle Arbeitsumgebung, aber auch dieser nicht kleine Teil unserer Leserschaft will ab und zu mit kleinen Perlen bedient werden.

Da kommt dieser Duplex-Scanner gerade recht, der es im Optimalfall und bei passender Anbindung (USB 3.0) im Simplex-Modus locker auf 60  farbig bedruckte DIN-A4-Seiten pro Minute bringt bzw. im Duplex-Betrieb sogar auf bis zu 120 Bilder. Da ist dann auch ein Papierstapel in der bis zu 80 Seiten fassenden Dokumentenvorlage schneller durch als die Sekretärin überhaupt Mops sagen kann.

Die Entscheidung, ob die Scanvorlage farbig oder monochrom verarbeitet und gespeichert wird, übernimmt der Scanner für jede Seite einzeln. Leere Seiten werden sogar bei gefalteten Blättern recht zuverlässig erkannt, so dass kaum nachgearbeitet bzw. gelöscht werden muss.

Abhören gegen den lauernden Papierfraß

Das Tempo allein ist allerdings nicht alles. Denn wo man im Privatbereich schon mal einen Fehleinzug und mögliche Eselsohren bzw. eine ordentliche Ziehharmonika verkraften kann, ist dies beim professionellen Arbeiten absolut tabu.

Gegen den obligatorischen Papierfraß allzu lieblos (oder hastig) eingeworfener Dokumente gibt es mit iSoP (intelligent Sonic Paper Protection) einen gut funktionierenden akustischen Sensor, der den Papiereinzug überwacht und beim kleinsten Verdacht die ganze Fuhre stoppt. Wir haben dies mit diversen Scan-Vorlagen getestet, von der geklappten Visitenkarte bis hin zum knittrigen und sehr dünnen Papier aus einem Durchschlagstapel.

Im Zweifelsfall wird unterbrochen, bevor einen irgendwelche Spätfolgen zum hastigen Suchen von Entschuldigungen zwingen.

Extrem dünn, leicht geknittert, bekleckst und stellenweise ausgefranstExtrem dünn, leicht geknittert, bekleckst und stellenweise ausgefranst

Schief ist das neue Gerade

Was wir von vielen anderen Fujitsu-Scannern bereits kennen, ist das automatische Ausrichten von Dokumenten. Das wirkt sich vor allem bei eingelegten Stapeln positiv aus, die man zuvor nicht erst aufwändig aufstoßen kann. Da können auch gern unterschiedliche Papierformate aufeinander folgen - jedes einzelne Blatt kann vor dem optischen Verspeisen mundgerecht vorgelegt werden ("physische Schräglagenkorrektur").

Was übigens auch geht und immens Arbeit spart ist das Erfassen kleinerer Vorlagen wie Kassenzettel, Quittungen oder Visitenkarten. Letzteres geht wie das Brezelbacken und versagt weder bei Hochglanzproduckten noch abgeschrägten Design-Entgleisungen übermotivierter Grafiker - einfach durch damit und gut. Dagegen wirkt unsere Karte dann fast schon wie ein langweiliger Serienteil aus dem Vorabendprogramm der Öffentlich-Rechtlichen.

15 unterschiedlich große Visitenkarten im Stapel15 unterschiedlich große Visitenkarten im Stapel

Bereits diese zwei Beispiele veranschaulichen die gute Eignung für die Erfassung recht wild gemischter Stapel auf den Schreibtisch, was wohl in der Realität recht häufig vorkommen dürfte. Der Scanner verarbeitet dabei offiziell gemischte Materialien mit einem Gewicht von 27 bis 413 g/m². Wir haben es auch noch mit wesentlich dünnen Vorlagen geschafft, was allerdings eher selten passieren dürfte.

Eine Vorsortierung von Dokumenten nach Papiergewicht und Größe ist also nicht notwenig, was auch der Scan- bzw. Sortier-Reihenfolge enorm zu Gute kommt, die sich dadurch nämlich nicht ändert.

Zusammenkleben gilt nicht. Oder doch?

Erinnern wir uns noch an den gerade eben angesprochenen Papierfraß?

Der im Scanner verbaute Ultraschall-Sensor erkennt nämlich auch, wenn einmal mehr als nur ein Blatt eingezogen werden sollte, weil Vorlagen beispielsweise zusammenkleben (weniger Obstkuchen beim Aktienstudium essen!).

Auch dann wird sofort ein Nothalt auf freier Strecke erzwungen und man hat Zeit, die Vorlagen und sich selbst neu zu ordnen.

Im Übrigen hilft in so einer Situation auch die Software PaperStream-Capture, die eine nachträgliche Korrektur erlaubt und die Scan-Reihenfolge wieder herzustellen hilft, ohne dass man den ganzen Durchlauf abbrechen oder komplett neu starten muss.

Die Mehrfacheinzugsfunktion ist zudem intelligent genug, dass der Scanner sogar Dokumentenblätter mit angepappten Haftnotizen oder sonstigen Anlagen einschließlich deren Positionierung erkennen kann. Dann wird derAlarm nämlich nicht ausgelöst und das kontinuierliche Scannen geht fröhlich weiter.

Bevor wir jedoch zum praktischen Teil des Tests einschließlich der mitgelieferten Software kommen, schnell noch die wichtigsten technischen Eckdaten in tabellarischer Form:

Modell:
Fujitsu fi-7160
Technische Daten
BildsensorFarb-CCD-Sensoren x 2
Scan-MethodeS/W-, Graustufen- und Farb-Ausgabe
DokumentenzufuhrAutomatischer Dokumenteneinzug (ADF)Flachbett

JaNein
ADF-Kapazität80 Blatt
VorlagenformatADF minimum:
A8 (52 x 74mm)
ADF maximum:
Maximum: A4 Portrait (210 x 297mm), Legal (216 x 355.6) mm
(Scannen von Dokumenten in Überlänge, Max. 216 x 5,588 mm)
Scangeschwindigkeit
(bei 200 dpi, DIN A4, Farbe/ Graustufen/ Schwarzweiß)
AusgangSimplexDuplex
A4 Hochformat60ppm120ipm
ADF HintergrundfarbeWeiß (default) / schwarz wählbar
Standard-SoftwarepaketePaperStream IP- (TWAIN/ ISIS) Treiber, Software Operation Panel, Error Recovery Guide, PaperStream Capture, ScanSnap Manager for fi Series, Scan to Microsoft SharePoint (nur Web-Download), Scanner Central Admin Tools
BildverbesserungsfunktionenBlindfarbe (R, G, B), Schräglagenkorrektur und Bildzuschnitt Mehrfachbild, automatische Farberkennung, Leerseitenentfernung, i-DTC, Advanced-DTC, Simplifi ed-DTC, Fehlerstreuung, Rasterung, Moire-Entfernung, Bildbetonung, Farbbereinigung, Blindfarbe (Keine, spezifiziert, Farbsättigung), sRGB, Entfernung von Lochstanzungen,
SchnittstelleUSB 3.0
Unterstützte BetriebssystemeWindows ® 8, Windows ® 7, Windows Vista ® , Windows ® XP, Windows Server ® 2012, Windows Server 2008 ®
Physikalische Spezifikationen
Abmessungen (T x B x H)300 x 170 x 163 mm
Gewicht4,2kg
Relative Feuchtigkeit (Betrieb)20-80% RH (nicht kondensierend)
LeistungsaufnahmeBetrieb: 38 W oder weniger (Stromsparmodus: unter 1,8 W)
Stromversorgung220 V - 240 V ± 10% 50/60 Hz (VA)
Umgebungstemperatur (im Betrieb)5-35° C

Ganz billig ist der professionelle Spaß mit Straßenpreisen (lagernd) ab ca. 740 Euro zwar nicht, aber in Anbetracht der Leistung und der recht stabilen Umsetzung geht dies im nicht-privaten Sektor wirklich in Ordnung. Dinge, mit denen man Geld verdienen (bzw. sparen) kann, kosten nun leider auch erst einmal selbiges.

Alle 11 Kommentare anzeigen.
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  • quixx , 10. Februar 2015 08:38
    Mit der USB3-Buchse ist dann wohl doch gesagt, dass jeder seinen eigenen Scanner (>700€) auf dem Tisch braucht?

    Oder wie ist das mit den Arbeitsgruppen zu verstehen?
  • bluray , 10. Februar 2015 10:10
    Wenn man bedenkt, was die Firewire-Diven (i700, i800 series) von Kodak kosten, die so Schmakazien, wie Positionskorrektur etc. nicht haben, kosten (nämlich mal rasch 2000€ und aufwärts, sowie Lizenzkosten für Kofax Sacn Pro), dann ist der fi-7160 ein echtes Schnäppchen, zumal auch noch deutlich kompakter. Die Scanleistung von 60 Seiten ist durchaus fesch. Für SoHos und mittelgrosse Arbeitsgruppen sicher nicht ganz verkehrt. Mit dem USB2Networkadapter dürfte auch das Networksharing optimal gelingen. Meine Frage ist jedoch, ob es nicht auch schon Gbit-USB3-Adapter gibt. Dann dürfte auch dieser Flaschenhals beseitigt sein...
  • quixx , 10. Februar 2015 10:49
    Ich finde, scannen ging schon mit USB1.1 erträglich. Natürlich keine 120 Seiten pro Minute.
    Dass der Plaste-Bomber 120S in der Minute mit 300DPI schiebt, möchte ich erst sehen.

    Das Ganze noch über USB/GBit Umsetzer von Drittanbieter?
  • drno , 10. Februar 2015 13:33
    Das ist der Anfang in Richtung "papierloses Büro" und DMS - Dokumentenmanagement. Da wird der Scanner gleich mit drangepappt und die Daten vertifft. Wirklich papierlos aber ist das zunächst nicht, denn die Archivierung erfolgt über Eingangsnummern und die Originale werden abgeheftet.
    So wie mit diesem Kram hier beispielsweise. https://www.realifysystems.com/
  • FormatC , 10. Februar 2015 14:41
    Zitat :
    Dass der Plaste-Bomber 120S in der Minute mit 300DPI schiebt, möchte ich erst sehen.
    Woraus sollte das Gehäuse dann bitte sein? Edelstal, Holz oder Granit?

    Lies den Artikel doch noch einmal. In den Specs auf Seite 1 stehen 200dpi (nicht 300) und die kommen auch locker hin. Man erreicht beim USB/LAN-Umsetzer ca. 450 MBit/s netto, warum sollte das nicht reichen? Ich habe exakt 60 Seiten eingelegt und die durchnudeln lassen. Über den Umsetzer waren es bei Mischbestückung noch 40 Seiten, im Idealfall eines dicken Ausschreibungspaketes auch schon mal 50. Viel schneller gehts beim Direktanschluss am PC dann auch nicht.

    Als IP-Scanner ist das Teil eigentlich genial und die TWAIN-Treiber funktionieren wenigstens. Der fi-7180 ist sogar noch schneller, allerdings sollte man auf einen anderen Umsetzer zurückgreifen. Der Silex war auch mehr exemplarisch gedacht, da auch der Drucker mit drüber laufen sollte. Was klappt. :) 
  • fffcmad , 10. Februar 2015 14:42
    Das Ding schlag ich mal bei uns vor. Der Scanner/ fax frisst regelmaeßig Blaetter und Duplexeinzug klappt quasi gar nicht. Da waere so ein Geraet mit Printserver ein Segen...
  • FormatC , 10. Februar 2015 14:48
    Ich habe das Teil letztes Jahr auf der CeBIT gesehen und fand den Test echt spannend. Es ist halt kein monströses Standgerät mit 500 Seiten Vorlagenmagazin, aber diese ganzen Kombi-Kackdinger sind das Geld ja eh meist nicht wert. Der problemlose Einzug hat mich schon bei den kleineren Modellen gereizt, denn ich bin in der hast immer recht luschig beim Einwerfen. Nur Klammern mag er gar nicht. Dann stoppt es.
  • bluray , 11. Februar 2015 09:41
    Zitat :
    Nur Klammern mag er gar nicht. Dann stoppt es.

    Ja, kann gut sein, aber die Kodaks mögen solche auch nicht. Die fressen das Papier dann regelrecht und das Herauspuhlen der Papierfetzen ist alles... nur kein Spass! Daher ist erstmal Entnageln und Abklammern angesagt, sonst: Papierstau Inc.
  • FormatC , 11. Februar 2015 11:54
    Das Ding stoppt ja schon, wenn irgendwas dumm raschelt, oder Seiten ganz simpel verklebt sind. Er zieht auch nicht bis zur Klammer (falls sie oben ist), sondern stoppt schon kurz nach dem Einzug. Weiß der Geier wie diese Ultraschallerkennung funktioniert, aber sie tut es. :) 
  • drno , 11. Februar 2015 12:43
    Wenigstens einer, der noch was merkt, bevor es zu spät ist! :-)
  • FormatC , 11. Februar 2015 12:47
    Stimmt, die sind rar geworden. http://www.merkstduesnoch/ja.rar