[Gamescom] Ein kleines Fazit zur 2016er Gaming-Messe

Die Gamescom ist vorbei – und damit eine ganze Woche voll unterschiedlichster Events, die Köln wieder mal auf den Kopf stellte. Rund 500.000 Besucher waren dafür in die Rheinstadt gekommen, die Bilanz ist prächtig. Auch wir ziehen ein Fazit.

Schlussbericht zur Gamescom 2016

Unter dem diesjährigen Leitthema "Heroes in New Dimensions" feierten erneut rund 345.000 Besucher aus 97 Ländern vom 17. bis 21. August 2016 das weltweit größte Event für Computer- und Videospiele auf dem Kölner Messegelände.

Mit 877 Unternehmen (+9 Prozent) aus 54 Ländern präsentierten sich so viele Firmen wie nie zuvor auf der 2016er Gamescom.

Außer den zahlreichen Spiele-Inszenierungen bot die Gamescom wieder mal ein umfassendes Rahmenprogramm auf dem Messegelände und in der Stadt: Zur Gamescom-Woche – mit Gamescom, Gamescom City Festival und weiteren Veranstaltungen im direkten Umfeld – kamen über 500.000 Besucher nach Köln.

Laut Gerald Böse, Vorsitzender der Geschäftsführung der Koelnmesse GmbH, wurden die in Abstimmung mit den Sicherheitsbehörden angepassten Sicherheitsmaßnahmen von den Messeteilnehmern sehr gut auf- und angenommen.

Verschärfte Sicherheitsmaßnahmen, vor allem für Cosplayer

Solche \Solche "Waffen" gab es nur bei Ausstellern zu sehen, wie in diesem Fall am Gwent-Stand.Auch wir können dies bestätigen: Die befürchteten ewig langen Schlangen vor den Taschenkontrollen blieben aus. Die Security war zu uns durchweg nett und entspannt, sah sämtlichen Taschen schnell, aber aufmerksam durch und schon konnte es weitergehen. Das lag auch daran, dass genügend Sicherheitskräfte im Einsatz waren.

Einzig die Cosplayer stöhnten auf dem Gelände noch über das Waffenverbot für Cosplayer. Was aber vor allem daran lag, dass einige Kostümierte ihre Waffennachbildungen scheinbar mit reinnehmen durften – und andere eben nicht.

Einige hatten das Glück, Aussteller zu kennen, die die Waffen zuvor mit reinnehmen konnten (Für Aussteller galt eine Sonderregelung: Die Waffenrepliken durften zuvor zur Kontrolle abgegeben werden und durften danach das Gelände bis zum Ende der Messe nicht wieder verlassen. Eben diese Waffenimitate wurden auch von der Messe gekennzeichnet).

Andere hatten noch mehr Glück und kamen einfach mit ihren Stäben, Plastikmessern und Spielzeugpistolen durch die Sicherheitskontrollen durch. Das verärgerte natürlich die anderen Cosplayer, die ihr Zubehör ordnungsgemäß zuhause gelassen hatten oder es am Eingang abgeben mussten.
Rock'n'Roll: Diesmal gab es aufblasbare Gitarren statt WaffenreplikenRock'n'Roll: Diesmal gab es aufblasbare Gitarren statt Waffenrepliken

Das verschärfte Waffengesetz für Cosplayer führte auch dazu, dass spürbar weniger Kostümierte auf der Gamescom herumliefen. Sah man die letzten Jahre alle paar Meter mehrere verkleidete Gäste, so musste man in diesem Jahr sogar schon bewusst nach ihnen Ausschau halten und auch länger nach ihnen suchen.

Hier wird hoffentlich im nächsten Jahr eine zufriedenstellendere Lösung für alle Beteiligten gefunden.Denn ganz ehrlich: Über die sinnhaftigkeit des Ganzen kann man sich sehr gut streiten.

Dennoch fanden wir tolle Cosplayer auf der Messe. Wer sich davon überzeugen möchte, kann hier schon einmal in die Top 5 der einzelnen Tage reinklicken:

Ansonsten liefen die Kontrollen laut Gamescom reibungslos. Das gesetzte Ziel, dem "Bedürfnis der Messeteilnehmer nach mehr Sicherheit" nachzukommen und gleichzeitig die Gamescom ohne große Einschränkungen zu einem ausgelassenen Event zu machen, wurde laut ihnen erreicht.

Weniger Gedränge, kürzere Warteschlangen

Selbst das große Knurren, das es im Vorfeld aufgrund der Bitte gab, Taschen und Rucksäcke daheim zu lassen, gab, wurde besänftigt. Viele beschwerten sich, dass dies sicher ein Trick sei, um mehr überteuerte Getränke verkaufen zu können. Doch dem hatte die Messe eines entgegengesetzt: Überall waren erstmals Trinkwasserspender aufgestellt, die viele Besucher erfreut nutzten. Darüber hinaus war es natürlich auch kein Problem, mit Taschen das Gelände zu betreten - diese wurden eben kurz untersucht.

Zumindest wir hatten kein größeres Gedränge als sonst am Einlass zu beklagen, auch in den Hallen war das Umherschlendern entspannter als in den vergangenen Jahren: Die Weitläufigkeit des Geländes zeigte Wirkung, im letzten Jahr waren weitere Hallen dazugekommen und die Wegführungen und Umleitungen wurden diesmal noch weiter verbessert.

Einzig in der gut bebauten Händlerhalle konnte es mal ein bisschen enger werden, da sich zahlreiche Stände dicht an dicht drängten. Doch auch dies war Luxus im Vergleich zu vergangenen Jahren.

Die Wartezeiten bei den Blockbuster-Games waren natürlich wieder lang, aber Schilder mit bis zu sechs oder sogar acht Stunden Wartezeit gehören anscheinend der Vergangenheit an. Diesmal schienen drei Stunde das höchste der Gefühle zu sein, Gerüchten zufolge sollen auch vier Stunden möglich gewesen sein.

Playstation VR hatten diesen Wahnwitz schon vor der Messe bekämpft und ordentlich dafür geworben, dass man im Vorfeld Termine am Stand machen könnte. So gab es dann eine Reihe für Besucher mit Termin und eine Reihe für Besucher, die ohne Voranmeldung spontan am Stand erschienen waren. Dieses Konzept funktionierte sehr gut und wird im nächsten Jahr hoffentlich noch auf andere Stände übertragen.

Gamescom: Eine ganze Stadt im Gaming-Fieber

Die Gamescom-Woche 2016 startete bereits am 15. August 2016 mit der Game Developers Conference Europe (GDC Europe). Die RESPAWN, die VideoDays und das Premieren-Projekt silent.MOD im Kölner Dom machten Köln in dieser Augustwoche (15. bis 21. August 2016) erneut zum Treffpunkt hunderttausender Menschen.

Bei den VideoDays (19. und 20. August) trafen sich wieder tausende Kids, um ihre YouTube-Stars einmal live zu sehen und Fotos sowie Autogramme von ihren Video-Helden zu ergattern.

Bei der silent.MOD-Lichtinstallation im Kölner Dom konnten Besucher die römisch-katholische Kirche mal in einem ganz anderen Licht sehen: Stimmungsvoll und atmosphärisch wurde das Kölner Wahrzeichen von etlichen Lichtern und Lasern in Szene gesetzt, das DJ Duo Blank&Jones lieferte dazu einen eigens komponierten Soundtrack von der Orgelempore aus. Rund 50.000 Besucher waren an drei Abenden gekommen, um dieses Gesamtkunstwerk zu erleben.

silent.MOD Lichtinstallation im Kölner Dom

Abgerundet wurde die Gamescom-Woche durch das Gamescom City Festival, das in diesem Jahr erneut 150.000 Besucher in die Kölner Innenstadt lockte. Auf dem kostenlosen Innenstadt-Festival standen Hohenzollernring, Rudolfplatz, Platz an St. Aposteln sowie der Neumarkt ganz im Zeichen einer bunten Mischung aus Musik, Streetfood, Games und Entertainment.

Rund 30 Bands und Künstler (darunter die österreichische Band Wanda aus Wien, Juri, Max Giesinger und WIRTZ) auf vier Bühnen, über 40 internationale Street-Food-Anbieter, Infotainment zum Thema "Mobilität" und zahlreiche Spielstationen für Groß und Klein sorgten erneut für eine erlebnisintensive Festivalstimmung in der Kölner City.

Die Gewinner der Gamescom Awards 2016

Darüber hinaus wurden auch wieder die Gamescom Awards verliehen. Die Abräumer in diesem Jahr waren The Legend of Zelda: Breath of the Wild, die Playstation VR als beste Hardware (hier geht es zu unserem Artikel mit den besten VR-Spielen für die Playstation VR), For Honor, Destiny: Rise of Iron, Horizon – Zero Dawn, Mafia III und Battlefield 1.

Hier alle Gewinner im Überblick:

  • Gamescom Award for Best Add-on/DLC: "Destiny: Rise of Iron" (Activision Blizzard)
  • Gamescom Award for Best Preview/Vision: "Horizon – Zero Dawn" (Sony)
  • Gamescom Award for Best Booth: "Mafia III" (2K) (Unser Preview kommt noch)
  • Best Console Game Sony Playstation 4: "For Honor" (Ubisoft)
  • Best Console Game Microsoft Xbox One: "Sea of Thieves" (Microsoft)
  • Best Console Game Nintendo WiiU: "The Legend of Zelda: Breath of the Wild" (Nintendo)
  • Best PC Game: "For Honor" (Ubisoft)
  • Best Mobile Game: "Mario Party Star Rush" (Nintendo)
  • Best Role Playing Game: "Final Fantasy XV" (Square Enix)
  • Best Racing Game: "Forza Horizon 3" (Microsoft)
  • Best Action Game: "Battlefield 1" (Electronic Arts) (Unser Preview)
  • Best Simulation Game: "NBA 2K17" (2K)
  • Best Sports Game: "Steep" (Ubisoft)
  • Best Family Game: "Skylanders Imaginators" (Activision)
  • Best Strategy Game: "Sid Meier’s Civilization VI" (2K) (Unser Preview)
  • Best Puzzle / Skill Game: "Dragon Quest Builders" (Square Enix)
  • Best Social / Online Game: "GWENT: The Witcher Card Game" (CD Projekt Red)
  • Best Casual Game: "Battlezone" (Rebellion)
  • Best Multiplayer Game: "Sea of Thieves" (Microsoft)
  • Best Virtual Reality Game: "Wilson’s Heart" (Twisted Pixel)
  • Best Hardware: "PlayStation VR" (Sony) (Unser Überblick über die besten Games)
  • Gamescom Indie Award: "Little Nightmares" (Bandai Namco)
  • Most Wanted Consumer Award: "Battlefield 1" (Electronic Arts) (Unser Preview)
  • Best of Gamescom 2016: "The Legend of Zelda: Breath of the Wild" (Nintendo)

Gamescom 2017

Der Termin für die Gamescom 2017 steht übrigens auch schon. In Zukunft wird die Messe weiterhin in der letzten vollen Augustwoche stattfinden. Dabei wird es aber eine große Neuerung geben: Der Gamescom-Sonntag entfällt! Doch keine Sorge, es bleibt bei fünf respektive vier Tagen Messewahnsinn.

Anstelle des wegfallenden Sonntags fängt die Gamescom einen Tag früher an, nämlich schon am Dienstag. Der Dienstag wird dann der neue Fachbesucher-Tag sein und ab Mittwoch öffnet die Messe für alle Besucher. Das Gamescom City Festival kann man wie gewohnt von Freitag bis Sonntag erleben.

2017 findet die Gamescom von Dienstag (22. August) bis Samstag (26. August) wieder in Köln statt.

Und nicht irritieren lassen: Auch wenn wir hier schon ein "Gamescom-Fazit" präsentieren, werden wir im Verlauf der Woche noch ein paar Hands-on-Artikel zu angetesteten Spielen und sonstigen Messeeindrücken publizieren - das ist im Terminwahn während der Messe einfach nicht möglich. ;)

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1 Kommentar
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    Dein Kommentar
  • Tesetilaro
    Danke für die Zusammenfassung - und hast Glück gehabt, dass Du die Kurve direkt in der Einleitung noch bekommen hast - Gamescom ohne Warhammer 40k News? Wo kommen wir denn da hin?
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