[Gamescom] Hands-On: 'Get Even' angespielt

Ohne Erinnerungen wachen wir als Cole Black in einer Gebäuderuine auf und wissen gar nichts mehr.

Über unser In-Game-Smartphone erhalten wir nur die Meldung, dass sich ein Mädchen in der Gewalt von Entführern befindet. Ansonsten große Fragezeichen. Ahnungslos machen wir uns auf den Weg, um Antworten zu finden und das Mädchen zu retten.

In der Ego-Perspektive geht es nun in ein düsteres Abenteuer, in der wir uns genauso hilflos fühlen wie der Protagonist. In den nächsten Gebäuden bewegen wir uns nur langsam voran, ohne eigentlich richtig zu wissen, was zu tun ist.

Aber genau das macht auch den Reiz von Get Even aus. Cole Blacks Smartphone ist dabei unser nützlichstes Utensil: Mit ihm leuchten wir den Weg aus oder können per Wärmekamera Wärmesignaturen folgen. Auch die Minimap läuft über das Phone, das der Protagonist immer wieder ins Sichtfeld hält – wie im echten Leben auch.

Das Smartphone ist auch wichtig, um die kleineren Rätsel zu lösen: Um eine elektronisch verschlossene Tür zu öffnen, folgen wir den Stromleitungen, die das Smartphone uns anzeigt. Am Ziel drücken wir Hebel am Sicherungskasten und schon kann es weitergehen.

Immer wieder führt Cole Black Selbstgespräche, in denen klar hervorgeht, dass er genauso wenig eine Ahnung hat wie der Spieler. Auf Monitoren meldet sich ein mysteriöser Mann, der genau zu wissen scheint, warum wir hier sind. Die Handlung erzählt Get Even in kryptischen Häppchen, was uns aber sehr gefiel.

Sporadisch müssen wir uns mit der Pistole gegen wahnsinnig scheinende Mitinsassen erwehren, aber die Schießeinlagen sind sehr selten und nicht Hauptbestandteil des Spiels. Es ist bei Get Even sogar spannender, wenn gerade überhaupt nichts passiert - denn hinter jeder Ecke erwarten wir Schrecklichstes, so dass unser Körper stetig in Alarmbereitschaft war.

Zu diesem Gefühl trägt auch die grandiose Klangkulisse bei, die minimalistisch die düstere Atmosphäre unterstreicht. In einem Gang hörten wir plötzlich ein undefinierbares Klopfen oder Knacken, das sich mit jedem Meter ins Unermessliche steigerte. Das erzeugte bei uns schon ziemliches Herzklopfen.

Fazit

Get Even machte uns in der Anspiel-Session mächtig viel Spaß – wenn "Spaß" überhaupt das richtige Wort ist; man sollte wohl eher von Angst sprechen. Mit dem Gefühl, wirklich keine Ahnung über unsere Situation zu haben, ging es in dem Game schrittweise voran - immer mit der Vorahnung, dass gleich was passiert.

Die kryptisch und sporadisch erscheinenden Story-Elemente motivieren zum Weiterspielen – wie ein Mosaik ergibt jeder Hinweis irgendwann ein ganzes Bild. Wichtigstes Hilfsmittel ist nicht unsere Pistole, sondern Cole Blacks Smartphone, was das bedrohliche Spielgefühl näher an die Realität heranrücken lässt.

Es lohnt sich, Get Even mit Kopfhörern oder Surround-Soundanlage zu spielen, denn erst dadurch kommt der grandios düstere Soundtrack voll zur Geltung. Zusammen mit der stimmungsvollen Grafik ist Get Even technisch bisher sehr gelungen.

Wie wir bereits berichteten soll Get Even im Frühjahr 2017 für PC, Xbox One und PlayStation 4 erscheinen.

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