Nvidia stellt heute mit der GeForce GTX 560 Ti 448 Core sozusagen ein Sondermodell vor. Der Test klärt, was sie von der GeForce GTX 560 Ti unterscheidet, wie schnell sie ist und ob sich ein Kauf lohnt. So viel vorneweg: Overclocker sollten weiter lesen!
Es kommt nicht oft vor, dass ein Grafikkartenhersteller nur fürs Weihnachtsgeschäft eine Sonderausgabe eines seiner Produkte herausbringt. Genau das tut Nvidia aber heute mit der GeForce GTX 560 Ti 448 Core.
Vom Namen her würde man erwarten, dass es sich bei diesem Modell um eine frei geschaltete oder irgendwie "erweiterte" Version der bisherigen GTX 560 Ti handelt, aber das ist nicht der Fall. Wir erinnern uns: Die GF114-GPU, die eine GeForce GTX 560 Ti antreibt, stellt bereits deren Vollausbau mit 384 Shader-Kernen dar; es ist nichts abgeklemmt oder deaktiviert. Stattdessen hat Nvidia zur großen Schwester, der GF110-GPU der GeForce GTX 570, gegriffen und bei dieser den Rotstift angesetzt. Das Ergebnis ist die neue GeForce GTX 560 Ti 448 Core.
Diesen Grafikchip stellte Nvidia erstmals als Herzstück des aktuellen Single-GPU-Flaggschiffs GTX 580 vor, und er wurde für den Einsatz in der GTX 570 leicht zurück gestutzt. Als GTX 560 Ti 448 Core muss sich der GF110-Chip einer weiteren wenn auch moderaten Schlankheitskur unterziehen.
GeForce GTX 560 Ti 448 Core: Die Eckdaten
Gegenüber der GeForce GTX 580 hat Nvidias Weihnachtsausgabe der GTX 560 Ti zwei Streaming Multiprocessors (SMs) eingebüßt, denn die GeForce GTX 560 Ti 448 Core kann nur auf 14 der 16 verfügbaren SMs der GF110-GPU zugreifen. Jeder aktive SM verfügt über 32 Shader-Kerne und vier Textureinheiten. Außerdem sind fünf der sechs 64-Bit ROP-Partitionen aktiv, von der jede acht 32-Bit-Ganzzahl-Pixel pro Takt ausführen kann.
So kommt diese Karte auf insgesamt 448 Shader-Cores, 56 Textureinheiten, 40 ROPs und ein 320 Bit breites Speicher-Interface. Schon aufgrund der Abstammung überrascht es nicht, dass die Platine zwei 6-Polige PCIe-Stromanschlüsse trägt. Da es sich bei der GeForce GTX 560 Ti 448 Core um ein High-End-Modell handelt, unterstützt sie dank zweier SLI-Brücken den Mehrkartenbetrieb in Konfigurationen mit zwei, drei und sogar vier Karten. Natürlich kann man sie aber nicht mit einer normalen GTX 560 Ti verkuppeln sondern nur mit anderen 448-Core-Karten. Wer sich also einen SLI-Verbund aus diesen Karten zusammenstellen will, sollte gleich zugreifen und mehrere Karten ordern; immerhin sollen sie nicht wirklich lange verfügbar bleiben.
Nvidias GF110-GPU wie sie in der GTX 560 Ti 448 steckt.
Wenn unseren Lesern diese technischen Daten bekannt vorkommen, so ist das kein Zufall; genau so sah auch Nvidias inzwischen ausgelaufene GTX 470 auf dem Papier aus. Anders betrachtet ist die GeForce GTX 560 Ti 448 Core eigentlich nichts weiter als eine GeForce GTX 570, bei der ein SM abgeschaltet worden ist. Das bedeutet auch, dass sich Nvidias Weihnachtsausgabe an deren Taktfrequenzen orientiert: Die GPU rechnet mit 732 MHz, die Shader laufen mit 1464 MHz, und der Takt des GDDR5-Speichers liegt bei 950 MHz.
Aus der Erfahrung mit den anderen im Laufe des vergangenen Jahres vorgestellten Nvidia-Karten dürfen wir also erwarten, dass die Performance der GeForce GTX 560 Ti 448 Core irgendwo zwischen der GeForce GTX 560 Ti und der GeForce GTX 570 anzusiedeln ist. Wer mehr über Nvidias aktuelle Grafikchips und deren Architektur wissen möchte, sollte sich folgende Artikel anschauen:
Nvidias GeForce GTX 560 im Test: Geht's auch ohne Ti?
Nvidia Geforce GTX 560 Ti im Test: sparsam, kühl und leise
GeForce GTX 570: Die bessere GTX 480
Fermi schlägt Fermi: GF110 alias GeForce GTX 580 im Test
GeForce GTX 480 und 470: Nvidias schnelles heißes Eisen
Bei so vielen Familienähnlichkeiten ist eine Tabelle die sinnvollste Art, die verschiedenen Modelle zu vergleichen. Schauen wir uns die vier Karten also noch einmal an:
| GeForce GTX 560 Ti | GeForce GTX 470 | GeForce GTX 560 Ti 448 Core | GeForce GTX 570 | |
|---|---|---|---|---|
| Shader-Cores | 384 | 448 | 448 | 480 |
| Textureinheiten | 64 | 56 | 56 | 60 |
| Full Color ROPs | 32 | 40 | 40 | 48 |
| Grafikkerntakt | 822 MHz | 607 MHz | 732 MHz | 732 MHz |
| Shadertakt | 1644 MHz | 1215 MHz | 1464 MHz | 1464 MHz |
| Speichertakt | 1002 MHz | 837 MHz | 950 MHz | 950 MHz |
| GDDR5-Speicher | 1 GB | 1280 MB | 1280 MB | 1280 MB |
| Speicherinterface | 256-bit | 320-bit | 320-bit | 320-bit |
| Bauhöhe | Dual-slot | Dual-slot | Dual-slot | Dual-slot |
| Stromanschlüsse | 2 x 6-pin | 2 x 6-pin | 2 x 6-pin | 2 x 6-pin |
Nvidia betonte uns gegenüber, dass die GeForce GTX 560 Ti 448 Core keine bestehende Karte ablöst. Außerdem werden die Karten exklusiv über folgende Boardpartner zu bekommen sein: Asus, Evga, Gainward, Gigabyte, Inno3D, Palit, MSI und Zotac. Zudem wird dieses Modell nur in den Vereinigten Staaten, Kanada, Deutschland, dem Vereinigten Königreich, Frankreich, Russland und den skandinavischen Staaten verkauft.
Anfangs rätselten wir, was Nvidia dazu bewogen hat, diese Karte aufzulegen. Vielleicht hatte man ja eine relativ kleine Menge an GF110-GPUs auf Lager, die aus irgendeinem Grund nicht für eine GeForce GTX 570 taugten (Stichwort: Teildefekt). Genauso wäre es möglich, dass man einfach für das Jahresendgeschäft ein Modell im Programm haben wollte, das die Lücke zwischen zwei bestehenden Modellen schließt. Oder ist diese Karte einfach nur eine Art "Testballon" um auszuloten, ob es eine Käuferschaft für eine Karte gibt, die zwischen der GeForce GTX 560 Ti und GTX 570 angesiedelt ist?
Als wir bei Nvidia nachfragten, stellten sich unsere ersten beiden Vermutungen als Volltreffer heraus: Wie jeder Hersteller betreibt auch Nvidia sogenanntes "binning", sortiert also seine GPUs nach erreichbarer Taktrate und funktionierenden Ausführungseinheiten. Nun hatten sich wohl einige GF110-GPUs mit nur 14 funktionierenden SMs angesammelt, und man entschied sich, diese auf einer speziellen Karte als Weihnachtssonderausgabe zu verbauen. So wurde die GeForce GTX 560 Ti 448 Core geboren. Doch egal wie exklusiv die Karte letztlich ist und wie viele oder wenige davon am Ende in den Regalen zu finden sein werden: Entscheidend für ihren Erfolg wird wie bei allen anderen Karten sein, wie viel Performance sie fürs Geld liefert.
- GeForce GTX 560 Ti 448 Core: Technische Daten
- Zotacs GeForce GTX 560 Ti 448 Core Limited Edition
- Test-Hardware und Benchmarks
- Benchmarks: Battlefield 3
- Benchmarks: Batman: Arkham City
- Benchmarks: Metro 2033
- Benchmarks: DiRT 3
- Benchmarks: Aliens Vs. Predator
- Overclocking-Benchmarks
- Leistungsaufnahme, Wärmeentwicklung und Lautstärke
- GeForce GTX 560 Ti 448 Core: Eine Karte mit viel Overclocking-Potential
Mehr als 210eur wird wohl niemand für die Karte hinlegen.
Mehr als 210eur wird wohl niemand für die Karte hinlegen.
Jo, auf Geizhals finden sich schon die ersten Listungen. NOCH heißt das natürlich nix, weil die preise AM Launchtag immer mächtig aufgepumpt sind. Aber wenn die Karte wirklich bald wieder verschwinden soll, bleibt natürlich nicht viel Zeit, dass "der Markt es schon regelt". :s
die 448er GTX 560 Ti ist 12% schneller als die normale zu 44% Aufpreis
gegenüber einer GTX 570 hat sie nur 5% weniger Leistung, ist aber 11% billiger...
es kommt immer auf den Blickpunkt an
Auf anderen Seiten hat die Karte noch mehr Strom gefressen und war an die 50DB laut...
Ich bleib bei meiner (mit AA schwachen) 560 GTX ti SOC von Gigabyte..
Der wäre nämlich auch interessant wenn die guten OC möglichkeiten genannt werden.
Dann schau dir bitte mal die Graphik an.
Sollte das nicht Delta to ambient heissen?
Bei einer Umgebungstemeperatur von 20 Grad C können die Werte nicht richtig sein. Bei einer Umgebungstemperatur von 40 Grad C kommt das so ungefähr hin.
Eine HD Radeon 6950 2GB kommt im Idle auf 35°
minus 13.4° aus der Tabelle oben macht 20.6°.
Also mir wird da schon etwas fröstlich.
Warum sollte man sich dafür eine Kleinstserie basierend auf B-Ware zulegen bei der man schon zum Erscheinungstermin mit eingestelltem Firmware- und Treibersupport rechnen kann?
von daher nochmal meine Rechnung von oben:
5% weniger Leistung als eine Referenz 570 bei (mittlerweile) 7% Ersparnis
Und was heißt hier eingestellter Treibersupport? Soweit ich weiß gelten die aktuellen Treiber noch für GeForce 6***-Modelle (Launch 2004).