Samsung Galaxy Tab Pro 10.1 im Doppeltest: Vier schlagen acht

Samsung bietet sein neues Oberklasse-Tablet Galaxy Tab Pro 10.1 in zwei Versionen an: Mit LTE und mit WiFi. Das wäre nichts Besonderes, würden die beiden Modelle nicht von unterschiedlichen Prozessoren befeuert werden. Grund genug für ein Bruder-Duell.

Dass Samsung – wie andere Premiumhersteller auch – seine Top-Tablets in zwei Versionen auf den Markt bringt, ist nicht weiter ungewöhnlich. So gibt es auch vom neuen Oberklasse-Tablet Galaxy Tab Pro 10.1 eine WLAN-Version (WiFi) und eine Variante, die obendrein ein LTE-Modul für den mobilen Internetzugang mitbringt.

Ebenfalls nichts Besonderes ist, dass die WLAN-Version günstiger zu haben ist als WLAN plus LTE. Im Falle des Samsung Galaxy Tab Pro 10.1 liegen die Straßenpreise zum Testzeitpunkt bei rund 430 bzw. 520 Euro. Neu und recht ungewöhnlich ist allerdings, dass die beiden Versionen auch auf unterschiedlicher Hardware basieren.

So setzen die Südkoreaner in ihrem LTE-Modell auf den bewährten, superschnellen Vierkernprozessor Qualcomm Snapdragon 800, der mit 2,3 GHz taktet. Dieses SoC kommt auch bereits beim Spitzenmodell Galaxy Note 10.1 in der 2014er Edition und dem Phablet Galaxy Note 3 zum Einsatz. Beide Geräte zählen zu den Allerbesten ihrer jeweiligen Kategorie. Viel falsch machen kann Samsung mit diesem Prozessor also nicht.

Dennoch kommt das WiFi-Modell mit einer anderen CPU daher. Diese stammt aus der hauseigenen Produktion und hört auf den Namen Samsung Exynos 5420 Octa. Wie die Bezeichnung vermuten lässt, besitzt dieser Prozessor ganze acht Rechenkerne – oder besser gesagt: zwei mal vier. Denn der Samsung Exynos 5420 arbeitet auf Basis des big.LITTLE-Konzeptes, wonach je vier Kerne für anspruchsvolle bzw. "einfache Arbeiten" eingesetzt werden.

Im Falle des 5420 sind das vier Cortex-A15-Kerne mit 1,9 GHz, die für mächtig Dampf sorgen sollen. Wenn es gemütlicher zugeht, übernehmen vier Cortex-A9-Kerne, die mit 1,3 GHz getaktet sind. Das Ziel des Ganzen liegt auf der Hand: Maximale Leistung soll mit optimaler Akkulaufzeit kombiniert werden. Ob das Konzept aufgeht?

Quelle: SamsungQuelle: Samsung

Unterschiedliche SoCs bedeuten auch unterschiedliche Grafikeinheiten. Der Snapdragon 800 wird von der bekannt schnellen Adreno 330 flankiert. Im Exynos 5420 Octa ist eine ARM Mali-T628 integriert, die sich ihre Sporen erst noch verdienen muss. Die Eckdaten mit sechs Clustern und bis zu 600 MHz Shader-Takt lassen aber auf ein echtes Power-Paket auf Niveau der Adreno 330 hoffen.

Das war es dann aber auch mit den Unterschieden der beiden Galaxy Tab Pro 10.1 Modelle. Dass eines nur WLAN und das andere zusätzlich zum WLAN auch noch LTE beherrscht, offenbaren bereits die Modellbezeichnungen. Beiden Varianten gemein sind der zwei GByte große Arbeits- und der 16 GByte fassende interne Speicher, der sich per microSD-Karte schnell und kostengünstig um bis zu 64 GByte erweitern lässt.

Was ist noch an Bord? Schnelles ac-WLAN, GLONASS und GPS, Bluetooth 4.0, NFC und ein Infrarot-Port, der das Tablet zur Universalfernbedienung macht. Auf USB 3.0 muss der Käufer allerdings verzichten. Das bleibt den absoluten Topmodellen vorbehalten.

Die Displayauflösung ist mit 2560 x 1600 Bildpunkten hingegen absolute Spitzenklasse, so fein lösen bisher nur die wenigsten Tablets auf – und viele davon stammen von Samsung. Die Display-Technologie nennt Samsung Super Clear LCD-TFT, was wohl auf IPS-Niveau anzusiedeln ist. Auf die AMOLED-Technik verzichten die Südkoreaner in diesem Fall. Ob das eine gute Entscheidung ist?

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4 Kommentare
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  • In diesem Artikel wird mir als Befürworter neutraler Berichterstattung zu etwas sehr von Samsung geschwärmt. Ich hoffe das wird bei Tomshardware jetzt nicht zur Regel. Es wäre schade wenn die bisher so tollen und neutralen Test auf das Niveau von Chip oder Computerbild abrutschen würden. Schwärmerei ist niemals professionell.
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  • Da kann ich Sie beruhigen, Herculess3D - wir planen kein deisbezügliches Abrutschen. ;)

    Aber ernsthaft: Können Sie das evtl. etwas quantifizieren? Denn mir erschien das Ganze hier nicht als "Schwärmerei"... Und das bei einem Artikel, der zwei sich lediglich in wenigen Kernkomponenten unterscheidende Versionen des gleichen Geräts des gleichen Herstellers vergleicht, auch von diesem Hersteller die Rede ist, sollte normal sein.

    Aber vllt. bin ich da auch "desensibilisiert". Daher die Bitte, dass doch bitte mit konkreten Beispielen zu untermauern, damit wir bei Bedarf gegensteuern können. Danke!
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  • 291 said:
    Da kann ich Sie beruhigen, Herculess3D - wir planen kein deisbezügliches Abrutschen. ;) Aber ernsthaft: Können Sie das evtl. etwas quantifizieren? Denn mir erschien das Ganze hier nicht als "Schwärmerei"... Und das bei einem Artikel, der zwei sich lediglich in wenigen Kernkomponenten unterscheidende Versionen des gleichen Geräts des gleichen Herstellers vergleicht, auch von diesem Hersteller die Rede ist, sollte normal sein. Aber vllt. bin ich da auch "desensibilisiert". Daher die Bitte, dass doch bitte mit konkreten Beispielen zu untermauern, damit wir bei Bedarf gegensteuern können. Danke!


    Hallo gst,
    Ihre Reaktion auf meinen Kommentar beruhigt mich schon wieder; zeigt er mir Doch das Sie das Thema Qualität der Berichte sehr ernst nehmen.
    Mich hat nicht der Artikel an sich, sondern vielmehr die häufigen Steigerungs- und Extremformulierungen überrascht, auf Welche ich im Folgenden noch genauer eingehen möchte:
    Seite 1
    Beide Geräte zählen zu denn Allerbesten ihrer jeweiligen Kategorie.“
    Die Displayauflösung ist mit 2560 x 1600 Bildpunkten hingegen absolute Spitzenklasse, so fein lösen bisher nur die wenigsten Tablets auf – und viele davon stammen von Samsung
    Seite 2
    299 PPI und damit deutlich über der des Retina-Displays beim Apple iPad Air (264 PPI)“
    Hier empfand ich die Qualifizierung „deutlich“ etwas irreführend zu der tatsächlich 13,2 % höheren Pixeldichte.
    Seite 4
    nämlich nicht mit der bärenstarken Adreno 330 im LTE-Schwestermodell mithalten“
    Was ist „bärenstark“ auf der sonst üblichen Noten- oder Prozenskala? Ein Artikel in diese Richtung wäre mal interessant (Vergleich mit PC Grafikkarten)
    „Die Auflösung aber bleibt riesig: 2560 x 1600 Pixel – da kann auch das Retina-Display v
    Fazit
    Mit dem Galaxy Note 10.1 2014 Edition hat Samsung ja bereits eines der besten, wenn nicht gar das beste Tablet überhaupt im Programm.
    Abgesehen von der unverifizierten und meiner Meinung nach nicht verifizierbaren Aussage (meiner Meinung nach gibt es „das Beste“ nicht, sondern hängt immer von den Anforderungen des Nutzers ab), hat dieses Lob nichts mit dem eigentlich Artikel zu tun. Diesen Punkt empfand ich letztendlich als Schleichwerbung bzw. „Schwärmerei“.

    „Wer aber auf den cleveren Eingabestift verzichten kann und sich vielleicht auch noch ein paar Euro sparen möchte, für den können die beiden Samsung Galaxy Tab Pro 10.1 eine sehr spannende Alternative sein.“
    Insgesamt waren diese Formulierungen für einen Artikel auf Tomshardware sehr ungewohnt für mich. Vielleicht reagiere ich inzwischen zu sensibel auf allzu positive Formulierungen, weil mich das ganze Fanboy-Geschwafel, welches inzwischen leider in vielen Foren dominiert, extrem stört.
    @Tomshardware, ihr macht wirklich tolle Arbeit – weiter so.
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  • Hi Herculess3D,

    sorry für die späte Antwort; wollte schon vor Tagen antworten, habe es im Alltagsstress aber glatt verpasst. Im Kern kritisieren Sie ja eine eher subjektive als objektive Interpretation der Testergebnisse, richtig? Ich denke Ihnen ist wie uns klar, dass das natürlich ein fließender Bereich ist. Schließlich sind wir keine technische Redaktion, die trockene Anleitungen für Industriegeräte verfasst. Subjektivität und persönliche Meinungen bedeutet auch Dynamik, Leben und Farbe - und ich befürworte das, solange es auf objektiven Fakten fußt. und manchmal darf mana uch mal positive Sachen hervorstreichen und ins Rampenlicht stellen...

    Insgesamt denke ich nach Durchsicht Ihrer Zitate, dass wir uns noch im grünen Bereich bewegen. Allerdings ist man als (Chef-)Redakteur natürlich auch irgendwo betriebsblind; da kann es nicht schaden, wenn es ein Korrektiv in Form einer kritischen Leserschaft gibt. Insofern freue ich mich über jede fundierte, konstruktive Kritik und kann jedem versprechen, dass sie beim richtigen Adressaten ankommt und ihr Ziel erreicht. Das heißt im Umkehrschluss natürlich nicht, dass wir jedem querliegenden Furz hinterherhecheln. ;) Aber Denkanstöße, Inspirationen und - ja - Checks sind immer wertvoll und willkommen.

    Von daher: Keine Angst, TH DE wird ganz sicher keine Plattform für "Fanboy-Geschwafel" werden - schon allein aus dem Grund, weil sich das nicht mit meinem Selbstverständnis verträgt. :D Und danke für das Lob! :)
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