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GeForce GT 430: Kleiner Fermi, großes Kino?

GeForce GT 430: Kleiner Fermi, großes Kino?
Von , Don Woligroski

Nachdem die Mainstream-Gamer mit der GeForce GTS 450 auf GF106-Basis versorgt wurden, schickt Nvidia nun eine neue, kleinere GPU auf einer Karte ins Rennen, die wie für HTPCs gemacht aussieht. Kann sich die Einsteiger-Fermi gegen die Konkurrenz behaupten?

Mit dem Launch der GeForce GTX 480 konnte Nvidia wieder behaupten, die schnellste derzeit verfügbare GPU im Angebot zu haben. Das Problem: Nie bedeutete dieser Titel so wenig wie heute. Während Nvidias riesiger monolithischer GF100-Chip zwar das aktuelle Nonplusultra bei Karten mit einer GPU darstellt, greifen immer mehr Spieler zu preiswerteren, sparsameren und dennoch performanten Alternativen wie der GeForce GTX 460 im SLI-Modus oder AMDs Radeon HD 5850.

Die gute Nachricht ist, dass Nvidia jetzt nach einer Reihe von Preisanpassungen und der Einführung diverser Mainstream-Derivate des ursprünglichen GF100-Prozessors auch wieder Einiges zu bieten hat. Mit der GeForce GTX 460 brachte der Hersteller eine kleinere und effizientere Variante der Fermi-Architektur, die auf dem GF104-Grafikprozessor basiert und einen weiten Preisbereich von ca. 140 Euro (mit 768 MB) bis hin zu 220 Euro und mehr (1024 MB, ab Werk übertaktet) ermöglichte. Es folgte die GeForce GTS 450 mit dem vom GF104 abgewandelten GF106-Chip. Mit dieser Karte konnte Nvidia das DirectX-11-Portfolio bis an die 100-Euro-Marke erweitern.

Was noch fehlte, war eine Grafikkarte für das Marktsegment unter 100 Euro, und bislang musste sich die Firma mit Karten behelfen, die prinzipiell noch auf der GeForce-8000-Serie basierten – und die erblickte immerhin schon im Jahr 2006 das Licht der Welt. Nun hat Nvidia auch diese Lücke geschlossen und mit der GeForce GT 430 auch den kleinsten Vertreter der Fermi-Familie  vorgestellt.

Die GPU, die als Herzstück der GeForce GT 430 dient, gibt hier allerdings nicht ihr Debüt. Tatsächlich feierte die GF108-GPU schon vor einem Monat zur IFA Premiere und wurde von Nvidia als Notebook-Lösung vorgestellt. Auf diesem Chip basieren daher eine ganze Reihe Mobil-Fermis, und zwar die GeForce GT 435M, 425M, 420M und 415M. Im Desktopbereich ist die GeForce GT 430 allerdings das erste Modell, das den GF108-Chip nutzt, so wie auch die GeForce GTS 450 die erste Desktop-Karte mit GF106-GPU war. Schauen wir uns den GF108-Prozessor genauer an:

Diese GPU besitzt nur einen einzigen Graphics Processing Cluster (GPC) mit zwei Streaming Multiprocessors (SMs). Dabei handelt es sich um die gleichen SMs, die auch ind er GTX 460 und GTS 450 zum Einsatz kommen, die also jeweils 48 Shader-Kerne, acht Textureinheiten, vier Dispatch-Units und eine Polymorph Engine besitzen.

Das Render-Backend enthält zwei 64-Bit Speichercontroller und eine einzelne ROP-Partition, die vier 32 bittige Pixel pro Takt berechnen kann. Im Endeffekt stellt die GeForce GT 430 somit eine halbe GeForce GTS 450 dar, die aber nur die hälfte der ROPs besitzt, dafür aber den 128-Bit-Speicherbus der größeren Karte behalten darf. Insgesamt verfügt die GPU also über 96 Shader-Kerne, 16 Textureinheiten und vier ROPs.

Wie sieht die neue GeForce GT 430 also verglichen mit Nvidias anderen Budget-Karten im Preisbereich unter 100 Euro aus?


GeForce GT 220
GeForce GT 430GeForce GT 240
Shader Cores:
48
9696
Textureinheiten:
16
1632
Color ROPs:
8
48
Herstellungsprozess:
40 nm
40 nm40 nm
Kern-/Shader-Takt:
625/1360 MHz
700/1400 MHz550/1340 MHz
Speichertakt:
790 MHz DDR3
900 MHz DDR3
850 MHz GDDR5
Speicherbus:
128-bit
128-bit128-bit
Speicherdurchsatz:
25,3 GB/s DDR3
28,8 GB/s DDR3
54.4 GB/s GDDR5
Transistoren (in Millionen):
486
585727
Thermal Design Power (W)
58
42.7
69

Die offizielle Preisempfehlung für die GT 430 lautet seitens Nvidia interessanterweise auf 79 Euro (plus Mehrwertsteuer) und auf 79 Dollar in den USA. Als erstes wollen wir sie deshalb mit der GeForce GT 220 vergleichen.

Laut Nvidia sollen die GeForce GT 430 und die GT 220 zu ähnlichen Preisen verfügbar sein, was aber nicht bedeutet, dass die ältere Karte bald auslaufen soll. Tatsächlich kann man DDR3-Varianten der GT 220 im Onlinehandel schon für um die 50 Euro finden, während die GeForce GT 430 momentan noch bei 60 Euro beginnt. Das passt gut, denn die neue Karte ist nicht nur 75 MHz schneller, sondern besitzt auch doppelt so viele Shader-Kerne. Bei den Textureinheiten herrscht allerdings Gleichstand, und bei den ROPs hat die GT 430 sogar nur die Hälfte der GT 220 zu bieten.

Nvidias eigenen Benchmarks zufolge soll die neue Karte meist 50 Prozent schneller sein als die GeForce GT 220. Ob sich das in unseren Tests bestätigen lässt, werden die Benchmarks zeigen, wirkt aber mit Hinblick auf die technischen Daten durchaus plausibel.  

Das eigentliche Hauptproblem der GT 430 ist ein anderes und heißt GT 240. Besonders schwer hat es die Neuvorstellung mit der GDDR5-Variante der älteren Karte, zumal auch die schon für 65 Euro aufwärts zu bekommen ist und gegenüber der GT 430 mit DDR3-Speicher einen enormen Vorteil bei der Speicherbandbreite besitzt. Die GF108-GPU kann zwar ebenfalls mit GDDR5-Speicher umgehen, und man munkelt, eine solche Variante sei bereits in Arbeit. Vorerst wird es aber nur die DDR3-Version geben.

Wie dem auch sei, was die reine GPU-Performance anbelangt, steht die GT 240 gut da: Sie läuft zwar mit 550/1360 MHz (Kerntakt/Speichertakt) langsamer als die GT 430 (700/1400 MHz), verfügt aber über dieselbe Anzahl von Shader-Kernen und besitzt auch noch doppelt so viele Textureinheiten und ROPs wie die neue Karte. Während ein wirklich fairer Vergleich erst mit Erscheinen einer GDDR5-Version der GT 430 möglich wird, darf man aufgrund der reduzierten ROP-Zahl vermuten, dass die neuere Karte weniger Reserve für Anti-Aliasing und hohe Auflösungen aufbieten kann. Auch die geringere Anzahl an TMUs dürfte der Texturfüllrate nicht gerade zuträglich sein.

Fairerweise muss man anmerken, dass Nvidia die GeForce GT 430 auch nicht als Ersatz für die GT 240 positioniert sondern als preiswerte und stromsparende Allrounder-Karte bewirbt, die sich vor allem im HTPC wohlfühlen soll. Für diese Rolle bringt die GeForce GT 430 durchaus einige interessante Merkmale mit. Dazu gehören neben DirectX 11 auch die Fähigkeit, verlustfrei Mehrkanalton wie DTS-HD Master Audio und Dolby TrueHD per HDMI auszugeben. Das Ergebnis ist eine Kombination, die keine andere Karte in dieser Preisklasse zu bieten hat: 3D-Wiedergabe bei Blu-ray-Filmen, 3D Vision für Spiele (auch wenn das in dieser Leistungsklasse nicht unbedingt nutzbar sein dürfte) und HD-Audio auf einer Karte in HTPC-freundlicher halbhoher Bauweise. CUDA und PhysX sind selbstverständlich auch mit dabei.

Natürlich stammen die Konkurrenten der GeForce GT 430 nicht nur aus dem eigenen Hause. Auch AMDs Radeon HD 5570 ist im Online-Handel mit 512 MB GDDR5-Speicher für 60 Euro aufwärts zu finden. Kaum zehn Euro teurer ist die deutlich leistungsfähigere Radeon HD 5670, und beide können dank Eyefinity schon als Einzelkarte bis zu drei Monitore ansteuern. Es liegt aber am jeweiligen Kartenhersteller, welche Monitorausgänge er seiner Karte mit auf den Weg gibt. Andererseits kann keine der Radeon-Karten Blu-ray-Inhalte bei 1080p in 3D wiedergeben oder mit einem stereoskopischem Spielerlebnis aufwarten. Letzteres ist aber immerhin mit zusätzlicher Software und den passenden Monitoren möglich, aber eben nicht „ab Werk“.

Alle 18 Kommentare anzeigen.
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  • FormatC , 14. Oktober 2010 09:37
    Zitat :
    Schon ein kleiner Preisrutsch würde die GeForce GT 430 als Allrounder, als den Nvidia die Karte ja auch sieht, weit besser gegen die vielen Konkurrenten bestehen lassen.
    Den gibts schon, denn der Markt regelt das mit großer Zuverlässigkeit. Die Grenze steht derzeit bei reichlich 60€ für diese Karte :) 
  • Stefan0875 , 14. Oktober 2010 11:11
    Wozu braucht ein HTPC eine extra Grafikkarte?
    Ich mach mir seit einiger Zeit Gedanken um einen HTPC, aber ich hab nie darüber nachgedacht eine separate Grafikkarte zu verbauen, wo es doch wirklich gute Onboard Grafiklösungen wie z.B den 785G bzw. 880G gibt.
    Ein HTPC ist schließlich kein Gaming PC
  • FormatC , 14. Oktober 2010 11:40
    Die Antwort steht eigentlich im Artikel. 3D BluRay und verlustfreies Audio als Gesamtpaket ist mit aktuellen Onboard-Lösungen leider nicht möglich. Und ein 3D BluRay sollte in einen HTPC schon (perspektivisch) rein. Mit den erwähnten 785/880G bekommst Du kein gescheites DVB-S2 hin. Sieht einfach nur krank aus.
  • checkmate , 14. Oktober 2010 11:57
    Lt. Wiki soll es sogar eine 420er geben. Wahrscheinlich eine beschnittene 430er.

    430er: HTPC
    460er: Mainstream Spiele-PC
  • wallolsick , 14. Oktober 2010 17:12
    Wieso sollte ein 785G für DVB-S2 nicht ausreichen? Ich habe eine DVB-S2 PCI-E Karte und nutze die Radeon 4200 in dem ITX PC in Kombination mit nem Athlon II 250 und alles läuft wunderbar.

    Was soll da bitte krank aussehen?
  • FormatC , 14. Oktober 2010 17:30
    Beispielsweise das 720p HD-Material von ARD und ZDF. Trotz Registry-Gefrickel ist das Klötzchengeprassel nicht wirklich befriedigend weg zu bekommen. Sicher kann ich DXVA per Reg komplett deaktivieren und dann 720p HD-TV gucken, aber ohne DXVA ruckeln BluRays und das Upscaling von DVDs geht auch nicht mehr. Und ständig an der Reg rumschalten ist nicht mein Ding, zumal ohne DXVA die Prozessorlast raufgeht und die Kiste heizt wie die Pest. Ok, es ist eigentlich ein WMP-Problem, aber Nividia hats in den Treibern wenigstens gefixt. Ich habe übrigens eine HD5760 drin.
  • wallolsick , 14. Oktober 2010 17:38
    Also 1080p MKV Material ruckelt bei mir nichtmal wenn ich noch nen alten VLC Verwende der gar kein DXVA unterstützt. Allerdings hab ich mein BluRay Laufwerk wieder ausgebaut, da mir das mit den Key Updates zu nervig ist und ich schaue daher nur MKVs.

    So und darüber hinaus sehe ich bei den HD Sendern nirgendwo Klötzchen, sondern wunderbares Bild auf 1980x1200. Zum schauen nutze ich ProgDVB oder die Tevii Software.

    Ich würde niemals Windows Media Player verwenden, das ist grausame Software...
  • kor , 14. Oktober 2010 19:18
    Erstmal ein großes Lob an euch das inzwischen die meisten Grafen mit Einheiten beschriftet sind. Kleiner Verbesserungsvorschlag: Wenn ihr schon nen delta T hinschreibt wäre es nett zu wissen wie hoch die Umgebungstemperatur ist. Außerdem heißt es nicht delta gegen Raumtemperatur(delta vs. Ambient) sondern delta T in Bezug auf die Raumtemperatur. Da das delta bedeutet (Messwert- Bezugswert)
  • FormatC , 14. Oktober 2010 20:40
    Zitat :
    Beispielsweise das 720p HD-Material von ARD und ZDF.
    Was hat MKV mit DVB-S2 zu tun? Nichts. Ob und wie Du Dir gerippte BRs ansiehst, ist uns ebenfalls irgendwie egal. Und weil nun mal garantiert über 90% der Anwender BR im HTPC präferenzieren und auch das MediaCenter von W7 nutzen, ist die Klötzchenscheiße nach wie vor ein Thema.

    Zitat :
    Allerdings hab ich mein BluRay Laufwerk wieder ausgebaut, da mir das mit den Key Updates zu nervig ist
    Schöner HTPC ;) 

    Wir sind übrigens schon auf den nächsten Nick gespannt. Vielleicht bist Du ja ein junger Kreativer und hast dies nur nicht so zeigen können? Bisher war das alles nur Kreisklasse, maximal. Meine Klassenkameraden waren da seinerzeit einfallsreicher.
  • gscheitmeier , 15. Oktober 2010 12:14
    Donni, jetzt mach den Kerl mal nicht so fertig. Da freut er sich, dass er seine gerippten Blurays aufn Schirm bringt und du störst dann sein Glück so unsanft ;-)
  • wallolsick , 15. Oktober 2010 12:40
    Ich möchte dich doch nicht überfordern, du bist ja schon älter und auch noch aus dem Osten. Wenn man nicht mehr so frisch ist, macht man sich wohl die Mühe vom Sofa aufzustehen um einen altmodischen optischen Datenträger irgendwo reinzustecken, da man die Bewegung gut gebrauchen kann. Ich hau nur meinen Downloader an und gut ist, zusätzlich spare ich Geld was ich ungern den Copyrightnazis in ihren ewig gierigen Rachen werfen möchte. Ich kaufe nur DVDs von guten Filmen. Ebenso bin ich in der Lage mich mit alternativer Software anzufreunden und mecker weniger rum wenn irgendwas mit dem Microsoft Mistzeug nicht geht.
  • FormatC , 15. Oktober 2010 13:11
    Dann freu Dich doch Deiner von altostdeutschen Erblasten freien Jugend, drehe Dir einen Joint und blase den Rauch unlizensiert in den vermeintlich rechtsleeren Raum rund um Dich herum. Eigentlich bin ich sogar erleichtert, weil ich jetzt Dein eigentliches Problem besser verstehe. Bis auf eines: fällt Dir echt nichts Kreativeres ein? Man sollte meinen, vom spießigen Alltagsballast befreit, hättest Du alle Ressourcen frei zum Denken.

  • benkraft , 15. Oktober 2010 13:32
    Zitat :
    Ich möchte dich doch nicht überfordern, du bist ja schon älter und auch noch aus dem Osten. Wenn man nicht mehr so frisch ist, macht man sich wohl die Mühe vom Sofa aufzustehen um einen altmodischen optischen Datenträger irgendwo reinzustecken, da man die Bewegung gut gebrauchen kann. Ich hau nur meinen Downloader an und gut ist, zusätzlich spare ich Geld was ich ungern den Copyrightnazis in ihren ewig gierigen Rachen werfen möchte. Ich kaufe nur DVDs von guten Filmen. Ebenso bin ich in der Lage mich mit alternativer Software anzufreunden und mecker weniger rum wenn irgendwas mit dem Microsoft Mistzeug nicht geht.


    So, kleiner Benimm-Kurs vom Moderator:

    Persönliche Angriffe gehören hier nicht hin. Wenn du streiten musst, schreib eine PN oder such dir einen Sandsack.
    Schön, dass du dich so öffentlich dazu bekennst, Filme illegal aus dem Internet zu laden. Möchtest du vielleicht auch noch kurz bei der zuständigen Stelle anrufen wegen Selbstanzeige? Kurzwahl 110, die helfen sicher weiter. Ansonsten: Deine großen Töne beeindrucken hier keinen. Street-Cred bekommst du damit hier auch nicht.

    Kurz: Bitte die Form wahren, die Foren-Regeln beachten und mal darüber nachdenken, was du im Internet so alles über dich aussagst.
    Noch kürzer: Verwarnung Nummer 1.
  • dome94 , 15. Oktober 2010 16:28
    kleiner echt guter Fermi =)
    man könnte eventuell noch Shattered Horizon von Futurmark zu den Game Tests hinzufügen
    heitzt der Grafikkarte ziemlich ein
    GTX 260 bei mittleren Settings 1680x1050 grad ca 23 FPS oO
  • seppjo , 20. Oktober 2010 08:29
    @FormatC,
    Kann man die kleine Karte als vernünftige PhysX Karte missbrauchen?
    Wäre interessant ob die da was taugt. Insgesamt wäre es interessant wie sich gerade diese kleinen Karten als PhysX Unterstützung verhalten.
    Ich vermute aber Sie werden alle zu schwach sein oder?
  • FormatC , 20. Oktober 2010 09:02
    So ist es. Lohnt einfach nicht. Natürlich wird sie funktionieren. Aber sie wird jede gute andere Karte dabei ausbremsen. 96 Units sind eigentlich zu wenig.
  • seppjo , 20. Oktober 2010 09:53
    O.K. dann sind die momentan in meinem Umfeld weniger Tauglich, außer es soll ein GeschäftsPC werden :D  Dann könnte man drüber nachdenken.
  • Hody , 28. Oktober 2010 10:22
    Ich habe eine GeForce 9600 und es würde mich interessieren wie diese im Vergleich zur GT 430 abschneidet bzw. ob sich ein Upgrade überhaupt lohnen würde