[Gamescom] Hands-On: Gwent: The Witcher Card Game angespielt

Gwint kennen die meisten aus Witcher 3, doch spendiert CD Projekt Red mit 'Gwent: The Witcher Card Game' ein eigenständiges Kartenspiel, das man auch gegen seine Freunde spielen kann. Wir konnten das Game auf der diesjährigen Gamescom antesten.

Einfach zu lernen, schwierig zu meistern

Als hätte The Witcher 3: Wild Hunt nicht schon genug Inhalt, integrierte CD Projekt Red ein wirklich spaßiges Kartenspiel namens Gwent (ab sofort mit "e" statt mit "i", aus Rücksicht auf den amerikanischen Markt) in das auch von uns hochgelobte Rollenspiel.

Wer Lust hatte, konnte gegen viele verschiedene NPCs im Spiel antreten und Stunden mit dem Kartenspiel verbringen. Die Suchtformel von Gwent ist wie die verschiedener anderer Kartenspiele (z.B.) Hearthstone: Einfach zu lernen, schwierig zu meistern.

Wenn man bedenkt, wie populär dieser Markt momentan ist, war es vielleicht fast schon zu erwarten, dass ein eigenständiges Gwent-Spiel folgen würde.

Auf der diesjährigen Gamescom konnten wir einen umfassenden Blick in Gwent: The Witcher Card Game werfen, zu dem auch ein ausgiebiges Hands-On gehörte. Auch in der Entertainment-Area konnte man das Spiel antesten – beworben durch mehrere ausgezeichnete Cosplayer, die diversen Witcher-Charakteren einfach zum Verwechseln ähnlich waren.

Laut CD Projekt Red gab es eine extrem hohe Nachfrage nach einen eigenständigen Gwent-Spiel, um endlich auch gegen seine Freunde zocken zu können. Diesem Wunsch kommt der polnische Entwickler mehr als nach.

Das eigentliche Kartenspiel unterscheidet sich kaum von dem in Witcher 3. Man muss zwei von drei Runden gewinnen, um die Partie für sich zu entscheiden. Vor jeder Partie wählen wir aber zunächst unsere Fraktion: Die stolzen Skelliger, die brutalen Monster, die zwielichtigen Scoia’tel und die Nördlichen Königreiche. Im fertigen Spiel sollen noch mehr folgen, wie zum Beispiel Nilfgaard.

Jede dieser Fraktionen spielt sich etwas anders – die Nördlichen Königreiche haben zum Beispiel starke Belagerungskarten. Im Gameplay selbst kommt es drauf an, den Gegner zum Ausspielen seiner Karten zu verleiten. Jede einzelne Karte kommt nur einmal vor, man zieht in der Regel keine Karten nach - es sei denn, man kann welche von seinem Friedhof wiedererwecken.

Jede Karte weist einen Kampfwert auf, der die Punktzahl in der Runde erhöht. Außerdem hat so manche Karte noch eine zusätzliche, nützliche Fähigkeit. Man gewinnt, wenn die eigene Punktzahl höher als die des Gegners ist - und die kann man mit seinen ausgespielten Karten und mit Combos stark beeinflussen.

Gwent spielt sich sehr dynamisch und optisch sehr ansprechend. Die zügigen Partien sind ähnlich suchterzeugend wie Hearthstone, wenngleich etwas komplizierter und somit strategisch vielseitiger.

Auch für einsame Wölfe ein Genuss

Als wäre ein Gwent-Online-Spiel nicht genug, gibt es bei Gwent: The Witcher Card Game noch eine Einzelspieler-Kampagne obendrauf. Diese behandelt unerzählte Geschichten aus den The Witcher-Spielen mit allerhand neuen und alten Charakteren. Für das Quest-Design sind die gleichen Entwickler wie bei The Witcher 3 verantwortlich.

Story-Vorkenntnisse sind nicht nötig, Kenner der Spiele und Bücher sollen sich aber Querverweise freuen dürfen. Die Story-Kampagne soll ungefähr zehn Stunden dauern und wird in mehreren Episoden erzählt.

Auf der Gamescom konnten wir sehen, wie die Entwickler einen kleinen animierten Comic-Geralt durch eine Open-World-Welt scheuchten und Kämpfe bestritten. Die Erzählung wird von einem guten Sprecher vorgelesen und die Figuren werden zusätzlich von eigenen Synchronsprechern gesprochen, was sehr atmosphärisch daherkommt.

Die Kämpfe fechten wir als Kartenspiel aus – ein interessantes Feature ist dabei, dass Gefährten, die sich uns anschließen, auch als Spielkarte erscheinen. Auch dadurch wirkt die Story-Kampagne nicht nur wie ein kleines Schmankerl, sondern durchdacht und wie ein kleines, "echtes" Rollenspiel für zwischendurch.

Gwent: The Witcher Card Game soll Free2Play werden, doch sind In-Game-Käufe gegen Echtgeld möglich. Das fertige Spiel soll voraussichtlich für PC, Xbox One und PlayStation 4 erscheinen. Eine Box-Edition ist momentan nicht geplant. Im Laufe der Zeit plant CD Projekt Red aber weitere Spielmodi, Karten und Einzelspieler-Kampagnen.

Einen Release-Zeitraum konnte man uns nicht nennen. Doch am 25. Oktober startet die geschlossene Beta zu Gwent, für die man sich hier anmelden kann. Die Einzelspieler-Kampagne wird man während der Beta leider nicht antesten dürfen.

Fazit

Schon bei Witcher 3 machte das Kartenspiel Gwent Laune und einen sehr runden und durchdachten Eindruck. Es war schon witzig: Das Hauptspiel ist ja anscheinend nicht komplex genug - nein, es musste noch ein cooles Kartenspiel her.

Eigentlich ein riesengroßer Fan-Service, mit Gwent: The Witcher Card Game nun einen Stand-Alone-Ableger des Kartenspiels zu liefern: Endlich kann man Gwent nun auch gegen menschliche Kontrahenten spielen, nicht nur gegen NPCs.

Als große Besonderheit und Überraschung empfinden wir die Einzelspieler-Kampagne, die nicht nur ein langweiliges Abarbeiten von gegnerischen Kartenspielern ist, sondern ein Open-World-Abenteuer in stilvoller Comic-Grafik darstellt. Noch dazu können wir uns hoffentlich (oder besser: erwartungsgemäß) auf spannende Geschichtchen aus dem Witcher-Universum freuen.

Bis zum eigentlichen Release dauert es noch ein wenig, auf die Closed Beta muss man aber nicht mehr so lange warten – am 25. Oktober soll es damit losgehen. Wer will, kann sich schon jetzt dazu anmelden.

Wer Online-Kartenspiele à la Hearthstone, Magic oder auch Elder Scrolls Legends mag, der sollte Gwent: The Witcher Card Game im Auge behalten. Aber auch reine Solisten und Geralt von Riva-Fans werden hier dank Einzelspieler-Kampagne unserer Meinung nach voll bedient.

Gwent: The Witcher Card Game - Ankündigungstrailer

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