Recht kühl und nicht zu laut: Gainward GTX 1070 Ti Phoenix im Test

Kühlerdetails und Geräuschentwicklung

Kühlsystem und Backplate

Die erzeugte Abwärme will natürlich möglichst optimal abgeführt werden. In diesem Zusammenhang werfen wir zuerst einmal einen Blick auf die Backplate, die erstmals auch eine aktive Kühlfunktion ausübt und die ganze Arbeit nicht mehr allein nur dem wuchtigen 2,5-Slot-Kühler überlässt. Man hat auf unserem damaligen Vorschlag zur GeForce GTX 1080 hin die Folie auf der Innenseite der Platte ausgeschnitten und dort unterhalb der Spannungswandler für die GPU ein dickes Wärmeleitpad positioniert.

Kühlsystem im Überblick
Art des Kühlers:
Luftkühlung
Heatsink:
Kupferheatsink für die GPU
Speicherkühlung (Module, Spannungswandler) über Montageframe am Heatsink
Kühlfinnen:
Aluminium, vertikale Ausrichtung
engstehend
Heatpipes
2x 8 mm und 2x 6 mm, Kupfer-Komposit
VRM-Kühlung:
GPU- und Speicher-VRM über einen eigenen Heatsink im gesamtkühler.
RAM-Kühlung
über Montageframe und indirekt über den Heatsink
Lüfter:2x 10 cm Lüftermodule (9,5 mm Rotordurchmesser)
je 15 Rotorblätter
semi-passive Regelung
Backplate
Aluminium
Kühlfunktion, innen foliert mit Ausschnitt für ein dickes Pad

Ein Heatsink aus Kupfer soll die Abwärme der GPU aufnehmen und sie gut verteilt an die insgesamt fünf Heatpipes (3x 8 mm, 2x 6 mm) abgeben. Dabei setzt Gainward auf eine vertikale Lamellenausrichtung, was zu kurzen und ungebogenen 8-mm-Heatpipes führt, die damit auch effizienter arbeiten können. Die beiden kleineren Heatpipes unterstützen lediglich den zusätzlichen Abtransport vom Heatsink zu den Rändern des aufgesetzten Kühlers.


Die Kühlleistung des massiv wirkenden Kühlers lässt kaum Wünsche übrig, denn da das Temperatur-Target bei unter 70°C liegt, laufen die Lüfter nur auf kleiner Kraft, so lange nicht ein zu kleines Gehäuse wieder einen Strich durch diese Rechnung macht.

Lüfterkurven und Geräuschemission ("Lautstärke")

Die Lüfterkurven zeigen, dass die Karte mit ihren vertikal angeordneten Kühllamellen sehr empfindlich auf geschlossene Seitenwände reagiert und dann auch schon einmal die eigene aufgewärmte Abluft erneut ansaugt. Hier hilft dann am ehesten ein gut durchdachtes Airflow-Konzept im PC-Gehäuse.

Das Ganze sieht beim Stresstest nicht viel anders aus. Zusammenfassend kann man sagen, dass die Karte mit den zwei großen Lüftern akustisch recht souverän kühlt. Aber es ginge sicher noch leiser, hätte man die Abluft etwas anders abgeleitet (optimierte Kühlerabdeckung), um zu verhindern, dass die gegen die Seitenwand geblasene Abluft erneut von unten angesaugt wird.

Genau das hatten wir beim Besuch in diesem Sommer bei Palit mit dem Produktmanager zwar auch besprochen, aber umgesetzt wurde dies jedoch wohl auch deswegen nicht, da noch zu große Restbestände der bereits produzierten Komponenten vorrätig sein dürften.

Reserven, um die Lüfter niedriger drehen zu lassen, besitzt die Karte durchaus. Aber es wurde dann wohl auch einen Boost-Step kosten. Hier könnte man aber manuell etwas experimentieren.

Messwerte für Lüfter und Geräuschemission
Lüfterdrehzahlen Open Benchtable Maximum
1037 U/min
Lüfterdrehzahlen Open Benchtable Average
1004U/min
Lüfterdrehzahlen Closed Case Maximum1183 U/min
Lüfterdrehzahlen Closed Case Average1135 U/min
Geräuschemission (Luft) Maximum
38,9 dB(A)
Geräuschemission (Luft) Average
37.4 dB(A)
Geräuschemission (Luft) Idle0 dB(A)
Klangcharakteristik /
Höreindruck
tieferfrequente Lagergeräusche
hörbare Motorgeräusche < 1 Hz
moderate Luft-/Abrissgeräusche
leicht hörbare Spannungswandlergeräusche

Um unseren subjektiven Höreindruck noch einmal zu veranschaulichen, haben wir nun noch eine hochauflösende Grafik mit dem kompletten Frequenzspektrum unserer Labormessung:

Die 38,9 dB(A) sind für die gemessenen Temperaturen gut und mehr als nur akzeptabel, auch wenn man genügend Reserven gehabt hätte, um das Ganze etwas weiter abzusenken. Die Peaks entstehen jedoch einerseits durch das etwas brummige Motorgeräusch einschließlich der Lager und andererseits auch durch die leicht hörbaren Spannungswandlergeräusche. Die Spulen arbeiten nicht wirklich lautlos, ohne jedoch richtig nervig zu zirpen.

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2 Kommentare
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    Dein Kommentar
  • Ruvinio
    Mir ist gerade vor ein paar Tagen eine Phoenix 1080 GLH gestorben, trotz eigentlich unbedenklicher GPU-Temperatur von max. 67°C. Und zwar genau aufgrund der Mängel, die Ihr unter den Kühlerdetails beschrieben habt und die Gainward nun bei der 1070 Ti behoben hat.

    Alle 8 Phasen wiesen deutliche Verfärbungen aufgrund der Hitzeentwicklung auf. Bei zwei Phasen schienen sogar die Lötstellen angeschmolzen zu sein. Bei einer Phase hat sich auf der Innenseite der Backplate ein richtiger Hitzefleck gebildet, d.h. die eigentlich SPIEGELNDE Oberfläche der Innenseite (ich dachte echt, ich sehe nicht richtig, wieso zum Geier hält man die Hitze durch die Spiegelung aktiv DRINNEN??) war an der Stelle blind geworden.

    Hätte ich das mal eher gewusst, dann hätte ich selber ein Wärmeleitpad auf die Phasen geklebt und die Innenseite der Backplate angerauht. Dann würde meine Karte wohl noch leben. Aber so isse jetzt hinüber und ich habe den Hersteller gewechselt.

    Ich denke, es ist nur eine Frage der Zeit, bis alle Phoenix 1080 GLHs auf die gleiche Art sterben. Wohl dem, der Garantie hat.
  • FormatC
    Nun ja. Das war schon immer ein Kritikpunkt und ich bin ja schon froh, dass viele Hersteller endlich die Kühlung der VRM mit integrieren, bzw. wenigstens Pads nutzen. Eigentlich bin ich doof, da ich ja diesen Mehrumsatz mit ausgelöst habe, nicht rechtzeitig Aktien der Pad-Hersteller gekauft zu haben :D

    BTW;
    Bitte mal die Bilder zu mir schicken, Mailadresse kannst Du per PN haben :)