[Gamescom] Hands-On: 'For Honor' angespielt

Bei Ubisofts kommendem Action-Franchise 'For Honor' kämpfen Ritter, Samurai und Wikinger zusammen und gegeneinander auf einem epischen Schlachtfeld. Wir konnten den Blockbuster auf der Gamescom anspielen und verraten euch, wie er uns gefiel.

Für die Ehre!

Ubisoft hatte auf der diesjährigen Gamescom die unterschiedlichsten Titel im Gepäck. Neben dem schrägen Rollenspiel South Park: Die rektakuläre Zerreißprobe mitsamt der VR-Atemmaske "Nosulus Rift", dem Sportspiel Steep, Watch Dogs 2 und dem VR-Game Star Trek: Bridge Crew gab es auch das von vielen erwartet Nahkampf-Action-Spiel For Honor zu sehen.

In For Honor, das von Ubisoft Montreal in Zusammenarbeit mit weiteren Ubisoft Studios entwickelt wird, beschreitet der Spieler einen Weg voller Zerstörung und kämpft auf dem Schlachtfeld um Ruhm, Ehre und ums Überleben.

Die Spieler treten in diesem chaotischen Krieg als Streiter von drei großen Krieger-Fraktionen an: Ritter, Wikinger oder Samurai.

Eintausend Jahre, nachdem eine gewaltige Katastrophe ihre Welt zerstört hat, ziehen die Fraktionen ihre versprengten Streitkräfte zusammen. Was einst ein ungezügelter Konflikt war, droht sich nun in einen offenen Krieg zu verwandeln.

Es gilt Burgen und Festungen zu stürmen und in gewaltigen Schlachten das Blatt zu seinen Gunsten zu wenden.

The Art of Battle

Dafür hat sich Ubisoft sogar ein neues Steuerungssystem ausgedacht: "The Art of Battle" soll  Geschick und Instinkt zu einem intuitiven Nahkampferlebnis verbinden, bei dem man regelrecht die Waffe, ihre Kraft und die Auswirkungen jedes Schlages spüren soll. So müssen wir jedes Mal entscheiden, an welcher Stelle wir blocken und wo wir unseren Gegner angreifen.

Zudem verfügt jeder Held über ureigene Talente und Waffen, mit denen sich gegnerische Soldaten, Bogenschützen und Helden beseitigen lassen.

Wir konnten auf der Gamescom eine kleine Multiplayer-Partie spielen, nachdem wir das Tutorial bestanden hatten. Und das Tutorial  war auch zwingend notwendig, denn die Steuerung von For Honor ist zu Beginn recht eigenwillig und gewöhnungsbedürftig. Wir spielten das Nahkampf-Action-Game mit einem Xbox-Controller - wie die Tastatursteuerung funktioniert, können wir daher nicht sagen.

Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase, in der wir vor allem mit der Vielzahl an Tasten zu kämpfen hatten, die wir gleichzeitig drücken mussten, um zu blocken oder einen Schlag auszuführen, konnte es losgehen.

Wir spielten den "Herrschaft"-Modus, in dem zwei Teams mit jeweils vier Spielern um die Kontrolle über das Schlachtfeld kämpfen. Dazu sollten die Punkte A, B und C eingenommen werden. Neben den acht Helden waren auch noch NPCs auf dem Feld, die natürlich viel einfacher zu besiegen waren (meist zwangen wir sogar mehrere mit nur einem Schlag in die Knie).

Helden über Helden

Jeder Spieler konnte einen der zwölf möglichen Helden wählen. Jede der drei Rassen (Ritter, Wikinger, Samurai) hat vier Klassen zur Auswahl: Stoßtrupps, Meuchler, die Schweren und Hybride.

  • Stoßtrupps sind gut ausbalancierte Helden, die über außerordentliche Angriffs- und Verteidigungsfähigkeiten verfügen und vielseitig einsetzbar sind.
  • Meuchler sind flinke und tödliche Charaktere, zudem sind sie großartige Duellanten mit einer sehr guten Offensive.
  •  Schwere sind die widerstandsfähigsten Helden. Ihre Attacken sind langsam, aber sehr effektiv. Sie sind besonders gut dafür geeignet, eine Stellung zu verteidigen oder computergesteuerte Gegner zu vernichten.
  • Hybride sind aus verschiedenen Elementen und Charakteristiken der anderen Klassen zusammengesetzt. Es handelt sich um fortgeschrittene Charaktere, die ungewöhnliche Taktiken fördern und fordern.

Auf in die Schlacht!

Nachdem der Startschuss ertönt war, ging es zur Punkteroberung. Am ersten Punkt gab es direkt ein riesiges Handgemenge, etliche Soldaten waren auf dem Schlachtfeld zugange. Einen Überblick über Freund und Feind zu finden fiel uns aber nicht schwer.

Was wir zuerst bemerkten: Alle acht Spieler hatten sich für den gleichen Samurai-Charakter entschieden. Auch im Vorfeld hatten wir schon mitbekommen, dass sich die meisten Spieler auf die Samurai freuen. Wie sich die Ritter und Wikinger spielen oder wie sich die einzelnen Klassen voneinander unterscheiden konnten wir so leider nicht feststellen.

Nun ging aber auch alles sehr schnell; wir waren von etlichen Kämpfern umringt und mussten um unser Überleben bangen. Prompt hatten wir die eben eingeübte Steuerung vergessen und klickten wie wild auf den Tasten herum, um irgendwie einen Treffer zu landen. Das klappte auch ganz gut - zumindest solange wir NPCs vor uns hatten.

Bei gegnerischen Spielern funktionierte das wahllose Draufhämmern aber nicht mehr. Wenn die rechte Seite geblockt wurde, mussten wir unseren Schlag schnell anders platzieren, denn dort konnten wir nun keinen Treffer landen.

Immerhin merkten wir, dass auch die anderen Redakteure im Raum so ihre anfänglichen Probleme mit der Steuerung hatten und überhaupt nicht hinterher kamen, wenn wir die Schlagseite wechselten. So konnten wir den einen oder anderen Treffen landen, bevor wir von hinten von einem anderen Gegner aufgespießt wurden.

Aber halb so wild: Nach wenigen Sekunden respawnten wir am Ausgangspunkt und es konnte weitergehen. Nach und nach wurde das Spielprinzip auch klarer, die Steuerung vertrauter und so hatten wir schon bald alleine Punkt C erobert und gegen zwei Feinde verteidigt, während sich alle anderen um Punkt A prügelten.

Das Lied vom Siegen und Sterben

Die Sterbequote war bei dieser Partie sehr hoch. Erst dachten wir, nur wir wären zu ungeschickt und hätten die Steuerung als einzige nicht verstanden. Doch als wir während unserer Respawn-Wartezeit auf die benachbarten Bildschirme schmulten, waren wir erleichtert: Auch die anderen warteten schon wieder darauf, wiederbelebt zu werden.

"Ja, die Steuerung ist nicht so einfach", grinste eine Ubisoft-Mitarbeiterin, die schon den ganzen Tag nichts anderes machte, als Redakteuren ebendiese immer und immer wieder zu erklären. "Alle haben anfangs Probleme damit, aber man gewöhnt sich auch schnell dran und dann macht es echt Spaß", munterte sie uns auf.

Also gut! Mit diesen Worten gestärkt, stürzten wir uns zum wiederholten Male in ein und dieselbe Schlacht, die noch nicht geschlagen war. Und das machte auch jede Menge Spaß. For Honor ist absolut temporeich und steckt voller Action. Die verschiedenen Rassen schaut man sich gerne im Kampf an (in unserem Fall ja nur die Samurai, aber die waren schon verdammt cool!) und bedient sie auch gerne.

So schwangen wir unser Schwert munter durch eine Masse gegnerischer Spieler und metzelten dabei direkt mehrere von ihnen nieder. "Wow, gut gemacht!", freute sich die Ubisoft-Mitarbeiterin neben uns und unsere Brust schwoll vor Stolz an. Und noch einen! Und noch einen! Jetzt hatten wir einen Run.

"Ja, geht doch", lachte die nette Dame und wir freuten uns, einen Gegner nach dem anderen in die Knie zu zwingen, als uns urplötzlich wieder ein mächtiger Spielercharakter gegenüberstand. Nach einem kleinen Hin- und Her, das aus vorsichtigem Blocken und Schlagen bestand, konnten wir zwei fatale Treffer platzieren, bis er uns schließlich doch niederrang und unsere vorherige Euphorie jäh bremste.

For Honor ist ein Spiel der Emotionen. Es vermittelt das Gefühl sehr gut, stolz aus einem (Zwei-)Kampf hervorzugehen, aber auch den Frust, wenn man mehrfach ohne einen Treffer gelandet zu haben vom Feld gehen muss. Durch diesen ständigen Wechsel und die damit verbundene stetige Herausforderung macht For Honor aber auch sehr viel Spaß und einen gewissen Reiz aus.

5 x Mehrspielerspaß

Um langanhaltendes Vergnügen zu bieten, hat For Honor auch noch andere Mehrspielermodi an Bord. Insgesamt wurden bislang fünf bekannt gegeben:

  1. Wie oben erwähnt haben wir auf der Gamescom den Modus Herrschaft ausprobiert. Herrschaft ist ein 4-vs.-4-Modus, in dem zwei Teams mit jeweils vier Spielern um die Kontrolle über das Schlachtfeld kämpfen. Dieser Modus beruht auf Fähigkeiten, Kommunikation und Teamwork.
  2. Handgemenge 2-gegen-2: Jedes Zweierteam hat das Ziel, die zwei gegnerischen Helden zu töten, um die Runde zu gewinnen. Geschick, Achtsamkeit, Zusammenarbeit und die Fähigkeit, seine Umwelt zu seinem Vorteil zu nutzen, sind hier Schlüssel-Komponenten.
  3. 1-gegen-1-Duelle lassen zwei Helden im Kampf um Leben und Tod gegeneinander antreten. Natürlich sind hier die eigenen Fähigkeiten ausschlaggebend, aber genau wie im Modus Handgemenge können die Spieler auch hier ihre Umgebung zu ihrem Vorteil nutzen.
  4. Geplänkel ist ein 4-vs.-4-Modus, der an klassische Team-Deathmatches erinnert. Kampffähigkeiten sind in diesem Modus der Schlüssel zum Erfolg, da die Spieler hier für ihr Team punkten, indem sie gegnerische Helden töten.
  5. Vernichtung: In diesem 4-vs.-4-Modus gewinnt der letzte überlebende Spieler auf dem Schlachtfeld das Spiel für sein Team.

Loot und Einzelspieler-Kampagne

Bei den einzelnen Kämpfen können die Spieler übrigens Erfahrungspunkte sammeln. Der Fortschritt in For Honor ist bei jedem Helden unterschiedlich, bedingt durch ausgewählte Elemente, die auf die verschiedenen Spielverlaufsmodi bei PvE und PvP verteilt sind.

Am Ende jeder Mehrspielerpartie und jeder Kampagnen-Mission bekommen die Spieler XP, durch die sie neue Kampffähigkeiten und neue visuelle Anpassungsmöglichkeiten freischalten können.

Zudem können die Spieler Rüstungs- und Waffengegenstände auf dem Spielfeld sammeln. Diese Gegenstände haben bestimmte Eigenschaften, die es einem ermöglichen, den Gegenstand dem eigenen Spielstil anzupassen, was eine gute Balance im Mehrspielermodus sicherstellt.

For Honor bietet zudem einen Einzelspielermodus, der die Geschichte der Helden aller drei Fraktionen erzählt. Die vollwertige Story-Kampagne ist sowohl allein als auch mit zwei Spielern auf geteiltem Bildschirm oder online spielbar.

In der Rolle der größten Krieger jeder Fraktion benötigen die Spieler all ihre Sinne und Fähigkeiten, um das Überleben ihres Volkes zu sichern und die Pläne von Apollyon, der unbarmherzigen und blutdürstigen Anführerin der Blackstone-Legionen, zu vereiteln.

Fazit

For Honor ist ein extrem temporeiches Nahkampf-Action-Spiel, das sich vorzüglich für den Multiplayer eignet und mit imposanter Grafik aufwartet. Es lebt wie alle Multiplayer-Spiele von Erfolgsmomenten, die den Ansporn liefern, sich noch mehr ins Zeug zu legen. Doch ist man auch nur einen Moment unachtsam, kann einem das den Kopf kosten.

Wir sind gespannt, wie Ubisoft die Balance zwischen unerfahrenen und erfahrenen Spielern handhaben wird. Von einem Ranking-System haben wir bislang nämlich noch nichts gehört. Bei unserem Testspiel war es natürlich kein Problem, da wir alle noch For Honor-Anfänger waren und wir alle sichtlich unsere Probleme mit der Steuerung hatten.

Dem gewöhnungsbedürftigen "The Art of Battle"-Steuerungssystem sehen wir aber positiv entgegen. Sobald man ein bisschen Übung darin hat, sollte auch diese zu Beginn etwas komplizierte Methode für geübte Gamer-Finger rundlaufen.

Wir freuen uns schon sehr auf For Honor und sind gespannt, welche Ankündigen die kommenden Monate noch mit sich bringen. Es hat auf jeden Fall viel Spaß gemacht, auf der Gamescom in die Haut eines mächtigen Samurai zu schlüpfen und unsere Feinde auf dem turbulenten Schlachtfeld mit geübten Klingenschwüngen niederzustrecken.

For Honor soll am 14. Februar 2017 für die PlayStation 4, Xbox One und für Windows PC erscheinen. Das perfekte Geschenk zum Valentinstag also!  ;)

Erstelle einen neuen Thread im Artikel-Forum über dieses Thema
Dieser Thread ist für Kommentare geschlossen
Noch keine Kommentare
Im Forum kommentieren
    Dein Kommentar